Wie können Sie vorbeugen?
Es gibt kein "Rezept", um Kinder vor sexuellem
Missbrauch zu schützen.
Der beste Schutz sind Selbstsicherheit und Selbständigkeit.
Grundlegend ist eine Erziehungshaltung, die Kinder für das Leben stark macht.
Wichtig ist, dass ihr Kind weiß, wie es sich in bestimmten Situationen
verhalten soll und welche Rechte es Erwachsenen gegenüber hat. Dazu gehört vor
allem das Recht NEIN sagen zu dürfen und zu können. Wer immer lieb und
artig sein muss, lernt nicht, für sich einzustehen. Selbstbewusste Kinder sind
oft anstrengend und stoßen oft auf Missfallen, weil sie als eigensinnig gelten.
Aber genau darauf kommt es an. Bequeme Kinder sind manchmal auch bequeme Opfer.
Kinder sollen mit ihren Gefühlen ernst genommen werden. Die innere Stimme, die
ihnen sagt, was ihnen komisch vorkommt, darf nicht überhört, ausgeredet oder
umgedeutet werden (z.B. "Stell Dich nicht so an, das tut doch gar nicht
weh!"). Kinder müssen in ihrer eigenen Wahrnehmung gestärkt
und unterstützt werden.
Schließen Sie das Thema "Sexueller Missbrauch" in
der Erziehung und Aufklärung Ihres Kindes nicht aus. Reden Sie darüber sachlich
und undramatisch mit Ihrem Kind. Liebe und Sexualität sollen ihm als
positive Gefühle vermittelt werden. Deshalb wählen Sie für das Thema
"Missbrauch" einen anderen Zeitpunkt als den, an dem Ihr Kind Sie
neugierig nach Liebe und Sexualität fragt.
Kein Kind kann sich alleine helfen!
Verantwortlich für den Schutz von Kindern und
Jugendlichen sind immer die Erwachsenen. Vor allem die Erwachsenen im sozialen
Nahraum, in den Familien, Kindergärten, Schulen, Vereinen etc. - sie müssen wissen und spüren, wo Grenzen sind!