PRESSESPIEGEL & INFORMATIONEN

Münstersche Zeitung, 28.04.2008
Mehr Geld für Zartbitter
Höherer Zuschuss
Sexuelle Gewalt ist immer noch ein Tabu-Thema. Dennoch brauchen die Opfer
professionelle Hilfe, Beratung von Pädagogen und Therapeuten.
In Münster widmet sich seit mehr als zehn Jahren [Anmerkung in eigener
Sache: die Beratungsstelle gibt es seit 1986] der gemeinnützige Verein Zartbitter
dieser Aufgabe. Mehr Unterstützung bekommt Zartbitter jetzt von der
Stadt: Per Ratsbeschluss erhöhten die Politiker den städtischen Jahreszuschuss
von 110.000 auf 135.000 Euro. "Ich habe es selten erlebt, dass sich im Rat
alle so einig waren, wie in unserm Fall", sagte Zartbitter-Leiterin
Astrid-Maria Kreyerhoff. "Durch die Erhöhung sind unsere sechs
Teilzeitstellen gesichert."
Eine Besonderheit der Beratungsstelle sind Angebote für männliche Opfer
sexueller Gewalt. "Bundesweit gibt es nur sechs Beratungsstellen, die auch
betroffenen Männern Hilfe anbieten", sagt Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeut Martin Helmer. Laut CDU-Ratsherr Josef Rickfelder
ist der erhöhte Zuschuss für die Beratungsstelle mindestens für fünf Jahre
gesichert.

Westfälische Nachrichten, 26.04.2008
Wichtige Absicherung
Zartbitter dankt Kommunalpolitikern für Zuschuss-Erhöhung
Die Erhöhung eines Zuschusses - immer ein Grund zur Freude. Für Zartbitter
noch mehr: "Die Absicherung einer Stelle, aber auch die Anerkennung unserer
Arbeit", nennt Astrid-Maria Kreyerhoff zwei Punkte, die der
Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt dabei besonders wichtig sind. Gestern
bedankte sie sich zusammen mit ihrem Kollegen Martin Helmer bei den
Kommunalpolitikern, die diese finanzielle Ausstattung im Haushaltsplan der Stadt
Münster unterstützt haben.
Um 25.000 Euro haben sie den städtischen Zuschuss erhöht - auf nunmehr
jährlich 135.000 Euro. Dass dieser Beschluss von allen Fraktionen einhellig
getragen wird, das sei besonders erfreulich.
Josef Rickfelder (CDU), Dr. Karin Obst (FDP) und Jutta Möllers von den Grünen
- Anne Hakenes (SPD) war verhindert - waren sich einig, dass dieser Betrag für Zartbitter
auch in Zeiten knapper Kassen gut und richtig investiertes Geld für ein
wichtiges Angebot in der Stadt Münster sein. Zartbitter Münster gehört
zu den wenigen Beratungsstellen in Deutschland, die damit auch Beratungsangebote
für betroffene Jungen und Männer anbieten könne, freut sich Martin Helmer
über die weitere Planungssicherheit.
Transparent arbeiten und sachlich informieren - trotz aller Emotionalität, die
dieses Thema beherrsche, seien wichtige Säulen der Arbeit erläutert Kreyerhoff.
Das Geld der Stadt sichere 2,8 Stellen, die auf sechs Teilzeitkräfte zwischen
je 13 und 23 Stunden aufgeteilt seien. 20 Prozent ihres Budgets muss die
Beratungsstelle am Berliner Platz 8 aus Eigenmitteln bestreiten.

Münstersche Zeitung, 07.08.2007
Zartbitter Münster e.V.
Der Verein Zartbitter Münster e.V. wurde 1986 ins Leben gerufen. Er
arbeitet als Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt für Jugendliche ab 14
Jahren, sowohl für Frauen als auch für Männer. Der Name Zartbitter fußt auf
der Aussage einer Frau mit sexualisierter Gewalterfahrung in ihrer Kindheit:
"zart war ich, bitter war's." Anonymität ist auf Wunsch
gewährleistet. In Einzelgesprächen oder Gruppenangeboten werden die Erlebnisse
der Opfer therapeutisch aufgearbeitet. Präventionsarbeit leistet der Verein in
Schulen und Jugendhäusern. Aufgrund der großen Nachfrage nach Beratung und Gesprächen
freut sich der Verein über neue ehrenamtliche Helfer. Nur müssen
diese wegen des hohen Anspruchs an die Arbeit professionelle Erfahrung
mitbringen.
[Anmerkung in eigener Sache: Für Beratung und
Therapie sind ausschließlich die hauptamtlichen MitarbeiterInnen mit
therapeutischer Ausbildung zuständig. Ehrenamtliche Mitarbeit ist
ausschließlich im Bereich Fundraising/Gelderbeschaffung und
Öffentlichkeitsarbeit möglich.]
Ein schwerer Schritt
Zartbitter: Ein Verein, der durch Zuhören und Beratung viel bewegt
Es ist ein trauriges Thema. Eines, das betroffen macht. Vielleicht auch
wütend. Aber eins ist es sicher nicht: eine Angelegenheit, die nur die Frauen
etwas angeht.
Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden - das kann jeden treffen. Männer
als Täter und Frauen die Opfer: Das sei ein typisch traditionelles Moraldenken,
das aus dem Weg geschafft werden müsse, sagt Astrid-Maria Kreyerhoff,
Psychodramatherapeutin und zugleich die Leiterin des Vereins Zartbitter
Münster. "Nur: bis wir das erst mal angekommen sind, wird sich leider noch
so einiges tun müssen."
Anonymität bewahren
Seit 1994 arbeitet Kreyerhoff ehrenamtlich [Anmerkung
in eigener Sache: In der Beratungsstelle arbeiten ausschließlich hauptamtliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter] in der Beratungsstelle für Jugendliche
ab 14 Jahren, für Frauen und Männer. In dieser Zeit habe sie teilweise heftige
Geschichten erfahren: "Die müssten eigentlich sofort zur Anzeige betracht
werden", so Kreyerhoff. Doch wenn das Opfer auf Anonymität bestehe,
respektiere sie die Entscheidung. "Das Recht des Opfers zählt."
Kreyerhoff wirkt alles andere als abgestumpft. Im Gegenteil: "Das
Wichtigste ist, die Betroffenen in ihrer Wahrnehmung ernst zu nehmen und sich
für sie einzusetzen", sagt Kreyerhoff. Sie und ihre Kollegen nennen es
Parteilichkeit. "Wir glauben an die gefühlte Wahrheit", erklärt sie.
Denn die Fakten ließen sich oft nicht nachvollziehen, "aber wir vertrauen darauf,
dass die Berichte für das Opfer so sind, wie es sein Leiden schildert".
Betroffenenarbeit, das sei die Aufgabe von Zartbitter: zuhören, beraten, da
sein. "Wir geben den Opfern die Möglichkeit, zu erzählen, alles raus zu
lassen." Die beratende und therapeutische Begleitung verstehen Kreyerhoff
und ihre Kollegen als partnerschaftlichen Prozess, bei dem Vertrauen die
Grundlage bildet.
Rund 250 Betroffene suchen pro Jahr die Beratungsstelle auf. Zudem melden sich
auch Angehörige oder Freunde, die hilflos das Leiden mit ansehen müssen. Auch
Kreyerhoff fühlt mit, kann aber ob ihrer Erfahrung und professioneller
Ausbildung die nötige Distanz bewahren. "Die Fälle nehme ich nicht mit
nach Hause", sagt sie. Allerdings beschäftige sie bis heute das Auftreten
der Opfer: "Sie haben so viel Power, fühlen sich nur selbst total
schwach." Nach jahrelangem Martyrium, bei dem all ihre Ressourcen
aufgebraucht würden, wüssten sie nicht mehr um ihre Kraft.
Aufklärung nach außen
Es ist die Kraft, die es hervorzuholen gilt. Und es sind die Hemmungen, die
eigenen Gefühle nach außen zu kehren, die der Verein abbauen will. Gerade
Männer blenden sich oft als Opfer aus. Die Statistik sagt, dass jedes vierte
Mädchen und jeder siebte Junge Opfer von sexualisierter Gewalt ist. "Aber
viele Fälle werden gar nicht registriert", so Kreyerhoffs Erfahrung. Um
diese Menschen erreichen zu können, müsse das Thema sexuelle Gewalt
enttabuisiert werden - ohne zur Normalität zu werden.
Steckbrief
Mitgliederzahl: 25
Was machen wir? Wir bieten Hilfe und Unterstützung für Jugendliche ab
14 Jahren und Erwachsene, die sexualisierte Gewalt erlebt haben oder noch
erleben. Für sie und ihre Angehörigen und Bezugspersonen sind wir in
Einzelgesprächen und therapeutischen Gruppen da.
Jugendliche sollten zu uns kommen, weil ... sie bei uns Anonymität und
Hilfe bekommen, ohne dass Eltern, Jugendamt, Ärzte oder andere davon erfahren
müssen.
Erwachsene sollten zu uns kommen, weil ... es nie zu spät ist, sich
Hilfe zu holen. Den zeitpunkt kann jeder Mensch nur selbst bestimmen.
Unser größter Erfolg ist, ... dass wir gemeinsam mit vielen anderen in
den letzten 20 Jahren das Thema zugänglicher gemacht haben.

Westfälische Nachrichten, 14.06.2007
Preis für Engagement gegen Gewalt
Münsterisches Netzwerk wird für seine Arbeit in Berlin ausgezeichnet
Münster. Die Urkunde ist schlicht gestaltet. Ihr Inhalt, die Auslobung des
Ehrenpreises für Engagement und Zivilcourage, ist umso vielgesichtiger. Das
Netzwerk "Gewaltprävention und Konfliktregulierung Münster" hatte
sein Konzept bei einem nationalen Wettbewerb eingereicht. "Mit
Erfolg", heißt es in einer Pressemitteilung.
Partner des Verbunds sind unterschiedliche Institutionen aus Münster. Vom
Verein "akkku" über den Kinderschutzbund, die Polizei, das Villigster
Deeskalationsteam und die Stadt Münster bis zu Zartbitter e.V. haben
sich Engagierte zusammengeschlossen. "Wir zeigen, dass das Streben nach Demokratie
und Toleranz erfolgreich ist, wenn alle an einem Strang ziehen", erklärt
Michael Geringhoff, Leiter des Jugendinformations- und beratungszentrums (Jib)
des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien, anlässlich der Auszeichnung
des "Bündnis für Demokratie und Toleranz". Dieses ist 1998 von der
Bundesregierung ins Leben gerufen worden und richtet sich gegen jede Form von
Rechtsextremismus.
Verbunden mit der Anerkennung war die Einladung zu einem Jugendkongress Ende Mai
in Berlin. "Da im Netzwerk Gewaltprävention ausschließlich erwachsene Multiplikatoren
aktiv sind, reichten wir unseren Gewinn an zwölf Heranwachsende weiter",
berichtet Pädagogin Doris Holtkamp von der Waldschule Kinderhaus.
Teilnehmen konnten genauso als Streitschlichter tätige Schüler aus Münsters
Norden wie Jugendliche, die den Kontakt über Haus Kloppenburg oder die
Jugendwerkstatt des JAZ vermittelt bekamen.
"Die jungen Teilnehmer waren von ihrem ersten Besuch in der Hauptstadt
beeindruckt", blickt Monika Kösters von der Jugendwerkstatt auf den
Aufenthalt zurück. Zum einen widmeten sie sich in Workshops dem Thema "Europa
gestalten - demokratisch und tolerant". Zum anderen trafen die Münsteraner
beim Festakt Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und die Bundesministerin
der Justiz, Brigitte Zypries.

Westfälische Nachrichten, Lokalteil Senden, 29.03.2007
"Keiner hat etwas gewusst?"
Achtklässler des JHG beschäftigen sich mit sensiblem Thema
"Sexueller Missbrauch"
Senden. "Gute Nacht Zuckerpüppchen" - Der Titel des Buches von
Heidi Hassenmüller lässt nicht ahnen, welche schreckliche und traumatische Geschichte
sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Es geht um sexuellen Missbrauch von
Kindern, den die Autorin mit deutlichen Parallelen zu ihrem eigenen Leben
beschreibt. Anhand dieses Buches beschäftigen sich die Achtklässler des
Joseph-Haydn-Gymnasiums im evangelischen Religionsunterricht gemeinsam mit
Fachlehrer Michael Hilbk und Kollegin Iris Wunderlich derzeit mit diesem Thema.
Gestern hatten sie in einer Doppelstunde zwei Vertreter der münsterischen
Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt "Zartbitter" zur
Gast. Die beiden Diplompädagogen Christine Gelbhardt und Martin Helmer
berichteten den Jugendlichen nicht nur über die Arbeit der seit 20 Jahren
bestehenden Einrichtung, sondern standen auch Rede und Antwort zu den
unterschiedlichen Fragen. So wollten die JHG-ler unter anderm wissen, wie und ob
man Opfer sexuellen Missbrauchs "erkennen" könne. "Warum
missbrauchen Menschen andere Menschen?", fragte einer der Schüler ratlos.
Den Kontakt zu "Zartbitter" hatten die Jugendlichen selbst
hergestellt, sich um einen Gesprächstermin gekümmert und sich intensiv darauf vorbereitet.
Dieser selbständige Umgang mit dem sensiblen Thema freute insbesondere
Religionslehrer Michael Hilbk. In Gruppenarbeit haben sich die Achtklässler mit
sexuellem Missbrauch auseinandergesetzt, Internet-Recherche betrieben, Plakate
und eine Wandzeitung entworfen. Das Thema habe große Betroffenheit bei den
Schülern ausgelöst, so der Pädagoge. "Alle sind sehr prägnant und in
angemessener Sprache damit umgegangen", sagte er und verwies dabei auf die
teils drastische Beschreibung in dem Buch "Gute Nacht
Zuckerpüppchen". Was die Jugendlichen vor allem fassungslos gemacht habe,
sei das scheinbare Nicht-Wissen oder Wegschauen der Umgebung: "keiner hat
etwas gewusst?"
"Zartbitter"-Berater Martin Helmer wies zudem darauf hin, dass
sich die Beratungsstelle an Jugendliche ab 14 Jahre bis hin zu Erwachsenen
wende. Beratungen erfolgen in Einzelgesprächen wie auch in Gruppen. "Wir
arbeiten auch in der Prävention, etwa durch Besuche in Schulen",
erläuterte er.

Westfälische Nachrichten, 13.01.2007
Leserbrief
Nicht involiert
Zum Bericht "Kinderschutz mit Rückendeckung" vom 27. Dezember:
In diesem Bericht wird Bezug genommen auf den so genannten
"Montessori-Prozess", bei dem unter anderem die Beratungsstelle
Zartbitter Coesfeld tätig war.
Oft kommt es z u Verwechslungen von Profil und Angeboten der
Zartbitter-Beratungsstellen. Im Sinne der Menschen, die zu uns kommen und
Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, ist es uns wichtig,
Folgendes festzustellen:
Die drei Beratungsstellen in der Bundesrepublik mit dem Namen
"Zartbitter" in Münster, Coesfeld und Köln arbeiten personell und
konzeptionell unabhängig und unterschiedlich.
Zartbitter Münster ist eine Beratungsstelle für Jugendliche ab 14 Jahren,
Frauen und Männer. Die Beratungsstelle arbeitet nicht mit Kindern und macht
keine "Aufdeckungsarbeit". Zartbitter Münster war nicht in den
"Montessori-Prozess" involviert.
Transparenz in der Arbeit, Vernetzung, Sachlich- und Fachlichkeit mit dem
sensiblen Thema "Sexualisierte Gewalt" sind wichtige Bausteine in der
Beratungsstelle, die seit 20 Jahren Beratung, Gruppen und Prävention in
Münster anbietet.
Astrid-Maria Kreyerhoff
Kirsten Hansen

Westfälische Nachrichten, 12.01.2007
Spenden für Zartbitter
Verdoppelte Spenden für Zartbitter: 11.212,74 Euro sind bei der Spendenverdopplungsaktion
2006 zugunsten der Beratungsstelle Zartbitter Münster e.V. gegen sexualisierte
Gewalt zusammengekommen. Im Rahmen des 20jährigen Bestehens hat die
Bethe-Stiftung die vielen Einzelspenden zu diesem Gesamtbetrag verdoppelt. Der
Verein muss ein Drittel seines Gesamt-Haushalts aus Eigenmitteln aufbringen.
Daher fließen diese Spenden komplett in die Finanzierung der Arbeit mit von
sexualisierter Gewalt betroffenen Jugendlichen ab 14 Jahren, Frauen und Männer.

Westfälische Nachrichten, 09.12.2006
Spende für Zartbitter
850 Euro spendet der Golfclub Brückhausen in Alverskirchen der
Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt Zartbitter Münster e.V. Das
Geld war bei einer Tombola des Pro-Shop für Golfartikel gesammelt worden.
"Der Betrag wir von der Bethe-Stiftung im Rahmen unseres 20jährigen
Jubiläums verdoppelt", freu sich Kirsten Hansen, die die Spende von Kristin
Wright, Mitbetreiberin des Pro-Shop, entgegennahm.

Münstersche Zeitung, 10.10.2006
Spenden verdoppeln mit Bethe-Stiftung
Zartbitter Münster: Aktion im Jubiläumsjahr
Seit bereits 20 Jahren existiert die Beratungsstelle Zartbitter jetzt
in Münster. Unterstützung suchen häufig Menschen, die als Kinder, Jugendliche
und junge Erwachsene sexualisierte Gewalt erleben mussten. Denn diese Erlebnisse
prägen oft ein Leben lang.
Zartbitter Münster bietet Jugendlichen ab 14 Jahren, Frauen und
Männern, Hilfe. Jedes Jahr besuchen über 200 Hilfesuchende die Beratungsstelle
und werden in rund 1.500 Beratungs-, Gruppen- und Therapiestunden begleitet.
Finanziell unterstützt wird die Arbeit von Zartbitter von der Stadt
Münster mit einem festen Zuschuss im städtischen Haushalt. Zusätzlich ist der
Verein darauf angewiesen, Eigenmittel durch Mitgliedsbeiträge, Bußgelder,
Spenden und Sponsoring sowie kostenpflichtige Angebote zu erwirtschaften. Nur so
können die 2,8 Stellen, die sich auf fünf Mitarbeiterinnen und einen
Mitarbeiter verteilen, aufrecht erhalten werden.
Die Bethe-Stiftung mit Sitz in Essen unterstützt im Jubiläumsjahr die Arbeit
mit einer Spendenverdopplungsaktion, die bis zum 23. November dauert. Jede
Einzelspende bis 2.000 Euro, wird bis zu einer Gesamtsumme von 12.000 Euro
verdoppelt. Die Stiftung unterstützt vor allem Kinder-Hospize und
Institutionen, die Betroffenen von sexualisierter Gewalt Hilfsangebote machen.
Weitere Informationen sind bei Zartbitter Münster unter Tel. 4140555
erhältlich.

Westfälische Nachrichten, 13.10.2006
Bethe-Stiftung unterstützt Zartbitter
Die Beratungsstelle Zartbitter Münster besteht seit 20 Jahren. In
die Beratungsstelle kommen Menschen, die als Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene sexualisierte Gewalt erleben mussten. Diese Erlebnisse prägen oft
ein Leben lang.
Zartbitter bietet Jugendlichen ab 14 Jahren, Frauen und Männern, Hilfe
und Unterstützung an. Jedes Jahr besuchen ca. 220 Klienten die Beratungsstelle
und werden in rund 1.500 Beratungs-, Gruppen- und Therapiestunden begleitet,
heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Stadt unterstützt diese Arbeit mit einem festen Haushaltstitel. Zusätzlich
muss der Verein Eigenmittel durch Mitgliedsbeiträge, Bußgelder, Spenden und
Sponsoring sowie kostenpflichtige Angebote erwirtschaften, um den
Personalschlüssel von 2,8 Stellen (fünf Mitarbeiterinnen und einen
Mitarbeiter) aufrecht erhalten zu können. Die Bethe-Stiftung mit Sitz in Essen
unterstützt im Jubiläumsjahr die Arbeit mit einer Spendenverdopplungsaktion
vom 23. August bis 23. November. Jede Einzelspende bis 2.000 Euro, die in dieser
Zeit unter dem Stichwort "Beratung Zartbitter" auf das Konto
bei der Sparkasse Münsterland-Ost, Nr. 2008308, BLZ 400 501 50 eingeht, wird
bis zu einer Gesamtsumme von 12.000 Euro verdoppelt.

Westfälische Nachrichten, 05.10.2006
Das Leid von der Seele malen
Ausstellung der Beratungsstelle "Zartbitter" in der Stadtbücherei
Sexualisierte Gewalt künstlerisch zum Ausdruck bringen, das ist der Zweck
der Ausstellung "Innenwelten - Außenwelten", die gestern in der
Stadtbücherei eröffnet wurde. Die Malereien, Gedichte, Zeichnungen und
Objekte, die im Eingangsbereich zu sehen sind, erzählen die Geschichten von
sieben jungen Frauen und Mädchen im Alter von 16 bis 21 Jahren, die schlimme Erfahrungen
mit sexuellen Übergriffen machen mussten.
Die Mitarbeiter der Beratungsstele gegen sexualisierte Gewalt
"Zartbitter" erleben in Gruppensitzungen häufig, dass die Opfer sich
mit Kunst ihr Leid von der Seele schreiben oder malen. "Oftmals kann man
über seine Gefühle einfach nicht reden und muss sich irgendwie anders zum
Ausdruck bringen. Genau das wollen wir mit dieser Ausstellung zeigen",
erklärte Christine Gelbhardt von Zartbitter. Dass die Ausstellung im
öffentlichen Raum ist, sei besonders wichtig. "So präsentieren sich die
Betroffenen indirekt der Öffentlichkeit".
Im Eingangsbereich der Stadtbücherei haben die Besucher nun die Gelegenheit,
sich unauffällig mit dem schwierigen Thema auseinanderzusetzen. "Es ist
manchmal einfacher, bestimmte Dinge über Kunst auszudrücken, anstatt mit
Worten", so Gelbhardt.
Auch Ingrid Siemer von der Stadtbücherei hat bis jetzt nur positive Erfahrungen
mit der Ausstellung gemacht. "Sie wird wahrgenommen. Die Leute bleiben
stehen und lesen sich das ein oder andere Gedicht durch." Es soll aber
nicht nur der bloße Horror gezeigt werden, die Ausstellung macht deutlich, was
die zumeist weiblichen Opfer von sexualisierter Gewalt innerlich beschäftigt.
"Es war für die Mädchen manchmal sehr schwierig, das Erlebte in eine
künstlerische Form zu bringen", berichtete Christine Gelbhardt.
Noch bis zum 21. Oktober ist die Ausstellung in der Stadtbücherei am Alten
Steinweg zu sehen. Das Projekt findet im Rahmen des 20jährigen Bestehens der
Beratungsstelle Zartbitter statt.

Münstersche Zeitung, 26.08.2006
Präventiv gegen sexualisierte Gewalt
MZ-Gespräch mit Astrid-Maria Kreyerhoff zum 20-jährigen Bestehen der
Beratungsstelle Zartbitter
Etwa jedes dritte Mädchen, jeder siebte Junge sind betroffen. Nur wenige
Fälle sexualisierter Gewalt werden zur Anzeige gebracht, viel zu wenige
therapeutisch betreut. Seit 20 Jahren kümmert sich die Beratungsstelle
Zartbitter in Münster um Menschen mit sexueller Gewalt-Erfahrung.
MZ-Redakteurin Andrea Kutzendörfer sprach aus diesem Anlass mit der Leiterin
der Einrichtung, Astrid-Maria Kreyerhoff.
Vorab die Frage: Wie definiert sich sexualisierte Gewalt?
Kreyerhoff: Sexualisierte Gewalt wird dann ausgeübt, wenn ein
Erwachsener Macht, Verantwortung und Vertrauen einem Kind gegenüber benutzt,
eigene sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Das muss nicht immer körperlich
sichtbar sein; es gibt auch massive Eingriffe in die Schamgrenze durch
psychische Einflussnahme, wenn z.B. ein Kind das Bad nicht abschließen darf,
damit der Vater immer Zutritt hat. Physische, psychische und sexuelle Gewalt
sind oft aneinander gekoppelt - und gehen nicht selten einher mit Drohungen, die
die Welt des Kindes auf den Kopf stellen.
Welche Auswirkungen hat diese Gewaltausübung - auch auf lange Sicht -
auf die Betroffenen?
Kreyerhoff: Die Folgen sind selten klar zu erkennen. Sie reichen
von Problemen in der Beziehung mit Nähe, Vertrauen und Sexualität über
chronische körperliche Erkrankungen oder permanente Anspannung bis hin zu
Suchterkrankungen. Der Betäubungsaspekt ist hier besonders wichtig: Ein so
genanntes Vermeidungsverhalten wie das Verdrängen des Erlebten bleibt oft
erhalten und wirkt sich sehr negativ aus. Betroffene Frauen zum Beispiel sind
vier Mal so häufig gefährdet, sexuelle Gewalt auch im Erwachsenenalter zu
erleben, als andere.
Gibt es begünstigende Faktoren bei sexuellem Missbrauch?
Familienstrukturen scheinen eine Rolle zu spielen...
: Sexueller Missbrauch geht durch alle Schichten.
Begünstigender Faktor kann die Unfähigkeit eines Kindes oder Jugendlichen
sein, eigene Grenzen wahrzunehmen. Findet er in familiärer Umgebung statt, kann
auch die Angst vor Imageverlust, die heile Welt, die erhalten bleiben soll, eine
Rolle spielen. Was den Täter angeht, kann man nur schwer Kriterien nennen bzw.
sagen, was wen zu einer solchen Tat treibt. Es ist aber wissenschaftlich belegt,
dass viele Täter selbst sexuelle Gewalt erlebt haben. Für missbrauchte Männer
ist das eine hohe Hypothek, sie leben in der permanenten Angst, ein potentieller
Täter zu sein.
Muss also hier, bei Männern bzw. Jungen, die Beratungsarbeit nicht
besonders ansetzten?
Kreyerhoff: Das ist richtig. Wir sind bei Zartbitter mit Beratung
und vor allem Prävention gerade bei Jugendlichen sehr aktiv. Wir wollen mit
jungen Männer in einem Alter, in dem sich ihre sexuelle Orientierung noch
entwickelt, ins Gespräch kommen - z.B. über ein anderes als das herkömmliche
Männerbild. Es geht darum, Beziehung und Sexualität anders zu leben. Das ist
für uns Täterprävention. Seit Jahren setzt sich übrigens die Stadt ganz
besonders für unsere Jungen- und Männerarbeit ein und bewilligt zusätzliche
Gelder. Schön ist auch die Idee der Bethe-Stiftung, im Zeitraum vom 23. August
bis 23. November dieses Jahres jede Einzelspende bis 2.000 Euro, die in dieser
Zeit unter dem Stichwort 'Beratung Zartbitter' auf unser Konto bei der Sparkasse
Münsterland-Ost eingeht (Nr. 200 830 8, BLZ 400 501 50), bis zu einer
Gesamtsumme von 12.000 Euro zu verdoppeln...
Sex und seine Darstellung in den Medien... Gibt es da einen
Zusammenhang, einen negativen Einfluss?
: Die Darstellung von Sex in den Medien wirkt sich
eigentlich nur auf das Bild aus, wie wir als Mann oder Frau sein sollen. Die
Verherrlichung von Gewalt ist aber natürlich ein Problem. Aber uns macht etwas
ganz anderes Sorgen: Durch Globalisierung bzw. weltweite Vernetzung ist die
Möglichkeit für Menschen, die Pädosexualität leben und an Kinder
heranzukommen versuchen, verbessert worden.
Und wie ist das Thema sexuelle Gewalt in den Medien vertreten?
: Das Thema ist in den Medien wieder mal der Renner.
Man denke an den Montessori-Prozess oder an den Fall Dutroux. Das Thema neigt
zur Dramatisierung. Diese Polemisierung nützt aber niemandem. Medien sollten
dieses Gebiet differenzierter angehen. Obwohl ich sagen muss, dass es auch nicht
einfach ist, mit dem Thema umzugehen.
Wie ist Ihr Ausblick?
: Sexualisierte Gewalt wird es immer geben. Durch
Prävention wollen wir langfristig versuchen gegenzusteuern. Wir machen eine
breite Öffentlichkeitsarbeit und möchten für die Betroffenen ein Netzwerk
aufbauen. Denn wir schaffen das alles nicht allein. Und wir wollen es auch
nicht.

Westfälische Nachrichten, 26.08.2006
Ende der Angst
Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt: Das Problem ist gewaltig
Wenn Astrid-Maria Kreyerhoff träumt, entstehen keine Luftschlösser. Die
Leiterin der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Münster träumt so
konkret, dass tragfähige Zukunftsgebäude entstehen. "Ich träume vom
Ausbau der Multiplikatoren-Schulungen", sagt sie. Was spräche dagegen,
viele Lehrer, Erzieher und Pädagogen mit sicheren Kenntnissen über sexuelle
Gewalt auszustatten und so in die Lage zu versetzen, Fälle zu erkennen und
richtig helfen zu können?
Prävention ist ein zweiter großer Wunschtraum der Psychodramatherapeutin.
Prävention in Form von Gesprächen und Workshops, Prävention durch die
Darstellung der Rechte und Prävention letztendlich durch ein Kratzen an der
noch immer dicken Haut eines Tabuthemas. Träume, die wahr werden könnten, wenn
Menschen der Schutz vor Missbrauch mehr Geld wert wäre und wenn das Thema
insgesamt ehrlicher behandelt würde.
Gerade das ist ein großes Problem. In den 20 Jahren, in denen sich die
Beratungsstelle Zartbitter um Betroffene von sexueller Gewalt kümmert, ist
eine Endlosliste von immer wieder ähnlichen Situationen entstanden. Da ist
beispielsweise das Mädchen, das seinen Eltern gesteht, wie sehr es sich vorn
den "komischen Berührungen" seines Reitlehrers ekele. Er mache ihr
Angst sagt sie. Doch die Eltern wehren ab. So schlimm, beschwichtigen sie, wird
es schon nicht gewesen sein. Sie sind oberflächlich mit dem Reitlehrer
befreundet und befürchten gesellschaftlichen Schaden.
"Sexualisierte Gewalt müsste viel mehr geächtet werden", sagt
Astrid-Maria Kreyerhoff und würde sich wünschen, dass der Gesellschaft bewusst
wird, wie viel Mut und Kraft für eine Frau dazugehört, ihren Partner
öffentlich anzuklagen, nachdem sie erkannt hat, dass er die gemeinsame Tochter
missbraucht. Eine solche Anklage hebt ihr Leben aus den Fugen. Sie ist
couragiert.
Dennoch steht die Zeit nicht still. Die Gesetzgebung ist verbessert und die
Spanne zwischen dem Zeitpunkt des Missbrauchs und der Beratung ist geringer
geworden. Der Verein Zartbitter bietet seine Hilfe für junge Menschen ab
14 an. Die meisten Betroffenen, die die therapeutischen Angebote der
Beratungsstelle in Anspruch nehmen, sind knapp über 20 Jahre alt. Viele von
ihnen haben die sexuelle Gewalt, die sie ertragen mussten, verdrängt. Sie haben
sie vergessen. Ihr Gehirn hat das, was zu schwer war, um damit leben zu können,
unsichtbar gemacht. "Der Körper aber vergisst nicht", sagt die
Zartbitter-Leiterin. Viele Betroffene leben mit Kopf-, Magen- und
Rückenschmerzen, die medizinisch nicht begründbar sind.
Die Lebensläufe ähneln sich oft. Die meisten der Betroffenen sind in ihrem
Umfeld beliebt. Sie kümmern sich um alles, weil sie glauben, sich nur auf sich
selbst verlassen zu können. Ihr Selbstwertgefühl ist oft gering, das macht sie
immer wieder zu Opfern von Menschen, die sie ohne Mühe ausnutzen können.
"So eine Lebensführung funktioniert eine Weile", weiß Astrid-Maria
Kreyerhoff. "Doch irgendwann wird es zu anstrengend, immer eine Fassade
aufrecht zu erhalten." Das Zartbitter-Team versucht den Betroffenen
klar zu machen, dass kein Mensch in der Lage ist, aus dieser Falle allein
herauszukommen.
Während sie das sagt, denkt die Psychodramatherapeutin an den 18-Jährigen, der
am Vortag zu ihr kam. "Hoffentlich kommt er wieder." Eine Handynummer
konnte er ihr nicht geben. Er hat kein Telefon. Er brauche keins, sagte er.
Anrufen würde ohnehin niemand. Dieser junge Mann hat, solange er denken kann,
sexuelle Gewalt erfahren. "Er fühlt sich als komplette Null." Dennoch
steckt irgendwo in ihm eine Reserve Zukunftswille, die ihn dazu geführt hat,
über Hilfe immerhin nachzudenken. Ein Ansatz.
Perspektiven sind exakt das, woran Beratungsstellen wie Zartbitter
arbeiten. "Unser oberstes Ziel ist es, Ressourcen zu finden und zu
fördern", sagt die Leiterin. Die Betroffenen müssen lernen, zu fühlen.
Sie sollen erkennen können, was ihnen gut tut und was ihnen schadet und
entsprechend handeln. Nein sagen, Grenzen setzen - all das ist wichtig, um mit
der Erinnerung an sexuelle Gewalt leben zu können, die nie vergessen sein wird,
das Leben aber nicht mehr beherrscht.
Was ist ein Erfolg? Vielleicht das Lächeln der Frau, die unter der Missachtung
einer früheren Freundin litt und dann doch wieder mit ihr sprechen konnte. Sie
wisse heute, was sie wert sei, sagt sie. Deshalb werfe es sie nicht mehr sofort
um, wenn sie Ablehnung spüre.
Ein anderer Erfolg: Eine Frau, die jahreslang nicht weinen konnte, lässt diesen
Ausbruch von Trauer und Gefühl heute zu.

Münstersche Zeitung, 24.08.2006
Zartbitter nicht verzichtbar
Festakt: Beratungsstelle für Menschen mit sexueller Gewalterfahrung wird 20
Jahre alt
"Zart war ich, bitter war's." Das ist die Erkenntnis von Menschen mit
sexueller Gewalterfahrung und der Slogan, unter dem auch in Münster Betroffene
Unterstützung finden. In diesem Jahr feiert die Beratungsstelle Zartbitter
ihr 20jähriges Bestehen. Der Startschuss fiel gestern mit einem offiziellen
Festakt.
Etwa jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge sind betroffen, so
Astrid-Maria Kreyerhoff, Leiterin der Beratungsstelle, die pro Jahr rund 250
männliche wie weibliche Patienten aufsuchen. Hier werden sie von sechs
Fachkräften betreut, das sind 2,8 Stellen, allesamt auf der Basis befristeter
Teilzeitverträge, wie Kreyerhoff betonte. "Als freier Träger bekommen wir
keine Unterstützung von den Krankenkassen", fügte die
Psychodramatherapeutin hinzu. "Aber die Stadt setzt sich sehr für uns
ein".
Sparkatalog
Und so zeigte sich Dr. Mechthild Kuhlmann aus dem Vorstand von Zartbitter
e.V. auch überaus erleichtert, dass die Beratungsstelle bislang nicht im
Sparkatalog der Stadt, die für zwei Drittel der Kosten aufkommt (ein Drittel
wird aus Eigenmitteln finanziert), auftaucht. Josef Rickfelder, Vorsitzender des
Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien bekräftigte im Rahmen der
gestrigen Feier in der der Mehrzweckhalle der Stadtwerke die Verantwortung, die
Kommunalpolitik hier habe. Das Angebot in Münster müsse erhalten bleiben,
"Zartbitter ist nicht verzichtbar".
Den Gedanken unterstützt auch Anna Pohl, Leiterin des Jugendamtes, die auf je
20.000 zusätzliche Euro Unterstützung für dieses und das kommende Jahr
hinwies, die Zartbitter für die (Gruppen-)Arbeit mit Jungen gewährt
worden sei. Sexuelle Gewalt - das sei ein tabuisierter Bereich, der immer wieder
in den Blickpunkt gerückt werden müsse; zudem wisse man um die Tatsache, dass
betroffene Jungen oft Täter würden.
Aus einer Gruppe von Frauen, die beruflich mit dem Thema "sexuelle
Gewalt" zu tun hatte, gründete sich 1986 der Verein Zartbitter, der
mit Unterstützung der Stiftung Siverdes peu à peu die Beratungsarbeit auf den
Weg brachte. "Zu uns kommen Menschen, die in der Regel wiederholt
Gewalterfahrung erlebt haben", erzählt Kreyerhoff. Die Auswirkungen
pendelten zwischen Verunsicherung, Angst, chronischen Erkrankungen und der
Unfähigkeit, den Alltag zu bewältigen.

Westfälische Nachrichten, 24.08.2006
Beratungsstelle besteht seit 20 Jahren
Etwa 250 Betroffene pro Jahr suchen Rat und Hilfe bei Zartbitter, der
Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt. Sie feierte gestern mit zahlreichen
Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft das 20-jährige Bestehen.
Leidenswege durch's Leben
Zartbitter: "Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt" wird 20/Jede
vierte Frau betroffene
Jede vierte Frau und jeder fünfte Mann hat in seiner Vergangenheit bereits
sexualisierte Gewalt erlebt - so die Schätzungen in einschlägigen Studien. Die
gemeldeten Zahlen liegen weit darunter, da nur rund zehn Prozent der Betroffenen
bei diesem nach wie vor tabuisierten Thema zur Polizei gehen, sagt Astrid-Maria
Kreyerhoff. Sie ist Leiterin der Beratungsstelle Zartbitter, die gestern
mit zahlreichen Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft ihr
20-jähriges Bestehen feierte.
Die Initialzündung gab damals ein Vortragsabend zum vielbeachteten Buch "Väter
als Täter", erinnert sich Gründungsmitglied Sibylle von Bethusy-Huc. Die
Rechtsanwältin vertrat Anfang der 90er Jahre missbrauchte Kinder im
spektakulären Montessori-Prozess.
Bereits 1986 wurde Zartbitter an den Start gebracht - in einem 20
Quadratmeter großen angemieteten Raum mit einem Jahresbudget von 6.000 Mark
dank der Unterstützung der Stiftung Siverdes, die sich auch heute noch
gemeinsam mit der Bethe-Stiftung für den Verein stark macht. Immerhin zwei
Drittel des Jahresbudgets bezahlt die Stadt Münster "für diese
unverzichtbare Einrichtung, die kompetente Hilfe und Therapie in einem
tabuisierten Bereich übernimmt", lobte gestern Anna Pohl, Leiterin des
Jugendamtes. Da viele Jungen, die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erlebt
haben, später selbst zu Tätern werden, lasse sich die Stadt Münster die
Gruppenarbeit mit Jungen in diesem und dem kommenden Jahr je 20.000 Euro
zusätzlich kosten.
Etwa 250 Betroffene pro Jahr suchen Rat und Hilfe nach einem meist jahrelangen
Leidensweg - oft gekoppelt mit psychosomatischen Krankheitsbildern. Der therapeutische
Prozess, den fünf Mitarbeiter bei Zartbitter am Berliner Platz
begleiten, dauert oft lang. "Wenn Verhaltensweisen in 20 Jahren antrainiert
wurden, braucht es lange, um wieder davon loszukommen", weiß Kreyerhoff.
Sie weiß aber auch um die finanziellen Schwierigkeiten der Beratungsstelle, die
nur kurzfristig planen kann, da städtische Zuschüsse ebenso wie
Stiftungsmittel nur für ein, zwei Jahre gesichert sind. Daher wurden gestern
die Worte von Josef Rickfelder (Vorsitzender des Ausschusses für Kinder,
Jugendliche und Familien) gern gehört. "Ich wünsche Zartbitter
noch viele Geburtstage."
Im Jubiläumsjahr hat sich übrigens die Bethe-Stiftung bereit erklärt, alle
Spenden bis zu einer Gesamthöhe von 12.000 Euro zu verdoppeln.

Westfälische Nachrichten, 30.06.2006
Mit dem Herzen heilen
Neue Wege gehen, um traumatisierten Menschen besser helfen zu können -
dieses Konzept verfolgt der amerikanische Psychiater Dr. Carl Hammerschlag. Im Rahmen
einer Vortragswoche besuchte er am Mittwoch die Stadtbücherei Münster.
"Ich versuche mit alternativen Methoden die körperliche und geistige
Balance traumatisierter Menschen wieder herzustellen", erklärt
Hammerschlag. Zu Stande kam der Besuch durch Diplom-Psychologin Claudia
Weinspach von der münsterschen Beratungsstelle "Zartbitter",
die Hammerschlag in den USA kennen lernte, ihn zu ihrem Mentor machte und schließlich
nach Deutschland einlud. Von indianischen Medizinmännern lernte Hammerschlag,
wie er sagt, weit mehr als ihm die Schulmedizin je hätte beibringen können:
"Um wirklich heilen zu können, muss man auch mit dem Herzen
arbeiten."

Münstersche Zeitung, 24.06.2006
Bitterer Schritt für Zartbitter
Grüne kritisieren CDU/FDP-Beschluss
Münster. Eine Initiative von CDU und FDP hat ernste Konsequenzen für Zartbitter, wie die Grünen in einer Pressemitteilung erklären.
Für die Männer-, Jungen- und Präventionsarbeit von Zartbitter soll es danach
statt der seitens der Verwaltung vorgesehenen Stiftungsmittel für die kommenden
drei Jahre nur noch Geld für zwei Jahre geben, statt 60.000 Euro also nur noch
40.000. Für GAL-Ratsfrau Jutta Möllers, jugendpolitische Sprecherin ihrer
Fraktion, stellt das Verhalten der schwarz-gelben Ratsmehrheit einen Affront
nicht nur gegenüber dem Träger sondern auch gegenüber der Opposition dar.
"Da halten die Koalitionsfraktionen ihren Änderungsantrag über einen
Monat zurück, um ihn dann handstreichartig durchzustimmen. Wer sich so der
Diskussion entziehen will, weiß wohl selbst am besten, dass es für die jetzt
beschlossene Kürzung keine Argumente gibt", so Möllers, die die
Befürchtung äußert, dass diese Verfahrensweise einreißen könnte.

Westfälische Nachrichten, 23.12.2005
Eine Spende in Höhe von 400 Euro überreichten Kristin und Peter Wright,
Inhaber des "ProShop" in Alverskirchen jetzt an Kirsten Hansen von der
Beratungsstelle Zartbitter Münster e.V. Das Geld war während eines
Turniers des Golfclubs Brückhausen gesammelt worden.
"Wir hoffen sehr, dass wir damit die wichtige Arbeit von Zartbitter
etwas unterstützen können", so Kristin Wright bei der Spendenübergabe.

Münstersche Zeitung, 21.12.2005
Bares zierte den Weihnachtsbaum, den Ellen und Ralf Landwerth von der Geschäftsführung des Bauunternehmens Kappel an Astrid-Maria
Kreyerhoff und Kirsten Hansen vom Zartbitter e.V. gestern
überreichten. An der Spendensammlung, die 4.000 Euro einbrachte, waren weitere
Firmen beteiligt. Thorsten Kubitza und Klaus Müller vertraten die
Geschäftsführung Exkern, die ebenso wie Gaarmann-Overhaus Containerdienst,
Brüggemann Estricharbeiten, Gerüstbau Westerloh und MTM Baustoffe Geld
sammelten. Mit der Summe sollen bestehende Beratungs-, Gruppen und
Präventionsangebote der Beratungsstelle für Jugendliche ab 14 Jahren, die
sexualisierte Gewalt erfahren haben, auch im nächsten Jahr erhalten werden.

Münstersche Zeitung, 07.12.2005
Einfach himmlisch!
Mitreißendes Benefiz-Konzert der Brown Sisters/Sparkasse übergab
12.800-Euro-Spende
Münster. Wie zu Hause in der "Pillar of Truth Church" von Chicago
konnten sich die Brown Sisters am Montag in der Halle Münsterland fühlen.
Schließlich war es nicht der erste Auftritt der Gospelsängerinnen beim
traditionellen Benefizabend der Sparkasse Münsterland Ost. Für die betätigte
sich stellvertretend Uwe Koch als Moderator und "Anheizer", der dem
Publikum ein kräftiges Hallelujah entlockte, bevor die fünf Schwestern samt
Pianist die Bühne betraten.
Deren Gotteslob klang zweifellos schöner und feuriger und war deshalb bestens
geeignet, für gelöste Stimmung im ausverkauften Saal zu sorgen. Spätestens zu
"Lord, you are so good" ertönte aus allen Reihen rhythmisches
Klatschen, das auch dem durch Vorsängerin Vanessa Brown unaufhaltsam
beschleunigtem Tempo standhielt. Wie eine wildschnaufende Dampflok bahnte sich
das "Every time I feel the spirit moving" seinen Weg von der Bühne
herab.
Hier konnte man auch ein Klaviersolo von Jason Tyson bewundern, der wie ein Fels
in der Brandung am Flügel saß und nur Kraft seiner gelenkigen Finger die Tasten
niederdrückte. Kaum zu glauben, dass der Herr sich hierüber nicht freuen
würde, trotzdem fragten sich die Browns ehrfürchtig im engelsgleichen
A-cappella-Gesang "What if Good is unhappy with our prayers?"
Neben dem beseelten "Lean on me" war dies einer der wenigen ruhigen
Momente in einem ansonsten überschäumend turbulenten Konzert mit dem
obligatorischen "Amen", das auch von einzelnen Zuhörern in ein
herumgereichtes Mikrophon gesungen wurde. Fehlen durfte indes auch Joe Cockers
"Up where we belong" nicht. Lovettes kräftiger Sopran gesellte sich
darin zum Ohren schmeichelnden Tenor ihrer Schwester Adrienne, begleitet von
Andrea Brown am Flügel.
Bisher unerreicht
Der Erlös von 10.000 Euro aus dem Kartenvorverkauf, sowie die rund 2.800
Euro Saalspende - ein bisher unerreichtes Spendenergebnis - wurden in diesem
Jahr durch den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Münsterland Ost, Markus
Schabel an Astrid-Maria Kreyerhoff und Martin Helmer von "Zartbitter
Münster e.V." übergeben. Etwa 450 Beratungsstunden für Opfer
sexualisierter Gewalt können so im kommenden Jahr finanziert werden.

Westfälische Nachrichten, 07.12.2005
Starke Stimmen - hohe Spenden
Benefizabend der Sparkasse Münsterland Ost: Erlös kommt "Zartbitter"
zugute
Münster. Die jüngste Zuschauerin hatte den Dreh raus: Ihr ganzer Körper
wippte, als die sechsjährige Joy am Montagabend im Rhythmus der Gospels der
"Brown Sisters" klatschte. Auch wenn die Erwachsenen sich meist
verhaltener beteiligten: Die Sangesfreude der fünf stimmgewaltigen Schwestern
aus Chicago riss auch sie mit.
Die Sparkasse Münsterland Ost setzte mit dem von ihr organisierten Benefizabend
in der Halle Münsterland eine Tradition fort und spendete das Eintrittsgeld
einem guten Zweck: Es fließt in die Beratungsarbeit des Vereins Zartbitter,
der sich um Opfer sexueller Gewalt kümmert. Die Sparkasse [veranstaltet]
bereits zum 13. mal ein Benefiz-Konzert. Dass das gut ankommt, zeigen die
steigenden Zuschauerzahlen.
Die Brown Sisters begeisterten bereits vor zwei Jahren das Sparkassen-Publikum.
Gekonnt gingen sie auch diesmal mit sanften Hymnen wie "For he is worthy"
behutsam auf die beschaulich-deutsche Attitüde ein. Ihre überschäumende
Virtuosität ließen sie erst nach und nach heraus. So konnte ihnen ihr Publikum
folgen und scheute sich nicht, beim bekannten "Amen" selbst ins
herumgereichte Mikrofon zu singen.
Der Abschluss-Titel "Oh happy day" passte sehr gut zu dem
Spendenergebnis: Zusätzlich zu dem Eintrittsgeld, das bereits 330
Beratungsstunden finanziert, leistete das Publikum einen freiwilligen
Spendenbeitrag. Damit sind zehn Beratungsstunden pro Woche in 2006 für Zartbitter
gesichert. "Von solchen Aktionen wünsche ich mir mehr", freut sich
die Leiterin Astrid-Maria Kreyerhoff, die zusammen mit Martin Helmer über die
Arbeit ihrer Beratungsstelle berichtet hatte. Das Geld hilft Zartbitter,
weiterhin den Anspruch zu erfüllen, jedem Anrufer innerhalb von einer Woche
einen Termin anzubieten.
Zusätzlich zum aufgerundeten Eintrittsgeld in Höhe von 10.000 Euro spendete
das Publikum noch 2.744,40 Euro - ein bis dato in der Reihe der Benefizabende
unerreichtes Spendenergebnis, wie ein Sprecher der Sparkasse betonte.

11.11.2005 Pressemitteilung Sparkasse Münsterland-Ost
Gospel-Konzert für "Zartbitter"
Sparkasse veranstaltet Benefiz-Abend mit den Brown Sisters
(USA)/ Vorverkauf ab Montag:
Zu einem echten "Sister-Act" im wahren Sinne des Wortes lädt die
Sparkasse am 5. Dezember in die Halle Münsterland: Die "Brown-Sisters"
- fünf Gospel-Schwestern aus den USA - werden dann ab 20 Uhr ihr
stimmungsvolles Repertoire präsentieren.
Die Karriere der Geschwister aus dem Gospel-Mekka Chicago
begann in der Kirche des Vaters. Der machte seine musikalischen Töchter früh
mit der Musikrichtung vertraut und förderte ihr Talent. Seit 1986 begeistern
die Zwillinge Adrienne und Andrea mit ihren Geschwistern Lovette, Phyllis
und Vanessa ihr Publikum in den Vereinigten Staaten. Seit 1999 gelten sie auch
in Europa bei vielen Gospel-Kennern als echte Entdeckung. Kritiker schätzen die
ausgefeilte Mehrstimmigkeit und den besonderen Enthusiasmus des Ensembles, das
von dem Pianisten Jason Tyson verstärkt wird. Mit einem Durchschnittsalter von
Mitte Dreißig zählen die Brown-Sisters zu den jüngsten US-amerikanischen
Gospelgruppen, die derzeit in Europa gastieren.
Guter Zeitpunkt
Die Nachricht kam für Zartbitter Münster zu einem guten Zeitpunkt, denn
im Etat 2006 klaffen derzeit noch große Lücken, die zu einer Verringerung des
Beratungsangebots führen könnten. „Wir freuen uns über die Zusage der
Sparkasse - das zeigt die Wertschätzung unserer Arbeit und reduziert die
Finanzierungslücke im kommenden Jahr spürbar", unterstreicht Kirsten
Hansen von Zartbitter Münster. Die Notwendigkeit für eine langfristige
Absicherung der Beratungsarbeit bleibe natürlich weiter bestehen, so Hansen
weiter.
Karten
für das Gospel-Konzert gibt es ab Montag in allen münsterschen
Sparkassen-Filialen zum Preis von 8 Euro.

Westfälische Nachrichten, 09.11.2005
Ein Ich sucht seine Selbsts
Zwei Filme über multiple Persönlichkeit
Nickis ist eine multiple Persönlichkeit, aufgespalten in zahlreiche
Personen. Es gibt Männer, Frauen, Kinder in ihr. Eine Person alleine hätte die
unermessliche Gewalt, die ihr seit frühester Kindheit angetan wurde, nicht
ertragen. Nach mehr als zehn Jahren Therapie fasst sie mit Vierzig einen mutigen
Entschluss: Sie will den Teufelskreis aus Gewalt, Angst und Ohnmacht
durchbrechen und begibt sich auf Spurensuche nach Tatorten und Tätern. Am Donnerstag
(10. November) um 19.30 Uhr wird "ihr" Film "Höllenleben - eine
multiple Persönlichkeit auf Spurensuche" im Cinema gezeigt.
Gemeinsam mit der Autorin Liz Wieskerstrauch und dem Filmteam reist Nickis an
die Orte ihrer Kindheit - Tatorte in Wäldern, Burgen und Ruinen, auf
Friedhöfen, an Flüssen, in Häusern. Im Anschluss an die Vorführung des Films
besteht die Gesprächsmöglichkeit mit "Nickis" und er
Psychodrama-Therapeutin Astrid-Maria Kreyerhoff (Leiterin von "Zartbitter
- Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt").
Am Freitag (11. November) um 19.30 Uhr wird der Film "Ein Körper mit
System - Aus dem Leben einer multiplen Persönlichkeit" gezeigt. Dieser
Film dokumentiert, wie Nickis den Alltag organisiert. Auch an diesem Abend wird
"Nickis" da sein, daneben aber auch Dipl.-Psychologin Claudia
Weinspach [Zartbitter Münster e.V.]. An beiden Abenden wird der Dipl.
Sozialpädagoge Christian Bermpohl die Gespräche leiten.
Unter "Multi" versteht man landläufig jemanden, der unter "Dissoziativer
Identitätsstörung (DIS) leidet. Diese Bezeichnung ersetzt seit 1994 die
Bezeichnung Multiple Persönlichkeitsstörung; DIS unterscheidet sich im
Wesentlichen dadurch, dass nicht mehr zwingend wechselseitige Erinnerungslücken
zwischen verschiedenen Persönlichkeiten vorhanden sein müssen.

Westfälische Nachrichten, 05.11.2005
Zartbitter geht die finanzielle Luft aus
Bei sinkenden Einnahmen und steigenden Kosten fehlen dem Verein 24.000 Euro
Münster. Im Stuhlkreis im karg eingerichteten Zimmer, vierte Etage
gegenüber vom Hauptbahnhof, ist die Stimmung gedrückt. Zartbitter geht
nach eigenem Bekunden finanziell die Puste aus. 24.000 Euro zusätzliche
Zuschüsse hat der Verein beantragt. Ohne das Geld, erklären Leiterin
Astrid-Maria Kreyerhoff und Diplom-Pädagoge Martin Helmer, muss der Verein
seine Angebote für Opfer sexualisierter Gewalt zurückfahren.
Vor knapp 20 Jahren begann Zartbitter Münster die Arbeit. Aus dem
ehrenamtlichen Engagement entstand 1994 ein professionelles Angebot. Städtische
Zuschüsse von zunächst 103.500 Euro, die seit diesem Jahr auf 110.000 Euro erhöht
sind, machten die kontinuierliche Arbeit möglich: Beratung von Menschen, die
sexuelle Gewalt erfahren haben. Gruppen- und Einzeltherapien,
Informationsveranstaltungen in Schulen, psychosoziale Betreuung bei
Gerichtsprozessen - 2,7 Stellen, für viele Angebote. Besonders stolz ist der
Verein darauf, dass er neben fünf Frauen mit Martin Helmer auch einen
männlichen Diplom-Pädagogen beschäftigt, der männliche Opfer betreut. Denn
rund ein Viertel der Hilfesuchenden sind männlich.
"Es hat immer eine politische Anerkennung gegeben", weiß Zartbitter-Leiterin
Kreyerhoff zu schätzen. "Uns wurde immer vermittelt, dass unsere Arbeit
gewollt ist." Neben Bekundungen hat der Verein zusätzlich zur jährlichen
Förderung Gelder für Projektarbeit bekommen. Zudem deckt er einen Teil der
Kosten durch Drittmittel, darunter sind neben Spenden auch Gelder aus
Bußgeldern.
Doch all das reicht nicht mehr. Denn die Einnahmen sinken, die Kosten steigen -
15.000 Euro fehlen pro Jahr, hinzu kommen weitere 9.000 Euro, die zur
Finanzierung des männlichen Beraters fehlen - macht 24.000 Euro zusätzlichen
Bedarfs. Wird die Bitte nicht erfüllt, muss der Verein nach eigener Darstellung
die Angebote für Jungen und Männer streichen und eine Mitarbeiterin entlassen.
Um die Situation zu erläutern, hatte der Zartbitter-Verein eingeladen.
Doch Zusagen gab's am Ende nicht. "Das war uns immer ein großes
Anliegen", erklärte Carmen Greefrath, Sprecherin der CDU-Ratsfraktion für
Kinder, Jugendliche und Familien. "Unser Problem ist aber der jetzige
Haushalt." Mehr als 100 freie Träger gebe es in Münster - mit ähnlichen
Sorgen. Jutta Möllers, kinder- und jugendpolitische Sprecherin von Bündnis
90/Die Grünen, räumte Zartbitter große Priorität ein.

In eigener Sache:
Westfälische Nachrichten, 18.10.2005
Zartbitter geht auf Distanz
Münster. Sprecher des Vereins "Zartbitter Münster " haben
gestern betont, dass sie zu dem Montessori-Verfahren in keiner Verbindung
stehen. In einem Artikel zum zehn Jahre zurückliegenden Ende des
Montessori-Prozesses [WN vom 13.10.2005] wurde der "Aufdeckungseifer"
des Vereins Zartbitter als "problematisch" bezeichnet. Die Initiative
betont, "dass Zartbitter Münster mit dem genannten Verein
"Zartbitter" nicht identisch ist". Die Vereine würden
"personell und konzeptionell" unabhängig voneinander arbeiten.
Zielgruppen und Schwerpunkte würden sich zum Teil "erheblich
unterscheiden".
Hier der Originaltext der Beratungsstelle Zartbitter Münster
e.V. an die Westfälischen Nachrichten:
Richtigstellung
„Chef der Staatsanwaltschaft: Justiz hat aus Montessori-Prozess
gelernt“, WN 13.10.05
Im Artikel „Chef der Staatsanwaltschaft: Justiz hat aus
Montessori-Prozess gelernt“ in der WN vom 13.10.05 wird der Verein
„Zartbitter“ genannt, dessen „Aufdeckungseifer“ sowie Recherchen sehr
problematisch dargestellt werden.
Den Namen „Zartbitter“ tragen in NRW drei Vereine (Münster, Coesfeld, Köln),
die personell und konzeptionell unabhängig voneinander arbeiten. Zielgruppen
und Schwerpunkte der drei Einrichtungen unterscheiden sich dabei zum Teil
erheblich.
Wir möchten in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hinweisen, dass
Zartbitter Münster e.V. mit dem im Artikel genannten Verein „Zartbitter“
nicht identisch ist. Die Fachberatungsstelle Zartbitter Münster e.V. gegen
sexualisierte Gewalt bietet seit ihrer Gründung 1986 ausschließlich Beratung für
Jugendliche ab 14 Jahren, Frauen und Männer an und leistet keine
Aufdeckungsarbeit.
Das Thema „Sexualisierte Gewalt“ ist ein sensibles Thema, bei dem sich nicht
nur Staatsanwaltschaft und Polizei um mehr Qualität bemühen. Als
Fachberatungsstelle setzt sich Zartbitter Münster seit Jahren für einen
sachlichen, fachlichen und transparenten Umgang mit dem Thema vor allem in der
Öffentlichkeit ein.
Es braucht eine ebensolche Berichterstattung, um vor allem Betroffene nicht noch
mehr zu verunsichern und davon abzuschrecken, sich Hilfe bei
Fachberatungsstellen oder Fachleuten suchen. Wir wünschen uns weiterhin Aufklärung
und einen sachlichen unaufgeregten Umgang mit dem Thema.
Der Vorstand Zartbitter Münster e.V.
Ulla
Hinse, Dr. med. Mechthild Kuhlmann, Dr. med. Sigrid Vongehr

Münstersche Zeitung, 18.04.2005
Therapie auch für Männer. Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt
"Zartbitter" ist zum Berliner Platz 8 umgezogen
Münster. Die Einweihung der neuen Räume versammelte am vergangenen
Freitag Freunde und Mitstreiter der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt
"Zartbitter" e.V. am Berliner Platz 8.
Die Mitarbeiter des Vereins nutzten die Gelegenheit, um auf die Problematik und
Prävention der sexualisierten Gewalt aufmerksam zu machen.
Wie definiert man sexuelle Gewalt? Was sind die möglichen Langzeitfolgen dieser
bitteren Erfahrung? Wie soll man mit diesen Folgen umgehen? Mit solchen Fragen
befassen sich täglich sechs Pädagogen, Psychologen und Psychotherapeuten des
gemeinnützigen Vereins, der in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen feiert. [Zartbitter
Münster e.V. besteht im nächsten 20 Jahre.]
Schock uns Ersttrauma, wiederholte Vergewaltigungen und Willkür in der Familie
sind nur einige Probleme, mit denen sich circa 250 Jugendliche und Erwachsene
jährlich an die Mitarbeiter von Zartbitter e.V. wenden. Ungefähr ein
Fünftel sind Ausländer aus der ehemaligen UdSSR, Türkei, Portugal und anderen
Ländern. Die Beratungsstelle in Münster bietet als einzige in Deutschland eine
Einzeltherapie für sexuell belästigte Männer an.
Das besondere an der Hilfe bei Zartbitter ist, dass die Behandlung nicht
nur auf der sprachlichen sondern auch auf der körperlichen Ebene stattfinden.
"Es gibt verschiedene Formen des Missbrauchs. Ihnen allen ist gemein, dass
sie die Willens-, Gefühls- und Körpergrenzen des anderen überschreiten",
erklärt die Körpertherapeutin Claudia Weinspach. Die Einbeziehung des Körpers
sei wichtig, weil die meisten Betroffenen ein schwieriges Verhältnis zu ihrem
Körper haben und ihn noch lange nach dem Trauma-Erlebnis als ein verhasstes
Objekt betrachten.
Das Ziel der Beratung erläutert die Leiterin des Vereins Astrid-Maria
Keryerhoff. "Wenn wir Menschen an dem Punkt helfen können, wo sie alleine
nicht weiter kommen, ist schon viel erreicht."

Westfälische Nachrichten, 23.11.2004
"Es war genau die richtige Hilfe, zur richtigen Zeit, am richtigen
Ort", sagt Kirsten Hansen vom Verein Zartbitter. Aus heiterem Himmel war
der Computer der Beratungsstelle kaputt gegangen. Die Beratungsstelle Zartbitter
bietet Hilfe für Jugendliche, Frauen und Männer mit sexualisierten
Gewalterfahrungen. "Gelder für Sachmittel können wir mit unserem schmalen
Haushaltsetat nicht finanzieren", so Kirsten Hansen. Die Soroptimistinnen
vom Club Münster-Mauritz handelten spontan, schnell und unbürokratisch und
spendeten einen neuen Computer. "Der Verein Zartbitter befand sich in einer
Notsituation. Ohne Computer stand die Basisarbeit still. Wir freuen uns, dass
wir schnell helfen konnten", so Präsidentin Susanne Dürselen vom
Soroptimist Club.

Westfälische Nachrichten, 12.10.2004
"Hinsehen-Handeln-Helfen"
Kampagne endet
Münster. Nach einem halben Jahr mit vielen Aktionen geht die Kampagne
"Hinsehen-Handeln-Helfen" zuende. Zu der Kampagne hatten sich in Münster
das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, der Ortverband des
Kinderschutzbundes, die Ärztliche Kinderschutzambulanz und die Beratungsstelle
Zartbitter zusammengeschlossen. Ziel war es, Erwachsene im Umfeld von Kindern über
Hilfsangebote zu informieren und Menschen zu motivieren, sich für den Schutz
von Kindern und Jugendlichen stark zu machen.
Die Kampagne basiert auf einem Aktionsplan der Bundesregierung, der im Januar
2003 "zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und
Ausbeutung" verabschiedet wurde.
Die Kampagne findet ihren Abschluss am Freitag (15. Oktober) auf dem Hiltruper
Wochenmarkt von 9 bis 11 Uhr mit einer Abschluss-Aktion aller Beteiligten.
Interessierte können sich hier noch einmal informieren. Eine Datenbank im
Internet informiert zudem über Hilfsangebote.
www.hinsehen-handeln-helfen.de

Hänsel-und-Gretel-Stiftungspreis

Zartbitter Münster e.V. hat sich 2004 mit einem Präventionsprojekt
für Jugendliche bei der Stiftung "Hänsel und Gretel" beworben. Der
Stiftungspreis ging an das Projekt "Skandalisierung versus Aufklärung -
sexuelle Gewalt in den Medien". Prävention von sexueller Gewalt durch
Kooperation zwischen Wildwasser e.V. und JournalistInnen. Projektträger ist
Wildwasser e.V., Berlin.

Westfälische Nachrichten, 21.09.2004
Image aufpolieren in schwieriger Zeit
38 Jugendeinrichtungen stellen sich vor
Münster. "In den Köpfen herrscht das Bild aus den 70er und 80er
Jahren vor: Teestube." Ob Café Lenz, Black Bull Amelsbüren oder die
Kinder- und Jugendarbeit der Apostelkirche im Dietrich-Bonhoeffer-Haus - für
Dr. Jörn Dummann, Jugendreferent der Apostelkirchengemeinde, hat die offene
Jugendarbeit Nachholbedarf in der Außendarstellung. Erst recht in finanziell
schwierigen Zeiten. Das wollen am Donnerstag (23. September) sämliche
Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche ändern. Dann stellen sich die 38
Einrichtungen auf dem Lambertikirchplatz vor, von ABI Südpark bis Zartbitter
machen alle mit.
Dabei richten sich die Organisatoren nicht nur an ihr Zielpublikum: "Wer
ist unsere Lobby? Die Kinder und Jugendlichen. Die nimmt die Politik aber nicht
hundertprozentig ernst", glaubt Dummann. Daher wollen die 38 Einrichtungen
sich mit dem Jugendaktionstag auch an die Eltern wenden. "Seht her, das
bieten wir an, und das ist gefährdet", umschreibt Dagmar Glaremin vom
Black Bull Amelsbüren den von finanziellen Nöten geprägten Hintergrund.
Durch die während der Volksinitiative landesweit gesammelten 175.000 Stimmen
habe man die finanziellen Kürzungen des Landes nur "abgeschwächt, nicht
abgewendet", erklärt Rupert König vom KSJ Schülercafé Lenz: "Die
großen Einrichtungen streichen Stellen, die kleinen sind gefährdet." Über
die Hälfte der Jugendeinrichtungen sind in kirchlicher, der Rest ist in städtischer
oder freier Trägerschaft. Zahlte das Land früher 80 Prozent der Personal- und
Betriebskoten, sind es heute im Durchschnitt 65 Prozent, rechnet Jürgen Haase
vom Evangelischen Jugendpfarramt vor.
"Und insbesondere die evangelische Kirche hat massive Geldprobleme, die
kann keine Löcher stopfen, die das Land hinterlässt."
Von 14 bis 17.45 Uhr präsentieren sich die 38 Jugendeinrichtungen am Donnerstag
(23. September) auf dem Lambertikirchplatz. Mit Kistenklettern, Kicktischen und
einem Spielmobil für die jungen Besucher und Informationen für deren Eltern.

Münstersche Zeitung, 14.09.2004
Zartbitter reichte Bewerbung ein
Beitrag aus Münster für den Jugendkulturpreis
Mit dem Programm unter dem Titel "Innenwelten - Außenwelten. Eine
experimentelle Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt" bewirbt sich
Zartbitter Münster e.V. aus Münster um den Jugendkulturpreis NRW 2004.
284 Bewerbungen liegen vor, für den Wettbewerb an Rhein und Ruhr ein
Rekordergebnis, teilte jüngst die Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogische
Dienste/Jugendkunstschulen mit.
Aus 110 Kommunen kommen Beiträge, die sich um die mit 5000 Euro dotierte Trophäe
bewerben.
Entsprechend groß ist die Konkurrenz für die hiesigen Anbieter.
Gefördert wird der Jugendkulturpreis durch das NRW-Jugendministerium und die
Kulturstiftung der Sparkasse Bottrop, Mitveranstalterin ist auch die Stadt
Bottrop.
Ob Münster zu den Preisträgern zählt, stellt sich spätestens am 7. Oktober
in der Ruhrgebietsstadt heraus. Dann nämlich wird NRW-Jugendministerin Ute Schäfer
im Rahmen des Jugendkulturfestivals NRW zusammen mit anderen Prominenten die
Sieger 2004 besonders ehren - und an Ort und Stelle bekannt geben. Über 50
teilnehmende Gruppen und mehr als 500 Zuschauer erwarten die Veranstalter zu dem
Treffen, das Kindern und Jugendlichen gleichermaßen eine Bühne geben will.
Weitere Informationen unter www.jugendkulturpreis.de.

Westfälische Nachrichten, 14.09.2004
Gewinnt Zartbitter Jugendpreis?
Münster. Mit dem Projekt "Innenwelten - Außenwelten. Eine
experimentelle Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt" bewirbt sich
der Verein "Zartbitter Münster" um den "Jugendkulturpreis NRW
2004". Das Projekt ist eine von insgesamt 284 Bewerbungen, mit denen die
Ausschreibung ein Rekordergebnis erzielt hat. Dies teilte die LKD (LAG Kulturpädagogische
Dienste/Jugendkunstschulen), die den Landespreis alle zwei Jahre ausschreibt,
mit. Ob Zartbitter unter den Preisträgern ist, wird sich bei der
Preisverleihung am 7. Oktober in Bottrop herausstellen.

Jugendkulturpreis NRW 2004

Mit dem Ausstellungsprojekt "Innenwelten
- Außenwelten. Eine experimentelle Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt"
hat sich die Beratungsstelle um den Jugendkulturpreis NRW 2004 beworben.
Innenwelten – Außenwelten –
eine experimentelle Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt

Sexualisierte Gewalt hat kein Gesicht. Sie hat keine Gestalt, keine Worte.
Sie hinterlässt meist keine sichtbaren Spuren. Sexualisierte Gewalt findet im
Verborgenen statt.
Im Erleben und Erinnern hingegen hinterlässt sie Spuren, die das ganze Leben
beeinträchtigen, es verändern, es manchmal unerträglich machen können.
Diesen Spuren aus den Lebens- und Gefühlswelten von Mädchen und jungen Frauen,
die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erleben mussten, haben junge Frauen
einen Ausdruck, eine Form gegeben, indem sie ihre eigenen Erfahrungen künstlerisch
verarbeitet haben.
Unter dem Titel "Innenwelten – Außenwelten – eine experimentelle
Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt" waren von Oktober 2002 bis
Januar 2003 im Rahmen der Ausstellung "Demoisellen, Wichter, coole
Girls" im Stadtmuseum Münster Fragmente aus Lebens- und Gefühlswelten
betroffener Mädchen und junger Frauen zu sehen.
Diese sehr persönliche Darstellung des Erlebten wurde von Mädchen und jungen
Frauen gestaltet, die bei der Beratungsstelle Zartbitter Münster e.V. in
Beratung, Prozessbegleitung oder Gruppentherapie waren und sich dort kennen
gelernt haben. In Kooperation mit dem Jugendausbildungsbildungszentrum JAZ GmbH
ist ein Ausstellungsprojekt entstanden, in dem die Mädchen und jungen Frauen
einem breiten Publikum gegenüber ihre Innenwelten in eindrucksvoller Form
sichtbar machen.
An mehreren Wochenenden und Abendterminen im Atelier des Jugendinformations- und
Begegnungszentrum JIB sind nach und nach die einzelnen Exponate angefertigt
worden. Sie sind das Ergebnis des individuellen Erlebens und der
Auseinandersetzung mit sexualisierten Gewalterfahrungen auf einer persönlichen
Ebene, verbunden mit unterschiedlichen Gefühlen. Wut, Einsamkeit, Angst,
Trauer, Zerrissenheit und auch Lebendigkeit und Humor zeigen sich in vielfältiger
Weise auf großen Papierbahnen. Diese bilden in Form eines von der Decke hängenden
Vierecks eine fast undurchsichtige unüberwindbare Mauer, die aber dennoch an
einigen durchbrochenen Stellen den Blick freigibt auf eine auf dem Boden
liegende Skulptur aus weißen – fast gesichtslosen – Puppenköpfen. Diese
wiederum sind von großen Körperbildern im Innern des Mauerrings umgeben.
Den Mädchen und jungen Frauen ist es gelungen, sexualisierter Gewalt ein
Gesicht zu geben und so bei den Besucherinnen und Besuchern einen Eindruck zu
hinterlassen, der beschäftigt, bewegt und einen undramatischen und unspektakulären
Zugang zur Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt in unserer Gesellschaft
bietet.

"Hinsehen-Handeln-Helfen"
Die Beratungsstelle Zartbitter beteiligt sich gemeinsam mit dem Amt für
Kinder, Jugendliche und Familien, dem Kinderschutzbund Münster und der Ärztlichen
Kinderschutzambulanz Münster an der bundesweiten Kampagne "Hinsehen-Handeln-Helfen"
des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Westfälische Nachrichten, 19.06.2004
Alarmzeichen erkennen
Kinderschutzbund informiert über sexuelle Gewalt gegen Kinder
Ob in der Familie oder im Sportverein, in der Schule oder im
Freundeskreis - sexuellen Missbrauch gibt es überall. Rund 20.000 Kinder werden
in Deutschland laut polizeilicher Kriminalstatistik jährlich Opfer sexueller
Gewalt. Die Dunkelziffer liegt weit höher. "Wir wollen Eltern für dieses
Thema sensibilisieren und ihnen zeigen, wo sie im Ernstfall Informationen und
Hilfe bekommen", erläuterte Cäcilia Rempe vom Ortsverband Münster des
Deutsches Kinderschutzbundes.
Gemeinsam mit der "Ärztlichen Kinderschutzambulanz Münster" und der
Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt "Zartbitter"
beteiligt sich dieser an der bundesweiten Kampagne "Schützt Kinder vor
sexueller Gewalt". Am Donnerstag brachte der Kinderschutzbund den Bürgern
an einem Infostand auf dem Gievenbecker Wochenmarkt das Thema näher.
"Wichtig ist, dass die Erwachsenen ihre Hemmschwellen überwinden",
sagte Cäcilia Rempe, die mit ihren Kolleginnen Gerda Benien und Daniela Sachweg
das Gespräch mit den Bürgern suchte. Ihre Erfahrung: Die meisten
Angesprochenen reagierten sehr offen und zeigten sich froh über die Aufklärung.
"Trotzdem kann es sich kaum jemand vorstellen, dass sexuelle Übergriffe
auch im eigenen Umfeld passieren können", stellte Cäcilia Rempe fest. Die
sei im Ernstfall auch nur schwer zu erkennen, da es keine spezifischen Signale
gebe, die eindeutig auf sexuellen Missbrauch hindeuteten. Ein Alarmzeichen seien
allerdings plötzliche Verhaltensänderungen der Kinder, die sich die Eltern
nicht erklären können. "Dann könnte es sein, dass sexuelle Gewalt im
Spiel ist", erklärten die Beraterinnen.
In einem solchen Fall sei es wichtig, dass die Eltern nicht allein blieben,
sondern professionelle Hilfe in Anspruch nähmen. Informationen zum Thema und
Hilfe bieten der Deutsche Kinderschutzbund Münster (Telefon 47180), die
Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt [Zartbitter]
(Telefon 4140555) und die Ärztliche Kinderschutzambulanz Münster (Telefon
418540) an.

Westfälische Nachrichten, 27.05.2004
Mehr Prävention, mehr Opferschutz
Stadt und Organisationen machen gegen sexuellen Missbrauch mobil
Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr einen Aktionsplan zum
Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt vorgelegt. Ziel ist die
Stärkung von Prävention und Opferschutz sowie die Vernetzung von
Hilfsangeboten. Gestern präsentierten sich drei Organisationen aus Münster
sowie das Amt für Kinder, Jugend und Familie gemeinsam der Öffentlichkeit, um
die Ziele der Bundesregierung auch in Münster zu verwirklichen.
Vor dem Bankhaus Lampe hatten der Kinderschutzbund, Zartbitter,
sowie die Ärztliche Kinderschutzambulanz mit dem Jugendamt einen
Informationsstand errichtet.
"Wir sind positiv überrascht, wie gut die Resonanz ist. Wir haben kaum
noch Informations-Broschüren"; berichtet Astrid-Maria Kreyerhoff von Zartbitter.
"Fast 90 Prozent des Missbrauchs findet in unmittelbarer Nähe der Kinder
und Jugendlichen statt", unterstrich Udo Hartmann, dass die größte Gefahr
im vermeintlich geschützten Bereich drohe.
Während Anne Becker vom Kinderschutzbund betonte, dass Missbrauchsfälle auch
schon früher stattfanden, berichtete Stephanie Kersting von der Ärztlichen
Kinderschutzambulanz, dass hier die Meldungen - im vergangenen Jahr waren es
rund 280 - zunehmen.
"Davon sind 60 Prozent Fälle mit sexuellem und 40 Prozent Fälle mit
reinem Gewalthintergrund."
Beim Informationsstand am Domplatz konnten Passanten eine Aktionsfläche
begehen, die zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema sexuelle Gewalt
anregte.
"Wir wollen für das Thema sensibilisieren", erklärte Anne Becker vom
Kinderschutzbund, der ein "niedrigschwelliges Angebot für Opfer"
vorhalte.
Am 17. Juni wird der Kinderschutzbund beim Wochenmarkt in Gievenbeck die
Aktionstage fortsetzen, die im September wieder mit einem gemeinschaftlichen
Informationsstand auf dem Hiltruper Wochenmarkt zu Ende gehen werden.

Westfälische Nachrichten, 24.04.2004
5000 Euro spendete die Jugendstiftung der Wohn und Stadtbau
dem Verein Zartbitter. Anna Pohl und Dorothea Große Frintrop
überreichten Astrid-Maria Kreyerhoff und Martin Helmer symbolisch die Spende.
Das Geld ist für ein Projekt für junge Männer bestimmt, die sexuelle Gewalt
erlebt haben.

Münstersche Zeitung, 22.04.2004
Auch Männer werden Opfer
Stiftung unterstützt Zartbitter-Beratung
Auch Männer und Jungen werden Opfer sexualisierter Gewalt. Gegen
die Tabuisierung dieses Themas in der Öffentlichkeit kämpft der Verein "Zartbitter".
Finanziell unterstützt wurde die Hilfseinrichtung jetzt von der Jugendstiftung
Wohn- + Stadtbau.
Einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro überreichte Vorstandsmitglied
Dorothea Große-Frintrop gestern der Leiterin der Beratungsstelle, Astrid-Maria
Kreyerhoff. Der Verein erhält damit einen großen Teil der Gesamt-Fördermittel,
die der Stiftung zur Verfügung standen.
Insgesamt 14.600 euro wruden an gemeinnützige Einrichtungen in Münster
vergeben. Neben Zartbitter erhielten noch drei weitere
Organisationen einen Zuschuss: KAI e.V. für ein Nachhilfeprojekt, SKM für die
Schuldenprävention bei jungen Erwachsenen und WUDDI für die Arbeit mit auffälligen
Jugendlichen.
"Die Förderung von Zartbitter ist uns deshalb besonders
wichtig, weil es bisher kaum Hilfsangebote für Männer gibt", begründet
Große-Frintrop die Entscheidung. Die Beratungsstelle bietet als einzige in Münster
eine therapeutische Gruppe für jene Betroffenen an.
Rund ein Jahr lang setzen sich die Teilnehmer mit dem Erlebten und dessen Folgen
auseinander. Sie lernen dabei langsam, mit ihren Erfahrungen umzugehen.
Professionell betreut werden sie dabei von Martin Helmer.
"Wichtig ist vor allem, dass die Männer merken, dass sie nicht alleine
dastehen", erklärt der Psychotherapeut. "Viele haben immer noch das
Gefühl, einem 'wahren Kerl' passiere so etwas nicht", fügt er hinzu.
Dabei wird etwa jeder Vierte Opfer sexualierter Gewalt, so der Fachmann.
Die Arbeit von Zartbitter dient auch der Prävention. Viele
Prozesse gegen Sexualverbrecher haben ans Licht gebracht, dass die Täter oft
selbst missbraucht worden waren. Therapie kann verhindern, dass Betroffene
einmal zu Tätern werden - davon ist Helmer überzeugt.
Anna Pohl vonm Kuratorium und Dorothea Große-Frintrop aus dem Vorstand der
Jugendstiftung Wohn+Stadtbau übergeben den Scheck in Höhe von 5.000 Euro an
Astrid-Maria Kreyerhoff und Martin Helmer von Zartbitter.

Westfälische Nachrichten, 27.03.2004
Zartbitter redet mit
Neue Infos für Opfer sexualisierter Gewalt
Er ist klein, handlich, findet schnell und diskret in jeder Hosentasche Platz
und heißt "Let's talk about!". Gemeint ist der neue Infoflyer von
"Zartbitter", der Beratungsstelle für Opfer
sexualisierter Gewalt. "Das letzte Faltblatt stammt vom Anfang der 90er
Jahre und ist nun schon seit Jahren vergriffen. Endlich stand uns dank
zahlreicher Spenden jetzt das Geld zur Verfügung, um einen neuen Flyer drucken
zu können", berichtet Martin Helmer, Diplom-Pädagoge bei "Zartbitter".
Der Handzettel ist bunt und ansprechend gestaltet, sein Motto "Let's talk
about!" findet sich gleich in mehrere Sprachen übersetzt auf dem Zettel
wieder. "Das war uns wichtig, denn so finden auch ausländische Jugendliche
einen Zugang zu dem Thema", ergänzte Diplom-Pädagogin Christine Gelbhardt,
Mitarbeiterin bei der Beratungsstelle.
Der Verein "Zartbitter" bietet insbesondere Jungen
und Mädchen (kostenlos), aber auch Erwachsenen (ab 21 Jahren kostenpflichtig),
die Opfer von sexualisierter Gewalt sind, die Möglichkeit, sich in Einzelgesprächen
beraten zu lassen.
Zu den Gruppenangeboten gehören eine Selbsthilfegruppe für Frauen und Männer
sowie eine Selbsterfahrungsgruppe für jugendliche Mädchen und junge Frauen.
"Ein wichtiger Aspekt usneres Angebots ist auch die psychologische
Begleitung bei Gerichtsprozessen, denn für die Opfer ist es oft schwer, den
langwierigen Prozess von der Strafanzeige bis zum Urteilsspruch
durchzustehen", informierte Christine Gelbhardt.
Das Angebot wird ergänzt durch Präventionsprojekte an weiterführenden
Schulen. Auf dem neuen Flyer ist das Angebot des Vereins kompakt dargestellt, er
liegt in Jugendeinrichtungen, in Erziehungsstellen und in der Stadtbücherei aus
oder kann von Institutionen bei "Zartbitter"
angefordert werden. Die Beratungsräume von "Zartbitter Münster"
befinden sich in der Bahnhofstraße 6.

Münstersche Zeitung, 20.03.2004
Lass uns darüber reden!
Beratungsstelle Zartbitter legt Flyer zur sexualisierten Gewalt neu auf
"Konusalim", "Parlons-en", "Let's talk
about". Ob auf Türkisch, Französisch oder Englisch - die Aufforderung auf
dem neuen Faltblatt der Beratungsstelle Zartbitter ist
identisch: Lass uns darüber reden!
Und zwar über sexualisierte Gewalt. "Der Flyer in praktischem
Hosentaschenformat bietet eine prägnante und anonyme Möglichkeit, sich über
unsere Angebote zu informieren", erläutert Mitarbeiter Martin Helmer, der
mit Christine Gelbhardt für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich zeichnet.
Gerade für Jugendliche sei der unverbindliche Zugang zu Hilfestellungen
wichtig, "da es sich bei sexualisierter Gewalt um ein schambesetztes Thema
handelt".
Der letzte derartige Kommunikationsversuch von Zartbitter mit
Betroffenen stammt aus den frühen 90er Jahren, doch die Faltblätter von damals
sind längst vergriffen. "Außerdem hat sich in der Beratungsarbeit seitdem
viel verändert", verweist Gelbhardt auf die Notwendigkeit einer
aktualisierten Ausgabe. Zudem sei der neue Entwurf mit peppigem Design für
Jugendliche ansprechender, ferner würde die mehrsprachige Aufmachung gerade für
Migranten als Blickfang wirken.
Mit einer Auflage von über 3000 Stück möchten die Initiatoren möglichst
viele der Opfer erreichen, die in ihrer Kindheit unter sexueller Gewalt zu
leiden hatten. Wie dem in Jugendhilfeeinrichtungen ausgelegten Flyer zu
entnehmen ist, umfasst das Hilfsangebot mannigfache Maßnahmen, darunter
Einzelberatungen für Betroffene und auch deren Lebenspartner. Gruppentherapien
und sogar psychologischen Beistand bei eventuell anstehenden Gerichtsterminen.
Dankbar sind die Diplompädagogen Gelbhardt und Helmer besonders für die
finanzielle Unterstützung bei dem über 1000 Euro teuren Projekt. "Neben
der Sparkasse Münsterland-Ost spendete eine Konfirmandengruppe einen
erheblichen Teil", freut sich Gelbhardt.
Informationen über Zartbitter sind aus dem Internet oder
telefonisch unter 0251-4140555 erhältlich.

Westfälische Nachrichten, 02.02.2004
Der erste Kontakt fällt leichter
Online-Beratung zur sexualisierten Gewalt bei Zartbitter
"Seit Anfang Januar haben wir Termine ins Netz eingestellt, und
schon sind wir komplett ausgebucht", berichtet Psychotherapeutin
Astrid-Maria Kreyerhoff. Keine Frage, das neue Online-Modellprojekt der
Beratungsstelle Zartbitter erfüllt einen Bedarf. Gemeinsam mit
ihrem Kollegen Martin Helmer führt die Leiterin der Beratungsstelle an der
Bahnhofstraße das neue Angebot für Betroffene von sexualisierter Gewalt durch.
Hier können sich Jugendliche und Erwachsene im Chatroom anonym und geschützt
kurzfristig Ratschläge holen und einen ersten Kontakt zur Beratungstelle
suchen. Eine echte Alternative zum telefonischen oder direkten persönlichen
Kontakt und "eine große Zugangserleichterung für die Hilfe
Suchenden", sind sich die Berater sicher.
Mit 150 anderen Beratungseinrichtungen in ganz Deutschland hatte sich Zartbitter
Münster um das vorerst auf zwei Jahre befristete Modellprojekt des
BKK-Bundesverbandes beworben. Rund 20 wurden genommen. Ausschlaggebend für den
Zuschlag sei wohl gewesen, dass Zartbitter Münster als eine
der wenigen Fachberatungsstellen in der Bundesrepublik Beratung und Therapie
auch für betroffene männliche Jugendliche und Erwachsene anbietet, glaubt
Astrid-Maria Kreyerhoff. Mit ins Boot ist die Aktion Mensch gesprungen, die der
münsterischen Beratungsstelle die Hardwarekosten und die Arbeitsstunden zu 80
Prozent finanziert.
"Insbesondere Jungen und jungen Männern soll über den Chat-Room der
Zugang zu einer Fachberatungsstelle erleichtert werden", erklärt der
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Martin Helmer. "Die männlichen
Betroffenen kommen aus Erfahrung später - oft zu spät, wenn sie die negativen
Erfahrungen schon verfestigt haben." Jeder der beiden Berater übernimmt
zwei Termine pro Woche. An einem Beratungskontakt, der derzeit jeweils eine
Dreiviertelstunde dauert, kann nur eine Person teilnehmen. Der Zugang ist
gesichert und nicht abhörbar, die Berater am andern Ende der Datenleitung
unterliegen der Schweigepflicht.
"Von den bisher sechs Personen, die die Chat-Beratung genutzt haben, fanden
drei junge Frauen und Männer sogar den persönlichen Weg in die
Beratungsstelle", freut sich Astrid-Maria Kreyerhoff.
Die Anmeldung kann über die Homepage der Beratungsstelle oder über das
Beratungsnetz (www.das-beratungsnetz.de) erfolgen. Dabei kann auch gewählt
werden, ob man mit einem Mann oder einer Frau chatten will. Alternativ sind auch
E-Mail-Anfragen möglich.

Münstersche Zeitung, 31.01.2004
Gewaltopfer finden Hilfe im Live-Chat
Zartbitter-Angebot wird gut angenommen
Hilflos ausgeliefert sein, vor Angst und Scham Gewalttaten über sich
ergehen lassen - Erlebnisse, die insbesondere junge Menschen ein Leben lang
verfolgen können. Um das zu vermeiden, versuchen Beratungsstellen rechtzeitig
zu helfen. Seit kurzem auch durch einen Live-Chat, angeboten von "Zartbitter
Münster e.V.".
Den meisten Gewaltopfern fällt es schwer, sich mit ihren Problemen und Ängsten
jemandem anzuvertrauen. Deshalb scheuen viele den weg zu einem
Psychotherapeuten, weiß Astrid-Maria Kreyerhoff, Psychodramatherapeutin bei
"Zartbitter". Die Beratungsstelle kümmert sich seit
1986 um Opfer sexualisierter Gewalt ab 14 Jahren. Sie ist eine der wenigen
Fachberatungsstellen in Deutschland, die Hilfe auch für männliche Betroffene
anbietet.'
Da gerade für junge Menschen das Internet eines der wichtigsten
Kommunikationsmittel geworden ist, bot sich eine Online-Beratung regelrecht an.
Als eine von 150 Einrichtungen bewarb sich "Zartbitter"
beim BKK-Bundesverband um die Teilnahme an dem auf zwei Jahre begrenzten
Modellprojekt - und wurde angenommen. Seit Anfang Januar können sich Betroffene
nun zu dem einmal in der Woche stattfindenden Live-Chat anmelden. "Bisher
war jeder Termin ausgebucht", freut sich der Kinder- und
Jugendlichen-Psychotherapeut Martin Helmer. Die Opfer können sich im Vorfeld
aussuchen, ob sie mit einem Mann oder einer Frau reden möchten. Der Chat ist
anonym und läuft über eine gesicherte Verbindung, die nicht abgehört werden
kann. Es sind Einzelgespräche, die nicht gestört werden können. "Drei
Teilnehmer konnten wir sogar schon dazu bewegen, persönlich bei uns vorbei zu
kommen. Doch auch der Chat hilft vielen als erste Anlaufstelle schon
weiter", ist Kreyerhoff von der Wirksamkeit des Projektes überzeugt. So
konnte einer Mutter von zwei Kindern auf diesem Wege geholfen werden, die sich
aus Angst vor ihrem Mann nicht aus dem Haus getraut hat.
Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Aktion Mensch, die sowohl die
Hardwarekosten übernommen hat, als auch die zu investierende Beratungszeit mit
80 Prozent fördert. Kreyerhoff: "Bei rund 1000 telefonischen und 250 persönlichen
Kontaktaufnahmen pro Jahr allein aus Münster wird deutlich, wie dringend eine
weitere Form der Beratung nötig war."