AUF DEM GIPFEL
Klima sucht noch mehr Schutz!

Münster ist Klimahauptstadt Vom 7. bis zum 18. Dezember fand in Kopenhagen der 15. Weltklimagipfel statt. Teilnehmer aus über 190 Staaten verhandelten die Zukunft des Weltklimas. Weil der größte Teil der Weltbevölkerung aber in Städten lebt, haben die Städte den stärksten Hebel zur Rettung des Klimas in den Händen. Heiner Bruns, Leiter des städtischen Amtes für Grünflächen und Umweltschutz in Münster, war vom 16. bis 18. Dezember mit in Kopenhagen. Er hatte auf Einladung der internationalen Städteorganisation ICLEI_Local Governments for Sustainability Zugang zum Innersten des Bella Centers, wo die Regierungschefs und ihre Unterhändler verhandeln.

Denn auch auf Münsters Agenda steht der Klimaschutz ganz oben: Zweimal, 1997 und 2006, ist die Stadt zur Bundeshauptstadt im Klimaschutz gewählt worden. Mit der begehrten Auszeichnung honorierte die renommierte Deutsche Umwelthilfe Münsters umfassende Maßnahmen zum Klimaschutz: das Konzept zur Altbausanierung, die innovative Siedlungsplanung, ein zeitgemäßes Verkehrskonzept, effiziente Formen der Energieproduktion und die zahlreichen Aktionen, die den Klimaschutz in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger wach halten.

Doch die Stadt ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Im Frühjahr hat der Rat die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes bis 2020 verabschiedet. Auf seiner Grundlage soll der Ausstoß von Kohlendioxid in Münster um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. "Das ist ein sehr anspruchsvolles Ziel", unterstreicht Heiner Bruns, Leiter des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz. "Die ersten 20 Prozent waren bereits harte Arbeit, jetzt wartet eine ungleich größere Anstrengung auf uns."

In diesem Sinne passt auch die Einladung zum Klimagipfel ins Konzept: ICLEI (die weltweit renommierteste Nichtregierungsorganisation, die sich um die Anliegen der Städte kümmert) will die Städte bei der politischen Entscheidungsfindung stärker berücksichtigt wissen. In der von ICLEI organisierten "Climate Lounge" im Zentrum des Verhandlungstrakts sollen Städtevertreter reichlich Gelegenheiten finden, Kontakt zu nationalen Unterhändlern und Regierungsvertretern herzustellen und ihre Positionen und Anliegen an den Mann oder an die Frau zu bringen. In der "Climate Lounge" ist auch die Stadt Münster vertreten: Sie trägt eine der dort ausgestellten "Local Stories" bei. Am Beispiel des "Bürgerpakts für Klimaschutz" wollen die Münsteraner deutlich machen: Klimaschutz muss Stadtgespräch werden, damit er funktioniert. Jeder und jede kann etwas bewirken, man muss nur den ersten Schritt tun und anfangen.

Deshalb möchten wir jetzt von Ihnen wissen: Hat der in Kopenhagen stattfindende Klimagipfel eine Bedeutung für Münster? Taugt das münstersche Beispiel als Vorbild für die Klimaschutzarbeit anderer Städte in der Welt? Ist die Stadt bei ihrer Klimaschutzarbeit auf dem richtigen Weg? Und wie kann man die Menschen noch besser für den Klimaschutz gewinnen?
Sagen Sie uns hier Ihre Meinung!







Das Projekt "Stadtgespräch" ist eine Aktion des Vereins "Bürgernetz - büne e.V.".

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