Die Schreibwerkstatt

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Schreiben kann jeder
In der Schreibwerkstatt wollen wir den Worten auf den Grund gehen, sie bezähmen und in kleine Artikel und Essays unterbringen. Grundkenntnisse journalistischen Schreibens werden anhand eigener Texte erörtert und in der Gruppe besprochen. Dabei sollen auch Schreibhemmungen und -blockaden überwunden und abgebaut werden.
Also: Wer Lust am Schreiben hat oder einfach nur Lust ein anderes stilistisches Mittel auszuprobieren, meldet sich unter
02 51-51 11 21 oder sperre@muenster.de. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Schreibwerkstatt ab Februar in den Räumen der SPERRE, jeweils dienstags von 18 - 20h, Voranmeldung erbeten, maximale Teilnehmerzahl 10
Teilnahme kostenlos


Brauchen Arbeitslose keine Musikhalle?



Die Musikhalle solle ja fast nichts kosten, heißt es. Nur 12 Millionen soll die Stadt für die Baukosten bezahlen, gerade 40 % von den 30 Millionen Baukosten. Und außerdem soll an 40 Tagen das städtische Symphonieorchester dort spielen, für 200 000 Euro Zuschuss im Jahr. Das Grundstück stellt das Land zur Verfügung. 18 Millionen für den Bau kommen von der Stiftung Musikhalle. Und dann hat Münster eine Musikhalle. Dortmund hat eine und sogar Münsters Vorort Coesfeld. Hört sich das nicht gut an?


Das Schuldenloch

Zu schön, um wahr zu sein. Dortmund zahlt im Jahr allein 4 Millionen als Ausgleich für das Defizit, was seine Musikhalle einfährt. In Coesfeld trägt alle Kosten vom Bau bis Betrieb ein privater Sponsor, die Stadt zahlt nichts, und sie steht auch für kein Defizit ein. Das könnten die Guten, Schönen und Reichen in Münster sich mal als Maßstab nehmen: Wollen sie sich von einem Coesfelder Kaufmann sagen lassen, sie könnten mit ihm nicht mithalten?
Aber anscheinend wollen sie es sich von ihm nachsagen lassen, denn sie setzen eher auf das Dortmunder Modell, sie wollen ihre 18 Millionen zum Start einbringen und keine weitere Verantwortung für die Finanzierung ihres Luxus übernehmen.
Wenn man dann mal genauer hinter ihre Kalkulation schaut, dann tun sich große Löcher auf, Abgründe sogar. Da wird dem soliden oder dem einfachen Münsteraner Angst und Bange.
In der Baukalkulation stehen 30 Millionen für die reine Musikhalle. Etwa 8 – 10 Millionen Investitionskosten fehlen und zwar für Tiefgarage/Parkhaus, Straßenzuwegung, Gestaltung der Außenanlagen, Erschließung mit Ver- und Entsorgungsleitungen. Noch schlimmer sieht es bei den laufenden Kosten aus. Das beginnt mit einer knappen Million jährlich an Kapitalkosten, weil Münster kein Geld hat. Die Grünen haben mal die Folgekosten kalkuliert und sind etwa auf die Dortmunder Größenordnung gekommen. Siehe
http://www.gruene-muenster.de/index.php?name=News&file=article&sid=1796


Keine anderen Wünsche?

Ach, eine Musikhalle wäre schon nett, wenn man sonst keine Wünsche hat. Die Guten, Reichen, Schönen haben ihre anderen Wünsche befriedigt, für die steht die Musikhalle obenan. Sie haben vielleicht ihr eigenes Schwimmbad im Keller oder im Garten, da braucht man eher eine Musikhalle als öffentliche Bäder. Sie haben schon mehr Bücher gekauft, als sie lesen können, dann braucht man keine Stadtbücherei, sondern eher eine Musikhalle. Ihre Einkünfte fließen, ob sie arbeiten oder nicht, da brauchen sie kein Hartz IV und keine Mietzuschüsse, da hat die Musikhalle oberste Priorität. Sehen und gesehen werden ist auch ein Wert, zumindest wenn man sich geschmackvoll kleiden kann und das Geld dafür hat.

Als es den städtischen Münster-Pass für Bedürftige noch gab, da konnten diese neben der billigeren Busfahrt auch die Theaterkarte ermäßigt kaufen. Das haben nicht viele getan, denn man braucht ja schon einen regelmäßigen Umgang mit der Hochkultur, man braucht entsprechende Kleidung und so kommt eins zum anderen. Schließlich hatten sich ganze 6 (sechs) Personen im Jahr die ermäßigte Theaterkarte gekauft. Aber Theaterkarten sind ja sowieso ermäßigt, auch die besseren Herrschaften müssen nur ein Viertel der tatsächlichen Kosten selber zahlen. So wird es auch mit der Musikhalle sein: Viele Zuschüsse für den gehobenen Konsum werden an den einfachen Leuten vorbei bugsiert. Denn man hat sich zuvor aus deren Positionen im städtischen Haushalt das Geld herausgeholt. Indem man Schwimmbäder schließt oder die Stadtbücherei zusammenspart oder Mietzuschüsse senkt.

avo