
zuletzt
bearbeitet:
10.11.2004
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Zweiter offener Brief an Oberbürgermeister Berthold Tillmann zum
Volkstrauertag
Volkstrauertag
Münster 2004: Offener Brief an Oberbürgermeister Berthold Tillmann
VVN-BdA
und Bündnis Dortmund gegen Rechts übergeben Namen von Wehrmachtsverbrechern
an die Justiz
"Tag
der Heimat" 2003: Offener Brief an Gastreferentin Cornelie Sonntag-Wolgast
VVN/BdA
Münster zum gescheiterten NPD-Verbotsantrag
"Damit
gestern nicht zu morgen wird" - Diskussionsbeitrag der VVN-BdA Münster
Schwur
von Buchenwald
Zweiter offener Brief an Oberbürgermeister Berthold Tillmann
zum Volkstrauertag
Aus gegebenem
Anlass formulierte die VVN-BdA Münster am 10. November 2004 ein
zweites Schreiben an den Oberbürgermeister:
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VEREINIGUNG DER VERFOLGTEN DES NAZIREGIMES/
BUND DER ANTIFASCHISTINNEN UND ANTIFASCHISTEN
KREISVEREINIGUNG MÜNSTER
Münster,
10. November 2004
Stadt Münster
Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann
48127 Münster
Sehr geehrter Herr Dr. Tillmann, sehr geehrte Damen und Herren.
Mit diesem Schreiben möchte ich im Namen der VVN/BdA nochmals
Stellung nehmen zu dem Thema Volkstrauertag und
dem Ring Deutscher Soldatenverbände.
In den letzten
Tagen sind einige Unklarheiten bezüglich des Zusammenhangs
zwischen dem Ring Deutscher Soldatenverbände (RDS) zu Münster
und dem Ring Deutscher Soldatenverbände (Sitz Bonn) aufgetreten.
Es gibt nun Angaben, dass der RDS zu Münster aus dem Bundesverband
ausgetreten sei, andere Quellen behaupten, dass die Münsteraner
überhaupt nie dort Mitglied gewesen sind. Wir werden diesen
Sachverhalt nicht mehr endgültig bis zum Volkstrauertag klären
können. Aber letztlich ist dies auch unerheblich.
Jetzt
jedoch den Schluss zu ziehen, dass unsere Argumentation bezüglich
des "Kontaktverbotes" und der fehlenden Abgrenzung zu
extrem rechten Kreisen gegenstandslos sei, dies wäre nicht
nur verfrüht, sondern schlicht falsch. Wir möchten
dies kurz begründen:
In der Broschüre
"40 Jahre Volkstrauertag in Münster", herausgegeben
vom RDS zu Münster, beschreibt der derzeitige Vorsitzende
des RDS zu Münster, Klaus Höhn, die Entstehung seiner
Organisation und deren Geschichte. Die Gründung der Vorläuferorganisation
des heutigen RDS zu Münster wird für das Jahr 1960 angegeben.
Ein Jahr später, im Jahr 1961, wird der Verband deutscher
Soldaten (VdS) Mitglied im RDS zu Münster. Im Folgenden
werden zahlreiche Ereignisse aus dem VdS in der genannten Broschüre
erwähnt. Zum Beispiel hat ein damaliger Vorsitzender des
VdS schon einmal die Gedenkrede am Volkstrauertag gehalten. Ein
ehemaliger Vorsitzender des VdS wird beispielsweise im Jahr 1998
Ehrenmitglied im RDS zu Münster. In der genannten Broschüre
finden sich einige weitere Anhaltspunkte, die eine enge Bindung
zwischen VdS und RDS zu Münster aufzeigen. Die genannte Broschüre
endet mit einem Eintrag für das Jahr 2001. Aus diesem Zusammenhang
ergibt sich die Situation, dass der Verband deutscher Soldaten
Mitglied im RDS zu Münster ist. Gegen den VdS wurde das "Kontaktverbot"
seitens des Verteidigungsministeriums erlassen. Es ist
richtig, dass der RDS zu Münster nicht direkt vom Kontaktverbot
betroffen ist, jedoch indirekt durch die Mitgliedschaft des Verband
deutscher Soldaten im RDS zu Münster.
Wir
Antifaschistinnen und Antifaschisten in der VVN/BdA bleiben bei
unserer eindringlichen Forderung, die Zusammenarbeit mit diesen
Organisationen, also dem Verband deutscher Soldaten und dadurch
auch zum RDS zu Münster zu beenden.
In der besagten
Broschüre finden sich weitere zahlreiche Hinweise auf die politische
Ausrichtung des RDS zu Münster. Gründungsmitglied des
RDS zu Münster war unter anderem auch die HIAG (Hilfsgemeinschaft
auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS). Diese
Organisation wurde jahrelang (nicht nur) vom Verfassungsschutz als
rechtsextrem gekennzeichnet. An den Veranstaltungen zum Volkstrauertag
haben Vertreter der neofaschistischen NPD teilgenommen und Kränze
niedergelegt. In der politischen Auseinandersetzung um Themen wie
beispielsweise die Errichtung des Mahnmals "Zwinger" oder
der sogenannten "Wehrmachtsausstellung“ wird immer wieder
die fehlende Bereitschaft deutlich, auch über die Verbrechen
der Wehrmacht sprechen zu wollen und selbige anzuerkennen.
Wir sind weiterhin
der Auffassung, dass der RDS zu Münster kein legitimer Bündnispartner
für die Stadt Münster sein darf. Aufgrund der politischen
Orientierung des RDS zu Münster auch unabhängig von dem
Kontaktverbot!
Wir sind weiterhin
nicht damit einverstanden, dass das Gedenken am Volkstrauertag maßgeblich
von ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht geprägt wird.
Wir sind nicht damit einverstanden, mit einem Verband konfrontiert
zu werden, der jegliche Trennlinien auch zu rechtsextremen Organisationen
vermissen lässt. Wir erinnern noch einmal an Aussagen aus unserem
ersten Brief zu diesem Thema:
Ein
Gedenken an die Toten beider Weltkriege wird von uns nicht kritisiert,
im Gegenteil, wir halten eine Auseinandersetzung mit Ursachen und
Folgen beider Weltkriege, besonders auch für die "jüngere
Generation“, für notwendig.
So ist auch
das offene Gedenken Hinterbliebener von Kriegstoten nicht Gegenstand
unserer Kritik. Nur darf unserer Meinung nach ein Gedenken an die
Weltkriege nicht losgelöst von einem Bekenntnis stattfinden,
dass es große Teile der deutschen Bürgerinnen und Bürger
waren, die Hitler und die Nationalsozialisten an die Macht gebracht
haben, dass es eine große Kriegsbegeisterung in weiten Teilen
der Landes gab. Erste militärische Erfolge wurden umjubelt.
Und um die deportierten Juden, Sinti und Roma, die ermordeten oder
verhafteten Sozialdemokraten, Kommunisten oder engagierten Christen
kümmerte man sich nicht, im Gegenteil, das Eigentum dieser
Menschen wurde unter den "arischen“ Bürgerinnen
und Bürger aufgeteilt.
Ein Gedenken
am Volktrauertag muss auch thematisieren, dass beide Weltkriege
von Deutschland begonnen wurden, dass es deutsche Soldaten waren,
die andere Menschen und Länder überfallen haben, die Menschen
unterdrückten und versklavten. Dass es deutsche Soldaten waren,
die an massiven Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen
beteiligt waren. Hierzu darf eine Veranstaltung am Volkstrauertag
nicht schweigen!
Erst als der
Krieg nicht mehr zu gewinnen war, als deutsche Städte bombardiert
wurden, drehte sich die Stimmung im sogenannten "Dritten Reich“.
Und 60 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus und Krieg durch die
Armeen der Sowjetunion, der Amerikaner, Franzosen, Engländer,
Kanadier und vielen anderen Alliierten machen sich nun die Bombenkriegsopfer
und die Vertriebenen zu den eigentlichen Opfern des Krieges. Und
genau diese Inhalte, diese Geschichtsumdeutung finden wir in dem
Gedenken am Volkstrauertag am Denkmal "Herman von Bittenfeld“
wieder.
Aber
diese Veranstaltung am Kriegerdenkmal ist nicht alternativlos. Seit
Jahren bemühen wir uns von der VVN/BdA, an diesem Tag ein antifaschistisches
Gedenken zu organisieren. Und dies nicht ohne Erfolg. Auf unseren
Veranstaltungen konnten wir u.a. Ludwig Baumann begrüßen.
Baumann ist Vorsitzender einer Vereinigung der NS-Miltärjustitzopfer
und Wehrmachtsdeserteur. Wir haben mit der Westfälischen Klinik
für Psychiatrie den Opfern der NS-Psychiatrie gedacht oder
uns mit dem Thema Zwangsarbeit in Münster auseinander gesetzt.
Im vergangenen Jahr berichtete der Vorsitzende des Ausländerbeirates
der Stadt Münster, Spyros Marinos, über die faschistische
Besatzung seiner griechischen Heimat und über Verbrechen der
Wehrmacht in Griechenland.
Auch in diesem
Jahr werden wir wieder zu einer Gedenkveranstaltung an den Zwinger
einladen.
Sehr geehrter
Herr Dr. Tillmann, wir möchten auch diesen Brief nicht beenden,
ohne unsere Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Wir sind
bereit, zusammen mit anderen Gruppen und der Stadt Münster
über eine Neugestaltung des Gedenkens am Volkstrauertag
nachzudenken.
Wir
halten diese Neugestaltung für dringend notwendig. Eine weitere
Zusammenarbeit der Stadt Münster mit dem Ring Deutscher Soldatenverbände
ist für uns nicht denkbar.
Mit antifaschistischen
und freundlichen Grüßen!
Stefan Proske
(Sprecher der VVN/BdA Münster)
Kontakt: vvn-bda@muenster.org
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Volkstrauertag Münster 2004: Offener Brief an Oberbürgermeister
Berthold Tillmann
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VEREINIGUNG DER VERFOLGTEN DES NAZIREGIMES/
BUND DER ANTIFASCHISTINNEN UND ANTIFASCHISTEN
KREISVEREINIGUNG MÜNSTER
Münster,
02. November 2004
Stadt Münster
Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann
48127 Münster
Sehr geehrter Herr Dr. Tillmann, sehr geehrte Damen und Herren.
Wir, Mitglieder
der VVN/BdA Münster, möchten mit diesem Brief Stellung
nehmen zu den am 14. November 2005 stattfindenden Veranstaltungen
anlässlich des Volkstrauertages, insbesondere zur Kranzniederlegung
am "Denkmal des Infanterie-Regiments Herwardt von Bittenfeld"
an der Promenade.
Seit vielen
Jahren begleiten wir Antifaschistinnen und Antifaschisten die Kranzniederlegung
am Volkstrauertag kritisch. Wir haben grundsätzliche Kritik
an Form und Inhalt dieses Gedenkens. Wir möchten Ihnen heute
unsere grundsätzliche Kritik erläutern, Sie jedoch insbesondere,
aus aktuellem Anlass, auf zwei Einzelheiten hinweisen.
Hinweisen möchten
wir Sie zum einen auf das vom Bundesverteidigungsministerium im
Februar 2004 erlassene Kontaktverbot (1) zum "Verband
deutscher Soldaten“ und seiner Nebenorganisationen
und zum anderen auf eine mögliche Beteiligung des NPD-Funktionärs
und Mitglieds in der münsterschen Burschenschaft Franconia,
Oliver Westerwinter, an der Kranzniederlegung.
Beginnen möchten
wir mit der Auseinandersetzung mit dem "Verband deutscher
Soldaten (VdS)/Ring deutscher Soldatenverbände“.
Zum besseren Verständnis folgt ein kurzer geschichtlicher Abriss
des VdS.
Der Verband
deutscher Soldaten wurde im September 1951 in Bonn von 50 Vertretern
verschiedener Soldatenbünde gegründet. Die wichtigsten
Vereinigungen, die sich hier zusammenschlossen, waren: Deutscher
Soldatenbund, Schutzbund ehemaliger deutscher Soldaten, Bund ehemaliger
deutscher Fallschirmjäger, Verband deutsches Afrikakorps, Organisationen
der Kraftfahrtruppen, Traditionsgemeinschaft Großdeutschland
und Stahlhelm-Bund der Frontsoldaten; hinzu kamen Vertreter der
Waffen-SS. 1954 schloß sich der Kyffhäuserbund an, der
aber seine Selbständigkeit weiterhin behielt. 1962 schloß
sich dem VdS der Bundesverband der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS
an. Sein Publikationsorgan ist die Zeitung "Soldat im Volk“.
Mit dem Ziel
der weiteren Vereinheitlichung der Verbände wurde auf
Bestreben des VdS 1957 der Ring Deutscher Soldatenverbände
(RDS) gegründet. Als weiterer Schritt in diese Richtung
erfolgte die gemeinsame Herausgabe der Zeitung "Soldat
im Volk“ (SiV) (2).
Der Ring
deutscher Soldatenverbände ist nun in Münster,
zusammen mit dem "Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge“,
Hauptveranstalter der Kranzniederlegung am "Denkmal
des Infanterie-Regiments Herwardt von Bittenfeld”. Aus dem
vom Verteidigungsministerium erlassenen Kontaktverbot ergibt sich
jedoch die neue Situation, dass die Bundeswehr, die sich ebenfalls
an der Kranzniederlegung beteiligte, nicht teilnehmen darf. Den
anwesendenen Vertretern der Niederländischen und Britischen
Armee ist unserer Meinung nach ein Zusammenwirken mit dem VdS/RDS
nicht zu zumuten. Zum besseren Verständnis zitieren wir das
Verteidigungsministerium (3):
"Der
Bundesminister der Verteidigung hat am 16. Februar 2004 entschieden,
dass die Bundeswehr mit sofortiger Wirkung keine dienstlichen
Kontakte zum VdS und seinen Unterorganisationen mehr unterhält.
Der VdS hat in seinerm Publikationsorgan "Soldat im Volk“,
Ausgaben 4 und 5 des Jahrgangs 2003 Texte des stellvertretenden
Vorsitzenden des Nationalsozialistischen Partei Amerikas unkommentiert
und unreflektiert veröffentlicht. Solche Veröffentlichungen
aus dem rechtsextremen Spektrum sind nicht hinnehmbar. Veranstaltungen
des VdS sind ab sofort nicht mehr zu unterstützen.“
Sehr geehrter
Herr Dr. Tillmann, der RDS ist als eine Unterorganosation des VdS
zu bezeichnen, zudem ist der RDS Mitherausgeber der Zeitung "Soldat
im Volk“, in dem die o.g. Artikel erschienen sind. Die
Mitteilung des Ministeriums für Verteidigung lässt keinen
anderen Schluss zu, als die Kranzniederlegung am Volkstrauertag
abzusagen!
Natürlich
ist es formal richtig, dass nur Bundeswehrangehörige diesem
Verbot unterliegen, jedoch sollten Sie als offizieller Vertreter
des Stadt Münster diesen Inhalt sehr ernst nehmen. Die Situation,
dass die Bundeswehr nicht zusammen mit dem VdS/RDS am Gedenken teilnehmen
darf, die Stadt Münster jedoch die Zusammenarbeit nicht beendet,
ist unserer Meinung nach in der demokratischen Öffentlichkeit
nicht zu vermitteln und würde politisch ein völlig falsches
Signal geben.
Zudem ist es
so, dass nicht erst mit dem Verbot des Verteidigungsministeriums
Kritik am VdS öffentlich wurde. Die VVN/BdA Münster hat
schon vor fünf Jahren auf rechtsextreme Verstrickungen im RDS
hingewiesen. Der in der Anlage 1 beigefügte Artikel des Internetdienstes
"blick nach rechts“ kommt zu ähnlichen Einschätzungen.
Zudem verweisen wir auf den ausführlichen Artikel zum VdS (Anlage
6)
Kommen wir
nun zum zweiten Anlass unseres Briefes:
Seit Jahren
beobachten wir, dass am Gedenken anlässlich des Volkstrauertages
verschiedene Abordnungen münsterschen Studentenverbindungen
teilnehmen. Unter anderem auch die Burschenschaft Franconia. Seit
April 2004 lebt der NPD-Kader und WWU-Student Oliver Westerwinter
im Burschenschaftshaus an der Himmelreichallee.
Oliver
Westerwinter ist in der Vergangenheit immer wieder in Zusammenhang
mit der NPD und deren Jugendorganisation, den "Jungen Nationaldemokraten
(JN)“ in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten.
An dieser Stelle einige Beispiele des Wirkens Westerwinters in der
neofaschistischen NPD:
- Als Bundespressesprecher
der "Jungen Nationaldemokraten“ äußerte
sich Westerwinter im Oktober 2003 zu den Debatten um Sozialreformen
in der Bundesrepublik mit nationalistischen und völkischen
Tönen. (Anlage 3).
- In einem
Artikel der Wochenzeitschrift "Jungle World“ wird Westerwinter
als Funktionär der JN zitiert. Er fordert eine "national-revolutionäre
Gesundheitspolitik“ und eine auf den "Erhalt der deutschen
Volksgemeinschaft ausgerichtete Bevölkerungspolitik“.
Die Familie müsse von der Politik "als höchster
Lebenswert der Menschen“ angesehen werden. Auch hier wieder
die bekannten nationalistischen und völkischen Töne.
(siehe Anlage 4)
- In selbiger
Funktion kündigte Westerwinter im März 2004 eine "nationalistische
Schülerzeitungskampagne“ an, in der es u.a. um das
Erreichen einer "Definitionsmacht“ über die Begriffe
"Nationalismus“ und "Heimat“ gehen soll.
(siehe Anlage 5)
Auch in NRW
ist Westerwinter aktiv. So gehörte er dem JN-Landesvorstand
an. Im März diesen Jahres rief Westerwinter, auf einer von
ihm angemeldeten Internetseite, zur Teilnahme an einem Naziaufmarsch
gegen den Neubau der Bochumer Synagoge in Bochum auf. Die NPD/JN
und sogenannte "Freie Kameradschaften“ mobilisierten
hier mit einer deutlich antisemitischen Argumentation. Der NPD-Aufmarsch
wurde damals vom OVG Münster verboten. Da Westerwinter auf
von ihm angemeldeten Internetseiten weiter zu dem Aufmarsch mobilisierte,
wurde von Seiten der Ordnungsbehörden ein Ermittlungsverfahren
wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht angestrengt, und
zudem wurden seine Privaträume vom Staatsschutz durchsucht.
Es ist nun nicht
auszuschließen, dass in diesem Jahr, zusammen mit der Burschenschaft
Franconia, ihr Mitglied Oliver Westerwinter am Denkmal "Herwardt
von Bittenfeld“ für die Toten beider Weltkriege "Wache“
hält. Es würde somit zu der Situation kommen, dass sich
die offiziellen Vertreter der Stadt Münster von einem
Neonazi "eskortieren“ lassen. Eine absurde und
nicht hinzunehmende Vorstellung. Zudem ist nicht auszuschließen,
dass auch Freunde von Westerwinter aus dem neonazistischen Spektrum
erscheinen werden.
Es reicht uns
in diesem Zusammenhang nicht aus, dass nur sichergestellt ist, dass
Oliver Westerwinter nicht teilnehmen wird, sondern die Burschenschaft
Franconia selbst ist Teil des Problems! Diese Vereinigung
muss sich der Frage stellen, warum sie einen organisierten Neonazi
bei sich aufnimmt. Aber nicht nur das. So ist die Burschenschaft
Franconia in letzter Zeit immer wieder selbst durch nationalistische
Töne aufgefallen, beispielsweise solidarisierte sich die Verbindung
mit dem ehemaligen CDU-Abgeordneten Martin Hohmann und seinen antisemitischen
Ausfällen. Die Burschenschaft Franconia ist zudem organisiert
in dem Dachverband der "Deutschen Burschenschaften“ (DB).
Aus diesem Dachverband sind ebenfalls nationalistische und antisemitische
Aussagen zu vernehmen.
Auch
die Zusammenarbeit/Duldung der Franconia mit neofaschistischen
Kräften ist ein weiterer Grund, die Kranzniederlegung abzusagen!
Mit unserer
kritischen Auseinandersetzung mit der Burschenschaft Franconia sind
wir auch mitten in unserer grundsätzlichen Kritik an
Form und Inhalt des Gedenkens am Volkstrauertages angelangt.
Wir verstehen nicht, warum die Kranzniederlegung an einem Kriegerdenkmal
stattfindet und warum dieses Gedenken so maßgeblich von ehemaligen
Wehrmachtsangehörigen geprägt ist.
Ein Gedenken
an die Toten beider Weltkriege wird von uns nicht kritisiert,
im Gegenteil, wir halten eine Auseinandersetzung mit Ursachen und
Folgen beider Weltkriege, besonders auch für die "jüngere
Generation“, für notwendig.
So ist auch
das offene Gedenken Hinterbliebener von Kriegstoten nicht Gegenstand
unserer Kritik. Nur darf unserer Meinung nach ein Gedenken an die
Weltkriege nicht losgelöst von einem Bekenntnis stattfinden,
dass es große Teile der deutschen Bürgerinnen und Bürger
waren, die Hitler und die Nationalsozialisten an die Macht gebracht
haben, dass es eine große Kriegsbegeisterung in weiten Teilen
der Landes gab. Erste militärische Erfolge wurden umjubelt.
Und um die deportierten Juden, Sinti und Roma, die ermordeten oder
verhafteten Sozialdemokraten, Kommunisten oder engagierten Christen
kümmerte man sich nicht, im Gegenteil, das Eigentum dieser
Menschen wurde unter den "arischen“ Bürgerinnen
und Bürger aufgeteilt.
Ein Gedenken
am Volktrauertag muss auch thematisieren, dass beide Weltkriege
von Deutschland begonnen wurden, dass es deutsche Soldaten
waren, die andere Menschen und Länder überfallen haben,
die Menschen unterdrückten und versklavten. Dass es deutsche
Soldaten waren, die an massiven Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen
beteiligt waren. Hierzu darf eine Veranstaltung am Volkstrauertag
nicht schweigen!
Erst als der
Krieg nicht mehr zu gewinnen war, als deutsche Städte bombardiert
wurden, drehte sich die Stimmung im sogenannten "Dritten Reich“.
Und 60 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus und Krieg durch die
Armeen der Sowjetunion, der Amerikaner, Franzosen, Engländer,
Kanadier und vielen anderen Alliierten machen sich nun die Bombenkriegsopfer
und die Vertriebenen zu den eigentlichen Opfern des Krieges. Und
genau diese Inhalte, diese Geschichtsumdeutung finden wir in dem
Gedenken am Volkstrauertag am Denkmal "Herman von Bittenfeld“
wieder.
Aber diese Veranstaltung
am Kriegerdenkmal ist nicht alternativlos. Seit Jahren
bemühen wir uns von der VVN/BdA, an diesem Tag ein antifaschistisches
Gedenken zu organisieren. Und dies nicht ohne Erfolg. Auf
unseren Veranstaltungen konnten wir u.a. Ludwig Baumann begrüßen.
Baumann ist Vorsitzender einer Vereinigung der NS-Miltärjustitzopfer
und Wehrmachtsdeserteur. Wir haben mit der Westfälischen Klinik
für Psychiatrie den Opfern der NS-Psychiatrie gedacht oder
uns mit dem Thema Zwangsarbeit in Münster auseinander gesetzt.
Im vergangenen Jahr berichtete der Vorsitzende des Ausländerbeirates
der Stadt Münster, Spyros Marinos, über die faschistische
Besatzung seiner griechischen Heimat und über Verbrechen der
Wehrmacht in Griechenland.
Auch
in diesem Jahr werden wir wieder zu einer Gedenkveranstaltung an
den Zwinger einladen.
Sehr geehrter
Herr Dr. Tillmann, wir möchten diesen Brief nicht beenden,
ohne unsere Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Wir
sind bereit, zusammen mit anderen Gruppen und der Stadt Münster
über eine Neugestaltung des Gedenkens am Volkstrauertag nachzudenken.
Wir halten
diese Neugestaltung für dringend notwendig. Eine weitere
Zusammenarbeit der Stadt Münster mit dem Ring Deutscher Soldatenverbände
ist für uns nicht denkbar.
Wir werden diesen
Brief auch den Fraktionen im Rat der Stadt Münster zusenden.
Wir bedanken uns für ihre Aufmerksamkeit.
Mit antifaschistischen
und freundlichen Grüßen!
Stefan Proske
(Sprecher der VVN/BdA Münster)
(1)
siehe Anlage 1: www.bnr.de
Ausgabe 09/2004 (Blick nach rechts.de)
(2)
siehe Anlage 6: eine Kopie einer Titelseite des "Soldat im
Volk“ aus: "Der Verband deutscher Soldaten – Holocaust-Leugner
bei der Bundeswehr" von Kurt Heiler, erschienen in der Broschüre:
"Der deutsche Militarismus ist nicht tot, er riecht nur streng“.
Hrsg. VVN/BdA NRW
(3)
siehe Anlage 2: wir haben die Originalmitteilung –
zitiert
auf der Internetseite der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft
e.V. Hamburg – gefunden. Die Anmerkung der SWG gibt einen
Eindruck der nationalkonservativen Ausrichtung dieser Organisation.
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Demonstration
und Kundgebung
VVN-BdA und Bündnis Dortmund gegen Rechts
übergeben Namen von Wehrmachtsverbrechern an die Justiz
Protest gegen den Aufmarsch von Naziterroristen in Dortmund
Samstag,
20. September 2003, 10 Uhr
ab Gerichtsplatz 1
mehr
dazu (PDF)
"Tag
der Heimat" 2003: Offener Brief an Gastreferentin Cornelie
Sonntag-Wolgast
Die Vorsitzende
des Innenausschusses des Deutschen Bundestages und SPD- Abgeordnete
soll am Sonntag, den 21. September 2003, beim "Tag der Heimat“
im Rathaus der Stadt Münster sprechen. |
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Nach
unserer Auffassung ist der gastgebende Bund der Vertriebenen (BdV)
in Münster wiederholt durch einen unkritischen Umgang mit Rechtsextremen
und einer revanchistischen Politik aufgefallen. Diese Einschätzung
untermauern wir mit einigen Beispielen dieser Politik. Unter anderem
zitieren wir die Vorsitzende des BdV Münster, Roswitha Möller.
Möller äußerte sich in einem Interview wie folgt:
"Wenn
Hitler 1939 sagte, ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen, warum?
Weil die Polen im Widerspruch zum Versailler Vertrag mehr und
mehr das Korridorgebiet annektierten und die dortigen Deutschen
vertrieben."
Diese
Aussage leistet unserer Meinung nach einen Beitrag dazu, die deutsche
Kriegsschuld zu leugnen und so indirekt die Millionen Toten des
verbrecherischen Feldzuges der Wehrmacht selbst zu Tätern machen.
Auch die weiteren Argumente in unserem offenen Brief lassen uns
zu dem Schluss kommen, dass der BdV für eine sachliche und
vernünftige Aufarbeitung der Rolle und der Geschichte der so
genannten Heimatvertriebenen nicht in Frage kommt.
Letztlich
bitten wir SPD-Abgeordnete Sonntag-Wolgast, ihre Argumente genau
zu überprüfen und somit auch die Einladung des BdV noch
einmal zu überdenken.
Hier
folgt der offene Brief:
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VEREINIGUNG DER VERFOLGTEN DES NAZIREGIMES/
BUND DER ANTIFASCHISTINNEN UND ANTIFASCHISTEN
KREISVEREINIGUNG MÜNSTER
Frau Cornelie Sonntag-Wolgast
Mitglied im Deutschen Bundestag
Platz der Republik
11011 Berlin
Sehr geehrte Frau Sonntag-Wolgast,
am Sonntag,
den 21. September, sind Sie vom "Bund der Vertriebenen (BdV)
Kreisverband Münster“ nach Münster zur hiesigen
Feierstunde anlässlich des sogenannten "Tag der Heimat"
eingeladen worden.
Mit diesem Offenen
Brief möchten wir Antifaschistinnen und Antifaschisten in der
VVN/BdA Sie über unsere sehr kritische Einstellung gegenüber
dieser Veranstaltung im Allgemeinen und der Organisation des BdV
in Münster im Besonderen informieren. Wir sind der Auffassung,
daß dieser Brief bei Ihnen noch einmal zu einer Überprüfung
ihrer Zusage an den BdV Münster führen sollte. Aber nun
zu unserer zusammengefassten Kritik.
Der Bund der Vertriebenen
in Münster ist in den letzten Jahren immer wieder durch eine
Zusammenarbeit bzw. einen unkritischen Umgang mit Rechtsextremen
und einer revanchistischen Politik aufgefallen. Einige Beispiele
wollen wir hier nennen:
Anläßlich
des "Tags der Heimat" lud der BdV Münster in 2000
den "rechten Stichwortgeber" Klaus Rainer Röhl ein.
Röhl tritt für rechtsextreme "Kaderschmieden"
auf, schreibt für die "Junge Freiheit" und beleidigte
in einem Artikel für das "Ostpreußenblatt"
indirekt die Millionen ermordeter Jüdinnen und Juden und wärmt
in Zeitungsbeiträgen rassistische Stereotypen gegen Sinti und
Roma auf. Die VVN/BdA forderte den Münsteraner Oberbürgermeister
Dr. Berthold Tillmann in einem Offenen Brief auf, den Auftritt von
Röhl zu verhindern. Auf Grund des umfangreichen Recherchematerials
der VVN/BdA ließ sich ein Auftritt von Röhl in der Öffentlichkeit
nicht mehr vertreten, so dass der BdV den Publizisten unter Druck
des Oberbürgermeisters zurückzog.
In einem Bericht
der "münster-taz" vom 10. August 2000 wird die Vorsitzende
des lokalen BdV, Frau Roswitha Möller, wie folgt zitiert: "Wenn
Hitler 1939 sagte, ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen, warum?
Weil die Polen im Widerspruch zum Versailler Vertrag mehr und mehr
das Korridorgebiet annektierten und die dortigen Deutschen vertrieben."
Wir müssen Ihnen sicherlich nicht erklären, dass diese
Aussage ihren Beitrag dazu leistet, die deutsche Kriegsschuld zu
leugnen und so indirekt die Millionen Toten des verbrecherischen
Feldzuges der Wehrmacht selbst zu Tätern macht.
Dies war nicht
der erste Ausfall dieser Art von Frau Möller. Frau Möller
hat sich auch in besonderer Weise im Zusammenhang mit der so genannten
"Wehrmachtsausstellung" (1998) in Münster hervorgetan.
Frau Möller engagierte sich auf lokaler Ebene gegen diese Ausstellung
und veröffentlichte in der "Deutschen Umschau" (Organ
des BdV NRW) eine Todesanzeige für Ihren Großvater unter
der Überschrift: "Unsere Väter waren keine Verbrecher".
Wenig später marschierte die NPD unter selbem Motto durch Münsters
Innenstadt.
Auch ist Frau
Möller nicht zimperlich, was die Auswahl ihrer Bündnispartner
betrifft. Wir zitieren noch einmal die "münster-taz":
"So kommt es dann, daß ihr eigener Name (Roswitha Möller)
1997 auf einem Demonstrationsaufruf einer "Interessengemeinschaft
für die Wiedervereinigung Gesamtdeutschlands" neben den
von Mitgliedern der NPD, der "Deutschen Liga für Volk
und Heimat" und der Republikaner auftaucht."
Dies sind einige
Beispiele der Aktivitäten des hiesigen BdV. Auch beziehen wir
unsere kritische Haltung zum "Tag der Heimat" auf die
bundesweiten Aktivitäten der so genannten Heimatvertriebenen.
Aktuell ist
hier das Projekt "Zentrum gegen Vertreibungen" zu nennen.
Folgt man der Satzung des "Zentrums" geht es in erster
Linie um die Vertreibung der Deutschen nach 1945. Die Perspektive
des BdV ist hier "Vertreibung ist Unrecht". Der BdV will
andere Vertreibungen mit einbeziehen. Aber in der Auseinandersetzung
mit anderen Vertreibungen vergisst der BdV die brutalste Vertreibung
des 20. Jahrhundert: den Holocaust. Und hier waren bekanntlich Deutsche
die Täter. Es ist einfach ein Skandal! Für den BdV findet
diese mit nichts zu vergleichende Vernichtung von Millionen Jüdinnen
und Juden, Sinti und Roma nicht statt. Das Projekt blendet somit
aus, dass die Vertreibung der Deutschen eine Vorgeschichte hat.
Sehr geehrte
Frau Sonntag-Wolgast, wir möchten Sie bitten, unsere Bedenken
genau zu überprüfen! Als Innenpolikerin und ehemalige
Innen-Staatssekretärin haben Sie sich immer wieder mit Rechtsextremismus
beschäftigt. Rechtsextremismus fängt aber nicht erst bei
Skinhaeds und der NPD an, sondern in der Mitte der Gesellschaft.
Wir würden uns über
eine Antwort von Ihnen sehr freuen!
Für die
VVN/BdA Münster
Stefan Proske
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Nach
dem "Aufstand der Anständigen" nun das "Versagen der Zuständigen"? |
Im März beendete das Bundesverfassungsgericht den NPD-Verbotsantrag
von Bundestag, Regierung und Bundesrat, ohne überhaupt über die
Inhalte selbst zu debattieren. Die VVN/BdA bezeichnet das Scheitern
des Verbotsantrages als "Katastrophe".
mehr
dazu (PDF)
|
|
In
der politischen Auseinandersetzung in der BRD um den kriegerischen
Konflikt im Nahen Osten wird der Antisemitismus
mehr und mehr zu einem bestimmenden Element.
Wir
verurteilen alle nationalistischen, rassistischen und antisemitischen
Positionen auch innerhalb der Linken auf das Schärfste! Eine Zusammenarbeit
mit Initiativen, Bündnissen und Parteien, in denen antisemitische
und nationalistische Töne zu vernehmen sind, schließen wir aus!
Unser
Diskussionsbeitrag zum Thema
Pressemitteilung
der VVN/BdA Bundesvereinigung vom 04.06.2002:
Offener Brief
der VVN-BdA: Antisemitismus mit öffentlichen Geldern?
Pressemitteilung
der VVN/BdA Bundesvereinigung vom 29.05.2002:
Antifaschisten warnen
vor neuem Antisemitismus
Pressemitteilung
der VVN/BdA Bundesvereinigung vom 15.04.2002:
Antifaschisten
gegen den Einsatz deutscher Soldaten in Nahost
|
"Damit
gestern nicht zu morgen wird"
Gegen
Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus
-
für eine solidarische Unterstützung israelischer und palästinensischer
Friedenskräfte!
Hier
sind viele Beiträge
zum
Antisemitismusstreit zu finden!
|
 |
Schwur von Buchenwald
Ansprache
in französischer, russischer, polnischer, englischer und deutscher
Sprache auf der Trauerkundgebung des Lagers Buchenwald am 19. April
1945.
mehr
zum KZ Buchenwald
|
Kameraden!
Wir
Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald
und seinen Aussenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer
ermordeten 51.000 Gefangene!
51.000
erschossen, gehenkt, zertrampelt,erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert,
vergiftet, abgespitzt
51.000
Väter, Brüder, Söhne starben einen qualvollen Tod, weil
sie Kämpfer gegen das faschistische System waren.
51.000
Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen an!
Wir
lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen
in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eins am Leben
hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag der Rache!
Heute
sind wir frei!
Wir
danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets
und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das
Leben erkämpfen.
Wir gedenken an dieser Stlle des grossen Freundes der Antifaschisten aller
Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue
demokratische, friedliche Welt. F. D. Roosevelt - Ehre seinem Andenken!
Wir
Buchenwalder,
Russen,
Franzosen, Polen, Tschechen, Slovaken und Deutsche,
Spanier, Italiener und Österreicher,
Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen,
Jugoslaven und Ungarn
kämpften
gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere
eigene Befreiung.
Uns
beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht - der Sieg muß unser
sein!
Wir
führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen,
opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende.
Noch wehen Hitlerfahnen!
Noch leben die Mörder unserer Kameraden!
Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!
Wir
schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an dieser
Stätte des faschistischen Grauens:
Wir
stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern
der Völker steht!
Die
Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau
einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind
wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.
Zum
Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur
und sprecht mir nach:
WIR
SCHWÖREN!

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