Der Preis der Spekulation

Spekulantentum in Münster / Foto K:B
Spekulantentum in MS / Foto K:B

„Es gibt Dinge, die einen richtig wütend machen“... so beginnt der taz-Artikel von Gereon Asmuth in der Ausgabe vom 12.09.2016. Er beschreibt den überhitzten Wohnungsmarkt in Berlin – jedoch ist dieses Problem in den meisten Großstädte zu finden. Wie wir beim Wohnprojektetag NRW hörten, auch in solche Städten, die vermeintlich keine Probleme am Mietmarkt haben. Jedoch sind oft auch hier massive, negative Veränderungen durch Spekulation zu spüren und lassen viele Mieter*innen – Initiativen verzweifeln.

Hier der Artikel in voller Länge: http://www.taz.de/Debatte-Wohnungspolitik/!5335613/

…weil es sich bei WIGWAM um ein offenbar gutes Projekt und dann noch aus Münster handelt…

…schreibt Gereon Asmuth in seiner Antwortmail auf unsere Anfrage, ob wir seinen Artikel auf unserer Homepage nutzen können. Denn Gereon Asmuth beschreibt in seinem Artikel auch klare Alternativen:

Dauerhaft würde nur eins helfen: ein radikaler Perspektivwechsel. Die Politik muss sich denjenigen zuwenden, um die es geht: den Mietern. Sie sind die Einzigen, die tatsächlich ein Interesse an niedrigen Mieten haben – und sie garantierten können, wenn sie denn Einfluss haben.

„Beispiele dafür gibt es mitten in Berlin: Häuser mit Quadratmetermieten von 4,50 Euro, 3,50 Euro, ja sogar nur 2,50 Euro – langfristig garantiert. Die meisten davon wurden Anfang der 80er und 90er Jahre besetzt, dann legalisiert und von kleinen, bewohnerorientierten Genossenschaften oder Projekten wie dem Mietshäusersyndikat übernommen. Die Mieten dort sind fast schon obszön niedrig. Doch pervers sind nur die bis zu 15 Euro, die in der Nachbarschaft verlangt werden. Die Differenz zwischen den beiden Mietenniveaus hat einen Namen:

Sie ist der Preis der Spekulation.

Müssen wir also wieder Häuser besetzen? … Aber Mietermacht lässt sich auch anders herstellen. Dafür müsste der Staat nicht einmal Geld in die Hand nehmen. Schon ein gesetzlich garantiertes, umfassendes Vorkaufsrecht für Mietergemeinschaften würde Wunder bewirken. Erst wenn die Häuser von denen, die drin wohnen, kontrolliert werden, wird Spekulanten das Lachen vergehen“, so Gereon Asmuth.

Aus unserer WIWAM-Satzung: „Der Zweck ist die Selbstorganisation der Mieter*innen in einem Wohnprojekt in Münster. Der Verein will das ungleiche Verhältnis zwischen Vermieter*innen und Mieter*innen durch die Mitbestimmung und Mitgestaltung aller Bewohner*innen auflösen.

Der Verein (WIGWAM) versteht sich als Teil eines Solidarzusammenschlusses der Mieter*innen und Wohnungssuchenden im Mietshausbereich. Er ist deshalb Mitglied im Mietshäuser Syndikat und verfolgt dieselben Ziele: selbstorganisierte Mietshausprojekte zu schaffen, das Recht auf Wohnraum für alle. Wohnraum im Einklang mit der Umwelt soll dabei ebenso im Vordergrund stehen wie die Vereinigung von Wohn-, Kultur- und Lebensraum der Bewohner*innen.“

WIGWAM: selbstorganisiert wohnen -solidarisch wirtschaften!


Danke, Gereon Asmuth! || http://www.taz.de/Gereon-Asmuth/!a111/