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Titelseite vom Reiseführer in leichter Sprache

Münster  –  ein Reiseführer in leichter Sprache

Es gibt schon viele Reiseführer über Münster, aber keinen in leichter Sprache. Für wen ist er gedacht? Für alle, die nicht gut schwierige Texte lesen und verstehen können. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten, die allein oder in einer kleinen Gruppe reisen möchten. Für Menschen, die nicht gut lesen können, aber auch für Kinder, die ihre Eltern einmal durch Münster führen wollen. Mit diesem Reiseführer kann jeder selbst den Weg finden. Das macht einfach mehr Spaß!
Sie können ihn bei uns bestellen:

Zugvogel e.V.
Achtermannstr. 12
48143 Münster
Telefon: 0251-987 96 88
Fax: 0251-987 96 89
zugvogel@muenster.de
Der Reiseführer mit CD zum Hören und Sehen kostet 10,00 Euro plus Verpackung.

Ein kurzer Probetext aus der Einleitung:

"So benutzen Sie den Reiseführer"

Wir haben für Sie 6 Touren ausgesucht, auf denen Sie die Stadt kennen lernen können. Jede Tour hat eine andere Farbe. An der Seite sind immer Bilder. Die Bilder helfen Ihnen, den Weg zu finden. Immer wenn Sie ein Bild gefunden haben, schauen Sie sich das nächste Bild an. Das müssen Sie als nächstes finden.

Alle Touren fangen am Bahnhof an und hören am Bahnhof auf. Das ist praktisch, weil viele Menschen mit dem Zug oder dem Bus zu Besuch kommen. Sie können direkt mit dem Reise-führer Ihren Weg finden.

Auf Tour 1 gehen Sie durch die Innenstadt und sehen sich die Altstadt an. Das interessiert die meisten Besucher von Münster. Sie sehen das alte Rathaus und den Dom. Sie erfahren, warum an einer Kirche große Käfige hängen. In der Innenstadt gibt es viele Kaufhäuser und Gaststätten.

Hier können Sie Tour 1 testen.

Tour 2 ist zum Spazieren gehen. Sie gehen auf einem Weg ohne Autos einmal um die Altstadt. Diese Straße heißt "Promenade". Sie sehen das Schloss. Sie können den Schlossgarten besuchen und den Botanischen Garten. Dort kann man fremde und bekannte Pflanzen sehen. In Häusern wachsen große Kakteen.

Bei Tour 3 fahren Sie mit dem Bus aus der Stadt heraus. Sie besuchen den "Sinnespark". Das ist ein Garten bei einem großen Krankenhaus. Dort gibt es viele Sachen, die man machen kann: Es gibt zum Beispiel Steine, auf die Sie mit einem Hammer schlagen können. Dann klingen sie. Es gibt Duftbeete. Oder eine Schaukel für 2 Leute.

Tour 4 ist wieder ein Spaziergang. Sie gehen um den "Aasee" herum. Das ist ein beliebter Spaziergang für die Menschen in Münster. Am Ende können Sie ein kleines Museum besuchen: den "Mühlenhof". Dort stehen viele alte Häuser: eine Schule, eine Mühle, große und kleine Häuser. Auch ein Cafe ist dort.

Tour 5 kann man nur bei schönem Wetter machen. Deshalb haben wir sie "Schönwetter-Tour" genannt. Sie fahren mit einem kleinen Schiff einmal um den Aasee herum. Das Schiff heißt "Wasserbus". Sie können auch mit dem Wasserbus bis zum Mühlenhof fahren. Oder bis zum Zoo. Wenn Sie dort aussteigen, können Sie später weiterfahren.

Bei Tour 6 fahren Sie zuerst mit dem Bus. Sie fahren zum Zoo und zum Pferdemuseum. Oder zum Naturkundemuseum und zum Planetarium. Alles ist sehr interessant. Diese Tour können Sie auch bei Regen machen. Im Zoo gibt es viele überdachte Wege. Deshalb heißt er auch "Allwetterzoo". Im Naturkundemuseum können Sie interessante Ausstellungen ansehen. über Dinosaurier oder das Leben von Indianern. Und im Planetarium können Sie mehr über das Weltall und die Sterne erfahren.

Im Adressteil finden Sie wichtige Adressen und Telefonnummern. Es gibt Adressen, wo Sie sich noch mehr über Münster informieren können.

Die Bilder und die Touren finden Sie auch auf der CD. Dort können Sie die Texte auch anhören. Wem die Schrift zu klein ist, der kann sie im Computer vergrößern..."

Bei der großen Abschlussveranstaltung hat die Behindertenbeauftragte zum ersten mal eine Rede in leichter Sprache gehalten.

... und hier können Sie lesen, wie unser Projekt entstanden ist.

November 2004: 1999 hatte sich Zugvogel an einem Pilotprojekt beteiligt: Hotels in Münster wurden ausgemessen und die Daten unter you-too.net/de ins Internet gestellt. Dort kann jeder nachsehen, ob eine Unterkunft den eigenen Ansprüchen z.B. hinsichtlich Türbreiten oder Badezimmerausstattung entspricht oder ob man als Rollstuhlfahrer problemlos ein bestimmtes Museum oder eine Beratungsstelle besuchen kann. Seit dieser Zeit schulen zwei ehrenamtliche Mitglieder von Zugvogel Kommunen und Organisationen in der Anwendung dieser Datenbank. Bei einer dieser Schulungen wurde von Teilnehmern der Wunsch geäußert, es sollten auch Informationen für Menschen mit Lernschwierigkeiten - mit sog. geistiger Behinderung - gesammelt werden. Leider ist aber die Datenbank von you-too dafür nicht gedacht. Sie eignet sich vor allem für die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern oder sinnesbehinderten Menschen. So wurde dieser Gedanke erst mal vertagt. Ganz aufgegeben aber wurde er nicht.

Vor einem Jahr nun entstand im Gespräch mit Vertretern von people first in Kassel die Idee, gemeinsam einen Stadtführer in leichter Sprache zu gestalten. Zugvogel entwarf in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Ottmar Miles-Paul aus Kassel und dem Vorsitzenden von people first Deutschland, Stefan Göthling, ein Konzept für ein Pilotprojekt. Jetzt haben wir zu unserer Freude die Bestätigung bekommen, dass die Aktion Mensch dieses Projekt fördert. Am 26.11. führten wir ein Gespräch mit Mitgliedern des JULE-Club, des Jugendverbands der Lebenshilfe. Jule Club Sie berichteten darüber, was für sie in Münster interessant ist und auf jeden Fall in den Stadtführer aufgenommen werden sollte. Und welche Probleme es für sie gibt, wenn sie alleine in eine fremde Stadt fahren wollen. Wir haben verabredet, einige der Ziele, die in den Stadtführer aufgenommen werden sollen, gemeinsam zu besuchen.
Gleichzeitig sammeln die Vertreter von people first, was sie in fremden Städten interessiert. Sie werden dann den Entwurf des Stadtführers in Münster testen und uns sagen, wo noch Änderungen und Verbesserungen notwendig sind.

Ergebnis des Projekts wird ein gedruckter Führer in leichter Sprache über Münster sein, der in geschriebener und gesprochener Version auf CD beigelegt wird.

Januar 2005:

Die Mitglieder von People First in Kassel hatten einen zweiseitigen Fragebogen zusammengestellt. Etwa 220 Personen haben diese Fragen inzwischen beantwortet. Wie zu erwarten war, interessieren sich Menschen mit Lernschwierigkeiten grundsätzlich für die Dinge, die auch für alle anderen interessant sind. Besondere Schwerpunkte sind dabei Cafés und Restaurants, Kaufhäuser und Konzerte. Für Sport- oder Tanzveranstaltungen interessiert sich nur etwa die Hälfte.

Einen Eindruck vom Fragebogen vermittelt der folgende Ausschnitt:

Fragebogen

März 2005: Im März kamen Herr Göthling, Herr Ströbl und Frau Reitz von People First nach Münster, um den ersten Entwurf des Stadtführers in leichter Sprache zu testen. Ottmar Miles-Paul berichtete darüber in den Kobinet-Nachrichten:

VertreterInnen des Netzwerk People First Deutschland aus Hofgeismar, Kaufungen und Leinefelde und des in Münster ansässigen Vereins Zugvogel e.V. machten sich gestern in Münster zu einer Stadterkundung auf. Vom Bahnhof ging es auf der vom Verein Zugvogel entworfenen Tour 1 zum Prinzipalmarkt und zum Rathaus. Bei dieser Aktion handelte es sich nicht um einen vorösterlichen Betriebsausflug der Organisationen, sondern um eine Zwischenbilanz eines von der Aktion Mensch geförderten Projektes mit dem ein Stadtbesuch in Münster zukünftig auch für behinderte Menschen leichter gemacht werden soll. Hierfür sollen unter anderem Stadtinformationen von Münster auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten modellhaft in einfacher Sprache barrierefrei gestaltet werden. Für Stefan Göthling, Josef Ströbl und Angelika Reitz vom Netzwerk People First Deutschland bot sich mit diesem Rundgang die Möglichkeit praktisch zu erproben, was Kirsten Faust und Gisela Holtz vom Verein Zugvogel e.V. bisher erarbeitet haben.

"Vom Bahnhof aus (Richtung Innenstadt / Radstation) über die Ampel gerade aus gehen. Die Straße heißt Windthorststraße. Das ist eine Straße für Fußgänger und Fahrradfahrer. Zuerst kommt eine kleine Kreuzung, dann eine große mit Ampeln. Auch über die Ampelkreuzung geht es geradeaus weiter", heißt es zum Beispiel in der bereits entworfenen Beschreibung für die Tour 1. Dabei zeigte sich dann auch gleich ganz praktisch, dass die entworfenen Informationen zwar gut verständlich sind, doch auch noch einfacher dargestellt werden könnten.

"Mir würde es zum Beispiel auch reichen, wenn ich einfach wüsste, dass es immer geradeaus geht", erklärte Josef Ströbl beim Rundgang durch Münster. "Ich finde es klasse, dass durch dieses Projekt jetzt in Münster ganz praktische und für uns wichtige Informationen für einen Stadtbesuch in einfacher Sprache zugänglich gemacht werden. Denn auch wir Menschen mit Lernschwierigkeiten verreisen gerne und möchten uns über die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten in anderen Städten informieren", sagt Stefan Göthling, der Geschäftsführer des Netzwerk People First Deutschland. So sind nach dem gestrigen Stadtrundgang auch alle auf das endgültige Ergebnis für einen leicht gemachten Stadtbesuch in Münster gespannt. Kirsten Faust und Gisela Holtz zeigten sich nach dem gestrigen Rundgang auf jeden Fall sehr zuversichtlich, dass dieses Projekt zu einem guten Ergebnis führen wird. "Wir erhoffen uns davon nicht nur, dass mehr Menschen mit Lernschwierigkeiten und anderen Behinderungen einen Besuch in Münster in Angriff nehmen, sondern dass auch andere Städte diesem Beispiel folgen", erklärten die beiden einhellig.
Unser Projektpartner:
Netzwerk People First Deutschland e.V.

Kölnische Str. 99
34119 Kassel
Telefon: 0561-7 28 85 55
Fax: 0561-7 28 85 58
www.people1.de
E-Mail: info@people1.de

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Selbstverteidigung für Frauen mit Behinderung

"Wie soll ich mich denn wehren, wenn ich nicht weglaufen kann?" Diese Frage stellten sich viele der zwölf Teilnehmerinnen am Anfang des Wochenendkurses "Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen mit Behinderungen", der am Wochenende in Münster stattfand. Wir hatten den Kurs in Kooperation mit dem Frauensportverein FSV angeboten, finanziert wurde er durch das Frauenbüro der Stadt Münster. Eva Lerche berichtet.

Am Ende des Wochenendes lag die Antwort auf der Hand. "Unser Ziel ist, dass die Frauen spüren, wieviel Kraft und Stärke sie haben", erläuterte eine der drei Trainerinnen, Christa Kortenbrede. Ein Konzept, das aufging: "Ich hätte nie gedacht, dass ich so viele Möglichkeiten habe, mich zu verteidigen", beschreibt eine der Teilnehmerinnen ihre Erfahrung an dem Wochenende. "Mit einfachen, aber effektiven Techniken nutzen wir die ganz individuellen Fähigkeiten der Frauen. Ein Rollstuhl mit seinen harten Metallteilen zum Beispiel lässt sich ziemlich wirkungsvoll gegen Angreifer einsetzen", so Trainerin Eva Lerche. Allerdings setzt die Diskriminierung von behinderten Frauen schon weit vor körperlicher Gewalt an. Unerwünschte Hilfe, Bevormundung, in Gesprächen ignoriert oder nicht für voll genommen werden - das sind Alltagserfahrungen, die jede gehandikapte Frau kennt. "Deshalb ist die Selbstbehauptung genauso wichtig wie die Selbstverteidigung", fügt Trainerin Maria Frahling hinzu. Mit verschiedenen Übungen trainierten die Frauen, laut zu werden, sich ihren Raum zu nehmen, Blick und Körperhaltung einzusetzen, um Grenzen zu setzen. In Rollenspielen bestand die Möglichkeit, Alltagserlebnisse durchzuspielen und angemessene Lösungen zu finden, um so bedrohliche Situationen frühzeitig erkennen und verbal stoppen zu können.

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Rollis nach Ecuador
Von ihrer Reise nach Ecuador im Frühjahr 1999 brachte die Zugvogel-Mitarbeiterin Kirsten Faust eine Idee mit: Sie lernte dort eine Gruppe von Rollifahrern kennen, die teilweise ohne Rollstühle auskommen müssen - was lag näher, als Rollstühle nach Ecuador zu schicken. Über ein Jahr ist seitdem ins Land gegangen, inzwischen sind an die 50 Rollstühle und diverse andere Hilfsmittel zusammengekommen, welche sich in naher Zukunft auf ihre Schiffsreise nach Ecuador begeben werden. Auf diesen Seiten könnt Ihr den Fortgang des Projektes verfolgen und Euch ein bisschen von Ecuador erzählen lassen!
Ecuador  –  kleines Land in der Mitte der Welt
"Ecuador? Was willst du denn in Afrika?" oder "Ecuador! Wo ist das denn?" "Haben die Leute da Strom?" Solche und ähnliche Fragen gibt es zu hören vor einer Reise in den kleinen Andenstaat. Da gilt es aufzuklären: Nein, nein, nicht in Afrika. In Südamerika liegt Ecuador, zwischen den großen Nachbarn Kolumbien und Peru, direkt an der Pazifikküste und am Äquator. Wie der Name schon sagt. hochland hochland In vier Regionen teilt sich das Land: Oriente, Sierra, Costa und die sagenumwobenen Islas Galápagos. Der Oriente liegt im Osten, Teil des Amazonasbeckens und von Regenwald bedeckt, umfasst er nahezu die Hälfte Ecuadors. Bei einer Durchschnittstemperatur von circa 22 Grad Celsius und einem immer feucht-warmen Klima hat der ecuadorianische Regenwald die größte Biodiversität der Erde. Felder Die Sierra, geographisch im Zentrum Ecuadors gelegen, gibt dem Hochland seinen Namen, bestehend aus zwei Andenkordilleren, die das Land vom Norden bis zum Süden komplett durchziehen. Den höchsten schneebedeckten Gipfel zeigt an wohlgesonnenen Tagen der Vulkan Chimborazo mit seinen 6310 Metern Höhe. Doch ebenso lassen Cotopaxi (5897 m), Tungurahua (5016 m), Cayambe (5790 m) und wie sie alle heissen die Reisenden vor Erfurcht schweigen.

Mitten in den Anden, eine halbe Busstunde südlich vom Äquator, liegt Quito. Nicht die größte, aber doch die Hauptstadt Ecuadors, auf 2800 m Höhe mit 1,5 Millionen EinwohnerInnen. sternwarte Die größte Stadt heißt Guayaquil, brodelnde Metropole der Costa, des ecuadorianischen Küstengebiets, Hafenstadt mit 2,5 Millionen EinwohnerInnen. An der Küste wimmelt es nur so von Bananenplantagen und Garnelenzuchtbecken. Dafür werden die im Uferwasser wachsenden Mangroven und kilometerlangen Pazifikstrände immer rarer. Beinahe 1000 Kilometer vom Festland entfernt liegen die Islas Galápagos, stark strapaziertes Tourismusparadies. Mehrere Dutzend Inseln und Eilande, auf denen nicht nur die so gern bestaunten Darwin-Finken, Echsen, Blau- und Rotfußtölpel leben, sondern auch ein Teil der Bevölkerung Ecuadors. "Gibts da noch echte Indianer?", ist auch eine von diesen Fragen. Ja, die gibts. Ungefähr 40 Prozent der insgesamt 13 Millionen zählenden ecuadorianischen Bevölkerung sind "echte Indianer". Die indígenas leben im Bergland, vor der spanischen Conquista dorthin vertrieben oder geflohen. Im schroffen Klima in Höhen bis zu 4000 m über dem Meeresspiegel leben sie von der Landwirtschaft, von Viehzucht, in manchen Regionen auch vom Verkauf ihres Kunsthandwerks.

Auch im Oriente gibt es indígenas. Sieben Volksgruppen leben teils noch zurückgezogen von äußeren Einflüssen im fruchtbaren Grün des Regenwaldes. Doch früher Missionare, heute die agressive Erdölförderung im Oriente, damit einhergehend der Bau von Strassen und Städten zwingen die UreinwohnerInnen, sich mit der westlichen Zivilisation auseinandersetzen. Seit einigen Jahrzehnten gibt es eine starke politische Bewegung der indígenas, die die Landrechte der von Eroberern und Großgrundbesitzern erbeuteten Gebiete immerhin teilweise zurückgewinnen konnte. Auch Schwarze leben in Ecuador. Nachfahren der von den Spaniern ins Land geholten Sklaven. In der nördlichen Provinz Esmeraldas zwischen den Afro-EcuadorianerInnen fühlt man sich fast nach Afrika versetzt - umgeben vom Klang der Marimba, und vielleicht auch aufgrund der grossen materiellen Armut der Menschen. Ist Ecuador also doch in Afrika? War die Frage gar nicht so dumm? Bei aller Grübelei nicht zu vergessen sind die Mestizen und die Weissen und natürlich die TouristInnen, die Ecuador Jahr für Jahr in grosser Zahl besuchen.
markt Markt


"Und politisch?", gehts dann weiter. "In Südamerika gibts doch immer diese schrecklichen Diktaturen." Auch das gab es in Ecuador. Von 1972 bis 1979 herrschte die letzte Militärdiktatur. Seit 79 hat das Land ein präsidiales Regierungssystem, ausgestattet mit demokratischen Grundrechten, Parlament und Verfassung. Alle vier Jahre wird ein neuer Präsident gewählt. Ab Sommer 1998 war Jamil Mahuad Witt - der politischen Mitte zuzuordnen - im Amt. Im März 1999 sah es jedoch kaum so aus, als könne er die wirtschaftliche Krise des Landes souverän meistern. Eine Inflation von 30 Prozent im Januar und Februar 99, die hohe Auslandsverschuldung von 12,7 Milliarden US-$, damit einhergehend eine mehr als leere Staatskasse, Preiserhöhungen der Grundnahrungsmittel, gepaart mit den ständigen Problemen eines von den reichen Industrienationen abhängigen Landes machen es gerade schwer, den ökologischen und kulturellen Reichtum des kleinen Andenlandes in vollen Zügen zu genießen. Im Frühjahr 2000 gelang dem ehemaligen Konkurrenten Noboa dann auch, sich mit Hilfe des Militärs an die Macht zu putschen. "Dann stimmt es ja doch, was die Leute sagen, dass alles so gefährlich ist in Südamerika", heißt es dann. Nein, nein. Hochland Natürlich gibt es dort, wo die materielle Armut groß und die soziale Absicherung der Bevölkerung klein ist, Menschen, die es auf das Geld der Touristen abgesehen haben. Auch mal auf die unfeine Art. Doch der Tourismus ist für Ecuador mittlerweile ein wichtiges Standbein. Und nicht ohne Grund. Die vier grundverschiedenen Landesteile, die, einmal in Quito oder Guayaquil angekommen, schnell zu erreichen sind, bersten fast vor gewaltiger Natur, Menschen, Geschichten aus vergangenen Zeiten, Farben, Klängen...Ein Besuch lohnt ganz bestimmt!  (Text und Fotos:Astrid Hopp 2000)

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Papallacta – heiße Quellen im Andenhochland
papallacta Ein Thermalbad mit Rollstuhlzugängen in Ecuador Ein Tagesausflug von Quito, Ecuadors Metropole, führt über die Hauptstraße, die Panamericana, ins Andenhochland Richtung Amazonasbecken, Regenwald, Dschungel, Urwald. Nein aber so weit fahren wir nicht, das ist mit einem Tagesausflug nicht zu schaffen. Die Baumgrenze scheinen wir längst erreicht zu haben und schrauben uns weiter auf Straßen, denen man die Folgen des Ninos noch ansieht, über den Papallacta-Pass auf einer Höhe von 4064 m nach Papallacta. Nach ca. zweieinhalb Stunden Fahrt durchs Hochland sind wir am Ziel. An einem kleinen Schild, das auf die Bäder hinweist und der Abzweigung eines Feldweges von der Panamericana steigen wir aus dem Reisebus, der weiter in Richtung Regenwald fährt. Wir machen uns auf den Weg, dem Schild folgend zu den Bädern. Aber nach fünf Metern bleibe ich stehen, mir fehlt einfach die Luft, dabei ist es nicht sooo steil. Aber die Luft hier ist so dünn, dass ich mich erst mal wieder neu daran gewöhnen muss. Schon Quito, von wo wir aufgebrochen sind, liegt auf 2800 m, von dort aus haben wir uns aber beständig aufwärts geschraubt. Ich kenne dieses Gefühl nicht und weiß zunächst gar nicht, wie ich es einschätzen soll. Aber man gewöhnt sich relativ schnell daran, so dass ich langsam, ganz langsam weitergehen kann.

Als wir am Bad ankommen werden wir aber auch für die Anstrengung entschädigt, ein Tag lang in den badewannenwasserwarmen Quellen liegt vor uns. Dabei liegt man in den Becken und hat den Blick auf die herrlichsten sattgrünen Andenhänge vor sich und wenn dann der unter Umständen trübe Himmel aufreißt, offenbart sich einem , wenn man Richtung Süden blickt, der Antisana, mit seinen 5758 m einer der größten Vulkane Ecuadors, dessen Kuppe immer mit Schnee bedeckt ist. Dieser Blick ist einfach überwältigend.
papallacta Die Anlage besteht aus mehreren Becken, deren Wasser unterschiedliche Temperaturen hat und die Becken sind mit Rampen versehen, die direkt ins Wasser führen. Hier haben die Architekten mitgedacht, auch die Verbindungswege sind ohne Treppen ausgestattet, so dass man mit dem Rollstuhl ohne fremde Hilfe von einem Becken zum anderen gelangen kann. Was hier aber auf gar keinen Fall vergessen werden darf, ist ein richtig guter, wasserfester Sunblocker, den man in jedem Fall, egal ob Wolken am Himmel sind oder die Sonne direkt strahlt, regelmäßig neu auftragen muss. Wer das vergisst, wird diesen Tag in schmerzvoller Erinnerung behalten, die Nähe zur Sonne ist einfach zu groß, um den Sonnenschutz zu vernachlässigen. Ansonsten wird man diesen Besuch in wunderbarer Erinnerung behalten. Ein Restaurant auf dem Gelände sorgt dafür, dass man ohne zu verhungern, den ganzen Tag bleiben kann.   (Text und Fotos:Kirsten Faust 1999)

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Zu Besuch beim Rollifahrer–Basketballtournier in Ecuador
Ecuador- was kann man da machen und wie leben dort die Rollifahrer? Gibt es die dort eigentlich? All solche Fragen beschäftigten mich, als ich meinen Weg dorthin plante. Kennengelernt hab ich dann unter anderem Mitglieder einer Basketball-Mannschaft, die aktiv ihr Leben unter für unsere Verhältnisse widrigen Umständen selbst gestalten. Sie möchten sich nicht sagen lassen, was sie denn als Menschen mit Behinderungen so machen dürfen und was nicht. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand und dazu gehört auch die aktive Freizeitgestaltung. Rolli Mannschaft Kurzerhand luden sie mich ein zu einem Turnier in Ambato, wo sich Basketballmannschaften aus sechs Provinzen Ecuadors trafen. Ein überaus ereignisreicher Tag, denn ich lernte nicht nur viele Rollstuhlfahrer kennen, konnte Unmengen von Fotos schießen, sondern erlebte, wie man sich im Rollstuhl durch den dichtesten Straßenverkehr bewegt. Nach kürzester Zeit war die Mobilität im Rollstuhl das Selbstverständlichste, was es gibt. Als Fußgängerin war ich jemand unnormales. Mal wieder ein Perspektivwechsel also. Das Turnier fand in Ambato statt und das liegt 130 Kilometer südlich von Quito und ist die viertgrößte Stadt Ecuadors mit ausgesprochen angenehmem Klima. Ambato ist die Hauptstadt von Tungurahua, eine der Provinzen Ecuadors, die nach dem gleichnamigen 5023 m hohen Vulkan benannt ist, der südöstlich von Ambato liegt. In der Stadt ansässig ist eine Paraplegiker-Organisation, die zu diesem Turnier geladen hatte und zunächst besuchten wir diese Organisation. Durch Unterhaltungen mit "unserer Mannschaft" aus Quito, dort wohnte ich während meines Aufenthaltes in Ecuador, erfuhr ich einiges über das alltägliche Leben und dass man durchschnittlich 10 Jahre arbeiten und sparen muss, um sich einen eigenen Rollstuhl leisten zu können. Eine soziale Absicherung, wie wir sie kennen, gibt es schlicht nicht und das Land liegt wirtschaftlich am Boden. Die Inflation ist geradezu galoppierend und man kann zusehen, wie der Dollar steigt und der Sucre, die Landeswährung, sinkt. All dies ist schwer nachzuvollziehen, wenn man weiß, dass dieses Land unglaublich reich an Bodenschätzen, Öl, Holz und Naturschätzen ist. Ca. 50 % des Landes z.B. ist Regenwaldgebiet und beherbergt seltene Pflanzen- und Tierarten. Am 9.3. ist jüngst der Ausnahmezustand verhängt worden. Es werden neue Unruhen befürchtet, denn die Menschen gehen auf die Straße, wissen nicht mehr wovon sie leben sollen. Zu diesen Problemen und denen, die sich einem stellen, wenn man plötzlich nicht mehr zu den Fußgängern gehört, gesellen sich dort die Umstände, die ganz konkret die Existenz bedrohen. Eigene Erwerbstätigkeit scheint plötzlich ausgeschlossen. Niemand kann sich vorstellen, ein Rollstuhlfahrer könne einer "normalen" Erwerbstätigkeit nachgehen, das Leben auf einem Rollbrett im Straßenrand scheint plötzlich der zwangsläufige Lebensweg. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern das Aufzeigen, wie das Leben mit Behinderungen in einem Land ohne soziale Sicherungssysteme häufig genug aussieht. Das Ministerium, das sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen kümmern soll, verfolgt nach Aussagen der "Betroffenen" lediglich den bevormundenden Ansatz, der Hilfe als Almosen versteht und davon ausgeht, dass man mit den Beinen denkt. Warum sonst werden RollstuhlfahrerInnen so behandelt, als könnten sie nicht selbst entscheiden?

Die Basketballmannschaft aus Quito geht einen eigenen Weg. Sie machen nicht nur gemeinsam Sport, sondern arbeiten auch gemeinsam. Sie betreiben mit ca. 50 Personen eine Schuhmacherei im Süden Quitos und verdienen so eigenständig ihren Lebensunterhalt. Sicherlich nicht üppig, aber die Möglichkeit, ein den allgemeinen Verhältnissen entsprechendes, normales Leben zu führen. Gemeinsam haben wir ein bisschen in die Zukunft gesponnen und über die Möglichkeit nachgedacht, das erste Reisebüro für RollstuhlfahrerInnen in Ecuador zu eröffnen. Als weiteres wirtschaftliches Standbein. Wer sonst sollte etwas über die Unterkunfts- und Transportmöglichkeiten sagen können, wenn nicht sie, die Experten vor Ort. Das ist Zukunftsmusik, aber nicht ausgeschlossen, dass sie eines Tages auch gespielt wird. Bei den Gesprächen mit Victor und Renzo aus Quito kam mir der Gedanke, wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich ein Projekt auf die Räder stellen: Rollis nach Ecuador!

Jetzt suche ich ausgediente Rollstühle, die im Keller verstauben, oder als Ladenhüter in Reha-Häusern nur darauf warten, von mir nach Ecuador geschickt zu werden, denn dort werden sie dringend gebraucht. Der Ansatz, den ich verfolge, ist der, dass es dort Menschen gibt, die ganz konkret unsere Unterstützung brauchen und unsere Hilfe direkt ankommt. Weil wir die persönlichen Kontakte haben, brauchen wir keine große Organisation mit riesigem Verwaltungsapparat, die die Verteilung übernimmt und finanziert werden muss. Ich hoffe darauf, einen kostenlosen Weg des Transports zu finden. So können wir wirkliche direkte Hilfe leisten. Rolli Mannschaft
(Kirsten Faust ... in ihrem Artikel im "Zugvogel" im April 1999)

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Aus der spinnerten Idee wurde Wirklichkeit
Mit der Idee im Gepäck, Rollstühle nach Ecuador zu bringen, flog ich nach Deutschland zurück. Meine Kolleginnen waren sofort begeistert von der Idee und unterstützten das Vorhaben. Gemeinsam beratschlagten wir, wie man sowas wohl angehen könne. Und ganz wichtig, über meine Freunde in Quito konnten wir den Kontakt zur Organisation halten und sie mit unserer Projektidee vertraut machen. Sie wussten ja noch nichts davon, denn ich wollte doch erst einmal sehen, ob eine solche Aktion überhaupt realisierbar ist und keine Versprechungen machen, die ich nicht halten kann. Auch Renzo und Victor, der Pfarrer und die Stiftung waren begeistert von dem Vorhaben. Zunächst entwarf ich ein Papier mit der Projektidee, dann ging ich zum Sanitätshaus Sanimed, denn es lag direkt auf meinem Heimweg, und fragte, ob sie so ein Projekt unterstützen würden. Mein Gedanke war, vielleicht bekomme ich hier einen Hinweis, wen ich fragen kann. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie sowas funktioniert und welche Schritte man in welcher Reihenfolge machen muss. Ich hatte Glück, denn just an diesem Nachmittag wurde der Ansprechpartner für solche Fragen aus der Zentrale erwartet. Sofort verschaffte die freundliche Mitarbeiterin mir einen Gesprächstermin noch am selben Nachmittag. Mit dem Infoblatt in der Hand ging ich zu meinem Termin. Es ging alles ganz schnell, nachdem ich unser Projekt vorgestellt hatte, hatte ich auch schon die Zusage für die ersten fünf Rollstühle, frisch gewartet und überholt, denn, so versicherte mir mein Ansprechpartner, man wolle schließlich nicht seinen Schrott in die Dritte Welt entsorgen. Diese Haltung war mir sehr sympathisch und wir machten einen Termin aus, wann ich die fünf Rollstühle abholen könnte. Etwas überrumpelt kam ich ins Büro zurück, eigentlich hatte ich nur fragen wollen, ob es eine grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung gebe und nun hatte ich die ersten Rollis sicher. Und dann gleich fünf auf einmal. Das lief ja besser als gedacht. Frisch machte ich mich auf den Weg und klapperte die ersten Läden in der Innenstadt ab und musste dann aber feststellen, dass es nicht immer so gut lief; viele der angesprochenen Personen waren nicht zuständig, teils bekam ich fragende Blicke, einmal sogar eine schroffe Absage, dass man sowas nie mache. Ich ging vom persönlichen Besuch zum Brief mit anschließendem Telefonanruf über. Es kam der ein oder andere Termin zustande und wir machten Öffentlichkeitsarbeit für unser Projekt. Artikel im Zugvogel, in anderen Zeitungen, bei Infoständen, bei unseren Mitgliedern. Es lief...

kappernagel Dann aktivierte unser Mitglied Dirk seine Kontakte und die Firmen etac GmbH, Rollstuhl Kaiser und Firma Rommerswinkel kamen als Spenderinnen hinzu. Das brachte einen Wahnsinnsschub neuer Hilfsmittel in unser Lager. Neu im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Firma etac spendete uns 8 nagelneue Rollstühle und in einem zweiten Schub auch noch einmal 15 neue Rollatoren. Mit solcher Hilfsbereitschaft hatten wir nicht zu rechnen gewagt. Aus Münster beteiligten sich auch noch die Firmen Kappernagel & Menßen, DOW, von der wir die nicht abgerufenen Hilfsmittel eines gescheiterten Projektes erhielten, das Klarastift und zusätzlich bekamen wir noch mehrere Privatspenden. Nach der ersten Abholaktion gingen wir dazu über, auch andere Hilfsmittel zu sammeln. In unserem Lager, das uns von der Design-Firma Laboratorium für Gestaltung ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, sammeln sich:
  • 50 Roll- und Duschstühle
  • Extra Räder, Greifreifen, Felgen und Fußstützen
  • Über 20 Rollatoren
  • 5 Pflegebetten
  • Toilettenaufsätze
  • Umsetzhilfen
  • Handstöcke und Gehstützen
  • Geh- und Stehtrainer für Kinder und Erwachsene
  • Ein neuwertiges Kinderrad
  • 3 Kinderstühle
  • 3 Fußsäcke
  • 8 Reparatursets, Luftpumpen
  • Antidekubituskissen und andere sinnvolle Kleinigkeiten
An dieser Stelle danken wir ausdrücklich all unseren SpenderInnen und UnterstützerInnen, besonderer Dank noch einmal an Dirk für die tolle Kooperation. Nachdem unser Lager aus den Nähten platzte, musste dringend der Transport der Hilfsgüter organisiert werden.

Auch hier hatten wir keinerlei Erfahrung, wo man anfangen muss und wie das alles funktioniert. Schwerpunkt bei der Sache: Keine Kosten! Auf der Touristikmesse in Stuttgart lernte ich eine Mitarbeiterin einer Fluggesellschaft kennen, die hatte die Idee, die ganze Ladung nicht per Container und Schiff, sondern per Flugzeug nach Ecuador zu bringen. Ich war begeistert, denn sie wollte Kontakte für uns knüpfen. Das mit den Kontakten hat auch geklappt, aber leider geht es den Fluggesellschaften, die in Frage kommen, nicht so gut, und wir konnten keine für unser Projekt werben. Derweil verging immer viel Zeit mit dem Warten.

Zwischenzeitlich schien sich nichts mehr zu bewegen und weil sich alles sehr in die Länge zog, bekam ich ein schlechtes Gewissen gegenüber unseren SpenderInnen und unseren ProjektpartnerInnen. Aber jedes Mal, wenn ich dachte, es geht nicht mehr weiter, bekamen wir eine neue Information und der nächste Schritt ergab neue Möglichkeiten. Nach langer Sucherei haben wir in der Reederei "Pacific Fruit Company" aus Antwerpen eine Kooperationspartnerin gefunden, die uns, wieder kostenlos, die Hilfsgüter nach Ecuador bringt. Dank der Hilfsbereitschaft im ecuadorianischen Konsulat, erfuhren wir auch, wer in welcher Reihenfolge unsere Spendenerklärung und die Liste mit den Gütern beglaubigen musste. Am 16. 8. hat die Stadt Münster ihre Stempel unter die Dokumente gesetzt, dann lagen sie zur weiteren Beglaubigung beim Regierungspräsidium und anschließend konnten wir alles zusammen nach Berlin zum Konsul schicken. Denn erst nachdem auch seine Unterschrift und sein Siegel die Dokumente zierten, konnte alles nach Ecuador geschickt werden und die Stiftung konnte die bürokratischen Hürden beim Zoll in Angriff nehmen. Die Papiere waren jetzt also auf dem Weg.

Nun ging es wieder voran. Die Einfuhrgenehmigung der Zollbehörde von Quito war da. Die Absprachen mit der osnabrücker Spedition Meyer&Meyer und der Reederei Ecuatorian Line in Antwerpen gestalteten sich einfach. Die Koordination klappte perfekt, am 10. September 2001 verließen die Hilfsmittel den Hafen von Antwerpen und kamen am 25. September in Guayaquil an, der größten Hafenstadt im Süden Ecuadors.

Kurzerhand buchte ich einen Flug nach Quito, denn ich wollte die Übergabe begleiten, die Sache sollte rund werden. Bis zum 7. Oktober war es dann geschafft, die Hilfsgüter waren in Quito angekommen, aber es sollte noch einmal einen Monat dauern, bis die Rollstühle das Zollager verlassen durften. Diesmal sollten zwar keine Einfuhrzölle entrichtet werden, sondern Steuern auf die Spenden gezahlt werden und erneut mussten Anträge auf Ermäßigung gestellt werden.

Am 15. November war dann die offizielle und öffentliche Übergabe der Hilfsgüter an die Fundacion con Cristo in Quito erfolgt. Tom Jungh, "unser Mann" in Quito, ohne dessen Unterstützung es wohl kein gelungenes Projekt gegeben hätte, hat den Zugvogel vor Ort vertreten. An dieser Stelle sei noch einmal all denen gedankt, die den Zugvogel bei diesem Projekt unterstützt haben, es waren sehr sehr viele:

Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Münster
Stadt Münster
Bürgeramt
Regierungspräsidium
Ecuadorianische Botschaft, Berlin
Tom Jungh
Vero Oquendo
Astrid Hopp
Dirk Lasthaus
etac GmbH (Marl)
Tabea Laus
Spedition Meyer&Meyer (Osnabrück)
Jan Vanderkerckhove
Reederei Ecuatorian Line (Antwerpen)
Nando Macky
Tim Esser
Joko Keuschnig
Laboratorium für Gestaltung
Jörg Kersten
Alejandro Santillan
Erika Marquardt
Ulrike Poppenburg
Sanitätshaus Kappernagel & Menßen (Münster)
Sanitätshaus Sanimed (Münster, Ibbenbüren)
Sanitätshaus DOW (Münster)
Rollstuhl Kaiser (Witten)
Altenzentrum Klarastift (Münster)
Vielen Dank und mit Eurer Hilfe machen wir so etwas vielleicht irgendwann noch einmal!

(Kirsten Faust 2001)

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Stadtführungen
Kann man an einer Stadtführung als RollstuhlfahrerIn ohne Probleme teilnehmen? Das weiß man häufig erst, wenn man eine Führung mitgemacht hat. Wir haben in Münster die einzelnen Stadtführungen von StattReisen und dem Gästeführerverein durch unsere "ExpertInnen" mit und ohne Rollstuhl begleitet. StattReisen und das Amt für Stadtwerbung und Tourismus waren zu einer solchen Zusammenarbeit gerne bereit - immerhin erschließen sie sich damit auch einen neuen Kundenkreis! Zugvogel hat eine Checkliste erarbeitet, die unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen bei jeder Führung, die sie begleiteten, penibel ausgefüllt haben. Die Ergebnisse werden in die Programme der Anbieter eingearbeitet, so daß in Zukunft jede/r RollstuhlfahrerIn weiß, ob er/sie an einer Führung teilnehmen kann. Die Ergebnisse haben wir in einer Broschüre zusammengefasst, die bei uns erhältlich ist. Für alle, die ein ähnliches Projekt in ihrer Stadt durchführen wollen, ist auch eine kurze Projektbeschreibung enthalten. Für nähere Informationen können Sie gerne auch den konventionellen Weg übers Telefon nehmen: unter 0251/987 968 8 erfahren Sie weiteres.

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