Wohnraum für alle?!

Perspektiven auf Planung, Politik und Architektur / Publikation der bpb

„Zu wenig, zu teuer, unerreichbar: Der Wohnungsmarkt ist – zumal in den Ballungsgebieten – ein schwieriges Feld, vor allem für diejenigen, die sich hohe Mieten nicht leisten können oder bei der Vergabe übergangen werden. Das Buch fragt nach Ursachen, Entwicklungen und Lösungsansätzen.“

http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/283455/wohnraum-fuer-alle

Inhalt

„Angebot und Nachfrage: Wohnraum in Deutschland unterliegt zunehmend rigiden Marktgesetzen, vor allem, seit sich Bund, Länder und Kommunen in den vergangenen Dekaden aus dem sozialen Wohnungsbau zurückgezogen haben. Das hat insbesondere in den renditeträchtigen Ballungsgebieten fatale Folgen: Sozial oder ökonomisch Marginalisierte finden auf dem freien Markt kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Aber auch Menschen, denen Städte mehr sind als bloße Wirtschaftszentren, hadern mit Akteuren, die durch Luxussanierungen, Verdrängung von Wohnen und Kleingewerbe oder mit dem Vorgehen gegen alternative städtische Lebensformen eine Gewinnmaximierung zu erreichen suchen. Die Beiträge dieses Buches untersuchen, wer mit welchen Instrumenten und welchen Motiven auf dem deutschen Wohnungsmarkt tätig ist. Sie analysieren Geschichte, Rolle und Potenzial des gemeinnützigen Wohnungsbaus und fragen nach Konzepten in Politik, Planung und Architektur, wie angemessener und bezahlbarer Wohnraum für alle geschaffen oder erhalten werden kann.“

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Herausgeber: Barbara Schönig / Justin Kadi / Sebastian Schipper, Seiten: 358, Erscheinungsdatum: 10.01.2019, Erscheinungsort: Bonn

Kon·zept/kɔnˈt͜sɛpt/?MS

„[Konzeptvergabe] Zu Gunsten der Qualität der Bebauung verzichtet die Kommune bei der Konzeptvergabe auf die Erzielung eines maximalen Grundstückserlöses … Mit der Konzeptvergabe wird ein Beitrag zur Schaffung bezahlbaren, zielgruppengerechten, energieeffizienten, ökologischen und/oder auch städtebaulich attraktiven Lebensraums geleistet.“

http://neue-nachbarschaft.de/immovielien/glossar/konzeptvergabe/

Auch Verwaltung & Rat der Stadt Münster haben im Handlungskonzept Wohnen* erkannt: „In den vergangenen Jahren wurden städtische Grundstücke für Mehrfamilienhäuser in der Regel ausgeschrieben und anschließend an den Höchstbietenden veräußert. Mit einer solchen Vergabe lassen sich die wohnungspolitischen Ziele [des] Handlungskonzepts Wohnen allerdings nicht verwirklichen. Hierfür ist es vielmehr erforderlich, ein konzeptorientiertes Ausschreibungsverfahren zu entwickeln.“

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Stadtforschung

https://imgix.ttcdn.co/i/logotype/original/0/414482-6c713c5eb900402a82f9ab902fdd61a4.png?q=100&auto=format%2Ccompress&w=300Nachbarschaft / Heft 73 (4/2018)

Ist Nachbarschaft mehr als ein räumliches Nebeneinander?

Die Beiträge zum dérive-Schwerpunktheft Nachbarschaft setzen sich mit der Frage, welche Potenziale und Chancen auf der Ebene der Nachbarschaft für Demokratisierung und Teilhabe, für die Stärkung der StadtbürgerInnenschaft und des sozialen Zusammenhalts sowie für nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Wandel vorhanden sind, auseinander.

Nachbarschaft / Heft 73 (4/2018)

Welche politischen, wirtschaftlichen und planerischen Strukturen fördern eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen selbstorganisierten Initiativen, Politik und Verwaltung? Welche KomplizInnenschaften lassen sich auf lokaler Ebene schließen, um gemeinsam lebenswerte Stadtteile zu schaffen? Wie kann eine Ökonomie des Alltags aussehen, die lokale Strukturen stärkt, sinnstiftende Tätigkeit befördert und sich am Bedarf der Nachbarschaften orientiert? Welche Räume braucht eine lebendige Zivilgesellschaft?

Die inhaltliche Reise geht vom Nordbahnviertel in Wien über das Kottbusser Tor und den Mehringplatz in Berlin, Brooklyn und die Kleinstädte Neuenglands bis zu den Comunas in Venezuela.

dérive – Zeitschrift für Stadtforschung: https://derive.tictail.com/product/heft-73

Wohnprojekte kritisieren Wohnbaupolitik

Vertreter*innen von Wohnprojekten und Initiativen überreichten am 25.06.2018 einen offenen Brief an OB Markus Lewe. V.l.n.r.: Katrin Steiner und Matthias Kayß (Grafschaft 31), OB Markus Lewe, Dina Hamza (Mauritzgruppe), Francisca Jahn (Grevener Straße 31), Manfred Spitz (Gemeinschaftlich Wohnen e.V.), Wolfgang Bensberg (Mitbegründer des BuWo). Foto: Amira Hammami

Wolfgang Bensberg ist der aufgestaute Ärger deutlich anzumerken. Seit über zehn Jahren kämpft er darum, seine Vorstellungen vom gemeinschaftlichen Wohnen in Münster realisieren zu können – bis heute erfolglos. Die Schuld dafür gibt er vor allem der Politik und Verwaltung: „Nicht die Bürger*innen, sondern vor allem die am Gewinn orientierten Investoren profitieren von der Wohnungspolitik in Münster“. Mit dieser Anklage steht der 65-jährige nicht alleine da.

Am Montag, den 25.06.2018, überreichte er zusammen mit einer Gruppe von neun Wohnprojekten, Initiativen, Vereinen und Verbänden Oberbürgermeister Markus Lewe einen offenen Brief. Mit dem besonderen Blick auf gemeinschaftliches Wohnen kritisieren die Verfasser*innen darin die verfehlte Politik der Stadt Münster zur Förderung günstigen Wohnraums. Trotz jahrelanger Forderungen und konstruktiver Vorschläge seien weder bei den Vergabeverfahren noch bei den Konversionsflächen ernsthafte Fortschritte erzielt worden. Im Gegenteil: „Für bereits in Aussicht gestellte Objekte verlangt die Stadt Münster auf einmal 1.900 € pro Quadratmeter oder mehr“, so Bensberg.

Den Wortlaut des offenen Briefes gibt's hier...

Auch Manfred Spitz vom Verein „Gemeinschaftlich Wohnen e.V.“ ist sauer. Eigentlich war ein geeignetes Grundstück in Mecklenbeck für genossenschaftliche Baugruppen wie die seine vorgesehen. Beim Vergabeverfahren vor zwei Jahren sei aber genau dieser Grund und Boden in einem undurchsichtigen Vergabeverfahren an einen Investor ohne Wohnprojektgruppe gegangen. „Und das, obwohl wir der Stadt seit Jahren die Bude einrennen“, klagt Spitz. Die Vergabepolitik müsse sich endlich an den Möglichkeiten der Menschen orientieren und nicht nur an denen von Investoren“.

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