Projekte und Veranstaltungen
Bleibt uns nur Erinnern?
Lesung von Gedenkblättern zum 13. Dezember 1941
Wie in den Vorjahren führte der Verein 'Spuren Finden' am 12.12.08 eine Lesung von Gedenkblättern, die an jüdische Opfer des Nationalsozialismus erinnern, in der Villa ten Hompel durch. Am 13. Dezember 1941 wurden Juden des gesamten Münsterlandes von Münster aus in das Ghetto Riga deportiert. Auch in diesem Jahr waren es Schulklassen und Privatpersonen, die in einer beeindruckenden Feierstunde, ausgerichtet vom Verein 'Spuren Finden'  ihre Gedenkblätter vortrugen. Bärbel Zimmer erinnerte an die deportierten Juden aus Lüdinghausen . Birgit Benesch stellte das Leben von Frieda Grünewald und ihrer Tochter Ingeborg vor. Die Lebensgeschichten der Familie Salomon und Seelig aus Drensteinfurt wurden von den Stolpersteinpaten und Schüler/-innen der Klasse 10b der Realschule Drensteinfurt mit ihrer Lehrerin Margitta Große gelesen.
Die Rolle des fragenden Urenkels übernahmen vier ehemalige Schülerinnen von der Anne-Frank-Realschule in Ahaus, die eine fiktive Zeitzeugin nach Lebensumständen in den Dreißigerjahren, der Verschleppung und dem Leben im Ghetto von Riga befragten. Besonders diese Dialogform beeindruckte die Zuhörer der Lesung, die von Norbert Sudmann musikalisch begleitet wurde. Zum Schluß bedankte sich der Leiter der Villa ten Hompel - Christoph Spieker - besonders bei Bärbel Zimmer aus Lüdinghausen, Sabine Omland aus Drensteinfurt und Hermann Löhring aus Ahaus, die seit Jahren jüdische Ortsgeschichte erforschen und mit Schüler/ - innen erschließen.

 

 

 Schüler reinigen Stolpersteine am 8. 7. 2010

Zum Teil sind sie kaum noch zu erkennen auf Muensters Buergersteigen - deshalb putzen am 8. Juli in einer schuluebergreifenden Aktion Schueler - innen von 10 Muensteraner Schulen die Stolpersteine in Muenster.

 

 

Schülerinnen des Pascal-Gymnasiums reinigten am 8. Juli im Rahmen ihres Schulprojekts "Euthanasie " im 3. Reich die Stolpersteine auf dem LWL-Klinik-Gelände Schülergruppen säuberten in einer schulübergreifenden Aktion begleitet vom Verein "Spuren Finden "die 209 Stolpersteine Münsters.

 

Folgende Schulen waren beteiligt:
Anne Frank Schule
Annette Gymnasium
Erich Klausener Realschule
Friedensschule
Fürstenberg Hauptschule
Kant-Gymnasium Hiltrup
Pascal-Gymnasium
Paul Gerhardt Realschule
Ratsgymnasium
Schillergymnasium
Gymnasium Wolbeck


Deportationen in den Holocaust
Im Rahmen des Begleitprogramms der Deportationsausstellung 'Sonderzüge in den Tod' sprach am 27. Mai 2008 P.Schilling vom Verein 'Spuren Finden' mit dem Journalisten Heiner Lichtenstein und dem Historiker Winfried Nachtwei über das Thema 'Deportationen in den Holocaust'.
Heiner Lichtenstein redigiert die Zeitschrift 'Tribuene' und hat mit seinem Buch 'Mit der Reichsbahn in den Tod' die Schlüsselrolle der Reichsbahn bei den Deportationen w&aum;hrend der NS-Zeit aufgezeigt.
Winfried Nachtwei -Mitglied des Deutschen Bundestages- hat als einer der ersten die Geschichte Rigas, Ziel von Deportationen aus dem Münsterland, aufgearbeitet.
Die zentrale Rolle der Reichsbahn bei der Deportation von Juden, Sinti und Roma und 'Euthanasieopfern' stand im Mittelpunkt des Gesprächs. Es schlossen sich Fragen der juristischen wie der historischen Aufarbeitung in Riga, der ehemaligen DDR wie der Bundesrepublik an.
Viele der Zuhörer beteiligten sich mit Anmerkungen und Fragen an dem Gespräch. Sie bezogen sich besonders auf das Spannungsfeld zwischen der logistischen Perfektion des Unternehmens 'Reichsbahn' und den persönlichen Berichten überlebender Deportierter.

 

 

 
Stolpersteine und shattered stones
Ein zufälliges Erinnerungsprojekt während der Skulpturtage 2007 in Münster:

Am 15. August verlegte Gunter Demnig 13 Stolpersteine in Münster. Darunter waren drei Steine, die in der Korduanenstr. 5 an die Familie Rothschild erinnern. Hinter diesen Steinen lagen shattered stones während der Skulptur-Projekte 2007 in Münster, die der Londoner Künstler Gustav Metzger nach einem Zufallsgenerator vor von den britischen Air-Forces zestörten Münsteraner Häusern hatte legen lassen. Auf zwei ungewöhnliche Erinnerungsformen verweisen diese Steine.Während Metzgers Steine nach den Skulpturtagen abgeräumt wurden,erinnern die Stolpersteine noch heute in unserem Alltag.

 

 
Über die Schwierigkeiten im Umgang mit der Erinnerung
Am Tag des Offenen Denkmals am 9.9.2007 sprach P.E. Schilling vom Verein Spuren Finden über das Thema in der Villa Ten Hompel: Über die Schwierigkeiten im Umgang mit der Erinnerung.
An Beispielen der Skulpturprojekte der letzten Jahre in Münster zeigte er die Verfremdung traditioneller Ehrenmale in Münster durch Künstler auf und verwies auf die unterschiedlichen Reaktionen der Öffentlichkeit wie politischer Entscheidungsträger. Die gegenwärtige Auseinandersetzung um die Projekte der Skulpturtage 2007 Paul Wulf von Silke Wagner und Martha Roslers Adler Copie zeigt, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit einzelnen Personen ebenso wie die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit umstritten bleibt.

 

 
Schwerer ist es,das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten. (Walter Benjamin)
An die Namenlosen wollen die Gedenkblätter, die im Gedenkbuch in der Villa ten Hompel ausliegen, erinnern. Am 13. Dezenber 2007 Ðdem Jahrestag der ersten Deportation jüdischer Bürger aus Münster und dem Münsterland erinnerten Schülergruppen und Einzelpersonen an Deportierte und Ermordete. In einer Lesung erinnerten die Schreiber dieser Lebensgeschichten an die Opfer.
Elisabeth v. Berlepsch erinnerte an ihren Schwiegervater Julius Auerbach. Ludwig Rüter erinnerte an den Telgter Erich Auerbach. Schülerinnen der Anne Frank-Realschule Ahaus mit ihrem Lehrer Hermann Löhring erinnerten in fiktiven Briefen an Thea Schlösser. Die Sprecherin des Arbeitskreises Stolpersteine Wolbeck, Frau Gudrun Beckmann-Kircher, las das Gedenkblatt der Familie Heilbronn.
An die Sinti- Geschwister Maria und Josef Unger erinnerten die Schüler-innen der Haupt- und Realschule Telgte mit ihren Lehrern Frau Elisabeth Dörlemann und Norbert Sudmann. Herr Udo Vetter erinnerte mit seinen Geschwistern an den Arzt ihrer Grosseltern-Hugo Levy und seine Frau Adele, geb.Platz.
Bruchstückhaft stellten die Schüler-innen der Klasse 9 der Friedensschule mit ihrem Lehrer Massen das Leben des Euthanasieopfers Alwine L. vor. Mit ihrem Sprechstück -zusammengestellt von den Lehrern Anne Rose und Kai Heuing- erinnerten die Schülerinnen der Wirtschaftsschulen Steinfurt an den Schulgründer Hermann Emanuel.

 
Gestaltung der Gedenkfeier zum 27.Januar 2006 in der Erich Klausener Realschule und im Gymnasium Wolbeck mit der Zeitzeugin Irmgard Heimbach-Ohl aus Hamburg.
 

 
Der Verein „Spuren Finden” führt in Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen und öffentlichen Institutionen Projekte und Veranstaltungen im Rahmen seines Gedenkbuchprojekts durch.
 
Minderheiten: Gestern – Heute – Morgen
Sinti und Roma als Opfer von Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus.
Aktion: Für Zivilcourage – Münster gegen Rechtsextremismus
 
Dieses Projekt, das im September 2001 mit der Präsentation der Ausstellung „... weggekommen. Abschied ohne Wiederkehr. Sinti und Roma als Opfer von Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus” (Hrsg.: Landesverband der Deutschen Sinti und Roma Baden-Württemberg) begann, wurde vorläufig abgeschlossen mit der Vorstellung der Gedenkblätter für Wilhelm Lübke und Margot Krause aus Münster durch Schüler der Paul-Gerhardt-Realschule und der Fürstenberg-Schule in Münster am 7. März 2002 in der „Villa ten Hompel”. Das Projekt beinhaltete neben der Ausstellung Filmtage zum Thema in Kooperation mit dem „Cinema” – Münster, das Sinti und Roma – Musikfestival in Kooperation mit der „Interkulturellen Woche” in Münster und Schulprojekte. Begleitend wurde eine didaktische Mappe zum Thema entwickelt (s. Didaktische Materialien).