TROPA TROJANOVA ( ist eine uralte russische Tradition, die in den Zeiten der Sonnenverehrung auf dem Territorium des heutigen Rußland existiert hat. )

1985 trifft der Ethnologe Alexej Andreev die Menschen, die sich als die Hüter der Tradition zeigen.

Ab dem Zeitpunkt fängt sein Lehrgang bei den Ofeni an. Ofeni waren die Nachfolger von den Skomorochi, die als die wichtigsten Träger der russischen Kultur im 18.-19. Jahrhundert galten. So haben sich diese alten weisen Menschen selber vorgestellt.

In seiner Lehrzeit erfährt Aleksej Andreev, daß fast alle seine Vorfahren mehr oder weniger in der Tradition tätig waren. So erinnert er sich daran, daß sein Großvater ihm handgeschriebene Hefte vererbt hat. In den Heften findet er die genaue Beschreibung der Weltanschauung, die in Form eines Mandalas gezeichnet wurde.

Das Wort Mandala taucht in den Heften nicht auf. Diesen Begriff hat Aleksej Andreev zum Verständnis aus dem Fernosten entnommen.

Das russische Mandala beschreibt den Weg für jeden einzelnen, der zurück zu seinen verlorenen Wurzeln finden möchte.

1992 hat Aleksej Andreev sich dafür entschlossen, die TROPA-Tradition öffentlich weiterzugeben. Er wurde innerhalb von 7 Jahren von vier Männern und drei Frauen in die magische Kunst des alten Rußland gelehrt. Das Wort "magisch" wird hier in dem Sinne benutzt, wie die Weltanschauung und selbst das Denken in den uralten Gesellschaften durchaus magisch waren.

Die TROPA-Tradition verfügt über Techniken, die u. a. eine bewußtseinsreinigende und/oder bewußtseinserweiternde Wirkung erzielen, wobei keine Drogen oder andere drogenähnlichen Mittel benutzt werden. Alles, was bei TROPA erreicht werden kann, wird mittels einer gezielten Wahrnehmung von der betreffenden Person ausgehend durchgeführt. Diese Techniken fordern bzw. führen zu einem Zustand der erhöhten Wachsamkeit und Selbstbeobachtung.

Wie fast alle alten Kulturen so steht auch die TROPA-Tradition dem Schamanismus nah. Man könnte viel Ähnlichkeit zwischen der TROPA und Schamanismus erkennen. Auf der anderen Seite hat jede Tradition ihre eigenen nur für sie charakteristischen Eigenschaften. Das ist auch der Fall bei TROPA.

Unter dem Aspekt, daß viele Menschen im Westen so viel Angst vor Sekten haben - es scheint ein Virus in den Köpfen zu sein, weil im Herz so eine Angst keinen Platz finden kann - fühle ich mich hier angesprochen, meine Meinung dazu zu äußern. Meiner Ansicht nach verkörpert die TROPA-Tradition in sich so viel Liebe zu jedem einzelnen und zu der Welt, daß hier keine Gefahr für die Entstehung einer Ideologie, die die Welt beherrschen wollen würde, besteht. Es sei denn, die Menschen würden es doch schaffen, so eine Ideologie in die Welt zu setzen. Dann hat es mit wirklicher Tradition nichts mehr zu tun. Genauso sieht es mit der TROPA-Tradition aus.

Für uns in Rußland repräsentiert die TROPA eine andere Welt. Eine Welt, in der das Unmögliche möglich wird. Die Gestalten aus den alten russischen Märchen und Mythen erwachen wieder zum Leben. Die alte russische Göttin und Mutter der Ernte, die Baba-Jaga, nimmt wieder ihre Rolle der Grenzwächterin an.

Die Menschen, die sich tief in ihrem Herzen zur TROPA angezogen fühlen, tauchen während eines Seminars in andere Bewußtseinszustände ein.

Auf diesem Weg der Selbstfindung sind sie nicht allein gelassen.
Bei TROPA findest Du immer die Menschen, die bereit sind, Dir bei Deinen Problemen zu helfen, wobei Dir Deine volle Verantwortung für Dein Leben gelassen wird. Es ist schon so, daß nur Du selber Deine Probleme lösen kannst.

Darüber hinaus kennt jeder, der bei TROPA schon länger ist, den Zustand der Verbundenheit mit sich selbst, mit der Natur und mit den Menschen, die ihn umgeben. Bei TROPA hast Du die Möglichkeit, Dich und die Welt in einem völlig anderen Licht zu sehen. Man könnte sagen, daß Deine Sichtweise auf Deinen Platz in der Welt in eine ständige Umwandlung gerät. Zugleich verstehst Du, daß viele Dinge, die Du bis jetzt für wahr gehalten hast, Dir nur deswegen als wahr erschienen, weil die Menschen Deiner gewöhnlichen Umgebung sie als selbstverständliche Wahrheiten für ihre gemeinsame Existenz ausgewählt haben. Du kannst solche Selbstverständlichkeiten aus Deinem Bewußtsein löschen, indem Du jede einzelne ehrlich hinterfragst.

Die TROPA ermöglicht Dir, eine Reise in die tiefsten Räumen Deiner Seele zu machen. Doch der Weg dahin ist nicht einfach. Bei TROPA wird Dir die Richtung gezeigt. Der Weg, der nach Hause führt. Wo ist unser zu Hause? Diese Frage muß jeder für sich selber beantworten. Die TROPA zeigt Dir die uralten archaischen Bilder, die bereits in Deinem Bewußtsein existieren. Diese Bilder sind dafür da, um Dich auf Deinem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Sie ermöglichen Dir, die tiefsten Ebenen Deines Denkens zu erforschen.

Die Frage der Bewußtseinsreinigung steht bei TROPA-Tradition immer im Mittelpunkt. Wir können die wahre Welt nicht sehen, weil wir ständig mit unseren Problemen beschäftigt sind. Diese persönlichen Probleme könnten wir unter dem Begriff "Persönlichkeit" zusammenfassen.

Die Skomorochi haben das größte oder das einzige Problem des Menschen in seiner Persönlichkeit gesehen. Den Begriff "Persönlichkeit" haben sie dabei ganz einfach definiert: Persönlichkeit ist alles, was in einem Menschen sterblich ist. Um die Arbeit mit sich selber zu erleichtern, haben sie die Persönlichkeit in drei Teile zerlegt. Der erste Teil heißt "vernünftige Persönlichkeit". Dieser Teil ist damit beschäftigt, die gegenwärtigen Aufgaben, die für Dein Leben von Bedeutung sind, zu formulieren und zu lösen. Der zweite Teil heißt "dunkle Persönlichkeit". Er besteht aus "fremden Geistern", die Deinem göttlichen Geist völlig fremd sind. Deswegen muß dieser Teil Deiner Persönlichkeit vollständig gelöscht bzw. gereinigt werden. Der dritte Teil hat einen Namen, der sich schwer auf deutsch übersetzen läßt. Dieser Teil ist damit beschäftigt, wie man sich anderen Menschen gegenüber verhalten soll. Dabei sucht er ständig in Erinnerungen nach passenden Verhaltensmustern. Man nennt diesen Teil "überlegende Persönlichkeit". Für die Zwecke der Reinigung wird jeder Teil weiter auseinandergenommen.

Wie würde ein Mensch aussehen, wenn er keine Persönlichkeit hätte? Was ist Bewußtsein? Was ist Körper? Was ist Leben? Was ist Kraft? Was ist Bewegung? Antworten auf diese und auf mögliche andere Fragen kannst Du bei TROPA erfahren. Meine Absicht ist hier, Dir verschiedene Möglichkeiten und Fragen zu schildern. Damit möchte ich keine Werbung für TROPA machen. Der TROPA-Weg ist nicht für alle. Die TROPA ist auch keine Religion. Sie ist ein Erfahrungsweg, der Dir dabei helfen kann, glücklicher und erfolgreicher auf diesem Planeten zu leben. Doch er fordert sehr viel Wachsamkeit und Selbstverantwortung von Dir.

Wo ist unsere Urheimat ? Wo kommen wir alle her und wo gehen wir hin ?

In jedem Volk und in jeder Kultur gibt es einen Namen dafür. Die Skomorochi haben ihre Urheimat "Ruß" genannt. Sie sagten, daß Ruß vor vielen Tausend Jahren von der Milchstraße als Tropa Trojanova (der Pfad des Trojan-Gottes) auf die Erde gekommen ist. Wenn 40 Tausend Jahre vergangen sind, wird Tropa Trojanova zurückkehren.

Über Erleuchtung wird bei TROPA am wenigsten gesprochen. Der erste Grund dafür ist, daß im Grunde genommen keiner genau weiß, was damit gemeint ist. Der zweite Grund dafür lautet: im russischen Dorf hat keiner über Erleuchtung gesprochen.

Die Skomorochi haben die Welt ganz anders gesehen als wir das jetzt tun. Für sie war alles heilig und göttlich. Deswegen stand die Frage der Erleuchtung überhaupt nicht. Wenn alles Gott ist, wie kann man noch etwas oder jemanden erleuchten? Die Skomorochi waren hervorragende Spieler und Verwandlungskünstler. Darin haben sie ihre Aufgabe gesehen. Sie wollten den Menschen ihre eigenen Irrwege und Masken zeigen.

Zu dem Thema TROPA bereite ich eine Übersetzung aus dem Buch von Aleksej Andreev "Die Welt von Tropa" vor.

Wenn Sie sich von diesem kleinen Schreiben angesprochen fühlen und die TROPA-Tradition näher kennenlernen möchten, wenden Sie sich bitte an die unten angegebene E- mail Adresse.

 

Wladislaw Janzen janzen@muenster.de