Münster ohne Geld
Der
Beginn einer kleinen Weihnachtsgeschichte
Weihnachten,
das sind die Tage im Jahr, an denen der hektische Alltag
einer entspannten Ruhe weicht. Es wird sich gemütlich
gemacht. Im Familienkreis, unter Freunden, oder alleine.
Man trifft sich, beschenkt sich und verwöhnt sich
kulinarisch. Es wird viel Geld ausgegeben, um sich diese
Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Geld, das für einen
Hartz IV-Empfänger mit einem durchschnittlichen Tagesbudget
von 10 Euro nicht vorhanden ist. Wie es trotzdem möglich
ist, an Geld für ein paar unbeschwerte Weihnachtstage
heranzukommen, ohne gleich einen Bankraub zu verüben, ist
in der folgenden Geschichte nachzulesen.
Es begann alles mit Elkes Einladung zur Geburtstagsparty
ihres Nachbarn. Er hatte nichts dagegen, dass Elke ihre
drei Freunde Thomas, Simmi und Chris mitbringt. Also
begaben sich die vier Freunde zur besagten
Geburtstagsfeier.
Die Gäste des Nachbarn unterhielten sich viel über Kariere,
Mobbing und Geldanlagen. Themen, die die vier Freunde nicht
so interessierten. Sie wendeten sich lieber dem
reichhaltigen Buffet, dem gekühlten Bier und dem guten Wein
zu. Als die ersten Besucher wieder gingen, wurde es endlich
gemütlicher. Zur fortgeschrittenen Stunde fand man sich
schließlich in der üblichen Küchenrunde wieder. „Und
was machst du Weihnachten?“ fragte der Nachbar Elke.
„Ich werde mit meinen Freunden feiern!“
antwortete Elke spontan und schaute diese fragend an. Ein
synchrones Kopfnicken der Freunde bestätigte, was zuvor
nicht verabredet war.
Und so trafen sich die vier Freunde drei Tage später, um
mit den Vorbereitungen für ein besonderes Weihnachtsfest zu
beginnen. Denn das war allen klar: „Diese Weihnachten
feiern wir zusammen und wir werden auf nichts
verzichten!“
100 Euro von dem insgesamt abgesparten Monatsbudget waren
für vier Leute zu wenig. Also stellte sich die Frage der
Fragen: „Wie kommen wir an Geld?“.
„Wir werden Blutspenden!“ schlug Simmi vor, die
gerne etwas für die Allgemeinheit tut. „Das sind
schon mal die Lebensmittel.“ betonte sie. Der
Vorschlag wurde angenommen. So trafen sich die vier Freunde
am nächsten Morgen um acht vor der Blutspende der
Unikliniken, nach einer Blutprobenentnahme konnten sie drei
Tage später Blut spenden und stockten ihr Weihnachtsbudget
um 80 Euro auf. Dies sollte für die Lebensmittel reichen.
Die Getränke für die Weihnachtstage sollten auf Chris
Vorschlag durch Flaschenpfandgeld erworben werden. Dies war
ihr Metier. Oft hatte sie finanzielle Engpässe durch den
Tausch von Pfandflaschen durchgestanden. Ausgerüstet mit
ihren Fahrrädern, einem Fahrradanhänger und genügend
Taschen, führte Chris ihre Freunde des Nachts zu Stellen in
der Stadt, an denen ein hohes Pfandflaschenaufkommen
besteht. Immerhin konnten sie nach dieser erfrischenden und
unterhaltsamen Radtour 67 Euro ihr eigen nennen. „Im
Sommer,“ erläuterte Chris „wäre es mehr! Aber
wir wollen uns ja nicht besaufen.“
So hatten die vier Freunde ein Budget von 250 Euro. Da der
tanzfreudige Thomas sehr bewandert ist, was kostenfreien
Eintritt in Clubs und Diskos betrifft, wurde er als
Weihnachtstanzguide ernannt.
Hinzu kamen noch 20 Euro Aufwandsentschädigung, die Elke
durch die Teilnahme an einer Studie des psychologischen
Instituts erhielt. Neben der Bestätigung, dass ihre
Denkfähigkeit der des Bundesdurchschnittsbürgers
entspricht, konnte sie von dem Geld einige Audiocasetten
und eine gebrauchte, aber dennoch lustige DVD erwerben. Die
Audiocasetten wurden an Simmi weitergeleitet, damit sie als
passionierte Samstagsnachmittag-WDR 5
Kabarett-Mitschneiderin, ein unterhaltsames Programm
zusammenstellt, das die gemeinsamen Nachmittagsstunden
belustigen soll.
Und das alles reichte den vier Freunden als Vorbereitung ,
aber vor allem als Vorfreude für die gemeinsamen
Weihnachtstage.
Wie die vier letztendlich ihre Weihnachtstage dann
verbringen werden, dass wissen wir noch nicht. Vielleicht
habt jemand ja eine Idee und sendet seine/ihre
Weihnachtsgeschichte an:
www.muenster.org/sperre
oder: abm e.V., Achtermannstr. 7, 48143 Münster
Erste Hilfe Kasten
Kultur
und Vergnügen
Kulturelle
Veranstaltungen werden oft in der „na dann“
angekündigt. Es gibt Theaterveranstaltungen jenseits der
großen Theater zu einem kleinen Eintrittsgeld.
Freunde der klassischen Musik finden zum Beispiel
kostenlose Veranstaltungen im Programm der Musikhochschule
Münster am Ludgeriplatz.
In vielen Diskos und Clubs gibt es bis 23.00h freien
Eintritt, auch das wird oft in der „na dann“
angekündigt.
Essen
und Trinken
In
vielen Klöstern gibt es warmes Mittagessen und
Zwischenmahlzeiten. Oft wird eine Spende von 1 Euro
erwartet. Termine und Orte erfahrt ihr, in dem ihr euch
direkt an die „Schwestern und Brüder“ wendet.
Münster
Tafel e.V. hat Essensausgabestellen in den meisten
Stadtteilen von Münster. Gegen Vorlage des
Personalausweises gibt es auch kostenlose Lebensmittel wie
Brot, Käse etc.
Ort und Termine unter Tel.: 0251 - 67 43 122 erfragen.
Haus der Wohnungslosen
Bahnhofstr. 62, Münster
Täglich Mittagessen für 1,50 €.
Malta, Achtermannstraße 10, Münster
Frühstück freitags von 10.00-13.00 h (1,50€ Spende)
Und Frauenfrühstück donnerstags von 10.00 – 12.00 h
(1€ Spende).
Für Frauen: Frühstück di und do für 1€, Mittagessen
montags um 13.00h für 1€.
Klamotten
Es gibt Kleiderkammern, die kostenlose Bekleidung bieten.
Um Termine und Orte ausfindig zu machen, ruft ihr am besten
im Büro eurer Kirchengemeinde an.
Zum Beispiel: Dienstags von 10.00-12.00 kann man in der
Kleiderkammer preisgünstige Kleidung finden.
Gertrudenhaus, Katharinenstraße 10-12, Münster
Arbeiten
Falls
die Decke auf den Kopf fällt; man kann auch umsonst
arbeiten. Bei der Freiwilligenagentur kann man ein
freiwilliges Engagement leisten und eine ehrenamtliche
Tätigkeit ausüben.
Freiwilligenagentur, Gesundheitshaus, Gasselstiege 13,
Münster
Tel.: 0251/492 - 59 04
Internet / PC
Kostenfrei
PC`s benutzen könnt ihr z.B. im Malta, im Gleis 22 und in
der Unibibliothek. In der Stadtbücherei lässt es sich
günstig im Internet surfen.
Zeitungen
und Medien
Im
Lesesaal der Stadtbücherei gibt es eine große Auswahl an
Tageszeitungen und Magazinen, die dort kostenfrei gelesen
werden können.
Auch das Radio bietet auf Sendern wie WDR5,
Deutschlandradio Kultur etc. ein vielfältiges interessantes
und lehrreiches Programm. Es lohnt sich einmal einen
Nachmittag mit dem Radio zu verbringen.
Sperrmüll
In jedem
Stadtviertel gibt es Sperrmüll. Das eine oder andere lässt
sich immer gebrauchen. Eine ältere Dame fand letztens ein
antikes sehr wertvolles Kreuz zwischen Ramsch und Plunder.
Aber auch Spielzeug für Kinder, Skurrilitäten, Möbel und
Trödel lassen sich auch im durchaus noch zu gebrauchenden
Zustand finden. Termine für den jeweiligen Stadtbezirk bei
der Stadt Münster nachfragen.
Reisen
Beim Reisen machen die Übernachtungen den größten Teil des
Reisebudgets aus. Wer sich im Hospitality Club registrieren
lässt, kann nicht nur viele nette Leute jedweder
Nationalität kennen lernen, sondern findet über dieses
Gastfreundschaft-Netzwerk auch Übernachtungen auf der
ganzen Welt umsonst. Kulturübergreifend und für die
Förderung der Völkerverständigung.
Mehr Infos unter:
www.deutsch.hospitalityclub.org
cb