Hmmm,
oder: Nicht so leicht
Ein Theater für zwei Personen
"Schaaatz?"
"Hmmm?"
"Warum hast du dieser brünetten Frau heute abend dauernd auf den Arsch geguckt?"
"Was?!"
"Na, du weißt schon. Dieser brünetten Bedienung. Dauernd hast du ihren Arsch angestarrt."
"Ach komm hör auf damit und laß mich bitte schlafen, ja?"
"Schaaatz?"
"Hmmm!"
"Warum schaust du mir nicht so auf den Arsch?"
"Warum? ... Hör mal. Ich schau dauernd auf deinen Arsch, ja? Aber dann stehst du mit dem Arsch zu mir und kannst mich also nicht sehen."
"Du redest so ordinär, das kenn ich gar nicht von dir."
"Ordinär?"
"Ja. Dauernd sagst du Arsch und sowas."
"Du bist mit dem Arsch angefangen."
"Weil du sie dauernd angestarrt hast!"
"Oh Baby. Laß uns schlafen, ja?"
"Nenn mich nicht Baby!"
"Schatz, bitte."
STILLE
"Schaaatz, findest du mich nicht attraktiv?"
"Liebling. Du hast den schönsten Po der Welt. Aber bitte laß ihn schlafen jetzt, ja?"
"Ach! Ich bin also nicht mehr für dich als mein Po? Eine wandelnde Arschbacke -quasi- mit Ohren? Ist es das? Ist das alles?"
"Hör mal. Du hast schöne Hände, schöne Augen, schöne Haare."
"A-ha! Es ist also nur mein Körper. Du willst mich nur, um mit dir zu schlafen!"
"Ich will nicht mit dir schlafen."
"Was?? Du willst nicht mit mir schlafen? Aber mit der Brünetten willst du schlafen, hab ich recht? Natürlich willst du mit der Brünetten schlafen, so wie du ihr auf den A..."
"Liebes. Natürlich will ich mit dir schlafen."
"Na- tür- lich. Eigentlich willst du ja auch mit jeder schlafen."
"Bitte. Laß uns schlafen."
STILLE
"Schaaatz?"
"Hmmm"
"Aber du hast der Brünetten dauernd auf den Arsch geguckt."
"Hmmm"
"Hmmm??"
"Hmmm"
STILLE
"Nie schaust du mir so auf den..."
Hmmm..."
© Dieter Rehnen