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Liebe Mitchristen in Heilig Geist und St. Joseph,

ich grüße Sie herzlich am Vorabend der Fusion unserer Pfarrgemeinden!

Seit dem 26.10.2010 wissen wir, dass Heilig Geist und St. Joseph nach dem Strukturplan des Bistums in Zukunft eine Pfarrei bilden sollen. Zehn Jahre nach Gründung der "Seelsorgeeinheit Münster Süd" wird aus deren vier Gemeinden St. Antonius, Heilig Geist, St. Joseph und St. Sebastian am Fronleichnamstag 2013 nun also die neue "Katholische Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd".
Ein langer, kräftezehrender, aber auch guter Weg liegt hinter uns:
In gegenseitigen Einladungen und Besuchen, Erkundungen und Gesprächen und vor allem in schier unendlich vielen Sitzungen der verschiedensten Gremien und Arbeitsgruppen haben wir uns über 18 Monate bemüht, uns kennenzulernen, Sorgen auszusprechen, Hoffnungen zu erden und so die gestellte Aufgabe anzugehen.
Das alles mussten Haupt- und Ehrenamtliche zusätzlich leisten - neben Taufen und Beerdigungen, PGR- und KV-Sitzungen, Sonntagsmessen und Bildungsabenden, Umbauten von einer Kirche und vier Kindergärten, Gestaltung von Einkehrtagen und Hochfesten, Familiengottesdiensten und Seniorenfahrten, Kommunion- und Firm-Katechesen, Trau- und Trauergesprächen, und, und, und …
Es ging zum Schluss wohl bei allen Beteiligten, auch bei mir selbst, oft über die Grenze der Belastbarkeit hinaus. So kann ich an dieser Stelle nur allen sehr, sehr herzlich danken, die sich diesen Aufgaben gestellt haben und Kopf, Herz, Hände und so viel Zeit eingesetzt haben! Und ich möchte alle um Verständnis und Verzeihung bitten, wenn die "entspannte Atmosphäre" besonders 2013 manchmal zu wünschen übrig ließ …

Wozu und wohin nun das Ganze?
Wir müssen hier nicht ein weiteres Mal über die abnehmenden Zahlen bei Gottesdienstbesuchern, Beichtenden, Trauungen, Mitgliedern in Verbänden und Chören, Priestern und Pastoralreferenten lamentieren. Es ist, wie es ist - aus sehr unterschiedlichen Gründen. Aber eines ist ganz sicher: Weil es so ist, können wir nicht einfach sagen: Augen zu und weiter so!
Wenn sich in einem lebendigen Stadtviertel voller junger Menschen in einer Kirche mit 400 Sitzplätzen sonntags 40 Leute verteilen, wenn sich bei einer Hl. Messe am Dienstagmorgen niemand findet, der die Lesung vortragen mag, wenn so viele abwinken, wenn man sie um eine Kandidatur für ein Wahl-Ehrenamt anfragt …, dann muss sich offenbar einiges ändern, damit das Evangelium heute lebendig wird!
Die Lösung sind ganz sicher nicht anonyme Großsysteme und die billige Hoffnung auf automatische "Synergieeffekte" durch "Vernetzung" - können Sie diese Modewörter auch nicht mehr hören?
Aber Lösungswege führen wohl in die Richtung, Kräfte zu bündeln, überraschende Alternativen zu entwickeln, sich Spezialisierungen und Profilierungen zu leisten, zu groß Gewordenes zu beschneiden und Sterbendes nicht künstlich am Leben zu halten. Und da liegt neben den schlichten Sparzwängen m.E. tatsächlich auch die Chance einer Großpfarrei aus "Gemeinden mit Gesicht", wie wir sie wollen!

Der evangelische Propst J.H. Claussen aus Hamburg schrieb neulich: "Das Wort 'Einheit' lässt mich kalt … Mich interessiert meine unmittelbare Gegenwart. Sie ist geprägt von immer neuen religiösen und kulturellen Unterschieden … Viel vitaler finde ich es, in diesem Meer von Vielfalt meine Lebensposition zu beschreiben."
Den zweiten Teil der Aussage unterschreibe ich sofort und gern, denn genauso erlebe ich das Südviertel in Münster: lebendig, bunt, bedürftig, urban, jung, multireligiös, traditionell, kritisch, anonym, dörflich, wohlhabend, multikulturell, interessiert … Und genau so leben wir als Christen und Katholiken, sammeln sich in unserem Pfarrgebiet fast 20 Gemeinden deutscher und anderer Sprachen in Kirchen, Kindergärten, Schulen, Zentren, Klöstern, Kliniken, Altenheimen, treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Gruppen und Projekten, besuchen wir Menschen zu Hause, in Krankenhäusern und Altenheimen, sorgen wir uns um Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger und Asylbewerber, empfangen wir Gottes Wort und Sakramente, sagen und singen wir Ihm unser Bitten und Danken.

Aber: Mich lässt das Streben nach Einheit nicht kalt!
Ich glaube an den einen Gott - in drei Personen, den einen Heiligen Geist - in den vielen Begabungen und Lebenswegen, die eine, heilige Kirche - in den vielen Kulturen und Traditionen. Und deshalb heißt Fusion für mich nicht katastrophale, alles eindampfende Kernschmelze, sondern Wachstum und Entfaltung von bunter Vielfalt in Gemeinden und Gemeinschaften aus dem einen Samenkorn des Evangeliums.
Deshalb freue ich mich auf das Beten und Feiern, Planen und Arbeiten mit allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten unter dem Dach der neuen Pfarrei für das eine Ziel: Gott zu erfragen und zu erfahren - als ganz "normale" Christenmenschen an diesem Ort, in dieser Zeit!

Ihr Stefan Rau
künftiger Pfarrer in St. Joseph Münster-Süd