Die Regionalausstellung ordnet das Erinnerungsprojekt
der Stolpersteine in die Gedenktraditionen des 20. Jahrhunderts ein.
Wie entwickelte sich das Gedenken an die „Opfer der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ in einer Gesellschaft, die bislang
nur das traditionelle Gedenken an die „Kriegstoten“ und „Gefallenen“ kannte?
Wie gestaltete sich nach 1945 eine Gedenklandschaft
aus, die vor Ort noch jahrzehntelang von traditionellen „Kriegerehrenmälern“
und „Gedächtniskapellen“ geprägt war?
Vom „Kriegerehrenmal“ (1926) zum „Mahnmal für die Opfer
von Krieg und Gewaltherrschaft“ (2002) in Billerbeck
Welchen Standort nimmt das Projekt der Stolpersteine im
Gedenken an die Opfer der Gewaltherrschaft, z.B. im Gedenken an die Opfer
der Shoah, ein?
Gedenkstele für die verfolgten und ermordeten jüdischen
BürgerInnen (1990) in Warendorf
Die Regionalausstellung stellt zudem das
zivilgesellschaftliche Engagement des Stolperstein-Projektes in den
Mittelpunkt, wobei das parallele Erinnerungsprojekt der Gedenkblätter
berücksichtigt wird.
Im Vordergrund stehen die Personen der Opfer – und der
Paten, die einen Stolperstein verlegen ließen bzw. ein Gedenkblatt verfasst
haben.
Individuelle Patenschaften und lokale Bürgerinitiativen
spiegeln eine demokratische Erinnerungskultur wider, die das Opfer als
verfolgten und ermordeten Bürger der eigenen Geschichte und Gesellschaft
sieht.
Die Regionalausstellung veranschaulicht sowohl das
Engagement der lokalen Initiativen wie des regionalen Vereins Spuren Finden.
Spuren Finden e. V.
Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im
Münsterland