Auf ihrer Sitzung am 9. Dezember 2025 hat die Bezirksvertretung Münster Süd-Ost beschlossen, den Woermannweg und den Lüderitzweg in Gremmendorf umzubenennen. Der Ausgang der Abstimmung war zuvor noch völlig offen, umso überraschender dann das deutliche Ergebnis: Die Beschlussvorlage zur Umbenennung beider Straßen erhielt die Zustimmung einer klaren Mehrheit der Bezirksvertreterinnen und -vertreter. Entscheidend hierbei war das Votum der CDU-Fraktion, deren Mitglieder nicht einheitlich abstimmten. Der Fraktionsvorsitzende der Union, Dr. Michael Klenner, verwies in seinem Statement auf den intensiven Diskussionsprozess innerhalb der Fraktion, bei dem keine einheitliche Linie gefunden werden konnte.
Mit diesem Beschluss hat die Initiative zur Umbenennung des Lüderitzwegs und des Woermannwegs ihr Ziel erreicht. Vorangegangen war eine fast zehnjährige Beschäftigung mit dem Thema: Es begann mit Erkundigungen im Vermessungs- und Katasteramt und der Bitte um etwas kritischere Einordnungen der Namensgeber auf der Internetseite der Stadt Münster, ging dann weiter mit dem Hinweis an die Fraktionen der Bezirksvertretung und schließlich der Gründung einer Initiative. Mit einer Website, Flyern und persönlichen Gespächen versuchten wir zunächst, die Nachbarschaft mit Informationen über Lüderitz und Woermann sowie die historischen Hintergründe der Benennung zu sensibilisieren, um uns anschließend wieder an Politik und Verwaltung zu wenden. Schließlich stellten wir, im Februar 2023, einen Bürgerantrag auf Umbenennung beider Staßen.
Vor der Abstimmung auf der Sitzung der Bezirksvertretung sagte Bezirksbürgermeister Peter Bensmann, dass es – egal wie die Sache ausgehen werde – Gewinner und Verlierer geben wird. Gut möglich, dass sich vor allem einige Anwohnerinnen und Anwohner beider Straßen im Moment tatsächlich als Verlierer sehen und diese Entscheidung ablehnen. Zu hoffen ist, dass das klare Votum und vor allem auch die Zustimmung zur Umbenennung aus Teilen der CDU und der FDP bei einigen zu einer gewissen Akzeptanz des Ergebnisses beitragen können. Einwände wurden gehört, ernst genommen und sorgfältig abgewogen. Doch selbst Vertreterinnen und Vertreter, die ansonsten vermutlich eher kritisch auf die Umbenennung von Straßen blicken, mussten in diesem Fall am Ende anerkennen, dass das historische Urteil – nachzulesen in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung – eindeutig ist.
Die Anwohnerinnen und Anwohner, die gern ihren Straßennamen behalten hätten, haben nun die Möglichkeit, sich konstruktiv an der Auswahl neuer Namen zu beteiligen. Auf der Sitzung vom 9. Dezember wurde angekündigt, dass es im neuen Jahr ein entsprechendes Verfahren geben wird, bei dem Vorschläge eingereicht werden können.