Die Befreiung des Menschen
Schon bei der Besichtigung der Kirche des heiligen Franziskus in der Altstadt von Salvador an der Küste im Norden
Brasiliens wird man auf Jacobina
aufmerksam.
Das Innere der Kirche erstrahlt von Gold, Gold aus der Goldmine von Jacobina. Mit dem Schnellbus
fährt man die 330 km in 5 1/2 Stunden zu dieser industriearmen Kleinstadt
Jacobina. Sie liegt mit ihren
60.000 Einwohnern in einer hügeligen kargen Landschaft. Hier wirkt Padre José Hehenberger.
1979 schickte der Zisterzienserabt ihn nach Jacobina und mit
der Bischofskonferenz in Puebla begann sein erstes Projekt. Puebla begeisterte José Hehenberger wegen der neuen Sicht der Kirche als
Gemeinschaft des Volkes Gottes, das in den Prozess der Heilsgeschichte eingebunden ist. Die Geschichte begann mit
dem Exodus aus Ägypten, dem Ort der Unfreiheit, und setze sich fort mit der Bildung der Gemeinschaft in der Wüste.
Ende der achtziger Jahre kam es zu Folterungen von ihm nahe stehenden Mitarbeitern, er stand auf der Todesliste und
sein Abt hat ihn schnellstens aus der Schusslinie gezogen und zum Kaplan in einem abgelegenen Frauenkloster ernannt.
Seine Mitarbeiter machten weiter und er kehrte zurück, weil die Mitglieder seiner Gemeinden versprachen, besser auf
ihn aufzupassen. Mit seinen 65 Jahren ist er voller Tatendrang und freut sich über die weitere Entwicklung seiner
Projekte.Er arbeitet unermüdlich für die Benachteiligten in der Gesellschaft. Seine Philosophie umfasst den Menschen
in seiner Ganzheit. Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes und soll nach Gottes Willen sein Leben gestalten. Um das in
Würde tun zu können, sind gewisse Grundbedürfnisse zu erfüllen.
Dazu braucht der Mensch
- physische, psychische, soziale und spirituelle Gesundheit
- Bildung
- Unterhalt für sein Leben.
Padre José Hehenberger betreut über 30 Gemeinden von Jacobina /Brasilien.