Alle 11 Schulen sind Internatsschulen in den Anden Perus, acht davon in der weiteren Umgebung von Cusco, zwei in der Region um Puno am Titicacasee und eine am Fluss Apurimac. Das Projekt entstand auf Empfehlung des Erzbischofs von Cusco, Senor Ugarte, und in Kooperation mit der Organisation ProRural unter der Leitung von Ingenieur David Baumann.

2005 erfolgte der erste Besuch an der Mädchenschule in Paca und an der Jungenschule in Sondorf.

  1. Pacca

Eine Partnerschaft seit 2005

Die Schulleiterin stellt uns die Schulgemeinde vor und zeigt uns die gemieteten Räume. Beim Gespräch mit den Mädchen stellt sich heraus, dass sie nachts in ihren Betten frieren und sich Decken wünschen. Die Etagenbetten und Matratzen befinden sich in einem erbärmlichen Zustand. Da muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Wir verbessern zunächst die Ausstattung des Schlafsaals, stellen 2007 auf schuleigenem Gelände das Geld für den Rohbau der drei Klassenräume, des Schlafsaals, der Küche und des Speisesaals zur Verfügung. Weiteres Geld wird für Toiletten bereitgestellt. Die Fertigstellung aller Gebäude übernimmt anschließend die Gemeinde Anta, St Theresia hat in den folgenden Jahren die Kosten für fehlendes Inventar übernommen.

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Eine Vorzeigeschule

2. Sondorf

Erste Maßnahme an der Schule in Sondorf: neue Toiletten und Duschen sind erstellt

Beim zweiten Besuch im Jahr 2006 zeigen die Elternvertreterin und der Schulleiter uns voller Stolz die neuen sanitären Anlagen.

Bei der anschließenden Besprechung stößt unser Vorschlag, durch Vergabe von Mikrokrediten produktive Projekte der Schüler zu ermöglichen, auf große Resonanz, besonders bei den Elternvertretern. Die Rahmenbedingungen werden festgesetzt. Ein Grundbetrag wird von unserer Gemeinde zur Verfügung gestellt. Des weiteren werden Gelder für Betten, Matratzen, Decken sowie Schränke und Essgeschirr vergeben. Die Arbeitsbedingungen in der Küche verbessern sich dadurch.

2008 bitten sechs weitere Internatsschulen um Förderung

Allen Schulen ist gemeinsam, dass sie zunächst in geliehenen Räumen den Schulbetrieb aufgenommen haben, die Ihnen jeweils die Gemeinde angeboten hat, um auf Wunsch der Eltern eine Sekundarschule zu bekommen. Gemeinsam mit den Eltern und Vertretern der Gemeindeverwaltung wird die Entwicklung der Schule vorangetrieben. Wir investieren solange nur in die Ausstattung der Räume, bis sie ein eigenes Schulgelände zugewiesen bekommen haben. Danach fördern wir den Bau von Klassenräumen, Schlafsälen, Toiletten, Speisesälen, Küchen, in besonderen Notfällen sogar die Wasser- und Stromversorgung.

3. Occopata

April 2013: Einzug in das neue Gebäude nach sehr langer Wartezeit

Fast zwei Jahre musste die Schulgemeinde auf den Umzug warten. Viele Baumängel und vor allem der fehlende Stromanschluss verhinderten den Umzug zum geplanten Zeitpunkt.

Die Planung der neuen Küche ist derart misslungen, dass die Eltern eine provisorische Blechkonstruktion zwischen den Neubauten errichtet haben, wo sie wie gewohnt mit Holz auf der offenen Feuerstelle kochen. Der Rauch entweicht aus den Fugen.

Die Schule ist äußerst großzügig bemessen. Es gibt für jeden Jahrgang einen eigenen Klassenraum, einen eigenen Computerraum, eine riesige Bibliothek, Lehrerzimmer, Schulleitungsraum,  Schlafräume für Jungen und Mädchen mit jeweils Vierbettzimmern, einen Trakt mit Einzelzimmern für die Lehrer u.a.

Die modernen Duschen können noch nicht benutzt werden, weil das Wasser quer durch den Raum läuft. Die Bezirksregierung sieht sich außerstande, noch mehr Geld für die Mängelbehebung bereitzustellen. So ist unsere Hilfe gefragt.

Wir bewilligen 1.500 Euro für den Umbau der Duschen und 1.300 Euro für den Umbau der Küche und die Ausstattung mit einem industriellen Gasherd.

4. Munapata

Oktober 2016: Nach zehn Jahren endlich im Neubau

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Voller Zufriedenheit führt uns der Schülersprecher durch die gesamte Anlage. Sie ist seit zwei Monaten bezogen. Alle Räume mit Ausnahme der privaten Kapelle werden optimal genutzt.

Mit zwei Problemen hat die Schule zu kämpfen und bittet uns um Hilfe. Zum einen ist die Wasserversorgung unzureichend. Daher wird die Wasserentnahme aus dem nahe gelegenen Fluss durch eine starke elektrische Pumpe ermöglicht. Zum anderen ist die Versorgung mit Brot aufwendig und teuer. Wir genehmigen den Bau eines geräumigen Ofens, der auch der Versorgung der Umgebung dienen kann.

5. Mamanihuayta

Wir besuchen diese Internatsschule auf dem Alto Plano in 4200 m Höhe nur einmal. Im Vergleich zu der ärmlichen Umgebung hat der Staat nach jahrelanger Planung eine unglaublich großzügige Schule errichtet. Leider fehlt das Geld für die Innenausstattung. Wir geben gut 10.000 € für die Anschaffung von 15 Etagenbetten mit Matratzen und Zubehör, 10 Computer und die Errichtung eines Treibhauses.

6. Ticanipampa

Unser erster Eindruck im Jahr 2008: Kein Baum, kein Strauch, nur Weite

Die Schule ist im Aufbau und liegt auf einer trockenen Hochebene in einer Gegend äußerster Armut. Die Infrastruktur ist denkbar schlecht.

Die Schule in der weiten Hochebene

Geheizt wird noch mit trockenen Kuhfladen. Es fehlt fließendes Wasser. Wasser wird von der nahen Pumpe geholt.

Die Küche ohne Fenster und ohne Schornstein
Wasser in ausreichender Menge

Die Matratzen müssen von zu Hause mitgebracht werden, daher werden umgehend 25 Matratzen und 25 Decken gekauft. Für die dritte Klasse sollen im Jahr 2009 zwanzig komplette Betten mit Matratzen, Decken und Bettlaken angeschafft werden.

Die Jungen sind sehr zufrieden.

In Ticanipampa haben sie 2017 endlich den Schulhof gepflastert und nutzen ihn als Sportplatz und in der Freizeit. Der Direktor Victor schreibt:

„Der Sportplatz mit Torwand und Basketballkorb ist fertig. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr glücklich. Sie stehen schon sehr früh auf, um zu spielen und spielen bis in den späten Abend. Für sie ist  ein Traum in Erfüllung gegangen, dank der Unterstützung von St. Theresia.“

Ein Fotokopierer und die ersehnte Tauchpumpe sowie dringend benötigte Küchenutensilien konnten gekauft werden.

2016: Die Arbeitsbedingungen für die Lehrer werden verbessert

Der neue Zweistock steht. Unten ist er fertiggetellt und enthält den lang ersehnten Speisesaal. Dieser ist an der Frontseite bemalt und lädt zum Verweilen ein. Die zweite Etage ist noch im Rohbau. Jeweils vier Lehrer teilen sich ein „Appartement“. Sie freuen sich auf die Fertigstellung „ihres“ Raumes. Ihr Schreibtisch wird demnächst nicht mehr neben ihrem Bett im Schlafsaal der Schüler sein.

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7. Juli am Titicacasee

2008: Der Beginn einer großen Freundschaft

Bei unserem ersten Besuch im Jahr 2008 haben wir die Ehre, die Flagge zu hissen. Ein „historischer Tag“ und der Beginn einer Freundschaft.

Musikalische Darbietungen, Gedichte und eine Theatervorführung bilden den festlichen Rahmen. Sechs Schüler tragen die Wünsche zu verschiedenen Bereichen vor. Das seit Jahren zentrale Problem der eigenen Wasserversorgung ist inzwischen teilweise gelöst. Mit Geldern der Gemeinde St. Theresia konnten sie ein Grundstück mit einer Quelle erwerben und eine Wasserleitung verlegen.

Das gekaufte Grundstück mit der Quelle

Die Gemeinde St.Theresia hat in all den Jahren in Klassenräume, einen Schlafsaal, Toiletten, in ein Leherzimmer, in ein Treibhaus, in Ställe für Meerschweinchen und Hühner investiert. Computer und Musikinstrumente, Sportgeräte und Betten mit Matratzen, der Fotokopierer etc wurden angeschafft. Im Rückblick sagten die dankbaren Eltern und Lehrer:“ Ohne ihre Hilfe hätten wir das nicht geschafft.“

„Danke“ mit dem Tanz „Tod des Condors“!

8. San Juan de Quihuares

Der erste Eindruck im Jahr 2008

Die dreistündige Fahrt im Frühjahr 2008 geht zwar über einen Schotterweg, aber man wird durch die herrliche Landschaft reichlich entschädigt. Die Gemeinde hat das Schulgebäude frisch gestrichen zur Verfügung gestellt und neue sanitäre Anlagen errichtet.

Hier soll der neue Speisesaal entstehen.

Das Engagement der Eltern ist an dieser Schule unglaublich hoch. Sie haben dem Schulhof in Eigenarbeit ein völlig neues Aussehen gegeben.

Inzwischen hat die Gemeinde den Zweistock gebaut. Die 6 neuen Klassenräume sind hell und geräumig, aber es fehlen Schränke, Regale, Vorhänge für die Schlafräume. Wir bewilligen das Geld für den großen Komplex „Küche und Speisesaal“ , der 2017 im Rohbau fertig ist. Die endgültige Fertigstellung soll bis 2019 erfolgen.

9. Yutto

Unser erster Besuch im Jahr 2008

Die Schule liegt auf 3600 m Höhe und ist von Bergen bis 4500 m Höhe umgeben. Der Name der Schule „Kuntur Kallpa“ bedeutet „Stärke des Kondors“. Einige  Schüler wohnen jenseits der Berge. Sie müssen mehr als fünf Stunden gehen, um zur Schule zu kommen.

Fast 10 Jahre musste die Schule warten, bis sie ein eigenes Gelände bekam. In all den Jahren unterstützte die Gemeinde St.Teresia bei der Ausstattung der geliehenen Schlafsäle mit Etagenbetten, Matratzen und Decken. Zur Sicherheit des Schulgeländes wurde eine Mauer gebaut. Unerläßlich war der Bau einer Übergangsküche. 2019 will die Gemeinde die versprochene Schule bauen.

10. Colcha

Oktober 2016: Mit der Internatsschule geht es bergauf

Welch eine Überraschung! Die Schülerzahlen sind gestiegen und die Aussichten sind dank der verbesserten Infrastruktur erfreulich. Denn seit 2008 war unklar, ob wegen der schlechten Infrastruktur und der zurückgehenden Anmeldungen Colcha als Schulstandort in Frage kommt. Der Schule steht jetzt ein eigenes Gelände auf der anderen Seite des Dorfes zur Verfügung und ein Entwurf für eine komplett neue Anlage liegt vor. Wir gehen durch das Dorf und nehmen das Gelände in Augenschein.

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Im Bürgermeisteramt der Gemeinde sehen wir das Modell der neuen Planung und sind verblüfft über die Ausdehnung. Die Unterlagen liegen zur Prüfung im Ministerium in Lima. Das Projekt ist mittlerweile in Teilen genehmigt und soll Ende 2019 in Angriff genommen werden.H

11. Huanimpampa

40 Schülerinnen und Schüler und mindestens so viele Eltern sind bei unserem ersten Besuch 2014 versammelt und überhäufen uns mit Blumen und Umarmungen, als wir die Schule besuchen.

Mit einem festlich geschmückten Bogen, Blumen und der Nationalhymne werden wir willkommen geheißen. Viele Eltern haben den weiten Weg gemacht, um sich bei uns zu bedanken. Sie bilden mit den Schülern ein Spalier und bestreuen uns mit Konfetti.

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Beim Rundgang zeigt der Direktor Juan Carlos voller Stolz den neuen Komplex, bestehend aus Kücke, Speisesaal, Vorratsraum, Toiletten und Waschgelegenheiten.

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Die weitere Infrastruktur übernehmen die Regionalregierung und die Gemeinde Paccarectambo.