Eines hat das Gutachten über die münstersche Bäderlandschaft, das der Rat bei der Unternehmensberatung "Wenzel Consulting" aus Hamburg in Auftrag gegeben hatte, gezeigt: Die Zukunft einiger Bäder in Münster ist weder feucht-fröhlich noch kostbar-nass, sondern vielmehr dem Untergang geweiht.
Folgt man den Empfehlungen der Studie, würde dies für einige Bäder das definitive "Aus" bedeuten: Demzufolge müssten das Hallenbad in Amelsbüren und das Freibad in Nienberge schließen. In Handorf würde gar dem Freibad und dem Hallenbad buchstäblich das Wasser abgegraben werden.
Unwirtschaftlichkeit und Marodität sind die Gründe, die laut Gutachten die genannten Bäder ins trübe Nass stürzen sollen. Und die gleich mehrere Varianten zur Erhaltung und Wirtschaftlichkeit der übrigen Bäder auf den Plan ruft. Von verschiedenen Lösungsvorschlägen, die die Gutachter dazu vorgelegt haben, werden lediglich zwei als praktikabel, weil wirtschaftlich empfohlen: In diesem Sinne sollte sich die Stadt entweder für eine sogenannte "zentralisierte Bäderlandschaft" oder für eine "dezentralere Versorgung" entscheiden.
Die dezentrale Versorgung stellt laut Gutachten "eine mittel- bis langfristig bedarfsorientierte Bäderpolitik" sicher, da sie am Bedarf orientiert wäre, der eine "Rückführung deshohen Zuschussbedarfs" gewährleiste. Außerdem sei dieses "Szenario" für die Stadt aufgrund der geringeren Sanierungsinvestitionen das kostengünstigere Modell. Bei dieser Variante blieben zwei Freibäder und sechs Hallenbäder erhalten, wobei der Schwerpunkt der Standorte auf die Stadtteile gelegt wäre. Im Klartext bedeutet dies, dass die Hallenbäder Mitte und Ost, Wolbeck, Roxel und Hiltrup sowie die Freibäder Stapelskotten und Hiltrup erhalten blieben.
Eine zentral orientierte Versorgung würde - so die Studie - "eine mittel- bis langfristig höhere Wirtschaftlichkeit" mit sich bringen, da hier ein Bad weniger zu versorgen wäre. Womit die Betriebskosten niedriger seien und somit auch der jährliche Zuschuss geringer ausfallen müsse. Bei dieser Variante blieben die Hallenbäder in Mitte, Süd und Ost sowie in Hiltrup und Kinderhaus ebenso erhalten wie die Freibäder Stapelskotten und Hiltrup.
Wie auch immer die Stadt sich (wahrscheinlich in der Ratssitzung im Dezember) entscheiden wird, eines ist sicher: Die Bäderlandschaft in Münster wird sich verändern. Deshalb möchten wir jetzt von Ihnen wissen:Was meinen Sie zu der präsentierten Studie über die Situation der Bäder in Münster? Glauben Sie, dass weniger gleich mehr ist? Oder halten Sie die Reduzierung der Bäder in Münster für eine Sparmaßnahme an der falschen Stelle? Sagen Sie uns hier Ihre Meinung!
Das Projekt "Stadtgespräch" ist eine Aktion des Vereins "Bürgernetz - büne e.V.".
Informationen zum Thema:
Am 19. Oktober wurde das Gutachten über die münstersche Bäderlandschaft vorgelegt, das die Stadt bei der Unternehmensberatung "Wenzel Consulting" in Auftrag gegeben hatte -
hier gibt es die "Kurzfassung".
Stand am 3.11.2005:
Die Stadtverwaltung schließt sich in ihrem Beschlussvorschlag an den Rat weitestgehend der Gutachter-Empfehlung an:
21 Mio Euro sollen investiert werden, um für Münster sechs Hallen- und zwei Freibäder zu erhalten und zu modernisieren.
Wie auch immer die Stadt sich entscheiden wird, eines ist sicher: Die Bäderlandschaft in Münster wird sich verändern. Deshalb möchten wir jetzt von Ihnen wissen:Was meinen Sie zu der präsentierten Studie über die Situation der Bäder in Münster?
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Alle, die bis dahin noch die momentane "große" Badelandschaft nutzen möchten, finden hier die wichtigsten
Informationen rund um Hallen- und Freibäder in Münster.