"Recht" interessante Urteile und Entscheidungen
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Steuerklasse und ArbeitslosengeldEin Wechsel der Steuerklassen ist für verheiratete Arbeitslose oft
nicht sinnvoll, auch wenn es aus steuerlicher Sicht den Anschein hat.
Das Arbeitsamt muss den Arbeitslosen über die Folgen eines solchen
Wechsels für die Höhe des Arbeitslosengeldes informieren, insbesondere
wenn der Arbeitslose aus dem Grund das Amt aufsucht, um den Steuerklassenwechsel
anzumelden. Kürzt das Amt das Arbeitslosengeld wegen der neuen Steuerklasse,
dann darf der Arbeitslose eine Nachzahlung wegen schlechter Beratung verlangen. |
Lohnsteuer bei MinijobDie pauschale Lohnsteuer in einem Minijob beträgt 2 % des Lohns.
Der Arbeitgeber kann die abzuführende Lohnsteuer von dem vereinbarten
Lohn abziehen. Nur bei einer Nettolohnvereinbarung, die hinreichend deutlich
zum Ausdruck kommen muss, hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer selbst zu
tragen. |
Höchstgrenze für Arbeitszeit bei BereitschaftsdienstenNach dem Arbeitszeitgesetz kann in einem Tarifvertrag eine werktägliche
Arbeitszeit von mehr als zehn Stunden vorgesehen werden, wenn in die Arbeitszeit
in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt.
Werden solche verlängerten Arbeitszeiten tariflich zugelassen, dann
muss in jedem Fall gewährleistet sein, dass die Arbeitszeit einschließlich
Arbeitsbereitschaft und Bereitschaftsdienst im Durchschnitt von zwölf
Monaten 48 Wochenstunden nicht überschreitet. Eine Ausnahme gilt
auch nicht für Alt-Tarifverträge. Wenn eine Leiharbeitsfirma sich dazu verpflichtet hatte, Leiharbeitern
den Tariflohn des Entleihbetriebs zu zahlen, dann ist sie auch nach Einführung
des billigeren Tarifvertrages für die Leiharbeitsbranche an diese
alte Vereinbarung gebunden. |
Renovierungspflichten bei Auszug des MietersIn Mietvertragsformularen ist oftmals eine starre zeitliche Regelung
für Renovierungen durch den Mieter vorgegeben. Dies würde den
Mieter ohne Rücksicht auf die tatsächliche Renovierungsbedürftigkeit
zum Renovieren zwingen. Das ist nicht rechtens. Zieht der Mieter aus,
ohne die regelmäßigen Renovierungspflichten erfüllt zu
haben, dann darf der Vermieter trotzdem die Mietkaution nicht einbehalten.
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Eheähnliche GemeinschaftLiegen keine anderen Hinweise für eine eheähnliche Gemeinschaft
vor, dann kann die Dauer des Zusammenlebens erst nach drei Jahren als
Indiz für eine eheähnliche Gemeinschaft angenommen werden. |
Befristeter Zuschlag zum Arbeitslosengeld IIDer befristete Zuschlag nach vorherigem Bezug von Arbeitslosengeld berechnet
sich aus der Differenz zwischen dem Bedarf auf Arbeitslosengeld II und
der Höhe des vorherigen Arbeitslosengeldes. Wenn bei jeder Änderung
des Bedarfes auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) auch der Zuschlag neu
berechnet werden muss, dann würden die Verwaltungskosten unverhältnismäßig.
Den geänderten Bedarf jedoch vollkommen außer Acht zu lassen,
würde dem Sinn des Gesetzes nicht entsprechen. Von daher soll bei
einer Änderung der Verhältnisse der befristete Zuschlag zum
Zeitpunkt der Verlängerung von Hartz IV-Leistungen neu berechnet
werden können. |
Streitigkeiten zwischen Ein-Euro-Jobber und MaßnahmeträgerStreitigkeiten zwischen Ein-Euro-Jobber und Maßnahmeträger
sind vor dem Arbeitsgericht auszutragen, denn der Arbeitssuchende schließt
seine Vereinbarung über die Bedingungen mit dem Träger und
nicht mit dem Amt. |
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Anwalt-Tipp
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Das Gericht führte zur Begründung aus, die angebotene Beschäftigung
sei unzumutbar. Denn der Lohn sei sittenwidrig. Er reiche nicht aus, um
das Existenzminimum der Arbeitnehmer zu sichern. Dies verstoße sowohl
gegen das Grundgesetz, insbesondere das Gebot der Menschenwürde in
Art. 1 GG, als auch gegen Art. 4 Nr. 1 der Europäischen Sozialcharta.
Nach Art. 4 Nr. 1 der Europäischen Sozialcharta erkennen die Vertragsstaaten
das Recht der Arbeitnehmer auf ein Arbeitsentgelt an, welches ausreicht,
um diesen und ihren Familien einen angemessenen Lebensstandard zu sichern.
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