Vorstellung des Vereins
„Spuren Finden” ist eine Initiative, die an jene Menschen im Münsterland erinnern möchte, die durch Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus zu anonymen Opfern gemacht worden sind. In den Städten und Gemeinden des Münsterlandes verbleibt das offizielle Gedenken an die Opfer weitgehend in ritualisierten Formen. Der Opfer wird – wenn überhaupt – kollektiv gedacht, an erster Stelle der Shoah-Opfer. Nicht selten wird die als unproblematisch geltende Formel verwandt, die alle „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft” in das Gedächtnis der Gesellschaft zurückrufen möchte. Ein namentliches Gedenken an die Verfolgten und Ermordeten entwickelt sich erst langsam, und manche Opfergruppen sind noch gar nicht in den Blick genommen worden.
 
„Spuren Finden” beschreitet einen anderen Weg des Erinnerns und Gedenkens. Das Gedenkbuchprojekt soll ein persönliches Gedenken an jene Bürgerinnen und Bürger ermöglichen, die im Nationalsozialismus aus politischen, religiösen, rassistischen und ideologischen Gründen verfolgt und ermordet worden sind. Seien es Juden oder Sinti und Roma, „Gemeinschaftsfremde” oder Homosexuelle, seien es Zeugen Jehovas oder Opfer der „Euthanasie”, Menschen aus dem konfessionellen oder politischen Widerstand – das Gedenkbuchprojekt möchte einen Beitrag dazu leisten, dass die individuellen Lebensgeschichten der münsterländischen Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen oder verschwiegen, sondern erinnert und dokumentiert werden.
 

 
„Spuren Finden” unterstützt insbesondere die Erinnerungsarbeit an den Schulen und in sonstigen pädagogischen Einrichtungen, erarbeitet didaktische Materialien und hilft bei der Suche nach Quellen und Literatur. Der Verein kooperiert hierzu mit der renommierten Erinnerungs-, Forschungs- und Bildungsstätte „Villa ten Hompel” in Münster, in deren Räumen das stetig wachsende Gedenkbuch seinen Standort gefunden hat.
 
Aktives Erinnern und persönliches Gedenken an die ermordeten Opfer des Nationalsozialismus sollen, so hofft der Verein, Antisemitismus und Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass entgegenwirken. Historisches Erinnern und namentliches Gedenken helfen, der Ablehnung und Diskriminierung gesellschaftlicher Minderheiten in Gegenwart und Zukunft vorzubeugen.