Kurdistan aktuell

Grafik: Perspektive Rojava

Angriffskrieg der Türkei gegen die Kurd*innen in Afrin/ Rojava

In der Sondersendung am Sonntag, 28. Januar 2018, ab 19.04 Uhr (Wdh. Montag, 29.1., 20.04 Uhr) spricht Klaus Blödow mit Ayten Kaplan von NAV DEM (Navenda Civaka Demokratîk – Demokratisches Gesellschaftszentrum), Dr. Michael Ramminger vom ITP – Institut für Theologie und Politik Münster, Metin für das Solidaritätskomitee Perspektive Rojava Münster und Dr. Bernd Drücke, Koordinationsredakteur der Zeitung Graswurzelrevolution, über den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der türkischen Regierung auf die Demokratische Föderation (ROJAVA) in Nordsyrien. Aber auch die Untätigkeit der USA, Russlands, der Europäischen Union sowie die Untätigkeit der Weltgemeinschaft (Sicherheitsrat der UNO) spielen eine Rolle in den Gesprächen. Zu hören im Bürgerfunk bei Antenne Münster auf 95,4 MHz, Kabel 91,2 MHz und im Live-Stream.

Und darum geht es im Wesentlichen:

(Auszug aus einen Demo-Aufruf von NAV-DEM)

Solidarität mit Afrin

„Am Samstag, dem 20. Januar 2018, hat die türkische Armee ihren Überfall auf die Demokratische Föderation Nordsyrien offiziell begonnen. Unter dem zynischen Namen „Operation Olivenzweig“ steht der Kanton Afrin im Nordwesten Syriens seit Tagen unter massivem Beschuss durch die türkische Artillerie und türkische Kampfjets. Mit dutzenden Luftangriffen wurden zivile Viertel Afrins und Stellungen der Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) bombardiert. Eingesetzt werden bei diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auch deutsche Kampfpanzer vom Typ „Leopard 2“. (…)
Es ist offensichtlich, dass dieser verbrecherische Überfall auf Afrin nur Realität werden konnte dank der Unterstützung, die das Regime Erdogans aus Berlin und speziell durch die letzten Gespräche zwischen Sigmar Gabriel und Mevlut Cavusoglu erhalten hat. Es sind Panzer, Fahrzeuge und Gewehre, allesamt in deutschen Fabriken produziert, mit denen die türkischen Soldaten heute über die Grenze nach Afrin marschieren. Es ist die nahezu bedingungslose politische Rückendeckung aus Berlin, die Ankara überhaupt erst dazu ermutigt hat, einen derartigen Völkerrechtsbruch zu unternehmen. Zu guter Letzt ist es die direkte Unterstützung des Innenministeriums hier in Deutschland, mit der Protest von vornherein durch das Verbot sämtlicher kurdischer Flaggen und die andauernde und schärfer werdende Kriminalisierung gegen kurdische Organisationen unterdrückt wird.

„Weil Deutschland indirekt eine Kriegspartei in Afrin ist, gilt es den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen und unseren Protest auf die Straße zu tragen. Mit dem Geist von Kobanê müssen wir uns heute zusammentun, organisieren und gemeinsam zur Aktion schreiten, denn morgen schon könnte es zu spät sein. Afrin ist von allen Seiten umzingelt, also müssen wir die Luftröhre dieser Revolution sein.“

Links:
http://muenster.org/rojava
http://civaka-azad.org/tag/nav-dem
http://www.graswurzel.net/396/rojava.php
http://www.itpol.de

Sendetermin: Sonntag, 28. Januar 2018, ab 19.04 Uhr
Moderation: Klaus Blödow
Radiowerkstatt: medienforum münster e. V.

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Kategorien Kurdistan aktuell, Politik & Soziales

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