Beethoven-Hörspiel: Taub – aber nicht stumm

(Fotomontage:  Edgar Hengstmann und Gerhard Schepper)
(Fotomontage: Edgar Hengstmann und Gerhard Schepper)

Zu Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag präsentiert das medienforum münster am Dienstag, 29. Dezember 2020 ab 20:04 Uhr ein Hörspiel von Thomas A. Schneider, das im Wien von Mitte Dezember 1810 angesiedelt ist.

Zum 40. Geburtstag Beethovens Mitte Dezember 1810 kommen Personen zu Besuch, die in seinem Leben eine wichtige Rolle spielen. Sie hinterlassen Geschenke und legen ihre Beziehungen zum Maestro offen. Die Gäste verbindet zwar die Verehrung für Beethovens Musik, aber sie bleiben sich fremd, kommen nicht zusammen, ergreifen schließlich nach und nach wieder die Flucht. Der fast taube, kranke und griesgrämige Beethoven, von seiner Haushälterin abgeschirmt und nur aus dem Schlafzimmer zu hören, erscheint erst zum Schluss, gibt Einblick in sein gedrücktes Leben und legt seine Motivation dar, trotz aller Widrigkeiten große Werke zu schaffen. Die Szenen und Monologe sind mit Auszügen aus Beethovens Musik umrahmt und teilweise hinterlegt. Die Mischung aus Fiktion und tatsächlichen Ereignissen sowie das mit Witz, Humor und viel Gefühl eingesprochene Hörspiel verleiht ihm eine besonders interessante Note und gibt ihm aufgrund seiner Originalität ein Alleinstellungsmerkmal.

Das Hörspiel hat nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern vermittelt auch Wissenswertes über die Person Beethoven und seine Werke. So legt der Beethoven-Schüler Ferdinand Ries dar, dass der Meister mit seinen Kompositionen die menschliche Stimme oftmals überforderte und seine Oper Fidelio in Wien wenig geliebt war. Der Musikverleger Domenico Artaría berichtet über Rechtsstreitigkeiten gegen ihn, in denen Beethoven unterlegen ist. Bettina Brentano plaudert Intimes aus und eine weitere Geliebte, Gräfin Julie Guicciardi, gesteht ihre Verbundenheit mit den Idealen der Französischen Revolution, die sie wiederum mit Beethoven verbinde. Nur Elisabeth Röckel kommt nicht so recht zum Zuge und kann noch nicht einmal das ihr gewidmete Klavierstück „Für Elise“ anbringen. Einblick in Beethovens Seelenleben gibt schließlich das Heiligenstädter Testament, in dem sich das Leiden seiner Schwerhörigkeit widerspiegelt, aber auch die beiden Kraftquellen, die ihm das Überleben sicherten und zu Höchstleistungen anspornten: Kunst und Tugend.

Der Autor: Thomas A. Schneider, Jahrgang 1955, studierte Ev. Theologie, Musikwissenschaft und Gesangspädagogik. Lange Jahre leitete er verschiedene Chöre in Münster, u.a. die Handorfer Kantorei. In den 90er Jahren zog es ihn zum Theater, wo er nicht nur die musikalische Leitung übernahm, sondern auch Schauspielrollen. Seit kurzem hat er damit begonnen, selbst Theaterstücke und Hörspiele zu schreiben. „Taub – aber nicht stumm“ entstand als Theaterstück und wurde für die aktuelle Produktion zum Hörspiel umgeschrieben. Thomas A. Schneider lebt seit 20 Jahren in Süddeutschland.

Das Ensemble: Das Hörspiel wurde realisiert von einer Münsteraner Laienspielgruppe unter der Regie von Simone Lamski und Gerhard Schepper, die auch Sprechrollen übernahmen. Für die Rolle des Beethovens konnte der Autor selbst gewonnen werden. Weitere Sprecherinnen und Sprecher: Anke Fulfs-Janßen, Anka Kemmerich, Gerd Klünder, Karla Spiekermann, Oliver Trell und Karl Westphal.

Die Tonaufnahmen wurden gefördert vom Kulturamt der Stadt Münster. Die CD wurde produziert vom Gerhard Schepper Verlag. Sie kann beim Verlag oder in allen Buchhandlungen bezogen werden. ISBN Nummer 978-3-9809542-5-9, Preis: 12,50 €.

Zu hören im Bürgerfunk bei Antenne Münster auf 95,4 MHz, Kabel 91,2 MHz und im Live-Stream, sowie ab der Woche drauf vier Wochen im Programm von webradio-muenster.de und in Kürze auch in der Mediathek bei NRWision.

Sendetermin: Dienstag, 29. Dezember 2020 ab 20:04 Uhr
Radiowerkstatt: medienforum münster e. V.
Kontakt-Email: info@medienforum-muenster.de
Webseite: https://gerhard-schepper.de/

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