Münster liegt am Jakobspilgerweg, der - von den großen Hansestädten an Nord- und Ostsee kommend - ab Osnabrück durch Westfalen führt. Pilger, auch aus dem Osten und von Skandinavien, zogen auf der Lübeck-Kölner-Straße, der sog. "Kölnischen Straße", nach Süden. Dieser Fernhandelsweg (heute A1) wurde gemeinsam genutzt von reitenden Boten, Heerzügen, fahrendem Volk und Fußgängern, darunter auch der Masse der Pilger.

Pilgerziel war eines der drei großen Wallfahrtsorte der christlichen Welt seit dem 11. Jahrhundert: Santiago de Compostela im Nordwesten der Iberischen Halbinsel, wo der Überlieferung nach die sterblichen Überreste des Apostels Jakobus d. Ä. entdeckt worden waren. Dort hoffte man auf die Vergebung der Sünden, Heilung von Krankheiten und Erhörung der Anliegen.

 

In den beiden Städten Münster und Osnabrück wurde 1648 das Ende des Dreißigjährigen Krieges mit dem "Westfälischen Frieden" besiegelt - erstmals in Europa auf dem Verhandlungsweg als erster ge- samteuropäischer Friedensvertrag. Postreiter verkündeten damals die Nachricht vom Kriegsende in
ganz Europa.

350 Jahre später (1998) entstand eine Fahrradroute zwischen den historischen Rathäusern von Münster und Osnabrück, in deren Friedenssälen derzeit die Friedensgesandten wohnten.

Der Westfälische Jakobsweg nach Münster ist teilweise identisch mit dem Friedensreiterweg; Wegzeichen machen auf diese doppelte Be- deutung aufmerksam. (Bild rechts)

 

 

 

Auch wenn in Münster im 12. Jh. der hl. Jakobus der Ältere kein Unbekannter war, so sind historisch nachweisbare Jakobusspuren nur sehr spärlich vorhanden.
Immerhin ist im Pilgerführer der Altertumskommission Westfalen zu lesen:

"Einer der wenigen überlieferten Pilger aus Westfalen war ein Bettler, der im 12. Jahrhundert in Münster unschuldig des Diebstahls bezichtigt wurde. Nach Anrufung des  heiligen Ludgerus (1. Bischof von Münster 805 - 809) entging er der Strafe, ins Wasser geworfen zu werden - was sicherlich den Tod bedeutet hätte. Zum Dank für seine Errettung pilgerte er nach Santiago de Compostela."
(aus: Wege der Jakobspilger in Westfalen, Bd. 6 Bachem-Verlag, LWL)

 

 

  • Magdalenenhospital - mit Hospitalkapelle zu Ehren des hl. Georg an der damaligen Friesenstraße vor den Toren des Marktes. Ältestes Hospital der Stadt Münster / Gründung im 11. Jh. Arme Reisende und Pilger fanden schon vor 1150 Unterkunft und Verpflegung.

 

 

  • Jakobikirche - Bis zum Beginn des 19. Jh. stand auf dem Domplatz eine kleine Kirche, die Jakobikirche. Sie diente den Dienern der hohen Geistlichkeit (seit dem 12. Jh.) und den bischöflichen Beamten (ab dem 17. Jh.) als Pfarrkirche und wurde im Zuge der Säkularisation verkauft (1811) und schließlich abgerissen (1814). (X)

 

 

 

 

 

  • St. Lambertikirche (Link zur Website) - die Stadt- und Marktkirche St. Lamberti war schon in frühester Zeit Treffpunkt, von wo aus Pilger nach Santiago aufgebrochen sind.


  • St. Paulus-Dom (Link zur Website)


Hauptaltar im Chor: Reliquienfiguren aus dem 14. Jh.
Jakobus d. Ä. mit Muschel und Pilgerstab (Vorderseite, 2. v. li.)
Silber, gegossen, getrieben, teilvergoldet;
Gesamthöhe 43,7 cm, Sockelhöhe 5,5 cm,
Sockeldurchmesser 12,7 cm
(s. Bild li.)

 

 

Sandsteinepitaph des Otto v. Dorgelo (17. Jh.)
größtes Epitaph des Domes (ca. 750 x 320 cm)
Position im Dom: gegenüber der Figur des hl. Christophorus (s. Bild re.)
Neben den beiden äußeren Säulen (oben li.) die Figur des hl. Jakobus d. Ä. mit Hut, Pilgerstab und Muschel

 

 

 

 

 

 

  • Domkammer im Paulus-Dom (Link zur Website) - geöffnet D. - So. 11.00 - 16.00 Uhr

 

 

 

 

  • St. Mauritzkirche (Link zur Website)


    Jakobusdarstellung ohne Muschel, mit Pilgerstab und Buch (Johann Fleige, 1870)



















    Erphokreuz
    (21,5 x 17,5 cm) - Bild rechts
    Kirchenschatz (im Tresor der Sakristei)
    ottonische Goldschmiedearbeit um 1090.
    Bischof Erpho (Münster) brachte von einer Wallfahrt nach Jerusalem (1091/92) Reliquien mit - u. a. des Apostels Jakobus - die er im Kreuz (Sockel) aufbewahrt wissen wollte. (X)



 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ratskammer (sog. Friedenssaal) ist der älteste Teil des münsterschen Rathauses und wurde im Umriss in der 2. Hälfte des 12. Jh. erbaut;
die Ausstattung stammt aus dem 16. Jh.. Die Wände sind holzvertäfelt.
Das Holz wurde während des Krieges ausgelagert und ist unversehrt erhalten.

 

(X) Jakobus Major
Holzschnitzerei in der Rücklehne des Gestühls im Friedenssaal

 

 

 

 

 

  • St. Petrikirche (Link zur Website)
    Ehemalige Jesuitenkirche (ca. 1590) und Keimzelle der Universität Münster.
    Starke Beschädigung im 2. Weltkrieg - danach originalgetreuer Wiederaufbau.

    rechts im Bild:
    lebensgroße Steinfigur mit der Darstellung von Jakobus major.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Altar mit Inschrift
Künstlerin:
Hilde Schürk-Frisch
(1915 - 2008)

 

 

 

 



Jakobusdarstellung im Ambo / Rednerpult
(Hilde Schürk-Frisch)

 

 

 

 

 

 

Darstellungen an der Aussenfassade der Kirche (Josef Krautwald, 1914 - 2003)

 

 

 

 

 

Die Apostelkirche ist die protestantische Hauptkirche in Münster.

links im Bild: Jakobus major (zwischen Petrus und Johannes)
Darstellung im linken Teil eines modernen Flügelaltares. (X)

 

 

 

 

 

  • Dyckburgkirche - St. Mariä Himmelfahrt

Höhe der Jakobusfigur: 155 cm

 

 

links: Jan Boeckhorst (1604 - 1668)
Martyrium des hl. Jakobus d. Ä. (1658)
Öl/Leinwand, 83,0 x 60 cm, Inv.Nr. 1696 LM

rechts: Hl. Jakobus d. Ä., Mechelen, um 1500
Eichenholz, Höhe 33 cm, Inv.Nr. E-602 LM


Bildquelle:
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster

 

 

 

 

 

 

Die Fotos hat für uns der Fotograf Ralf Emmerich (Münster) erstellt.
Wir Jakobsfreunde Münster danken ihm ganz herzlich für seine Arbeit!
Weitere Informationen zu Ralf Emmerich sind auf seiner Website zu sehen (Link).

(X) - Diese Bilder sind aus eigenem Bestand.

 

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