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- aktualisiert am 29.01.2012 -

Die Hornissenschwebfliege

Volucella zonaria (Poda, 1761)


Die Hornissenschwebfliege erinnert potentielle Beutegreifer an wehrhafte Hornissen, sie wird somit gerne gemieden.

Zahlreiche Tiere versuchen sich vor ihren Feinden dadurch zu schützen, dass sie durch Warnfärbung oder Verhalten solche Tiere nachahmen, die von Feinden gemieden werden, sei es durch ihren schlechten Geschmack oder durch ihre Wehrhaftigkeit. Ein gutes Beispiel ist hierfür die Hornissenschwebfliege, die auch unter ihren anderen deutschen Namen Große Waldschwebfliege oder Riesen-Hummelschwebfliege bekannt ist.

Hornissenschwebfliege;  Foto: Julia Bayer
 Fotos: Julia Bayer
Hornissenschwebfliege;  Foto: Julia Bayer

Volucella zonaria aus der Familie Syrphidae (Schwebfliegen), Gattung Volucella (Hummelschwebfliegen), weist eine Körperlänge von 18-22 mm auf und  gehört zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera), Unterordnung: Fliegen (Brachycera). Arten der Gattung Volucella, insbesondere V. zonaria und V. inanis sind recht große, wespen- bzw. hornissenähnliche Schwebfliegen, die durchaus mit Hornissen oder Wespen bzw. mit einem Hornissenschwärmer verwechselt werden können.

Die Hornissenschwebfliege hat ihr Verbreitungsgebiet in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika und Asien (inkl. Japan). Die Tiere fliegen von Mai bis September, die erwachsenen (adulten) Schwebfliegen sind während dieser Zeit meistens auf Doldenblütlern bei der Nektaraufnahme zu finden.

In Deutschland steht Volucella zonaria aktuell auf der Vorwarnliste. In der Roten Liste gefährdeter Schwebfliegen (Syrphidae) Bayerns von 1992 wurde sie noch als "stark gefährdet" geführt, die aktuelle Rote Liste von 2003 berücksichtigt sie allerdings nicht mehr, da sie inzwischen als Zuwanderungsgast aus dem Süden angesehen wird und damit als nicht bodenständig gilt. Auch in Baden-Württemberg gilt sie mittlerweile nicht mehr als gefährdet.

Dennoch ist diese schöne Schwebfliege hierzulande leider nicht besonders häufig. Verschiedenen Berichten zufolge soll sie in guten Wespenjahren vermehrt auftreten. Ob dies tatsächlich zutrifft, ist unklar.

Wie auf nachstehenden Fotos deutlich wird, hat diese recht große Schwebfliege einen rotgelben Hinterleib mit zwei schwarzen Binden. Das Mesoscutum (Halsschild) ist hornissenähnlich rotbraun und glänzt stark.

Miniaturen zur Großansicht bitte anklicken
Hornissenschwebfliege;  Foto: Maik Swoboda Hornissenschwebfliege;  Foto: Maik Swoboda Hornissenschwebfliege;  Foto: Maik Swoboda
 Fotos: Maik Swoboda

Zur Eiablage dringt das Weibchen der Hornissenschwebfliege in ein Wespen- oder Hornissennest ein. Es legt seine Eier dort an der Nestwand ab. Wie es diese Tiere schaffen, nicht von den Wespen angegriffen und getötet zu werden, ist unklar. Möglicherweise verfügen sie über eine Art "Beschwichtigungs"-Pheromon.

Die Larven von Volucella spp. ernähren sich sowohl saprophag als auch entomophag, d.h. von toten und sterbenden Insekten im Abfallhaufen (Detritus) unter dem eigentlichen Wespen- oder Hornissennest. Durch die dabei geleistete Kadaverbeseitigung erfüllen sie eine gewisse hygienische Funktion. Wenn im Spätherbst die Wespennester absterben, werden aber gelegentlich auch noch lebendige Wespenlarven in ihren Zellen aufgefressen. Eine Ausnahme davon ist Volucella inanis (Linnaeus, 1758). Die Larven dieser Art leben stets parasitisch an lebenden Wespenlarven.

Aber auch in Hummelnestern können Larven von Volucella spp. gefunden werden. Die Larven werden etwa 20 mm lang. Deren gelbweiße Färbung wird durch Erdteilchen, die an der Larve festkleben, überdeckt. Die Larve verpuppt sich im Erdreich.

Die Puppe überwintert und im zeitigen Frühjahr schlüpft die neue Generation dieser schönen Schwebfliegenart.

Nach der Art, wie Fliegen aus ihren Puppen schlüpfen, gliedert man sie übrigens in die Untergruppen der Spaltschlüpfer (Orthorrhapha) und Deckelschlüpfer (Cyclorrhapa). Die Spaltschlüpfer schlüpfen durch einen Längsspalt aus ihren Puppen. Die Deckelschlüpfer hingegen, zu denen die Schwebfliegen gehören, sprengen den Deckel ihrer Tönnchenpuppe mittels ihrer Stirnblase ab.


Dr. Melanie von Orlow schreibt uns zur Hornissenschwebfliege folgendes:

"Die Größe entsprach in etwa der einer Hornissenarbeiterin; ihr breiter Körperbau ließ sie aber mächtiger erscheinen als sie ist. Aus drei Metern Entfernung konnte sie mich doch für einen Moment lang täuschen - die Größe und die Farben sind einfach perfekt. Wie aber die Nahaufnahmen zeigen - alles Fälschung. Aber eine wirklich gute Kopie - selbst Unterleibmusterung und die Farbe der Beine stimmen. Der Kopf gaukelt die gelbe Hornissenmaske vor und die gelb-braun geäderten Flügel sind bis auf ihre Ruhehaltung absolut täuschend."


 Fotos: Melanie von Orlow


Mimikry

Kopiert ein Tier durch Farbe, Körpergestalt und Verhalten ein anderes Tier, so spricht man von Mimikry. Die Entdeckung der Mimikry, also das abschreckende "Verkleiden" insbesondere unter Insekten, erfolgte 1862 und gehört zu den bahnbrechenden Leistungen des britischen Naturforschers Henry Walter Bates. Daher wird dieses Verhalten auch "Bates'sche Mimikry" genannt.

Allseits bekannte Beispiele für Warnfarben sind die Rot-Gelb-Färbungen der schlecht schmeckenden Marienkäfer oder aber auch die Schwarz-Gelb-Bänderung der wehrhaften Wespen (Vespidae). Hauptsächlich der letztgenannte Farbcode hat sich als sehr wirksames Warnkleid im Insektenreich durchgesetzt. Schwebfliegen, der Bockkäfer (Plagionotus) und Hornissen-Glasflügler ("Hornissenschwärmer") machen sich diesen Umstand zunutze; sie sehen wie stachelbewehrte Wespen aus, obwohl sie gar keine sind! So schützen sich also durch eine so genannte Scheinwarntracht eine ganze Menge keineswegs eng verwandter Arten vor ihren Fressfeinden.



Weitere Schwebfliegen, die eine wespenartige Warnfärbung aufweisen

 Fotos: Hajo Hornberg; zur Großansicht bitte auf eine der Miniaturen klicken
  • Bild 1: Helophilus pendulus (Linnaeus, 1758) - "Sumpfschwebfliege"

  • Bild 2: Eristalis intricarius (Linnaeus, 1758) - Hummel-Keilschwebfliege
    Die Imitation einer Hummel ist fast perfekt, sogar die Flügel legt die Fliege hier wie für Hummeln typisch hinter dem Rücken zusammen.

  • Bild 3 + 4: Möglicherweise Scaeva sp.


Eine besonders schöne Schwebfliege: Die Mondfliege Volucella pellucens (Linnaeus, 1758)


Foto: Thomas Rickinger

 


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