Berlin versagt bei Intensivtätern

Berlin, 05.12.2012
Der Tagesspiel berichtet: „Studie besagt, dass Berlin bei Intensivtätern versagt.“

“So habe die Justiz in den seltensten Fällen dabei geholfen, den Tätern nach der Haft einen schrittweisen Übergang in die Freiheit zu ermöglichen. Wichtige Ansprechpartner wie Familie, geeignete Freunde oder soziale Gruppen wie Kulturvereine seien kaum einbezogen worden, um positiv auf den Entlassenen einzuwirken.” Die im § 38 Jugendgerichtsgesetz beschriebene Aufgabe der Jugendhilfe im Strafverfahren, den Jugendlichen in der Strafhaft zu begleiten und zur Wiedereingliederung beizutragen findet
in der Praxis kaum statt. Ein Beteiligung der Jugendhilfe im Strafverfahren bei der Vollzugsplanung, während der Fortschreibung und in der Phase der Vorbereitung auf die Entlassung findet in der Regel nicht statt. Gerade bei Intensivtätern hat das Heimatjugendamt vor der Inhaftierung in der Regel ambulante oder / und stationäre Hilfen
nach dem SGB VIII; Kinder- und Jugendhilfegesetz angeboten. In der Regel liegen umfangreiche diagnostische Ergebnisse über den Entwicklungsstand, die familiären Belastungen, den schulischen oder beruflichen Werdegang, über die Persönlichkeitsentwicklung, mögliche Erfahrungen mit Drogen oder Alkohol, sowie die Gewaltbereitschaft. Aber auch die Ressourcen der Intensivtäter, häufig auch psychiatrische Erkenntnisse aus Gutachten sind dem Heimatjugendamt bekannt.
Diese Erkenntnisse sollten in die Vollzugsplanung berücksichtigt  werden. Ziel des Vollzugs
sollte die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung, der Förderung der schulischen bzw. der beruflichen Ausbildung sein. Hier gilt es die Schnittstellen zwischen Jugendhilfe und Justiz, d.h. dem Vollzug zu optimieren, damit vorliegende Erkenntnisse zu einer erfolgreichen Vollzugsplanung und Umsetzung führen.

Am Dienstag, 11. Dezember findet hierzu eine Fachtagung der DVJJ Regionalgruppe Westfalen-Lippe in Münster, Franz Hitze Haus statt: “Kommunikation zwischen Jugendhilfe und Justiz”

Einige Plätze können noch belegt werden. Näheres hierzu ist der Einladung auf der Seite “Termine” „Kommunikation zwischen Jugendhilfe und Justiz“ zu entnehmen.
Bernhard Gleitz