Das Radio-Interview mit der Vereinsgründerin führte Andreas Tepe im Mai 2003

Es war einmal ...

Die Geschichtsschreibung der DFG Münster umfasst so vieles, dabei ist der Verein erst 1997 entstanden. Über die Ur-Anfänge lassen wir mal Sibylla Kischkat erzählen, die den 'französischen Stein' ins Rollen brachte ...

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- Wie kam es zur Gründung der Deutsch-Französischen Gesellschaft?

- Ich habe selber anderthalb Jahre in Frankreich gewohnt und kam danach zurück nach Münster und hätte eben gern auch hier die Möglichkeit genutzt, abends mal beim Glas Bier oder Wein, einfach auf Französisch zu quatschen- mit netten Leuten; möglichst natürlich aus französischsprachigen Ländern. Da es dies bisher in Münster nicht gab, hab‘ ich einfach alle meine Freunde und alle Leute befragt, die ich kannte, und die in irgendeiner Weise an Frankreich interessiert waren.

Und dann hat sich schnell eine kleine Gruppe gefunden, die sich bei mir zu Hause, in meiner Küche getroffen hat, und wir haben dann besprochen, dass wir erstmal in die 'na dann' eine oder zwei Anzeigen setzen wollten. Über diese Anzeigen haben wir einen Termin bekannt gegeben, an dem wir uns in einer Kneipe - hier in Münster - treffen würden.

Zu diesem Treffen sind ... 45 Leute gekommen und das hat so ziemlich den Rahmen gesprengt. Die meisten Leute wollten sich gern wöchentlich treffen, um eben beim gemütlichen Glas Bier oder Wein zu quatschen.

- Und wie ging es dann weiter ? Was waren die wichtigsten Projekte, die die Gesellschaft voranbrachten?

- Das erste Projekt war natürlich die Etablierung des Vereins, damit wir die offizielle und öffentliche Anerkennung bekamen. Dann haben wir uns bei der Basis informiert. Ich habe die Leute befragt, welches Interesse sie hätten. Paralell dazu lief gerade die 350 Jahre-Feier des Westfälischen Friedens und da hatten wir uns überlegt, dass wir uns daran beteiligen und das Land Frankreich mit einer Ausstellung in der Stadtbücherei vertreten würden. Paralell dazu haben sich dann schnell eine Cinéma-Gruppe entwickelt, die halt französische Filme gezeigt hat, und ein Cercle littéraire - dort wurde französische Literatur gelesen - ein Buch pro Monat. Es gab auch Pas de pantoufles le dimanche (Lass deine Pantoffeln zu Hause). Das war eine Gruppe für ganz junge Teilnehmer unserer Gesellschaft, die sich sportlich, freizeitmäßig treffen wollten, um sonntags zusammen Inliner oder Fahrrad zu fahren oder auch mal Weihnachtsbäckerei machen.

- War es denn schwierig, Leute für Projekte zu gewinnen? Oder gab es regen Zuspruch?

- Wir hatten ja als Forum den Stammtisch und dort konnten wir schnell die Interessen unserer Mitglieder herausfinden. Und wir haben sie auch angesprochen. Es gab immer viele Ideen. Wir haben immer alle ermutigt, wenn einer eine Idee hat, diese unter dem Dach der Deutsch-Französischen Gesellschaft zu realisieren. Und so hat sich ganz von selbst eine Gruppe nach der anderen gebildet. Zum Beispiel auch die erste Radio-Gruppe Vis à Vis, die bis 2002 wirkte.