Shinichi Suzuki wurde 1898 als Sohn eines Geigenfabrikanten in Nagoya, Japan geboren und kam von daher sehr früh mit der Musik und der Violine in Berührung. Er erlernte das Instrument erst autodidaktisch und ging dann für einige Jahre nach Berlin, wo er bei Prof. Karl Klingler studierte. Hier lernte er nicht nur das ganze Repertoire der europäischen klassisch-romantischen Musik kennen, sondern auch viele der deutschen Volkslieder, die er Jahre später dann in seine Violinschule aufnahm. Als er wieder nach Japan zurückging fiel ihm auf, dass alle Kinder japanisch sprechen. So suchte er dann einen Weg - wie Kinder ihre Sprache lernen - auch das Geigenspiel zu vermitteln. Er selber nannte seine Methode immer "Muttersprachenmethode", heute in aller Welt verbreitet als 'Suzuki-Methode'.

 

Der Geigenunterricht kann bereits im frühen Alter von 3-6 Jahren beginnen. Auf das traditionelle Notenlesen wird zunächst verzichtet.

 

Analog zur muttersprachlichen Erziehung erlernen die Kinder ihr Instrument durch Hören, Beobachten, Nachahmen und erhalten ermutigende Bestätigung und positive Verbesserung durch ihren Lehrer.

Kein Kind auf der Welt lernt zuerst Schreiben und dann Sprechen - warum sollte es sich also zunächst das Notenlesen und erst anschließend das Instrumental-Spiel aneignen?

 

Eine in der Suzuki-Violinschule Münster entwickelte Früh- und Vornotation führt die Kinder an das Niederschreiben von Musik heran. Erst viel später, wenn das Kind in der Schule mit dem Lesen beginnt, wird es mit der traditionellen Notation vertraut gemacht.

Die jungen Geigenspieler erfahren Musik von Anfang an als ein lebendiges Ganzes und müssen es sich vorerst nicht analytisch erarbeiten.

 

Einer von Suzukis Grundgedanken bekräftigt die oben genannte Methodik: "Musik wirkt unmittelbar auf die Sinne des Menschen, setzt Gefühle frei, vermittelt Freude, weckt schöpferische Kräfte."

 

Musikalische Assoziationen, Gehörtes, Empfindungen des Kindes und das eigene Instrumentalspiel gehen unmittelbar ineinander über.

 

Suzuki sagt: "Musik verbindet Menschen miteinander und vermittelt Gemeinschaftserlebnisse."

Parallel zum Einzelunterricht nimmt jedes Kind bereits nach einem kurzen Zeitraum von ca. 6 Monaten am Gruppenunterricht teil. Hier erfährt es die Möglichkeiten gemeinsamen Musizierens. Es wird angespornt, gut auf die Mitspieler zu hören und sich sinnvoll einzufügen. Dies stärkt das Rhythmusgefühl und die Konzentrationsfähigkeit. Darüberhinaus hat das gemeinsame Musizieren eine stark motivierende Funktion.

 

Viele Konzerte und kleinere Auftritte fördern den Spaß und das Selbstbewusstsein im Umgang mit der Geige.

 

Von grundlegender Bedeutung ist die Mitarbeit der Eltern, da sie die Kinder zu Hause beim täglichen Üben anleiten sollten. Aus diesem Grund nehmen sie in den ersten Jahren an allen Unterrichtsstunden teil und werden so nach und nach in die Gesetze des Instrumentalspiels eingewiesen.

 

In diesem Jahr ist Suzuki gestorben; er wäre am 17. Oktober 100 Jahre alt geworden.