Münster zu Gast in Orléans

Ausstellung: La danse des couleurs

 

In diesem Bericht in eigener Sache möchte ich schildern, wie meine Bilder den Weg nach Orléans fanden und damit einen weiteren Künstleraustausch in Begleitung der DFG Münster initiierten.

Während ich mal privat bei Danièle Perrault (Vositzende der AFA in Orléans) weilte, hat sie mir erzählt, dass die Association Franco-Allemande einmal im Jahr das Foyer der Maison des Associations in Orléans (eine Art VHS inklusive Versammlungsort für alle Vereine der Stadt) für eine einwöchige Ausstellung nutzen, und damit etwas mehr ins Rampenlicht der Öffentlichkeit treten kann. Und sie fragte, ob ich bereit wäre, diesen Rahmen für eine Ausstellung meiner Bilder zu nutzen. Voraussetzung war, dass ich dann persönlich anwesend bin und alle Kosten für die Reise und Transport übernehme. Ich schaute mir die Räumlichkeiten an und sagte zu. Danach begann eine fast zweijährige Vorbereitungsphase, in der sowohl der Termin, als auch der Ausstellungsort, und der Charakter oft wechselten.

 

Mitte März 2003 war es dann so weit. In zwei Tagen Fleißarbeit packte ich 70 Bilder und Zeichnungen ein und verstaute sie in meinem Ford Fiesta (Es war auch ein Kunststück.). Bei Danièle angekommen, gab es nur noch Zeit für die Übersetzung aller Bildertitel - dies war das Meisterstück von Dany; poétesse en cachette - und für die Erstellung einer Liste für die Hand des interessierten Ausstellungsbesuchers.

Am nächsten Tag musste ich die Bilder aufhängen - zeitweise unterstützt vom sympathischen Hausmeister - und anschließend bei der Vorbereitung eines üppigen Buffet helfen, das von Danièle und ihrer Schwägerin gezaubert wurde.

 

Flaschenbild1

 

Auf die letzte Minute erschien ich um 18 Uhr in der Ausstellungshalle - herzlich empfangen von den AFA-Mitgliedern und von weiteren Bekannten, denn ich war ja nun zum vierten Mal in Orléans und bin da nicht mehr ganz fremd. So kam ich nicht mehr dazu, beim Buffetaufbau zu helfen, weil ich nur noch die Gäste begrüßte oder Fragen zu meinem Tanz in der Farbenwelt beantwortete, was mein eigentlicher Job bei einer Vernissage ja auch ist.

 

Eroffnung1

Das Foto rechts zeigt den nächsten Schritt, die offizielle Eröffnung. Die kurze Rede von Danièle legte den Schwerpunkt auf meinen Lebenslauf. Ich glich das mit einigen Sätzen zu der lebendigen Brücke zwischen Münster unbd Orléans aus, die von engagierten Mitgliedern der DFG und AFA geschaffen wurde. Und ich erwähnte dabei die künstlerische Gegenbegegnung, die für das kommende Jahr in Münster geplant werde.

 

 

Der Stadtdirektor Jean-Pierre Gabelle, (adjoint au maire d’Orléans) äußerte seinerseits lobende Worte über das Engagement, dem zu verdanken sei, dass die Städtepartnerschaft keine leere Vokabel bleibe, und ... es wurden Gläser mit Sekt und Sangria ohne Alkohol (sie machte Furore!) herumgereicht. Allgemeiner Freudepegel, von Anfang an recht hoch, stieg noch weiter und füllte den Raum mit belebtem Austausch zwischen den Anwesenden. Bis 20.00 Uhr wurde das Büfett bei Musik vieler Komplimente kahlgegessen und nur ich - vor lauter reden - schaffte nicht mehr als ein Stückchen von der hochgelobten Käsepastete mit Schinken und Oliven zu probieren (Rezept nach Münster importiert und in der Tête-à-Tête Nr, 5 veröffentlicht).

 

 

 

InfoTisch1

Auch an anderen Tagen war ich jeweils 3-4 Stunden in der Ausstellungshalle zu sprechen und dies wurde von dem dort zahlreichen Laufpublikum durchaus in Anspruch genommen. Es waren nicht nur meine Bilder, die unsere Gespräche initiierten, denn es gab auch Personen, die sich gern über ihre Beziehung zu Deutschland oder zu Münster selbst unterhalten wollten: Vor Jahren war ich einmal in ... Wie kommt man zu so einem Austausch? Könnte ich auch ..?

 

 

 

Text von Alina Köttgen - Fotos von Jean-Paul (AFA Orléans)