Die Orgeln von St. Joseph
Die erste Orgel von St. Joseph wurde 1911 von der Nienberger Orgelbaufirma Fleiter errichtet. Sie hatte 50 Register und 3 Manuale und wurde 1944 zerstört.
Erst 1958 konnte die Gemeinde durch Ankauf einer großen, traditionsreichen Orgel aus Arnsbach im Sauerland Ersatz schaffen: Johannes Christoph Crapp baute 1719 für die Johannes-Kirche in Arnsbach eine Orgel mit 26 Registern, zwei Manualen und Pedal. Im Jahre 1872 nahm Georg Friedrich Steinmeyer daraus 16 Register für einen Neubau der Orgel dieser Kirche. Seinen besonderen Charakter erhielt dieses Instrument mit 40 Registern, 3 Manualen, Pedal und einer mechanischen Kegellade durch die Disposition nach Rheinberger. Die Firma Steinmeyer wurde schließlich 1937 mit einer Erweiterung dieser Orgel auf 59 Register betraut. In diesem Zustand wurde das Instrument 1958 nach St. Joseph überführt und umgebaut.
Im Jahr 1988 wurde eine vollständige Restaurierung (technischer Neubau) dieser Orgel durch die Firma Fleiter vorgenommen.
Neben weiteren Veränderungen (Errichtung eines Cavaillé-Coll-Spieltisches, Schleiflade) wurde das Brustwerk zum Schutz und
zur besseren Klangabstrahlung mit einem für den Kirchenbesucher unsichtbaren Dach ausgestattet. Das äußere Erscheinungbild
wurde durch eine neue Bronzierung des Prospekts aufgewertet.
Im Rahmen der kompletten Kirchenrenovierung musste die Orgel durch die Fa. Fleiter 2005 vollständig ausgebaut werden. Damit ergab sich die Gelegenheit zur Beseitigung von Wasserschäden und anderen technischen Mängeln und zur Behebung einiger Unstimmigkeiten in der Registrierung. Neu intoniert und nach Renovierung von Brustwerk und Prospekt - die Pfeifen erstrahlen jetzt mit dem matten Glanz eines Auto-Metallic-Lacks - erfreut das Instrument nunmehr akustisch und optisch die Gemeinde, die durch beträchtliche Spenden für die Renovierung ihre Verbundenheit mit dem Instrument und der Orgelmusik unter Beweis stellte.
1988 wurde die Tradition der Orgelkonzerte St. Joseph ins Leben gerufen. Organisten aus dem In- und Ausland entdecken für und mit den Besuchern den Facettenreichtum dieser Orgel, die in sich drei Orgelepochen vereinigt.
Eine detailliertere technische Beschreibung der Orgel und ihrer wechselvollen Geschichte findet sich im Muensterschen Orgel-Magazin (MOM).
Seit 1996 besitzt die Gemeinde für kleinere Aufgaben zusätzlich eine Chororgel.
Die kirchenmusikalischen Aktivitäten werden finanziell und
organisatorisch unterstützt durch den
Förderverein für Kirchenmusik an St. Joseph zu Münster.
