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Sexualisierte Gewalt - Sexueller Missbrauch
Neben sichtbaren Gewalttaten in der Öffentlichkeit gibt es eine Vielzahl unsichtbarer Fälle verborgenen oder verschwiegenen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen. Die TäterInnen leben in drei Viertel der Fälle im Familien-, Bekannten- oder Verwandtenkreis der Kinder. Es ist nicht der unbekannte böse Mann, sondern es kann der eigene Vater, die Mutter, der Onkel, der Opa, die Tante, die Klavierlehrerin, der Trainer usw. sein. Sexueller Missbrauch ist immer ein Machtmissbrauch.
Der/die Erwachsene benutzt das Kind für die eigenen sexuellen Bedürfnisse.
Er/sie alleine trägt die Verantwortung für sein/ihr Handeln. Jede sexuelle
Handlung, die an einem Kind vorgenommen wird oder der das Kind aufgrund seiner
Unterlegenheit nicht zustimmen kann, ist Gewalt. Niemand missbraucht im Affekt oder "aus Versehen"
ein Kind. Die Taten sind geplant, nicht selten testet der/die TäterIn sein/ihr
Opfer und verpflichtet es mit Drohungen zur Geheimhaltung. Sexualisierte Gewalt führt zur Verletzung des Körpers und
der Seele und sie hinterlässt tiefe Spuren im Erleben und Erinnern vieler Mädchen
und Jungen und später junger, älterer oder alter Erwachsener. Jahre, oft ein
ganzes Leben lang, leiden sie unter dem traumatischen Erlebnis. Alltägliche sexualisierte Gewalt in Familien oder dem sozialen Umfeld ist "unsichtbar". Menschen, die sexualisierte Gewalt in ihrem sozialen Umfeld erfahren haben, werden sowohl innerhalb ihrer Familien als auch in der Gesellschaft mit ihren Erlebnissen häufig in Frage gestellt und das Geschehen in seiner Bedeutung heruntergespielt oder sogar negiert. Gesellschaftliche Parteilichkeit ist für die Betroffenen dringend notwendig, damit sie Raum bekommen, das Geschehene zu benennen und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. | |||||||||||