"Das zersplitterte Selbst" - Möglichkeiten und Grenzen der
Traumaberatung bei Dissoziativer Identitätsstörung
Die Diagnose der Dissoziativen
Identitätsstörung konfrontiert die Betroffenen selbst, ihre soziale Umgebung
und die Helfersysteme mit vielen Fragen und mit sehr schwer vorstellbaren
Erlebnissen. Es ist eine Diagnose, die auf allen Seiten unmittelbar Gefühle
auslöst wie Zweifel, Abwehr und das Gefühl, es mit etwas "Verrücktem"
zu tun zu haben.
Ist Beratung von Menschen mit einer solchen Diagnose eine besondere
Herausforderung? Ist sie unmöglich oder unbedingt sinnvoll? Was kann sie
leisten?
Neben einer Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes zur Diagnose stehen
diese Fragen im Mittelpunkt des Vortrages.
Referentin: Astrid-Maria Kreyerhoff
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Besonderheiten in der Therapie mit von
sexualisierter Gewalt betroffenen KlientInnen
Menschen mit Gewalterfahrungen leiden nicht nur an einer Vielzahl von
psychischen und physischen Symptomen als Folgen des Traumas, sondern haben es außerdem
häufig schwer, sich in näheren Beziehungen zu anderen Menschen adäquat, d.h.
situationsgerecht zu verhalten. In der therapeutischen Beziehung ist es daher
notwenig, die Vielfalt der (Beziehungs-) Symptome zu kennen und in den
therapeutischen Prozess sinnvoll einzubeziehen.
Wichtige Besonderheiten für die Psychotherapie werden in
diesem Vortrag benannt und anhand von Fallbeispielen erläutert.
Referentin: N.N.
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Parteilichkeit in der Arbeit mit Menschen, die
sexualisierte Gewalt erlebt haben - ein Grundsatz steht zur Disposition?!
Beratungsarbeit zum Thema Sexualisierte Gewalt bewegt sich immer
zwischen den Polen von Opfer und Täter. Schlagworte dieses Spannungsfeldes sind
zum Beispiel:
Täterschaft
Opfer sein
Täter- und Opferanteile
Identifikation mit dem Täter
Um parteiliche Beratungsarbeit
leisten zu können, ist eine Auseinandersetzung mit diesen und weiteren
Begriffen notwendig. Diese Auseinandersetzung muss – ausgehend von genaueren
Definitionen – auch den Versuch der Standortbestimmung von fachlich fundierter
Beratungsarbeit im Spannungsfeld zwischen oben genannten Polen beinhalten.
Der
Vortrag bietet einen differenzierten Überblick über Dynamik und Komplexität
der Thematik und über die Anforderungen an Beratungsstandards, die für eine
gelungene Umsetzung notwendig sind.
Referentin: Astrid-Maria Kreyerhoff
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Sexualisierte
Gewalt und Sucht - Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Sucht ist oft ein Begleiter von sexualisierter Gewalt, meist als Folge des
Erlebten. Dafür kann es vielfältige Ursachen geben: sie dient sowohl der
„Ablenkung“ von Gefühlen als auch der Intensivierung.
Ebenso weit verbreitet sind Verhaltensweisen und Gefühle der Betroffenen und
ihres Umfeldes, die mit dem Phänomen der Co-Abhängigkeit übereinstimmen.
Unterschiede bestehen jedoch oft in der Ausprägung und im Umgang mit Sucht.
Die Einbeziehung des Suchtaspektes in die Bewertung und den Umgang mit
sexualisierter Gewalt ist ein oft vernachlässigter Aspekt, der jedoch im
Erleben der Betroffenen sehr viel Sinn ergibt und ihnen neue Möglichkeiten
bietet, Verhaltensweisen einzuordnen.
Erkenntnisse
aus den praktischen Erfahrungen der Beratungsstelle fließen in diesen Vortrag
mit ein.
Referentin: Astrid-Maria
Kreyerhoff
Dauer: 45 Minuten
Kosten: 150,00 €

Psychosoziale
Prozessbegleitung für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14-21
Jahren
Bei unserem Klientel handelt es sich um Menschen, die sexuelle
Gewalt häufig innerhalb der Familie erfahren haben. Die Prozessdauer kann sich über einen
langen Zeitraum erstrecken - unter anderem deshalb bedeuten Ermittlungs- und
Strafverfahren für Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, eine große
emotionale Belastung.
Es ist erwiesen, das eine psychosoziale Prozessbegleitung Entlastung für die
kindlichen und jugendlichen OpferzeugInnen und für ihr Bezugssystem schafft.
Die
psychosoziale Prozessbegleitung bei Zartbitter Münster e.V. ist so konzipiert,
dass alle belastungsminimierenden Möglichkeiten im Rahmen eines Strafverfahrens
ausgeschöpft werden, um eine mögliche sekundäre Traumatisierung zu
verhindern.
Dieser Vortrag
stellt die einzelnen Phasen der Prozessbegleitung mit den damit verbundenen
Grundsätzen und Zielen vor.
Relevante rechtliche Bestimmungen, Kooperationsmöglichkeiten mit anderen
beteiligten Berufsgruppen und Erfahrungen aus unserer Arbeit fließen mit ein.
Themen/Inhalte:
Alters- und entwicklungsgemäße Wissensvermittlung über den
Ablauf eines Strafverfahrens
Aufbau eines Netzwerkes
Stabilisierung der/des Opferzeugin/en
Begleitung zur Polizei/Gericht
Nachbetreuung
Kooperation mit anderen beteiligten Berufsgruppen
ReferentInnen: Christine
Gelbhardt, Martin Helmer
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Trauma-Arbeit
für die Sinne: Ressourcenorientierte Körperarbeit
Frauen mit Erfahrungen von sexualisierter Gewalt degradieren ihren Körper
fast immer zum Objekt, das nur geduldet wird und unter Höchstbelastung
funktionieren muss. Seelische und körperliche Schmerzen, Ekel und Selbsthass
tragen zusätzlich dazu bei, dass Dissoziationsstrategien sowie Selbstmedikation
zur Betäubung von Gefühlen angewandt werden. Es ist daher in einer Therapie
von Bedeutung, den Körper als Quelle der Weisheit mit seinen Ressourcen in den
Blick zu nehmen, um neue, angenehme Erfahrungen zu ermöglichen und so den
Teufelskreis von Schmerzen, Krankheit und Selbsthass aufzulösen.
In diesem Vortrag werden Zusammenhänge zwischen Körper,
Psyche und Verhalten erläutert und die wichtigsten Elemente für die
ressourcenorientierte Körperarbeit vorgestellt.
Referentin: N.N.
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Männer
als Opfer
In diesem Vortrag werden in Zusammenhang mit der ersten bundesweiten
Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum
Thema "Gewalt gegen Männer" (2004) die unterschiedlichen
Opferzusammenhänge von Männern betrachet. Gleichzeitig werden die
gesamtgesellschaftlichen Wahrnehmungsblockaden von Männern als Opfer, die auf
der Helferseite und die auf der Seite der betroffenen Männer selbst benannt,
untersucht und zueinander in Bezug gesetzt.
Referent: Martin Helmer
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Männer
als Klienten - Männer haben keine Probleme - sie lösen sie!
Aus Statistiken und der beruflichen Erfahrung wissen wir,
dass das vermeintliche "Starke Geschlecht" nicht so stark ist, wie
dies die "Männer-Bilder" in der Gesellschaft und in den Medien
vermitteln. Männer sterben früher, leiden an bestimmten Krankheiten
überproportional häufig und besonders im Kindes- und Jugendalter wird
deutlich, dass Jungen nicht nur Probleme machen, sondern auch Probleme haben.
Warum gibt es so eine große Diskrepanz zwischen dem auch heute noch
vorherrschenden Männerbild und der tatsächlichen Realität der Männer und
Jungen in unserer Gesellschaft? Es ist bekannt und auch augenscheinlich, dass
Männer in bestimmten Bereichen deutlich mehr Probleme haben als Frauen. Diese
Männer scheinen jedoch Hilfe von Außen nicht anzunehmen. - Nur, wo bleiben sie
mit ihren Problemen und Schwierigkeiten? Haben Männer keine Probleme oder woran
liegt es, dass Männer selten den Weg in eine Institution wagen, um sich bei
ihren Problemen Unterstützung zu holen? Nehmen Männer sich und ihre Gesundheit
nicht ernst, oder woran liegt es, dass Männer selten Vorsorgeuntersuchungen
aufsuchen oder erst zum Arzt gehen, wenn es eigentlich schon zu spät ist?
Sind Männer beratungsresistent oder liegt es vielmehr daran, dass Beratung und
Therapie keine entsprechenden Angebote und Konzepte für Männer und männliche
Jugendliche bereit halten?
Referenten: Martin
Helmer, Andreas Moorkamp (SKM)
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Geschwisterinzest
Referent: Martin Helmer
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Mütter
als Bezugspersonen, als (Mit)Täterinnen, als duldende Mitwisserinnen
Mütter finden
wenig Beachtung in der deutschsprachigen Forschung und der Literatur zum
sexuellen Missbrauch. Nur in den Bereichen Prävention und Intervention
geht es partiell um Mütter - als Mütter von Opfern und Ehefrauen von
Tätern. Die eigene Sicht der Dinge (auf ihre Situation, ihr Erleben, ihre
Handlungsweisen und Bewältigungsstrategien) wird jedoch nicht erfragt.
Besonders wenn die Täter Familienangehörige sind oder zum sozialen
Nahraum des Opfers gehören, gewinnt die Schuldfrage eine besondere
Brisanz.
Der
Vortrag gibt einen Einblick in Forschungsergebnisse und
Erfahrungsberichte von Müttern, die vom Thema „Sexualisierte
Gewalt“ betroffen sind. Wichtig ist, den Blick auf die
Unterschiedlichkeit dieser Gruppe von Menschen zu öffnen und
differenziertes Verstehen zu fördern, ohne ihre Mit-Verantwortung zu
verwischen.
Referentin: N.N.
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

Missbrauch in Institutionen
Schulen, Institutionen der Jugendhilfe und Sportverbände sind im gleichen
Ausmaß Tatort sexueller Ausbeutung durch erwachsene und jugendliche
Täter/Täterinnen wie kirchliche Institutionen. Die Fokussierung der
öffentlichen Debatte auf Missbrauchsfälle durch Priester der katholischen
Kirche und Lehrer an Eliteinternaten trägt zu einer weiteren Tabuisierung des
großen Ausmaßes von sexueller Ausbeutung in anderen Institutionen bei.
Der Vortrag beleuchtet insbesondere die Strategien der Täter/innen und
Strukturen von Institutionen, die Missbrauch begünstigen können.
Präventionsmöglichkeiten im Rahmen von Institutionen werden entwickelt.
Referent: Martin Helmer
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €

25 Jahre Beratungsarbeit zum Thema "Sexualisierte Gewalt"
Der Vortrag beinhaltet zwei Themenschwerpunkte, die unsere Arbeit in der Beratungsstelle gleichermaßen bestimmen.
Zum einen geht es um Beratung als Kommunikationsform und zum anderen um verschiedene Aspekte des Themas sexuelle Gewalt, ohne jedoch auf therapeutische Methoden oder andere inhaltliche Fragen einzugehen.
Wir werden uns zunächst mit dem Begriff "Beratung", der historischen Zuordnung und den Veränderungen bis heute beschäftigen.
Im weiteren gibt der Vortrag Einblicke in die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von sexueller Gewalt und deren Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren. Dazu gehören die Entwicklung von Geschlechterrollen, Sexualität und der psychosozialen Situation damals und heute. Im letzten Teil werden die wichtigsten Beratungsziele unserer Arbeit vorgestellt.
Referentin: Astrid-Maria Kreyerhoff
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 150,00 €