Projekte

„Späte Starter“  – Präventionsprojekt
Fussball_AngelamoddeMünster, 13. März 2015

„Präventives Cliquen bzw. Gruppenangebot in Angelmodde“ Verein zur Förderung der Jugendgerichtshilfe unterstützt Projekt „Späte Starter“ für Heranwachsende über 18 Jahren.

Ausgangsituation:
In Angelmodde wird seit einigen Jahren die sogenannte Soziale Gruppenarbeit vorgehalten. Aufnahmekriterium ist zum einen eine richterliche Weisung bzw. die Aufnahme im Rahmen eines Diversionsverfahrens. Zum anderen sollen Jugendliche bis 18 Jahre auch eine freiwillige Aufnahme ermöglicht werden.
Die Gruppenentwicklung war in den letzten Monaten dadurch gekennzeichnet, dass vermehrt Heranwachsende das Angebot wahrgenommen haben und durch diese besondere Gruppen- und Altersdynamik die inhaltlich-fachlichen Vorgaben (Modularbeit) zum Teil konterkarierten. Denn ausgerichtet ist Soziale Grupepnarbeit für eine Klientel zwischen 14-18 Jahren.

Durch die Jugendhilfe im Strafverfahren wurde an den Verein zur Förderung der Jugendgerichtshilfe der Antrag gestellt diese „Spätstartergruppe“ durch entsprechende Gelder zu finanzieren. In dieser Gruppe der Späten Starter findet sich ein hoher Anteil an jungen Erwachsenen mit Migrationsvorgeschichte. Religion, Kultur und Milieu haben eine großen Einfluss auf deren Lebensgestaltung, aber eben auch auf ihre verlangsamte Persönlichkeitsentwicklung und die Fähigkeit altersgerechte Sozialisationsschritte zu erreichen, wie festes Einkommen, Ablösen vom Elternhaus etc.

Diese „Späten Starter“ sprengen mittlerweile mit ihrem Bedarf das Alltagsgeschäft innerhalb des Regelangebotes der Sozialen Gruppenarbeit und erforderten ein unmittelbares Einschreiten. Durch das finanzille Engagement des Vereins konnte nun zeitnah eine Alternative für diese Gruppe der Älteren gefunden werden.

Ansatzpunkte:

  • Herauslösung aus der bisherigen Gruppe
  • Eigenständiges Angebot auf dem Niveau einer sinnvollen Freizeitgestaltung
  • Möglichkeiten der sportlichen Bewegung
  • Interaktionmöglichkeiten mit entsprechenden Fachkräften
  • Stadtteilnahes da dadurch akzeptiertes Angebot

Ziel:

  • Vorhaltung einer sinnvollen Freizeitgestaltung
  • Raum für leicht abrufbare und annehmbare sportliche Aktivitäten bieten (da Vereinsstrukturen bei diesem Klientel eher hinderlich sind)
  • Nach kurzer Begleitung die Verselbständigung der Gruppe einleiten 

Ausblick:

Durch das Angebot einer entsprechenden Gruppe für die Heranwachsenden, ist nun wieder eine gezielte fachliche Arbeit möglich. Zudem wurde eine Fachkraft gefunden, die vor Jahren selbst eine solche Maßnahme durchlaufen hat, eine von allen Teilnehmern akzeptierte Person.
Alexander Milic

Abendsport Angelmodde 2014 1

Münster, 20. November 2012

Sozialpädagogische Wochenenden statt Freizeitarrest
Verein zur Förderung der Jugendgerichtshilfe unterstützt Zusatzprojekte mit straffälligen Jugendlichen

Das Sozialpädagogische Wochenende (SPW) ist eine ambulante Maßnahme aus dem Jugendgerichtsgesetz und kann als Alternative zu einem oder mehreren Freizeitarresten (48 Stunden in einer Einzelzelle) eingesetzt werden. Ein SPW findet von Freitag- bis Sonntagnachmittag in einem Selbstversorgerhaus außerhalb Münsters statt. Am Sozialpädagogischen Wochenende nehmen Jugendliche und Heranwachsende beiderlei Geschlechts im Alter zwischen 14 und 21 Jahren teil, die mehrmals im strafrechtlichen Bereich auffällig geworden sind. Die Themen eines Wochenendes können, entsprechend der Zusammensetzung der Gruppe und den damit verbundenen individuellen Bedürfnissen, variieren. Übergeordnetes Ziel des Sozialpädagogischen Wochenendes ist die zukünftige Straffreiheit der Teilnehmenden.  Darüber hinaus sind folgende Ziele zu benennen:

–              Förderung des Sozialverhaltens
–              Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
–              Förderung der kommunikativen Fähigkeiten
–              Information über die Konsequenzen straffälligen Verhaltens
–              Förderung der Kooperations- und Verantwortungsbereitschaft
–              Analyse und Reflexion der bisherigen Entwicklung sowie der aktuellen
Lebenssituation
–              Formulierung von persönlichen Zielen (aktive Zukunftsgestaltung)
–              Entwicklung von Zukunftsperspektiven

Um am Sozialpädagogischen Wochenende erfolgreich teilzunehmen, müssen die Jugendlichen und Heranwachsenden nicht nur anwesend sein, sondern auch aktiv mitarbeiten.

2011 wurde das Sozialpädagogische Wochenende von den Jugendrichtern in Münster so häufig als Maßnahme verhängt, dass es für Jugendliche mit dieser Auflage zu langen Wartezeiten kam.

Vier Sozialpädagogische Wochenenden pro Jahr mit maximal 12 TeilnehmerInnen reichten schon seit Anfang 2010 nicht mehr aus, um allen Jugendlichen zeitnah die Teilnahme zu ermöglichen. Auf der Warteliste standen durchschnittlich 20-30 Jugendliche, deren Straftaten teilweise Monate bis Jahre zurücklagen.
Von pädagogischer Maßnahme als unmittelbare Konsequenz auf die Tat und als Möglichkeit, sich mit der Straftat, deren Umständen und deren Folgen auseinanderzusetzen, konnte da kaum noch die Rede sein.

Um diesem Zustand entgegenzuwirken, um „Dampf aus dem Kessel zu nehmen“ und die langen Wartelisten zu minimieren, unterstützte der Verein zur Förderung der Jugendgerichtshilfe den Verein sozial-integrativer Projekte mit 2000 Euro bei der Umsetzung zweier zusätzlicher Sozialpädagogischer Wochenenden. Damit konnte die Warteliste abgearbeitet werden und für weitere Jugendliche mit dieser Auflage wurden die Wartezeiten deutlich reduziert.

Marion Henkensiefken