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3. Aus „Mein Diener nähert sich mir”,  Seite 206 - 209

Tariqa heißt »Pfad«. Das Ziel der Reise ist Allah, das Zusammensein, die Verbindung mit Allah. »Die auf der Reise zu Allah sind, unter ihnen gibt es die nahen, auserwählten Heiligen, ihr Weg ist kurz und hart. Und es gibt ihre Schüler, die reisen etwas länger, dafür aber leichter.«

Der Mensch trägt den ganzen Kosmos und alles, was göttlich ist, schon in sich, auch das innere Wissen über Vergangenes und Zukünftiges. Das heißt, dass auch die Himmelsreise in mir selbst stattfindet. Der Mensch ist so ausgestattet, dass er die Reise zu Allah machen kann. Aber es muss der feste Wille vorhanden sein und die nötige Vorbereitung muss stattfinden. Damit all das sich entfaltet, was der Mensch von Allah bekommen hat, braucht es die Liebe und die Vermehrung des Gebetes. Der Koran fordert immer wieder zum Gottesgedenken auf:

Und wenn ihr das Gebet verrichtet habt, so gedenket Allahs im Stehen, Sitzen und Liegen.(4:103)

Und gedenke deines Herrn in deiner Seele in Demut und Furcht, ohne laut vernehmbare Worte am Morgen und am Abend. (7:205)

Wahrlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe. (13:28)

O die ihr glaubt! Gedenkt Allahs in häufigem Gedenken! (33:41)

Das Herzensgebet, das ständige Gedenken Allahs im Herzen, ist eine Stufe auf der Reise zu Allah. Wenn das Herz achtsam ist, ist es wie ein Schäfer, der über seine Herde wacht: Dann sind alle Sinne ebenfalls konzentriert und gesammelt.

Im Sufismus gibt es den Weg über die Einsamkeit und den Weg über die Gemeinschaft. Maulana Scheich Mohammed Osman hat für seine Schüler den Weg über die Gemeinschaft gewählt. »Der Gläubige ist der Spiegel des Gläubigen.« Die Fehler, die wir bei ihm sehen, sollen wir zuerst bei uns selbst bekämpfen. Wir sollen lernen, niemals einen Menschen abzulehnen, nur seine Fehler. Wir sollen Geduld lernen, Geduld mit anderen und auch mit uns selbst. Wir sollen unsere Ichbezogenheit überwinden. Gewöhnlich lieben wir Menschen uns selbst über alles. »Wir lieben euch Scheichs, weil wir gesehen haben, dass wir uns selbst über alles lieben. Um uns zu retten vor dieser egoistischen Liebe und um emporzusteigen in der Liebe, haben wir begonnen euch zu lieben und den Propheten Mohammed,« heißt es in einem Sufivers. Wir lieben jemanden, der so rein ist in seinen Absichten, dass wir ihn ohne Vorbehalte, mit voller Hingabe lieben können. Wir sind sicher, dass wir in unserer Liebe und Hingabe nicht betrogen werden. »Was du so liebst, das tötet dich. Drum wähle gut die Liebe, für die du sterben willst.«
Die Liebe ist sehr schwer. Die Liebe kommt von Allah. Er schenkt sie denen, die bereit sind sie anzunehmen. »Es gibt keine Macht noch Kraft außer der von Allah.« Maulana Scheich Mohammed Osman erklärt diesen oft zitierten Satz so: Es gibt keine Macht, die uns von den Sünden abhält, außer Allahs Macht, und es gibt keine Kraft, die uns hilft Allah zu gehorchen und Gutes zu tun, außer Allahs Kraft.

In der Nacht der Himmelsreise kam der Engel Gabriel zum Propheten Mohammed, Gottes Segen und Frieden sei mit ihm, und sagte: »Allah hat Sehnsucht nach dir.« Dann führte er ihn von Mekka nach Jerusalem und von dort durch die sieben Himmel bis zu dem Ort über dem Thron Allahs, dorthin, wo es keinen Ort, keine Richtung und keine Zeit mehr gibt. Der Prophet Mohammed, er allein, näherte sich Allah... Und Allah hat gesagt: »Wenn Mein Diener Mir eine Handspanne entgegengeht, dann komme Ich ihm eine Elle entgegen...« In dieser Nacht wurde das Gebet für die Muslime zur Pflicht gemacht. Wir Muslime folgen unserem Propheten, indem wir im Gebet die Worte wiederholen, die damals gesprochen wurden:

»Aller Lobpreis, alle guten Taten und alle guten Gebete sind für Gott.«

»Friede sei mit dir, o Prophet, und die Barmherzigkeit Gottes und Sein Segen.«

»Der Friede sei mit uns und mit den aufrichtigen Dienern Gottes.«

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