Keine Angst vor Partizipation!

Logo_of_Architekturmuseum_der_Technischen_Universität_München„Waren vielleicht die 7 Zwerge bereits eine funktionierende Wohngemeinschaft, mit und ohne Schneewittchen?“

…fragt sich Prof. Christiane Thalgott in ihrer Eröffnungsrede zur Ausstellung „Keine Angst vor Partizipation“, die sich mit Gemeinschaftlichen Wohnprojekten und deren Mehrwerten beschäftigt. Zu sehen in der Pinakothek der Moderne – Fakultät für Architektur der TU München:

„Die Fortentwicklung des Wohnungsbaus in den europäischen Großstädten steht angesichts der nicht nachlassenden Urbanisierung […] und einer ebenso steigenden Differenzierung von Wohnbedürfnissen gegenwärtig vor dramatischen Herausforderungen […] Als Reaktion auf den von wirtschaftlichen Faktoren bestimmten Wohnungsmarkt entstehen gegenwärtig neue Bauinitiativen. Nach individuellen Anforderungen und selbstbestimmten Organisationsformen ausgerichtet, folgen diese Wohnprojekte […] einem gemeinsamen Ansatz: Partizipation!“ (Quelle: architekturmuseum.de)

„Es sind die Bewohner, nicht die Architekten.“(Weissmüller)

Die Journalistin Laura Weissmüller schreibt in Ihrem Artikel  über die Ausstellung und das Thema Gemeinschaftliche Wohnformen in der Süddeutschen Zeitung : „Weil in den Städten immer unbarmherziger die Mieten steigen. Weil viele die immer gleichen Wohntypen mit dem ewig selben Grundriss von der Stange leid sind. Aber auch, weil einige damit die Hoffnung verbinden, dass das Wohnen in der Gemeinschaft eine Lücke schließt, die die Moderne hat entstehen lassen: ‚Je mehr sich das System Familie auflöst, desto wichtiger werden solche neuen Wohnprojekte,‘ sagt Hilde Strobl [Kuratorin der Ausstellung].“

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Verpachten statt verkaufen!

Bildquelle: Digitale Sammlungen der ULB Münster | Info (PDF)

Stark steigende Miet- und Grundstückskosten gelten als unausweichliches Phänomen wachsender Städte. Einkommensschwache BürgerInnen werden aus den Zentren verdrängt. Eine sozial ausgewogene Stadtentwicklung in solchen „Boom-Towns“, zu denen sich auch Münster zählt, erscheint kaum realisierbar.

Bereits seit langem praktizierte Erbbaurechtsmodelle in anderen florierenden Städten wie Amsterdam zeigen jedoch, dass es durchaus anders geht.

Kann Münster hiervon lernen?

Diese Frage stellt BuWo einer Expertin in Sachen Erbbaurecht aus der niederländischen Metropole, Daniela Wullers, sowie Vertretern politischer Parteien aus Münster bei einer Podiumsdiskussion.

Die Veranstaltung startet mit einer kurzen Einführung zum Thema am Freitag, den 8. Mai, um 18 Uhr im Forum LaVie Treffpunkt Gievenbeck, Dieckmannstr. 127, 48161 Münster.
Der Eintritt ist frei.

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Zukunftsfähiges Leben und Wohnen in Münster

2015-BuWo-Zukunftsfaehiges-MS-webSo stellen wir uns Münster morgen vor:

Wir zeigen Wohnprojekte mit beispielhafter Umsetzung zu unterschiedlichen Aspekten der Nachhaltigkeit.

Vorträge und Diskussionen sollen in Münster zum Nachden­ken anregen, wie wir unsere Stadt solidarisch, sozial, ökolo­gisch und lebenswert gestalten wollen.

Den Rahmen unserer Veranstaltungsreihe bildet die CoHousing Cultures Ausstellung vom Institut für kreative Nachhaltigkeit zu herausragenden Projekten in Europa.

Zu sehen vom 12. bis 30. April im Forum der VHS, Aegidiimarkt,

  • mittwochs bis freitags 15:00 – 18:00 Uhr
  • samstags 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr.

Vom 8. Mai bis 15. Mai im LaVie – Treffpunkt Gievenbeck ,

  • montags bis freitags 15:00 – 18:00 Uhr.

WDR-Beitrag und Interview zum Ausstellungsbeginn


Quelle: UWZ-Archiv
Mehr Infos zum Projekt am Breul/Tibus (inkl. Videos und Dokumente)
gibt es hier …

 

Weiter zum Programm …

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Solidarische Finanzierung gefährdet!

Aus für Wohnprojekte? Anlegerschutz gefährdet Engagement!

Am 23.04.2015 ist das neue Kleinanlegerschutzgesetz vom Bundestag verabschiedet worden. Aktuelle Informationen gibt es hier …

Mit den geplanten Gesetzänderungen zum Kleinanlegerschutz bedroht die Bundesregierung die Existenzgrundlage von vielen solidarisch wirtschaftenden Initiativen wie selbstverwalteten Wohnprojekten, Bürgerenergieprojekten, freien Schulen und Quartiersläden. Um zu verhindern, dass viele selbstorganisierte Bürgerprojekte mit sozialer Zielsetzung, die teilweise seit Jahrzehnten solide wirtschaften, zum sinnlosen Kollateralschaden einer nicht ausgereiften Gesetzinitiative werden, bitten wir Sie, diese Petition zu unterschreiben.

Mehr Informationen zur Petition und  zu den Hintergründen finden Sie hier:

zur Petition  / MietshäuserSyndikat WIR SIND NICHT PROKON !

Stadtentwicklung?!

WessenStadtDer ASTA der Uni veranstaltet eine Reihe zum Thema Stadtentwicklung in Münster:

27.11.2014 | 18:00 | S1 Schloss | Was ist Gentrifizierung?
04.12.2014 | 18:00 | Hafenplatz | Stadtspaziergang “Haie am Hafen”
11.12.2014 | 18:00 | S8 Schloss | Münster als Marke
15.01.2015 | 18:00 | S1 Schloss | Unternehmerische Stadtentwicklung
22.01.2015 | 18:00 | Schloss | Alternative Wohnformen [BuWo]
Dachterrasse Kalkbreite

Zu Besuch in der Kalkbreite, Zürich

Am 22. und 23. August wurde in Zürich das Wohnprojekt Kalkbreite feierlich eröffnet. Manuela und Thorsten vom Ökologischen Wohnprojekt Oxford haben mitgefeiert und natürlich auch ganz viele Fragen gestellt.

Das folgende fiktive „Interview“ ist entstanden als Gedächtnisprotokoll aus vielen Gesprächen mit Res Keller (Geschäftsführer), Thomas Sacchi (Projektleiter), Fred Frohofer (Vorstand Verein Großhaushalt) und verschiedenen BewohnerInnen der Kalkbreite.

Wie habt Ihr begonnen?

Die Kalkbreite wurde konzipiert von engagierten QuartierbewohnerInnen, die auf einem problematischen Gelände am Rande der Innenstadt ein zukunftsweisendes Projekt entwickeln wollten. Hierbei spielten soziale und ökologische Aspekte, insbesondere im Hinblick auf die 2.000 Watt-Gesellschaft, eine wesentliche Rolle.

Foyer Kalkbreite
Eingangsbereich mit „Desk“

Welche Anforderungen stellt ihr an die Bewohner im Hinblick auf die 2.000 Watt-Gesellschaft?

Alle Bewohner haben sich verpflichtet auf Autos zu verzichten, das schließt auch die private Nutzung von Firmenwagen ein. Mitarbeiter von den Gewerbetreibenden in der Kalkbreite dürfen übrigens auch nicht mit dem Auto zur Arbeit kommen. Die Auto-Regelung geht aber auch auf eine Abmachung mit der Stadt Zürich zurück: wir mussten dadurch keine Parkplätze bereitstellen.

Ansonsten gibt es an die Bewohner keine Anforderungen im Hinblick auf die 2.000 Watt. 16 Haushalte beteiligen sich aber an einem Projekt „Leicht leben“, in dem sie sich das Ziel gesetzt haben, nicht nur in einer „2.000-Watt-Wohnung“ zu wohnen, sondern auch ihr Leben entsprechend auszurichten. Die Gruppe stellt sich übrigens in unserer „Anleitung Kalkbreite“, die wir mit fast 50 Leuten in 9 Arbeitsgruppen 2011/12 entwickelt haben, selber vor: anleitung.kalkbreite.net

Ihr habt ja den Anspruch, dass eine Wohnung mit einer Mindestpersonenzahl (Anzahl Zimmer minus 1) belegt wird. Habt ihr eine Möglichkeit vorgesehen die Zimmergrundrisse beispielsweise durch flexible Wände an wechselnde Bedürfnisse anzupassen?

Wir sehen vor, dass unsere Bewohner bei Bedarf innerhalb der Kalkbreite umziehen. Außerdem bieten wir mit den Wohnjokern die Möglichkeit bei Bedarf einen zusätzlichen Raum hinzu zu mieten. Eine Veränderung der Wohnungsgrundrisse ist nicht vorgesehen, aber auch nicht unmöglich. Die Kalkbreite ist als sogenannte Stützen-Platten-Konstruktion gebaut, bei der nur die Treppenhäuser, Stützen und Platten (Böden) aus Beton sind und tragende Funktion haben. Alle anderen Wände sind Leichtbau-Wände, die wir aber nur verschieben würden, wenn wir feststellen, dass unsere Aufteilung sich als prinzipiell unpraktisch herausstellen würde.

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Wir sind nicht PROKON!

Am 23.04.2015 ist das neue Kleinanlegerschutzgesetz vom Bundestag verabschiedet worden. Aktuelle Informationen gibt es hier …

Nicht nur Gemeinschaftliche Wohnprojekte, sondern die verschiedensten Projekte und Initativen, die sich kulturell, sozial oder ökologisch engagieren und durch eine solidarische Finanzierung initiiert oder am Laufen gehalten werden, stehen bald vor einem unlösbaren Problem. Die Prokon-Pleite im Januar hat die Politik aufgeschreckt. Prokon – ein großer Windparkbetreiber – hatte damals offensiv in Tageszeitungen und auf Plakaten um Kredite mit einer Traumrendite von 8% bei den Bürgern geworben.

Die Bundesregierung will noch diesen Herbst das Vermögensanlagegesetz (VermAnlG) verändern. Die bürokratischen Hürden für das Einwerben von Direktkrediten wären für Gruppen wie die unsrigen praktisch unüberwindbar. Direktfinanzierten Wohnprojekten droht das Aus – auch in Münster!

Wir fordern Ausnahmen für …

  • Darlehensgeber*innen, die vornehmlich aus nicht-wirtschaftlichen Gründen Geld anlegen,
  • Anlageformen mit geringen Renditeversprechen,
  • sog. Kleinstkapitalgesellschaften (nach §267a HGB).

Damit eine solidarische
Finanzierung
weiterhin möglich ist!

Um Kleinanleger besser vor solch dubiosen Geschäftspraktiken zu schützen, soll nun der so genannte „graue Kapitalmarkt“ – also Geldgeschäfte, die nicht über Banken abgewickelt werden – strenger reguliert werden.

Was bedeutet das für Gemeinschaftliche Wohnprojekte?

Es gibt unzählige Wohnprojekte, die sich als Genossenschaft, GmbH oder sonst einer Rechtsform solidarisch finanzieren. Bekannte, Verwandte, Gruppenmitglieder selbst oder Mitbürger*innen, die gemeinschaftliche Wohnformen unterstützen wollen, geben diesen Projekten private Darlehen, sog. Direktkredite. Für die allermeisten Geldgeber*innen ist diese Anlage Ausdruck einer praktischen Solidarität für Menschen und Projekte, die sie gut kennen und einschätzen können. Die Renditen fallen in der Regel nicht sonderlich hoch aus. Das ist den Kreditgeber*innen aber egal, denn es steht etwas anders im Vordergrund als Gewinnstreben: Eine Idee soll real werden! Wir sind nicht PROKON! weiterlesen

Die Stadt gehört allen!

Am Samstag2014-08-23-Recht-auf-Stadt-Plakat, den 23.08.2014, fndet ab 14 Uhr an den Aaseekugeln in Münster eine Kundgebung der lokalen „Recht-auf Stadt“-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem ASta der Uni Münster statt.

BuWo wird sich dort neben anderen studientischen lokalpolitischen Gruppen mit einem kurzen Wortbeitrag vorstellen.

Im September 2013 haben wir schon einmal mit der Gruppe zusammengearbeitet. Unsere erste Aktion auf dem Domplatz  fand im Rahmen einer Aktionswoche von „Recht auf Stadt“ statt.

Die Gruppe setzt sich allgemein kritisch mit der Stadtpolitik auseinander und setzt sich für den Erhalt und die Rückgewinnung öffentlichen Raums ein.

Weitere Infos gibt es unter:

https://www.facebook.com/events/1494953390750095/