| 1947 - 1957 |
| Kurz nach der Gründung des THC erfreute sich die Hockeyabteilung
eines regen Zuspruchs. Drei Herren-, eine Damen- und eine Jugendmannschaft
nahmen nach kurzer Zeit den Spielbetrieb auf. Das Aushängeschild war
die 1. Herrenmannschaft, die 1948 mit dem Gewinn der Westfalenmeisterschaft
auf dem Feld einen Höhepunkt der Vereinsgeschichte beisteuerte. Bis
1952 spielte das Team in der höchsten Spielklasse, anfangs in der Westfalenklasse,
später in der neu gegründeten "Westdeutschen Oberliga". Namhafte
Mitspieler der damaligen Mannschaft prägten bis in die Gegenwart hinein
das Vereinsleben. Beispielhaft seien hier nur H. Klaucke, B. Rieckhues,
Dr. A. Koch, K. Burgholz und H. Geukes genannt. Durch den Abgang von Spielern
und wegen Überalterung der Mannschaft konnten die Erfolge der Gründungszeit
nicht aufrecht erhalten werden, so daß man Mitte der 50er Jahre vom
Spitzenhockey der Anfangsjahre Abschied nehmen mußte Eine Ausnahme
bildeten die Erfolge im Hallenhockey, wo 1955/56 in Dortmund die Westfalenmeisterschaft
errungen werden konnte. |
| 1957 - 1967 |
| Dieses Jahrzehnt spiegelt den Tiefpunkt in der Hockeyabteilung
des THC wieder. 1958 stieg die 1. Herrenmannschaft in die "Westfälische
Liga" ab, in der man noch bis 1960 mitspielte, bevor auch die letzte THC-Hockeymannschaft
den Spielbetrieb mangels Spielern einstellen mußte. Erst 1966 gelang
es wieder mit altgedienten THC-Spielern und wechselwilligen, jungen Hockeyspielern
von Preußen Münster eine neue Herrenmannschaft im THC zu etablieren.
Unter der Trainingsleitung von Rico Gisbertz und dem ehemaligen Nationalspieler
Horst Wein wurde in der Bezirksliga ein neuer Anlauf unternommen, den Hockeysport
in Münster voranzutreiben. Erstmalig wurden auch verstärkt Studenten
der Universität in die Hockeymannschaft integriert, die oftmals weit
entfernt von ihren alten Hockeyvereinen im THC eine neue sportliche "Heimat"
fanden. |
| 1967 - 1977 |
| Der Ende der 60er Jahre begonnene Wiedereinstieg in das Hockeygeschehen
nahm seinen Aufschwung zu Beginn der 70er Jahre. Unter dem neuen Trainer
Lothar Beyer – ehemaliger DDR-Nationalspieler – gelang 1973 der Aufstieg
in die drittklassige Verbandsliga. Diese Klasse konnte zwar nur ein Jahr
gehalten werden, jedoch wurde 1976 durch eine neu eingerichtete 3 . Mannschaft
die Leistungsdichte und -bereitschaft der Hockeyherren weiter gefördert.
Stiefkind dieser Zeit war das Hallenhockey, in dem keine nennenswerten Erfolge
erzielt werden konnten. Erwähnenswert ist, daß sich mit Rico
Gisbertz ein Verantwortlicher fand, der sich gezielt um den Aufbau einer
Jugendabteilung kümmerte. Diese Aufbauarbeit wurde später durch
den Gewinn von Westfalenmeisterschaften der Jugend in Feld und Halle honoriert.
1977 - 1987 Nachdem im vorangegangenen Jahrzehnt die Grundlagen für
erfolgreiches Hockey geschaffen worden waren, konnte 1977 zum zweiten Mal
der Aufstieg in die Verbandsliga realisiert werden. Diese Klasse, die später
in "Oberliga" umbenannt wurde, war von nun an – mit kurzer Unterbrechung
1980/1981 – das Betätigungsfeld der 1. Herrenmannschaft. Im Sog der
erfolgreichen "Ersten", gelang es 1983 der zweiten Mannschaft den Aufstieg
in die 1. Verbandsliga zu verwirklichen. Im gleichen Jahr konnte auch endlich
die lang ersehnte Damenmannschaft ins Rennen geschickt werden. In der Halle
konnte der erste große Erfolg seit den 50er Jahren gefeiert werden.
Es wurde in der Saison 83/84 der Aufstieg in die Oberliga erreicht. 1984
schließlich konnte auf dem Feld noch eine 3. Herrenmannschaft gemeldet
werden, in der Halle waren zeitweise sogar 4 Mannschaften im Meisterschaftsbetrieb
am Ball. Die Jahre 1984-1987 waren durch das Fahrstuhlverhalten der 1.Herrenmannschaft
geprägt. Auf- und Abstiege zwischen Verbands- und Oberliga gehörten
leider zum jährlich wiederkehrenden Ritual. Der Damenmannschaft gelang
es 1986 auf dem Feld in die Oberliga aufzusteigen, in der sich das Team
im darauffolgenden Jahr aber nicht halten konnte. Erwähnt werden sollte
auch die gute Jugendarbeit dieser Jahre, die dazu führte, daß
immer wieder eigene Jugendliche in die Herrenteams integriert werden konnten.
Klaus-Dieter Schlüter, Roland Engelmann und Dirk Siemers waren als
Jugendwarte und -trainer maßgeblich an diesen Erfolgen beteiligt. |
| 1987 - 1997 |
| Nach den Abgängen vieler Studenten aus der 1. Herrenmannschaft
wurden Spieler der 2. Mannschaft einbezogen, die jedoch das Leistungsniveau
der Oberliga nicht halten konnten, so daß die auslaufenden 80er Jahre
in der Verbandsliga verbracht wurden. Die Problematik der in Münster
spielenden Studenten zog sich wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte des
Hockeysports im THC. Zum einen garantierten "fertige" Hockeyspieler ein
gutes Hockeyniveau, zum anderen versperrten sie dem eigenen, noch entwicklungsfähigen
Nachwuchs die Tür zur 1. Mannschaft. Dies führte immer wieder
dazu, daß komplette Nachwuchsjahrgänge den Hockeyschläger
an den Nagel hängten. Eine Tendenz, die bis heute im THC anzutreffen
ist. Die letzte starke Mannschaft des THC entwickelte sich ab 1989. Viele
spielstarke Hockeyspieler aus der Bundes- und Regionalliga schlossen sich
dem THC an und so konnte man sich von 1990 - 1994 (Hallenrunde bis 1992)
in der Oberliga halten, teilweise sogar an das Tor zur Regionalliga klopfen.
Die Mannschaft um Carsten Krauß stellte vielleicht die stärkste
Mannschaft dar, die der THC in den letzten Jahrzehnten zu bieten hatte.
Bedenklich jedoch, daß zeitweise nur noch ein Münsteraner in
diesem Team stand. Nach dieser Erfolgsphase und dem erneuten Abgang der
hierfür verantwortlichen Spieler kamen neue Studenten, die das hohe
Niveau der Oberliga nicht halten konnten. Eigene Nachwuchsspieler konnten
diese Lücke nicht füllen, da die erfolgreiche Jugend-A-Mannschaft
(Westfalenmeister 1988) zuvor vor den Leistungsansprüchen der Oberliga-Mannschaft
kapituliert hatte. Seit 1995 gab es nun das Paradoxum im Club, daß
zwei gleich starke Mannschaften nebeneinander bestanden. Zum einen die 1.
Herrenmannschaft, weitestgehend zusammengesetzt aus Studenten, zum anderen
die 2. Mannschaft, bestehend aus erfahrenen THC-Spielern. Beide Teams erreichten
1996 auf dem Feld die Oberliga-Aufstiegsrunde, konnten sich aber nicht durchsetzen. |
| Entnommen aus: THC Münster e.V. (Hrsg.),
THC - 50 Jahre (Jubiläumsschrift) |