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Trotz gesamtwirtschaftlicher Erfolge lebt die Hälfte der peruanischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze und rund ein Fünftel
in extremer Armut. Am härtesten sind die Lebensbedingungen für Menschen im Berggebiet und in der Hauptstadt Lima. Die
herrschende Armut kann als unmittelbare Folge der historischen Marginalisierung breiter Teile der Bevölkerung gesehen werden,
denen die Beteiligung an Entscheidungen sowie der Zugang zu Ausbildung, Gesundheit und produktiven Ressourcen verwehrt wurde.
Ein tiefer Graben spaltet die Gesellschaft in Arme und Reiche. Der Raubbau an der Natur bedroht und zerstört zudem die
natürlichen Lebensgrundlagen.
Die demokratisch legitimierte Wahl im Frühjahr 2001 eines Vertreters der indigenen Bevölkerung zum Präsidenten hatte nach
einem Jahrzehnt der autokratischen Regierungsführung Fujimoris Hoffnungen geweckt. Der damals gewählte Präsident
Alejandro Toledo bezeichnete die Armutsbekämpfung, die Stärkung der Demokratie und die Förderung von dezentralen Strukturen
als seine Hauptanliegen. Bis heute ist jedoch der angelaufene Demokratisierungsprozess wenig gefestigt und der tägliche
Kampf ums Überleben ist oft von Gewalt begleitet. Trotz einer relativ guten und stabilen makroökonomischen Situation
profitieren weite Kreise der Bevölkerung nicht vom Wirtschaftswachstum.
Der Bericht der Kommission für Wahrheit und Versöhnung deckte auf, dass von den Gewalttaten in der vom Terrorismus
geprägten Periode 1980 bis 2000 vor allem marginalisierte Bevölkerungsschichten betroffen waren. Ermordet wurden
60.000 junge Männer, die in den Anden lebten. Als kollektive
Entschädigung hatte die Regierung Toledo der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten ein grosses Friedens- und
Entwicklungsprogramm in Aussicht gestellt. Leider folgten auf diese Worte keine Taten.
In seiner Amtszeit hatte Alejandro Toledo die in ihn gesteckten Erwartungen grösstenteils nicht erfüllen können. Seine
Akzeptanz im Volk lag Ende 2005 bei ca. 12%. Die Stichwahl am 4. Juni 2006 gewann Alan García, der das Land bereits von
1985 bis 1990 unglücklich präsidiert hatte, gegen den Linksnationalisten Ollanta Humala mit 53% der Stimmen. García
übernahm das Präsidentenamt am 28. Juli 2006, dem Nationalfeiertag Perus. Die Durchsetzung seiner Wahlversprechen
(soziale Entwicklung, Trinkwasserversorgung, Alphabetisierung) wird sich schwierig gestalten, da Humalas Partei mit 37%
die stärkste Kraft im Parlament ist (APRA 30%). Die Weltwirtschaftskrise 2008/09 bewältigt das Land relativ gut.
Gegenüber dem
Euro hat der Peso 10% an Wert gewonnen. Wegen der stark gefallenen Rohstoffpreise für Kupfer musste eine Mine
geschlossen werden.
Völlig unzureichend ist in ländlichen Regionen die ärztliche Versorgung. Rund 80% der Bevölkerung
haben keine Krankenversicherung. Sie müssen lange Wege in Kauf nehmen, um in Notfällen zum Krankenhaus zu kommen.
Zahlen und Fakten
Ein wirtschaftlich und politisch stabiles Land, lohnenswert und sicher für Touristen.
Wir kümmern uns um das Projekt: Ursula und Erwin Stroot
teilen-und-helfen@muenster.org