2007:

19.01.2007

Das erste Treffen im neuen Jahr bracht folgende Teilnehmer mit: Vera, Christian F., Axel, Peter, Christian N. und Christoph. Neu: Sabine.
Begonnen wurden mit organisatorischen Dingen. Wie schon angedacht in den Rundmails der Gruppe wird 2007 das Projekt "Sem;kolon Buch 5" in Angriff genommen. Die meisten Autorinnen und Autoren sagten ihre Teilnahme zu. Anders als in den vorherigen Sem;kolon-Anthologien wird diesmal ein Verlag zur Finanzierung des Druckes gesucht. Christian N. spricht mit dem Oktober-Verlag und Christoph trifft sich zunächst mit dem Chef des Agenda-Verlages. Das neue Buch soll einen Querschnitt der aktuellen Arbeit und Zusammensetzung von Sem;kolon bieten.
Desweiteren will Sebastian Laukötter eine Lesereihe in Münster aufziehen, für die er Teilnehmer sucht. Dazu erklärten sich einige Sem;koloner bereit. Das ganze startet im März oder April.
Dann konnte es mit den Texten los gehen. Vera legte zum Hausaufgabenthema "gegenüber" eine längere Geschichte vor, die über Teenagerliebeswirrungen ging und gut aufgenommen wurde. Bei der Diskussion kam auch die Frage auf, soll man vorher alles planen, bevor man schreibt? Christoph beschrieb, wie er grundsätzlich aus dem Bauch heraus schreibt.
Christian N. las drei "Kapriolen" aus dem Zyklus über den kleine Fritz, der ganz unbedarft seinen Opa, den Hund der Tante, zwei ältere Tanten nebst drei Cousinen aus dem Leben scheiden lässt. Zum einen wurden die gereimten Streiche begeistert aufgenommen, es gab aber auch Stimmen, die meinten, da wäre die Luft raus, oder es wäre da und dort etwas zu ändern.
Christoph legte mit "Spaß am Einkaufen", einen aus dem Leben gegriffenen und nach vollziehbaren Text vor, der natürlich wieder ausgiebig grammatikalisch nachgebessert werden musste.
Mit "Forsythien" brachte Christian F. zum Thema "gegenüber" nach Auffassung einiger den Text des Abends. Sprachlich, inhaltlich sehr gekonnt ausgearbeitet und dargestellt. Außerdem las er noch von der Anästhesistin Annemarie, die sich verliebte und ihr Date mit selbstgekochtem bewirten will, bei dem Versuch, die Forellen zu betäuben, daran leider aber stirbt. Christoph fand die Wendung in dem Text, "zwei Finger in die Scheide stecken" wunderbar, Sabine fand's ekelhaft.
Den Rausschmeißer machte Christian N. mit dem Gedicht Sprachverfall, was noch eine Diskussion über Jugendsprache und Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne von jungen Leuten mit sich brachte. Mann, sind wir alt! ;-)
Von Sabine kam das Stichwort für die nächste Hausaufgabe: "Schaff endlich Struktur in dein Leben!" Termin im Februar am Freitag, den 9.

9.02.2007

Ins "Protokoll" soll vermerkt werden, dass Christian F. und Christoph überaus pünktlich da waren und dumm rum saßen... Des weiteren sind erschienen: Angelika und Peter, Sabine. Und nach langer Abstinenz von der Gruppe: Wolfgang. Den älteren besser bekannt als Wosch.
Zur Textarbeit: Den Anfang machte Christian F., der als einziger die Hausaufgabe löste. Seine Protagonisten David und Falko versuchten mit Hilfe von Merkzetteln "Raus aus dem Chaos!" zu kommen. David und Falko tauchten später am Abend noch mal auf.
Sabine legte zwei Gedichte vor, die schon älter und leider nicht kopiert waren. Christoph ließ kein gutes Haar an dem ersten Sprachwerk, das er sonst nur von 15jährigen zu kennen meinte. Sabine kümmerte die Kritik nicht.
Angelikas Text beruhte auf eine wahre Begebenheit und beschäftigte sich mit dem Loslassen wollen/können/müssen eines Mannes von seiner verstorbenen Frau. Hier haute Wolfgang heftig aufs Holz. Er kritisierte fehlende Originalität. (Anmerkung des Verfassers: Es war wie in alten Zeiten!)
Bei Christoph tauchten die Protagonisten aus Christian F.s Text wieder auf. Zu David und Falko gesellte sich in fünf Episoden ein Ich-Erzähler, und alle drei soffen und prügelten sich durch die Weltgeschichte.
Wolfgang las Gedichte und kam damit gut an.
Dann ging es noch um Poetry-Slams, die Authentizität von Kneipen in Texten und Christian F.s neue Frisur. Peter: "Du siehst 10 Jahre jünger aus, aber damit musst du leben."
Während Angelika las, wurde Christoph, der ganz im Text versunken war, von Wosch gefragt: "Schläfst Du? Du schnarchst!"
Es wurde noch mal darüber gesprochen, eine Broschüre für Lesungen aus aktuellen Texten zu machen. Christian F. wird außerdem bei der lokalen Zeitung anfragen, ob man nicht was zu Sem;kolon bringen wolle.
Das Stichwort kam von Angelika. Es ist zugleich das Motto eines Schreibwettbewerbes, bei dem es den Abdruck in einer Anthologie zu gewinnen gibt: "Wein." Nächster Trefftermin: 9. März.

9.3.2007

Am Freitag, 9. März 2007, trafen sich in der "Blechtrommel" Axel (superpünktlich), Angelika und Peter (pünktlich) mit den verspäteten Vera, Christoph, Christian N. und Christian F. zum Thema "Wein".
Einzig Angelika hatte mit "Ein ganz besonderer Tropfen" einen Text geschrieben, der das Thema absolut erfüllte. Mit einer überraschenden Pointe am Schluss geht es um eine Weinprobe; es gibt einen guten Dialog, doch sollte der Text am Anfang einwenig gekürzt werden. Christian N. las drei Gedichte aus seinem Archiv zum Thema Wein, wobei das zweite besonders amüsant war. Christian F. hatte den bereits bekannten Text "In vita veritas" so umgeschrieben, dass die beiden Protagonisten Falko und David Wein trinken. Christoph trug zwei Texte, ebenfalls mit den Figuren Falko und David, vor: "Hausbesuch" und "Streit?". "Streit?" wurde als die bessere Kurzgeschichte angesehen und lebt besonders durch den Einfall, das sogenannte Heinz-Rühmann-Spiel einfließen zu lassen, bei dem keine Wörter auszusprechen sind, die es nach den Zeiten der "Feuerzangenbowle" gibt... - Eine herausragende Besonderheit: Christoph notierte sich tatsächlich einen Verbesserungsvorschlag von Axel in seinen Unterlagen!
Axel selbst las die Fortsetzung seiner "Flucht aus der Wüste", ein gut geschriebener science-fiction-mäßiger Text. Kleine Änderungen wurden vorgeschlagen, damit der Text atmosphärischer und emotionaler wird. Vera trug die umgeschriebene Fassung aus ihrem Jugendbuch vor, der Anfang ist nun erheblich besser. Es gibt noch gewisse Längen, aber insgesamt ist der Text jugendgemäß und gut.
Als Zugaben las Christian F. noch eine etwas traurige Geschichte über eine alleinerziehende Frau ("Er sieht ihre Tränen nicht") und abschließend trug Christian N. zur Stimmungsaufhellung noch sein amüsantes Gedicht "Gute Nacht" vor.
Das nächste Treffen findet statt am Freitag, den 13. April 2007 um 20.00 Uhr im Hinterzimmer der Blechtrommel.
Thema: "Alleinerziehend".
Neue Texte zum Thema, die für alle Teilnehmer kopiert sind, werden erwartet.

13.4.2007

Anwesende: Maike, Vera, Axel, Christian F., Christoph und Wolfgang. Die Sitzung dauerte von 20 bis 23 Uhr.
Christian erzählte vom Erlebnis Leipziger Buchmesse inklusive Essen im Auerbachs Keller, dem Originalschauplatz aus Goethes Faust. Dann legte er einen Text vor, der entfernt mit dem Thema "Alleinerziehend" zu tun hatte. Gelobt wurde die Makellosigkeit und der Rhythmus des Textes. Über eine Zugfahrt von Ost nach West stellte sich bei Vera eine Gänsehaut ein. Der Text geht auf eine Kindheitserinnerung Christians an eine Liedzeile im Radio zurück, die er nach vielen Jahren im Internet recherchieren konnte.
Vera trug eine knappe, peppige, originell formulierte, von allen für gut befundene Geschichte vor, die einen Kater schildert, der seine Menschen endlich mal erziehen musste. Am Ende des Abends fiel ihr Bilderbuchtext "Wächst Gemüse an Bäumen?" eher durch und entfachte eine große Diskussion über a) schreibt man Kinderbücher für die Kinder oder für die Erwachsenen, die sie vorlesen und b) ist es besser eine Form auszufüllen oder los schreiben und c) braucht ein Text eine Message? Vera brachte außerdem noch Axel ihre Kritikpunkte zu seinem Romankapitel mit.
Christophs Alternativtext war ein realer Brief an das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe, in dem er sich deutlich bis unverschämt über die Vermeidung von Werbung für Bildungsbürgertum-Veranstaltungen äußerte. Die anderen fanden es lustig und in der Rechtschreibung - wie immer - fehlerhaft. Dann klagte Christoph noch, dass er nun mit dem Fahrrad zurück die Berge (in Münster!) hoch fahren müsste und sicher auch noch Gegenwind haben würde, wobei festzustellen sei, dass die anderen wohl alle Athleten sind...
Nächster Termin: 11. Mai 2007
Hausaufgabe: Erzähltext in der Vergangenheitsform nur eine Seite.

11.5.2007

Erschienen: Vera, Christian F., Christoph und Wolfgang.
Los ging es mit einem Prosatext von Wolfgang, von Hause aus eigentlich Lyriker. Sprachlich gut erzählte Banalsituation mit Sprüngen ins Plusquamperfekt. Ham gut gelacht.
Als nächstes zwei David & Falko Stories von Christoph. Die eine war vergessenswert. Die andere hatte Witz und Idee.
Mit einer Parabel legte Christian F. die Lösung der Hausaufgabe vor. Es gab einiges rein zu interpretieren und war in salbungsvoller Sprache, was dem Text angemessen erschien.
Veras Text war originell und gut geschrieben. Es wurden die Namensfindungen der Personen bewundert und der leichte Stil.
Chrizzy teilte den anderen mit, dass Christian Nachtigäller in Kontakt mit einer Buchhändlerin ist, die Sem;kolon zu einer Lesung einladen würde.
Wosch legte noch zwei Gedichte vor. Das erste war von den Bemühungen ein Gedicht zu schreiben mit neuen, originären Worten. Bestnote in Wortwahl und Wortneuschöpfung. Das zweite Gedichte enthielt Wörter mit der Vorsilbe "un-", was den Titel "Verantwortung" in Korrespondenz stehen ließ.
Christoph schloß den Abend mit einem weiteren Falko & David Text ab, der den einen zu deutlich, den anderen berechtigt und wiederum den letzten überflüssig erschien.
Nächster Termin: 15. Juni 2007
Hausaufgabe: Ein Sonett schreiben oder über ein Sonett schreiben

15.6.2007

Um den Sem;kolon-Tisch saßen diesmal: Vera, Axel, Christian F., Christoph und Wolfgang. Aus vergangenen Sitzungen wieder aufgetaucht: Norbert. Und neu: Caro, die aus Oberhausen angereist kam, und Helmut.
Startschuß machte Christoph mit zwei neuen "Falko & David" Geschichten. Gelobt wurde der lakonische Stil, die Bukowski Nähe. Schwierigkeiten gab es mit dem Wechsel von Auktorialem und Ich-Erzähler, wobei sich Christoph nicht auf Vorschläge einließ. Vera fand es gut geschrieben, mag die Typen in den Kurzgeschichten immer noch nicht, und Wolfgang verglich es mit einer TV-Serie, die man mag oder nicht. Ihm ist es zu flau.
Christian legte ein Text um ein Sonett vor. Eine Mann trifft Frau Geschichte, wo das kitschig ausgefallene Sonett als Liebesbeweis gelten sollte. Man lobte den Telegramstil im Prosatext, (den Aschenbrenner-Stil).
Wolfgangs konkretes Sonett war ein Missgriff. Es hatte Jandl Nähe, aber wurde von der Qualität nicht erreicht. Auch die Form eines Sonett sei nicht erfüllt.
Veras legte drei Sonette vor, die alle sehr gelobt wurden. Norbert redete davon, dass es seinen Begriff der 2. Moderne für Sonette erfüllte. Geschickt waren von ihr Wortwahl und Wortneuschöpfungen. Und es hatte ihr auch total Spaß gemacht, obwohl sie noch nie Gedichte geschrieben hatte.
Spätestens an dieser Stelle entbrannte eine fürchterliche Debatte über den Kunstbegriff, wobei sich besonders Wolfgang und Norbert in die Haare bekamen.
Norbert legte dann ein englisches Sonett vor, das etwas reserviert aufgenommen wurde, da fraglich war, ob es von einem altersgeilen Bock handelte. Anschließend las er eine kleine, eigene Literaturtheorie über die 2. Moderne vor.
Axel schlug das Sonett tot, in dem er in einem Sonett die Aufgabenstellung verdammte. Dann las er aus einem Nachruf, das die Aufgabenstellung für einem Wettbewerb war. Es ging um eine Kindesmisshandlung.
Vera hatte zum gleichen Wettbewerb auch einen Nachruf geschrieben und ihre Katzengeschichte verwendet. Christoph, den wohl der Amnesiestrahl getroffen hatte, ließ sich von Vera Punkt für Punkt erklären und verstand es immer noch nicht...
Den Abschluß machte Helmut mit heiteren Gedichten, die auf diversen Poetry-Slams bestanden hatten.
Neuer Termin: 27. Juli 2007
Von Caro, die es sich erst mal ansah, kam das Stichwort: Soziopath.

27.7.2007

Das Sem;kolon-Schiff stach mit 5 Mann Besatzung in die weite See der Literatur. Mit an Bord: Axel, Christian F., Christoph, Norbert und Wolfgang.
Christoph verteilte zunächst die Ausschreibung zu einem Hörspiel- und Kurzgeschichten Wettbewerb der Universität Münster mit dem Thema "Miete". Auch über einen Drehbuchwettbewerb vom Filmservice Münsterland wurde gesprochen.
Christian F. las den dritten Teil seiner Falko und David Geschichten vor. In der Arbeit fehlt es in der ersten Hälfte an Tempo. Der Text hatte Erfolg auf einem Poetry-Slam in der Frauenstraße 24 (Kneipe), und es wurde darüber diskutiert, ob es etwas anderes ist für Zielpublikum zu schreiben oder für die Literatur. Zu dem nahm Christian F. in dem Text konkrete Publikumswünsche (Schokoladenfondue) auf.
Christoph (um die 40) verkündete, er habe seinen Zyklus fertig, worauf Wolfgang (Arzt) meinte: "Das interessiert uns nicht." Gemeint war aber, dass Christoph seine letzte Falko & David Story vortrug, die ziemlich ein Flop bei den anderen war. Dennoch betonte Christian F. immer wieder, dass in Christophs Texten seine Biographie mit einem echten Falko in den 90ern niedergeschrieben wäre. Insgesamt bekamen Christian F. und Christoph viel Schelte für das ganze Falko und David Projekt. Sie hätten sich in etwas verrannt.
Wolfgang trug ein neues Gedicht zum Thema Soziopath vor, der Titel, "F40.1", ist der ärztliche Diagnoseschlüssel für soziale Phobie. Das Gedicht kam gut an, es spielte anvantgardistisch mit Sprache.
Dann las Axel ein redigiertes Kapitel aus seinem Roman und hörte sich Vorschläge betreff eines gewünschten zügigeren Tempos an.
Am Schluß zitierte Norbert sein Gedicht "Persönlichkeit garantiert" aus einer so eben erschienen Anthologie, es wurde gut aufgenommen.
War noch was? Ja, über den Harry Potter Hype wurde gesprochen, der neue Termin für den 24. August festgelegt, und das Stichwort "Miete" wurde deshalb genommen, um für den Wettbewerb für die Uni etwas zu tun. Und so wurde der reine Männerabend aufgelöst.

24.08.2007

An diesem warmen, lauschigen Sommerabend trafen sich: Maike, Vera, Axel, Christian F., Christoph, Norbert und neu: Lisa aus Bünde.
Nobert begann mit der Lösung zur Hausaufgabe Miete mit einer Satire über eine Studenten-WG in der in der Badewanne offensichtlich der Teufel seinen Fußabdruck hinterlassen hatte. Es wurde diskutiert, ob der Text nicht besser in Rückblenden erzählt werden sollte, wobei einige meinten, Norberts "salbungsvolle" Sprache passe besser zu einem chronologischen Ablauf.
Maikes Miettext war sehr gelungen. Sprachlich gut, gute Idee, wenn auch manchmal Längen.
Christian F.s Miete-Story ging um ein verpatztes Candle-Light Dinner auf Elfeinhalb Quatratmetern. Einigen fehlte etwas in der Geschichte. Es war unentschieden, ob sie traurig oder lustig ist.
Veras "Dreisternehotel" ging auch um die Lösung der Hausaufgabe, und handelten von zwei Stadtstreichern, "Nase" und "Schnarcher", auf der Suche nach einer Bleibe. Gelobt wurden poetische Wendungen, dass die Perspektive der beiden gut getroffen war und das gute Ende für die Obdachlosen.
Christoph überraschte mit seinem "Alternativtext" Parfüm: es sei ein sinnlicher, poetischer, impressionistischer Text über eine Busfahrt mit Dufterlebnis.
Über Axels Romanauszug wurde am längsten diskutiert. Einige fanden ihn sehr gelungen, weder kitschig noch unromantisch. Im Laufe der Diskussion wurde dann die Erzählweise immer mehr in Frage gestellt. Schließlich verriet Axel den Schluss seines Romans.
Einige große Themen des Abends waren auch Drehbücher, Christian F.s neues Hemd und Maikes Baby.
Als neuer Termin wurde der 14. September gefunden und das neue Stichwort heißt: Eigentum (im Gegensatz zu Miete).

14.09.2007

Wie üblich zu dieser Jahreszeit im Dunkeln und bei leichtem Sturm trafen sich in der Blechtrommel: Axel, Carlder (nach längerer Pause), Christian F., Christoph und Vera. Als besonderen Überraschungsgast und nach einigen Jahren wieder vorbeigeschaut: Iris!
Mit der Lösung der Hausaufgabe "Eigentum" begann Christian. Erst eine Traumsequenz mit einer skurrilen Untersuchung beim Amtsarzt, die hätte plastischer sein können und dann mit einem Song, den er vorrappte. Vera legte ein Gedicht vor, das nach Meinung der anderen auch für einen Poetry-Slam geeignet wäre. Mit dem Neologismus "Kein daysing" löste Christoph die Hausaufgabe schlüssig und lustig. (Bemerkung: Hausaufgaben hatte Christoph schon lange nicht mehr gemacht.) Außerdem hatten er und Axel noch einen Beitrag zum Stichwort "Miete". Axels Geschichte spielte in einer WG, deren Bewohner skizziert wurden. Ein Konflikt zeichnete sich schon ab, daher rieten die anderen, nicht noch einen vierten Bewohner einzuführen, wie Axel es vor hatte. Dann beriet man über alternative Anfänge.
Christophs Miettext war außerordentlich originell und sprachlich gut geschrieben. Das poetische Ende polarisierte die Anwesenden.
Carlder trug ein Gedicht vor, das er extra für diesen Abend geschrieben hatte: "Tritt ein..."
Spontan vertonte und sang Christian F. den Text am Klavier, das immer im Gruppenraum steht. Es war sagenhaft. An einer Stelle sangen Christian und Carl Duett. Des weiteren gelang es Christian auch, Veras Gedicht vokal zu rappen.
Es wurde das Stichwort "Fähre" für die nächste Hausaufgabe gefunden. Kam von Carlder, der bei seiner Herfahrt beinahe in den Rhein gewassert wäre. Nächster Termin: 26.10.07

26.10.2007

Es war ein reiner Herrenabend mit Axel, Carl, Christian F., Christoph und Wolfgang.
Carl fing mit einem total verkitschtem Gedicht an, das aber durchaus Berechtigung hat zu existieren, weil man damit Frauen unter Bäume kriegt. Des weiteren löste er die Hausaufgabe "Fähre" und brachte eine Diskussion ohne Ende über die Auflösung in Gang, die der Autor nicht geben wollte.
Christian F. glänzte mit seiner Psychohose, die durch allen Ulk auch das ernste Thema der Stigmation von psychisch kranken Menschen ansprach. Uneinig war man sich, ob statt Psychose eher Autismus die Diagnose bei dem Protagonisten gewesen wäre. Anschließend wurde Christians Gedicht "Nachtfähre" ziemlich kritisiert. Es wurde von großen Worten gesprochen, die überflüssig seien.
Wolfgang las zwei Gedichte, die zu Fähre passten. Das erste war für die anderen völlig unverständlich. Beim zweiten entdeckte Christoph die Motive, die anderen meckerten weiter.
Axel brachte seinen Wettbewerbstext zur Ausschreibung der Uni unter dem Thema "Miete" mit. An dieser Stelle sei Sem;kolonautorin Maike gratuliert, die dort den 3. Platz geschafft hat. Die Runde fand Axels Text nur mäßig spannend mit vielen hoffnungsvollen Momenten.
Christoph las erstaunlicher Weise erst zu so später Stunde seinen Text "Kälte". Obwohl eigentlich von den anderen gut bewertet wurde, krankte das Werk doch an seinen Zeitsprüngen und überhaupt am Weltschmerzgejammer. Noch ein kurzer Text Christophs über die Provinz, wo man herkommt, animierte Christian F. (leider) wieder zu einer spontanen Vertonung am Klavier.
Der Musiker las noch "Frau am Telefon", ein Stück, das auf Poetry-Slams Erfolg hatte. Bei uns wurde das Ende noch korrigiert. Und Wolfgang schilderte anhand seiner Notizen die Idee für den Uni-Wettbewerb, zu deren Ausführung er nicht mehr kam.
Es wurde spät. Einige kickerten noch, während sich die anderen an der Theke festhielten. Neuer Termin: 16.11.2007 Und neues Stichwort: Telegramm

16.11.2007

Axel, Christian F., Christoph, Norbert und neu Lia trafen sich zu gewohnter Stunde. Nach dem sich alle ausgiebig vorgestellt hatten, las Christian zwei Versuche zu Telegramm. Der erste wurde als Glosse identifiziert und der zweite als Text mit Pointe. An beiden Werken wurde gemäkelt aber auch gelobt.
Christophs Text über einen, der sich vornimmt höflich zu sein, aber dann ein Menschenfeind wird, schien vom Alltag eines manisch-depressiven zu handeln, die Motivationen waren aber unklar, der Umbruch nicht nachvollziehbar. Über ein Telegramm hat Christoph noch einen Satz geschrieben, der intelligent und unterhaltend war. Nach längerer Diskussion meinte Christoph: "Mehr brauchen wir dazu nicht sagen." Axel: "Kommt in die Ablage."
Axel las drei Seiten aus seinem Roman vor. Dort stellt die Protagonistin schnell die Gretchenfrage. Es bahnt sich der Konflikt Religion - Wissenschaft an. Am Schreibstil wurde lange kritisiert, der den Leser ermüdet.
Norbert versuchte sich an abstrakter Poesie, mit der er das Denken brechen und zur Meditation anregen wollte. Bei der Diskussion fielen Begriffe wie: 12 Ton Technik, konkrete Poesie, Krebsumkehrung, Quickie, Assoziation, Palindrom, Atmosphäre, Mandala und Splitting-Screen. Die meisten fanden, dass das, was Norbert sich vorstellte, einfach nicht funktionierte.
Guter Dinge und guter Laune wurde der Abend beendet. Neuer Termin: 14.12.2007. Neues Stichwort für die Hausaufgabe von Lia: Getränkewunsch.

14.12.2007

Bei der Jahresendsitzung von Sem;kolon waren dabei 9 Männer oder 3 neue, 2 Brüder, 3 aus Krefeld, 2 Sem;kolon-Veteranen und die halbe Poetry-Slam-Szene Münsters oder: Arno, Axel, Carlder, Christian F., Christoph, Eduard, Jörg, Mark-Stefan und Wolfang.
Es gab eine bombige Stimmung und viel unterschiedliche Literatur. Besonders erwähnt sei das Erscheinen von Mark-Stefan Tietze, der nach sieben Jahren wieder bei uns reinschaute: Inzwischen schreibt er in Frankfurt für das Satiremagazin Titanic.
Mark-Stefan wusste auch von Corinna Stegemann zu berichten, die in Berlin lebt und schreibt. Da wir bei den Veteranen waren, spielte Carl von seinem i-Phone einen Song von Peter Stallknecht ab.
Christian F. erklärte den Poetry-Slam in der Frauenstraße 24 am nächsten Sonntag und will mit Sem;kolon-Ex-Mitglied Klaus Woestmann die Organisation im nächsten Jahr übernehmen.
Literarisch machte Christoph den Anfang mit der Hausaufgabe Getränkewunsch, einem Meta-Text über das Schreiben oder einem Insider-Text über uns. Es endete mit einer Bildpointe, d. h. ein Foto von Carl wurde als Schluss des Textes eingefügt, es kam gut an, obwohl Mark-Stefan es ein bisschen billig fand, auch, wenn er den Text sonst lobte.
Carls Getränkewunsch spielte in einem surrealen Gasthaus. Christian F. meinte, der Text wirke von Carl gesprochen mehr, als selbst gelesen. Daraufhin sagte Mark-Stefan: Man müsse das Gesprochene textuell einbinden. Das Wort textuell notierte sich Wolfang…
Mark-Stefan glänzte mit einer Satire wie in alten Tagen. Der Text wurde von uns handwerklich gut und sicher gemacht, zynisch und witzig beurteilt. Ein echter Tietze eben!
Christian F. brachte an dem Abend wohl die versauteste Geschichte mit Tittenfick und auf den Bauch kacken. Dabei ging es nur um die Lösung der Hausaufgabe mit dem Titel: Gorilla oder die einzig wahre Geschichte über Falko. Axel: "FALKO?!" Über diesen Text konnte er aber lachen. Auf uns wirkte der Text etwas protokollarisch, aber vom Timing gut. Es war ein echter Poetry-Slammer-Text, was somit die Diskussion über Literatur versus Poetry-Slam auslöste. Auf der einen Seite küsst die Muse und auf der andern wird auf Zielpublikum geschrieben. Zum letzteren meinte Eduard: literarische Huren…
Arno las aus seinen Hauptstadtgeschichten. Höhepunkt der Geschichte, war die Erinnerung einer Frau an einen Mann in der U-Bahn, der voller Kotze war und ständig fragte, wo man sich hier vernünftig umbringen könnte. Ihr Besuch holt die Schnapsflasche raus und sagt: Das war ich in der Zukunft. Von uns wurden der Stil und die Idee gelobt, wir regten zu mehr Wiederholungen an, um es surrealer wirken zu lassen. Zu einer Stelle äußerte Mark-Stefan: Das war jetzt nicht ganz stringent, was die Erzählperspektive angeht. Die Lacher wollte er nicht verstehen…
Eduard und Arno versuchten noch einen kurzen Text von Arno über den Papst vorzulesen, den dann Carl vorlas, weil die beiden jeweils zu sehr kichern mussten. Carl schob ein Drachengedicht von ihm hinterher, an dem Pathos bemängelt wurde. In einer Denkpause, wo alle still waren, warf Christian F. ein: Es reimt sich. Was aber widerlegt wurde. Carl bezeichnet solche Gedichte als Sekundgeburten, denn sie würden in kürzester Zeit entstehen.
Wolfgangs Gedicht Abendlied kam sehr gut bei uns an. Es war romantisch nicht kitschig, mit starken Metaphern. Die erste Hälfte wirkte konstruierter, währen die zweite wärmer daher kam, wie es Carl formulierte. Klar, sagte Christoph, da hat er auch den Kamin angemacht. (Ein Kaminfeuer wurde im zweiten Teil des Gedichts erwähnt.) Mark-Stefan ließ sich die Funktion und Sinn von Zeilenumbrüchen von Wolfgang erklären.
Den literarischen Abschluss machte Jörg mit der Geschichte Die Liebesnüchterne und einem Liebesgedicht, wobei seine Gedichte demnächst veröffentlichen werden sollen.
Jörg startete gut mit fast lyrischen Detailbeschreibungen einer alkoholkranken Frau, verlor sich dann in konstruierten Milieu-Kenntnissen und schleppte den Hörer hinter sich her. Inmitten der Stille unseres Zuhörens warf Carl ein: Darf ich masturbieren?
Es gab viele konstruktive Tipps zur Rettung des Textes, die Jörg auch dankbar annahm, denn er kenne wenig Leute, die auch etwas Literarisches zu seinen Texten sagen können.
Der Abend ging noch etwas heiter weiter. Als neues Stichwort wurde Denkendes Plasma und als neuer Termin der 18. Januar 2008 festgelegt.

 

Sem;kolon intern! "Protokolle" der Sem;kolontreffen von verschiedenen Autoren.

2003:

Am 28. März mit Iris, Dieter, Heiner, Wolfgang, Peter, Christian, Carlder und Christoph; gab es Texte und Gedichte, Peter spielte zwei eigene Songs auf der Gitarre - Lagerfeueratmosphäre...

Am 26. April: Mit Iris, Wolfgang, Carlder, Peter, Dieter, Christian und Christoph waren wieder Meilensteine frischer Literatur zu erleben: Kurzprosa, Gedicht, Romanauszug, Songtext. Eine Runde zum wohlfühlen.

Am 30. Mai waren dabei: Iris, Melanie, Ruth, Heiner, Wolfgang, Peter, Carlder, Dieter, Christian, Christoph. Außerdem: Reporter des Bürgerfunks und des Bürgerfernsehens ! Vorgetragen wurden Perlen sem;kolonischer Dichtkunst, wobei ein Text nichts, aber auch gar nichts aussagen wollte und deshalb wohl den größten Beifall erhielt...

Am 04. Juli fand die erste Lesung der Autorengruppe zur Eröffnung der Peperoni-Gemüsebühne statt.

Am 18. Juli mit Peter, Nicole, Dieter, Christian, Christoph, Carlder, Iris, Wolfgang und Gast Melanie gab es Wortspiele mit Computerbegriffen, Opus über einen Opernbesuch, Killer die zehnte, Momente der Andacht, den Romanauszug "Raya", einen Beitrag zum Uniwettbewerb "Schönheit" und Live an der Gitarre vorgetragene Songtexte. Ein lauschiger Abend mit viel Literatur vom Feinsten.

Am 29. August wurde von Nicole, Ruth, Diana, Christian, Wolfgang, Carlder, Christoph und Michael sinnliches, nachdenkliches, provokantes, cooles, gedichtetes, realsatirisches, pointiertes, makelloses und diskussionswürdiges für Kopf und Herz vorgetragen. Ein hochgradig munterer Abend mit viel Literatur. Zitate des Abends: "Hast du dir wirklich was dabei gedacht?" und "Ich hab jetzt gerade nicht zugehört."

Am 17. Oktober mit Nicole, Diana, Wolfgang, Christian, Carlder, Christoph, Peter, Sonja, Robert, Klaus und als Special Guest: Udo. Präsentiert wurde u.a. konkrete Poesie und ein Protestsong (von jenseits der Mauer, als sie noch stand...). Zitat des Abends: "Das ist ja mal wieder ein typischer Carlder..."

Am 28. November waren dabei: Maya, Nicole, Sonja, Wolfgang, Dieter, Christan, Klaus, Carlder und Christoph mit kitschfreien Gedichten zum Advent, in Tiere-oder-Dinge-hinein-versetz-Geschichten, und dem "Blues", der sich verpissen sollte.
Der gute Vorsatz für das kommende Jahr wurde gefasst: Das Projekt: "Sem; kolon goes CD"... in Angriff zu nehmen. Short-short-Story des Abends: Christian zu Christoph: "Ich weiß genau, was du jetzt denkst." Christoph: "Na dann bestell doch!"

2004:

Am 16.01. waren dabei: Nicole, Maya, Christian, Christoph, Wolfgang, Carlder, Dieter, und Klaus, der einen ausgab (Danke, Klaus!). Es wurde von Gedichten über Kurzgeschichten, Gesellschaftssatire bis hin zu psychologischen Monologen alles geboten. Die Frage "Frau und Kleiderschrank" konnte allerdings nicht ausreichend geklärt werden. Stell Dir vor: Ein Raum ist vollgequalmt und niemand macht das Fenster auf! Das ist Sem;kolon, wie wir es lieben: Immer frisch *gähn*, on the top (Zitat aus einem Gedicht "Hängetitten") und aktiv:
"Kann ich jetzt eine Bratkartoffel essen?" "Du darfst sogar zwei essen!"
(Das war der Spruch des Abends...)
Der 13.02. war ein großartiger Abend mit folgenden Teilnehmern: Maya, Carlder, Christian, Christoph, Dieter, Klaus, Wolfgang, Peter und als Gast: Lucia. Neben vielfältigen Texten, von Gedichten über Kurzprosa mit den Themen "Dichten über das Dichten" oder "Aussteiger" und "Pilz - die Tannen zapfen", kam auch der Gedanke zu neuen Lesungen von Sem;kolon auf den Tisch - laßt Euch überraschen! Die anwesenden Männer zickten anfangs ziemlich rum! Doch dann haben wir uns alle auf das besonnen, was wir wirklich können: Literatur machen und sie kritisieren! Bravo Sem;kolon!
Spruch des Abends: Carlder: "Ich glaub' ich bin im falschen Film!" - Klaus: "Nur, dass es deiner ist!"

Beim letzten vorösterlichen Treff am 19.03. waren folgende Hähne und Hennen anwesend: Maya, Wolfgang, Dieter, Peter und Christoph. Von fast allen wurde die "Hühneraufgabe" gelöst; es gab das legefaule Huhn Ludmilla, einen Text 'Wie schreibe ich einen Hühnertext' und den Gockel Ferdinand, dem die emanzipierten Hühner übel mitspielten. Gedichte aus einer Schreibwerkstatt kamen ebenso gut an wie ein Text über eine Kindesentführung, der als authentisch und angemessen empfunden wurde. Lediglich ein Weihnachtssong/-Text versagte vor den Kritikern. (Möglicherweise in Ermangelung jedes auch nur entfernt vermuteten Huhnes...)

Anwesend am 16.04. (einmal von rechts nach links um den Tisch): Dieter, Nicole, Peter, Wolfgang, Klaus, Maya, Carlder, Christoph, Christian. Hauptthema diesesmal natürlich: Die Sem;kolonlesung am 8. Mai im Peperoni. Dazu gab es das ultimative Fotoshooting, die Festlegung der Reihenfolge und konkretes Timemanagement der Autoren. Die Hühneraufgaben von Klaus, Carlder und Christian wurden besprochen und Gedichte von Wolfgang, Christians Wildhüter Teil III und Mayas Auftragskiller ebenso gewürdigt. Das Stichwort der neuen Aufgabe lautet: "Brille".

Am 08.05. fand die erste Lesung des Jahres im Peperoni-Gemüseladen in Münster statt.

Unwettern und anderen Feierlichkeiten trotzend, waren am 11.06. in der Blechtrommel versammelt: Wolfgang, Christoph, Carlder, Maya, Klaus, Nicole und zum ersten Mal: Joachim.
Dieser stellte zuerst sich und einige seiner Werke vor. Dann wurden die Lösungen der Brillenaufgabe vorgetragen; auch von Joachim, der ein passendes Gedicht in seinem Fundus aufgestöbert hatte. Wosch's Brille strandete in Gedichtform, Christophs Brille lag in der Psychiatrie, in Mayas Text trug sie ein Blinder. Klaus nutzte die Sehhilfe lediglich als Einstieg zu einem neuem Weltentwurf mit einem kubusförmigen Globus, Nicole versuchte sich mit einem gereimten Gedicht über die rosarote Brille. Carlder's Idee zur Lösung der Aufgabe wuchs/wächst sich zu einem Derrick-ähnlichen Taktrat aus, das in Fortsetzungen vorgestellt werden soll. (Carlder bat bereits bei den ersten Seiten mehrfach um Unterbrechung, welche aber einhellig von den übrigen Sem;kolonern nicht gewährt werden konnte... !) Nach Würdigung der Aufgaben trug Maya noch eine vergeschichtlichte Nachrichtenmeldung und den Tod einer Taxifahrerin vor. Als neues Thema zum nächsten Treff wurde "Vanilleeis" festgelegt. Der Abend war gesellig, lauschig und heiter.

Am schönen Sommerabend des 23.07. setzte sich die Runde zusammen aus Maya, Christoph, Christian, und zum ersten Mal: Claudia. Die "Sem;kolon-Live-CD" mit dem Mitschnitt der ersten Lesung 2004 wurde verteilt und über eine weitere Lesung gesprochen, die beim nächsten Treffen vorbereitet werden soll. Christian trug seine "Hausaufgaben" über Brille und Vanilleeis vor und glänzte mit der Fortsetzung des "Wildhüter" Teil IV. Christophs Hausaufgabe über Vanilleeis erwies sich als ego-sexuell, Maya sülzte mit ihrem Vanilleeis rum, meuchelte einen ungewollten Liebenden und fand schließlich Gefallen mit einer "Lausbubengeschichte". Claudia lies sich bei "Nomaden" das Wasser reichen, für den Aufbau des "Hinkende"n Textes gab es Kritik. Wir freuen uns, sie beim nächsten Mal wieder in unserer Runde zu haben, (die dann hoffentlich wieder etwas größer ausfallen wird... !!) Das neue Stichwort lautet: "Achselhaare" ...

Am 27.08. ging es ab, aber wie ! Dabei: Maya, Nicole, Claudia, Carlder, Wolfgang, Klaus, Christian, Christoph und Joachim. Die Reihenfolge der Autoren für die Hairline 2007-Lesung wurde festgelegt. Christoph erntete "härteste" Kritik für sein vorgelegtes Werbeplakat. Noch ausstehende Hausaufgaben zu Vanilleeis und Achselhaar wurden vorgetragen. Carlder bestach durch einen phantasieanregenden Text zum Genuss von Vanilleeis. Kritisiert wurde allein ein Abschnitt, der so technisiert klang, dass er als Nachbauanleitung genutzt werden könnte. Hervorgehoben seien auch Claudias "Achseltierchen", aus einer heiteren SF-Sequenz und Christians "Wildhüter" Teil V, der für ungebrochen königlichen Spaß sorgte. Erwähnt sei noch Klaus, der es schaffte, beide Hausaufgaben in einem einzigen Vierzeiler unterzubringen; aber dafür keine positive Kritik zu hören bekam. Ebenso stießen Joachims Werke nicht auf Gegenliebe.
Den Spruch des Abends lieferten diesmal Wolfgang und Christian, die Störer von der Hinterbank: "Wir werden hier gleich noch auseinander gesetzt." Hausaufgabe diesmal: Lesungsvorbereitung und Plakate verteilen.

Am 24.09. waren beisammen: Claudia, Wosch Dieter, Christian, Christoph, Carlder, Maya und Klaus. Details der bevorstehenden Lesung wurden besprochen und die PR-Arbeit von Christoph und Maya gewürdigt. Es wurden Reiseerlebnisse geschildert und der Job eines Briefzustellers unter die Lupe genommen. Christians Wildhüter-Fortsetzung spaltete diesesmal den Tisch, Klaus präsentierte einen langen maritimen Blick in den Osten und Maya's Text wurde konstruktiv verrissen. Einzig Wosch's Werke ernteten einhelligen Beifall.
Weitere Premiere am Rande: Wosch und Carlder waren einer Meinung!
Hausaufgabe: Keine. Spruch des Abends: Christoph zu Christian: "Weißt Du, was ich letztens gelesen hab ? N' Hörbuch !"

Am 02.10. las die Autorengruppe im "Friseursalon "Hairline 2007" in Münster

Am 12.11. gab es gleich zwei neue weibliche Gesichter: Gabriele und Bärbel. Weiter waren dabei, in der Reihenfolge des Auftretens: Christoph, Maya, Ruth, Carlder, Wosch, Klaus und Nicole.
Christoph informierte zunächst über den Radiobericht zur letzten Lesung und verlegte textlich und atmosphärisch dann Liverpool in den Ruhrpott. Er lässt uns mit Spannung auf den nächsten Teil seiner Story warten. Dank Wosch's Gedicht konnten die Anwesenden dem Münsterwetter entfliehen und einen Minuten-Urlaub am warmen Meeresstrand verbringen. Gabriele lies kleine Italienträume im alltäglichen Büro-grau-in-grau aufblitzen. Klaus erntete für seine Darstellung des Alterns im Krankenhaus vollstes Lob, ebenso wie Nicole, die der Frau im Spiegel einen Liebesbrief schreiben wollte. Auch Maya bekam mit einem "Selbstfindungstext" Lob - allerdings nur für den letzten Absatz; konnte aber mit ein paar "vorweihnachtlichen" Zeilen die Kritiker wieder besänftigen. Ruth bot mit ihrem Text gedanklich/gefühlten - männlich/weiblichen Diskussionsstoff. Bärbel stellte in einem Fantasytext den Charakter einer "Lehrlingshexe" und deren erste Prüfung(en) vor. Schlußendlich lies Carlder uns an seinen "Kleinen Weisheiten" und "Solchen Tagen" teilhaben und sorgte dann mit einer "Freikopf"-Kurzfassung für den Spruch des Abends: "Abgestürzt und Flügelbruch - von Dir hab ich jetzt echt genug..." Hausaufgaben-Thema: Hafen.

Beim letzten Treffen des Jahres am 10.12. waren in der gemütlichen Blechtrommel anwesend: Maya, Nicole und Bärbel (für die Frauenfraktion), Carlder, Christoph, Christian, Klaus und Wosch. (Männer, die keiner Vorstellung bedürfen...) Der Abend verlief lang, lustig, laut und wild! Selten wurden so viele Texte vorgetragen und besprochen. Zuerst wurde die Hausaufgabe "Hafen" vorgestellt. Bärbels "Es", kroch aus dem Wasser, um die "Menschin" wiederzusehen, Maya fand Zuflucht im Hafen vor mächtigem Sturm, Klaus beobachtete die Ankunft des holländischen Weihnachtsmannes in Rotterdam, Nicole sinnierte über Form und Wirkung von Häfen, Carlder ließ den Hafenmeister seines Amtes walten, Christophs Werk über Hafen und "Hafen der Ehe" wurde als zu lang kritisiert, in Christians Hafen wurde Herr Schulz eine Last los und Wosch lieferte in seinem Gedicht Impressionen zum Hafen in Münster. Desweiteren veranlasste ein Gedicht die Gruppe zu einer spontanen Schreibaktion. Christian knallte uns den "Kategorischen Instinktiv" vor die Füße, außerdem wurde der Wildhüter köstlich fortgesetzt und ein Weihnachtsmarkt wortwörtlich gesprengt! Christoph erreicht langsam Kultstatus mit seiner Städtegeschichte, von der er weitere zwei Kapitel vorstellte. Maya trug noch Kurztexte/-gedichte(?) vor, einer inhaltlich ein Hilfeschrei, der andere in ihrer beliebten Tradition - beide lobend gewürdigt. Carlder wollte einen Liebesbrief schreiben und schien "Zu wissen, dass..." Außerdem lieferte er den Spruch des Abends: "Mein Problem ist keins... und ich habe es nicht gemerkt - das ist mein Problem." Nächstes Thema: Nebel.

2005:

Der 21.01. war für die Männer (Wosch, Chrizzy, Carlder und Klaus) ein Albtraum. Außer ihnen nämlich dabei: Bärbel, Nicole, Maya und neu: Gipsy und Schlappy. Hausaufgabengerecht wurde die Blechtrommel selbstverständlich so vernebelt, dass die Kellnerin - nach Luft ringend - schließlich das Fenster öffnete. Vorher tastete Bärbel sich aber bei der "Fahrt" durch den Nebel hindurch, schuf Carlder damit Wände, und legte WoSch Sonett, Haiku und eine "Gestalt" zum Thema vor. Mayas "Nebel-Leben" bot viel Suppe und Realität, Christoph hielt sich nah an eine Blechtrommel-Hinterzimmer-Zustandsbeschreibung. Sogar Schlappy hatte einen Anflug von Nebel in ihrer Duschgeschichte (an der sich nicht alle erwärmen konnten ;-) eine Nebelblindheit wurde von Gipsy hervorragend rübergebracht - nur von Nicole und Klaus steht die Hausaufgabe noch aus. Bei dann geöffnetem Fenster lies WoSch eiskalt den Winter vordringen, trug Gipsy einen sehr gelungenen Sem;kolon-Einstiegstext vor, brachte Carlder ein Gemüsegedicht auf den Tisch und brach Nicoles "Traumfischerin" auf. Weiter ging es mit zwei Teilen von Chrizzys Städtegeschichte, die allenthalben lobend (und ob der unerwarteten Perspektiven, auch überrascht) gewürdigt wurde. Weit nach Mitternacht gab Maya noch einen Tip, wie man Nachbarinnen von der eigenen Türklingel fernhält. Der Abend war prall gefüllt mit Kurzweil (der Blick auf die Uhr überraschte alle Anwesenden), und die Blechtrommel wird wohl weitere zwei Tage mit der Entsorgung der "Hausaufgabe" beschäftigt sein... NeueHausaufgabe: Ein Spiel aus Selbst- und Fremdwahrnehmung. Spruch des Abends: "Alles ja schön, aber... der Inhalt erschließt sich mir gar nicht."

TeilnehmerInnen am 11.03.:Maya, Nicole, Bärbel, Klaus, Carlder, Christian, Wolfgang und Christoph (mit der "Popperfrisur"). Gipsy und Schlappy wurden offensichtlich vermisst. Texte über Texte füllten den Abend, bis die AutorInnen müde nach Hause "krochen". Mit seinem Text von der Schilderung einer Prüfungssituation löste Carlder excellent die Hausaufgabe. Christians Lösung war ein Gedicht, das im Zoo spielte. Er und Nicole reichten auch ihre "Nebel-Hausaufgaben" nach. Letztere überzeugte durch ihren "Kürzesttext" "Expo 2000". Klaus ließ in "Schattenwurf" einen (münsterischen) Radfahrer verenden. An die aktuelle Hausaufgabe machte sich Maya mit einer stimmungsvollen Zugfahrt und, in einem zweiten Text, beim sensuellen Sonnenbaden mit viel Einbildungskraft. Bärbel vermurkste eindeutig die Aufgabenstellung. In einem zweiten Text glänzte sie aber bei der Schilderung einer Warteszene in einem Flugzeug. Die Gruppe machte hier noch einige Verbesserungsvorschläge. "Popper" Christoph verfehlte die Aufgabe, lieferte dennoch einen guten Text, der nur etwas Startschwierigkeiten hatte, Mißverständliches beinhaltete und deshalb vom Autor noch mal remixed & remastered wird. Christian erheiterte mit Wildhüter Teil 8. Das Werk des "Meisters" umfasst schon knapp 100 Seiten! Wir frohlockten! Neue Hausaufgabe: "Frühling" (Möge er endlich kommen!!!)
Spruch des Abends: Christian: "Möchte einer ein Pullmoll?" Christoph: " Du mit Deinem Pullmoll! Die kannst du dir in den A**** [zensiert] schieben!" Christian: "Was glaubst du, wo die her kommen?"

Anwesend am 22.04.: Maya, Christoph, Carlder, Christian, Klaus und (Überraschung!) Gipsy und Schlappy. Sieben Autor'n, Männern und Frau'n, Nicht- oder Raucher, Fleisch- oder Käseesser (wer weiß das schon?) katholisch, evangelisch oder ausgetreten/weggetreten, legten Hausaufgabenthema und nächstenTrefftermin fest, besprachen und kritisierten Texte.
Klaus muss seine Hausaufgabe "Frühling" nachreichen, las aber immerhin einen SommerSonneStrandundMeer-Text vor. Christoph glänzte mit einem Anti-Frühlingstext, Maya entfernte blumig einen beim Frühjahrsputz störenden Herrn, Carlder lies einen Romantiker für das erste Lächeln des Frühlings danken, Christian plädierte für den weiblichen Artikel vor "Frühling", Gipsy erarbeitete eine gelungene Frühlingsimpression, Schlappy brachte nach verregnetem Frühlingsanfang die herbstliche Wendung (kritisiert wurde die Ausführung, nicht die Idee!). In Christians Wildhüter (Teil 9) wurde dann offenbar, dass Mann (Steffen) einen "sportlichen Fahrstil" besitzt und Frau (Katja) unter "Verbal-Diarrhö" leidet. Und schlußendlich legte Christian noch zwei seiner Cartoons vor. Dann wurde die Lesung im "Olymp" besprochen und das Ende des Treffs mit der neuen Hausaufgabe eingeläutet: Thema "Papst" (Och neee... ) (DOCH!)
Spruch des Abends von Klaus: "Äh... ich bleib' jetzt nur hier sitzen."
Christoph saß dann am 20.05. unfreiwillig eine beängstigende halbe Stunde ALLEIN unter Frauen: Maya, Nicole, Bärbel, Schlappy und Gipsy, dann kamen erst die Männer Carlder und Christian.
Für die Lesung im Olymp wurde die Reihenfolge der Lesenden, Bühnenaufbau, Moderation und Aftershow besprochen sowie Werbemittel begutachtet. Die neunte Hausaufgabe "Papst" wurde sehr unterschiedlich gelöst: Zwei Gedichte (von Christian und Carlder) thematisierten die Moneten, die ein Mann ohne Taschen an der Kleidung so anhäufen kann. Ein Gedicht von Nicole monierte die Hausaufgabe selbst. In Mayas Text wurde er zum Kosename für’s männliche Genital. Ungelöst blieb die Aufgabe von Bärbel, die eher ihre Vergangenheit in Bolivien aufarbeitete. Schlappy entdeckte die Piper mit Automatischem Propeller Solar Turboantrieb -Genial! Gipsys Gedichtversuch über den Inhaber des Hlg. Stuhls blieb in Reim- und Formfehlern stecken. Christoph verfasste eine Erzählung, in der Papst und Antichrist paktieren. Weitere Texte: die nachgereichte Frühlings-Aufgabe von Nicole über eine Frau, die bewusst den Herbst „golden“ erleben will; Maya vermittelte in vier kleinen Sätzen absolute Heimatlosigkeit, Gipsy lieferte einen satirischen Bericht über eine „WALDI“ Einkaufsjagd, die aber noch überarbeitet werden sollte. Christian - mit älterem Papstgedicht, 30-Dichter-Gedicht, Gedicht über ein Ekel und "Was „Frauen wollen, aber Männer wünschen" und dem Anfang des letzten Kapitels „Wildhüter“: lieferte so auch den Spruch des Abends: "... ich glaube, ich litt unter Verbal-Diarrhöe..."
Neue Hausaufgabe: „Bier“

Am 11.06. fand statt der Lesung "Ausnahmen-Zustaende" (das "Olymp" konnte wegen eigener finanzieller Schwierigkeiten kurzfristig die vorgesehenden Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung stellen) ein außerordentliches Treffen - nicht in der Blechtrommel - statt. Dabei: Gründervater Dieter und Frau Dani, Klaus, Christian, Christoph, Carlder, Maya, Gipsy und Schlappy und Nicole. Es gab einen Rückblick auf die vergangenen Sem;kolon-Jahre, aktuelles wurde besprochen und an Gründungsziele und -wertvorstellungen der Gruppe wurde erinnert. Klarzustellen war aus aktuellem Anlass, dass bei Sem;kolon ein "Literaturanspruch" nicht definiert worden ist und auch zukünftig jeder selbst Schreibende - wie "qualitativ hoch- oder minderwertig" seine Werke auch dem einzelnen Autor erscheinen mögen, jederzeit freien Zutritt zur Gruppe hat. Der Abend endete spät und es wurden Konsequenzen gezogen.

Am 15.07. um Punkt acht in der Blechtrommel erschienen: Maya. Ein halbes Stündchen verspätet kamen Gipsy und Schlappy. Maya legte ihre Lösung der Hausaufgabe "Bier" vor, die von den Anwesenden als -detailgetreu beobachtet- gelobt wurde. Für ihren längeren Text über einen einmaligen Montagmorgen erhielt sie einige wertvolle und umsetzbare Korrekturvorschläge. Gipsy`s Gedicht "Zeit" wurde als akustisch wie auch visuell gelungen und treffend umgesetzt, bewertet. Der Abend in kleiner Runde war lust- und lauschig. Neue Hausaufgabe: "Leere". Spruch des Abends: "Sem;kolon überlebt. Alles !"
Am 19.08. in der Blechtrommel war die holde Weiblichkeit mal wieder in der Überzahl (was bekanntlich nicht am Erscheinen der Frauen, sondern am Wegbleiben der Männer liegt!) Anwesend in der Blechtrommel: Maya, Carlder... und neu: Angelika !
Nur Maya hatte die Hausaufgabe dabei, die konstruktiv verrissen wurde - dennoch aber verbesserungswürdig erschien. Angelika präsentierte "3-2-1-meins" mit der prickelnden Lösung einer Gewissensfrage. Für das Ende ihres Textes wurden dann noch einige interessante Variationsmöglichkeiten diskutiert. Carlder las Iris' "Mila II" - leider aber (aufgrund der schon fortgeschrittenen Zeit) nur drei Seiten - was von den Anwesenden mehr als bedauert wurde: Fortsetzung ist unbedingt erwünscht !!! Der Abend war mehr als spannend und abwechslungsreich. Spruch des Abends "Sem;kolon soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen..."
Neue Hausaufgabe: "Kopfschmerzen".

Im Hinterzimmer der Blechtrommel fanden sich am 16.09. ein: Jutta (zum ersten Mal), Axel (zum ersten Mal) und Christoph (mal wieder). Nach dem Kennenlernen trug zunächst Jutta engagiert den ersten Text vor. Es ging um einen Wicht, der Herrn Fridolin besucht. Weiter ging es mit dem "Schmuddelhaus" von Axel. Darauf trug Christoph seinen Text "Festival" zum Sem;kolonstichwort "Leere" vor. Es wurde über das Schreiben diskutiert. Axel ist jemand, der auch noch nach zwei Jahren an einem Text arbeitet, Jutta schreibt viel und nimmt gerne an Internetschreibforen teil. Christoph schreibt's einfach runter.
In der zweiten Runde trug Jutta ihre "Drabbels" (Kurztexte mit der Beschränkung auf 100 Wort-inklusive Überschrift) vor, Axel bot "Mit dem Taxi in Lima", Christoph las zur Hausaufgabe "Bier" sein "Das erste Komplettbesäufnis". Jutta fehlte an dieser Geschichte etwas - Christoph jedoch ging es bei der Umsetzung um Abbildung von Realität.
Die Diskussionen, Kritiken und Anregungen hielten ein freundliches, entspanntes und brauchbares Niveau. Den Rausschmeißer machte Jutta mit "Die Geschichte eines Missionars", die einen schönen Abschluß des Abends ermöglichte. Neue Hausaufgabe: "Fernbedienung"

Der Abend des 14.10.: Anwesend - Maya, Angelika, Jutta, Axel, Christian, Carl und Christoph. Die drei neueren bringen Sem;kolon zum Eigentlichen zurück:Texte, Texte, Texte (kein Anspruch auf Vollständigkeit, es waren verdammt viele): Axel konstruierte mit "Strategie" zum Thema Fernbedienung einen verwickelten Plot. Außerdem trug er einen Text über schöne Füße im Treppenhaus vor. Angelikas "Mother's Finest" war handwerklich gut gemacht und handelte von einem Telefonat zwischen Mutter und Tochter. Carlder brachte eine Leseprobe, bei der es uns kalt den Rücken runter lief. Jutta löste die Aufgabe mit einer Sequenz über eine Unsichtbare, zudem verfasste sie ein englisches Gedicht, aus Spam-Mail-Betreff-Zeilen. Christoph reichte seinen Kopfschmerztext nach, der verschiedentlich diskutiert wurde - die Meinungen gingen in Richtung Hardcoresingle-Bekenntnis. Maya und Christian lösten die Fernbedienungsaufgabe thematisch gleich: Als ferne Kellnerin. Er in Gedichtform - Maya als Shortstory. Ihr zweiter Text "Maßnahme" war Lösung der Kopfschmerz-Hausaufgabe. Auch die Hausaufgaben Leere und Bier wurden von Christian gelöst. Doch wie immer verdiente "Der Wildhüter" die meiste Aufmerksamkeit und wurde als Bonbon zum Schluß präsentiert. Kapitel 10 bis 12 schließen die "Heldentaten" von Katja und Steffen ab. Christian bekundete, nun etwas Ernstes schreiben zu wollen - was ihm so richtig keiner abkaufte. Jutta stahl mit ihrer niederrheinischen Frohnatur Carlder diesmal die Schau. Es war eine homogene Runde, in der alle auf ihre Kosten kamen. Was wieder blieb, war ein vollgequalmter Raum, den der Katastrophenschutz versiegelte...
Spruch des Abends: "An dem Tag hatte ich Schwierigkeiten mit dem Komma." Neue Hausaufgabe: Ahhh (als Ausruf mit variabler Anzahl von a's und h's)

Als Quadrilogy am 11.11. erschienen: Angelika, Axel, Christoph und Carlder. Christian wurde vermisst und Jutta fehlte als niederrheinisches Pendant und Sprechbremse für Carlder... Die sem;kolonische Quadrilogy heizte mit Texten ein und qualmte den Raum voll, dass es eine wahre Freude war. Angelikas Lösung der Hausaufgabe "Ahhh" war das Ende eines "Notfalls"; Carlders "Ahhh" - ein "Aarrghh" - lies alle Deutungen offen und riet dem Leser: Denk selber! Christophs "Ahhh" tauchte innerhalb einer verschmitzten Jugenderinnerung in der Musik von PinkFloyd auf. Das "Ahh" von Axel, ein "Argh", schilderte die Erfahrungen eines DJs, die, wie Axel bemerkte, zum Teil sehr autobiographisch sind. Die Quadrilogy brachte durchweg sprachliches auf hohem Niveau, kritische Verbesserungsvorschläge wurden ausgetauscht. Nur Christoph wollte zwei Passagen in einem seiner Texte nicht umstellen, so sehr sich auch die anderen den Mund fusselig redeten. Nach der Pflicht die Kür von Axel und Christoph: Axel präsentierte eine wunderbare Satire über Politik und Hilfe für Krisengebiete mit dem Protagonisten "Herbert Schüsselbein". Die von den anderen nicht erkannte Provokation in "Innere Werte" und "Lebensbilder", die entstünden, wenn die Welt nur noch drei Jahre existierte. Auch Christoph brachte mit "Tag Null" Endzeitliches mit sehr dichter Atmosphäre, das nachdenklich stimmte und gelobt wurde. Er erzählte mit "Einen Weihnachtsbaum für Oma Elsbeth" noch eine ältere Geschiche, die er demnächst vor Publikum vortragen wird und die hier als gelungen eingestuft wurde. Um Mitternacht löste sich die Quadrilogy auf. Zurück blieb ein vollgequarzter Raum mit einer Halbwertzeit von mindestens drei Jahren. Neue Hausaufgabe (von Axel): "Lichtblick".

Letztmalig in 2005 am 09.12. anwesend: Angelika, Axel, Christian und Christoph, der den Abend voll abwechslungsreicher, unterschiedlicher und interessanter Texte mit dem "Lichtblick" eines Büromenschen eröffnete: Nach ärgerreichen Arbeitstagen erwarten diesen die Krautwickler daheim. Der Schöpfer des Stichworts - nämlich Axel - hatte bemerkenswerterweise keine Lösung zustande gebracht. Dafür brillierte Angelika mit einem pummeligen Mädchen, das der Bulemie verfällt, einen Selbstmordversuch knapp überlebt und das Licht am Ende des Tunnels sieht. Die Gruppe kritisierte eine Stelle als nicht glaubwürdig. Christian hatte Weihnachtsgedichte - auch das schon bekannte, herzerwärmende Weihnachtsmarktgedicht - dabei, beteuerte aber, er habe kein Problem mit Weihnachten. Sein "Lichtblick" bot sich dennoch in der Überlegung eines Mannes, sich beim Holzhacken von Gliedmaßen zu trennen, um zur ersehnten Weihnachtsruhe zu kommen, die die Verwandtschaft sonst vereiteln würde. Der "Wildhüter" zeigte sich um das Kapitel "Muttiert" erweitert, in dem Steffen seine Mutter besuchen muß. Ein Text voll witziger Einfälle und Beobachtungen, die reinste Wahrheit sind, und nichts als die Wahrheit... Angelika brachte einen Text über Lichtblicke aus einer ihrer AnthologieVeröffentlichungen. Zwar ein gut geschriebener Text über eine Alltagsbegegnung an einem grauen Novembertag und mit "Elvis" in einer roten Ente, jedoch für Christoph viel zu brav, so dass eine Diskussion - über angepasstes und extremes Leben auf der einen, und kleine, nette Dinge, die auch ihre Berechtigung hätten, auf der anderen Seite - entbrannte. Schließlich beendete Axel mit dem ersten Kapitel seines gut gemachten und zum weiterlesen einladenden Romans die Runde. Bemängelt wurde nur, dass bestimmte Grübeleien des Protagonisten an so früher Stelle nicht passten. Kapitel 2 gibts beim nächsten Treffen.
Das Hinterzimmer der geschätzten Blechtrommel bot gerade mal zwei Tische, an denen die Autoren sitzen konnten. Vielleicht sind die anderen zur Nikotinentgiftung... Neue Hausaufgabe: "OlgaWolga" oder "WolgaOlga" ...

2006 (15 Jahre Sem;kolon):

Am 20.01. versammelten sich Angelika, Carlder, Christoph, Christian, Jutta, Axel und erstmalig Peter (von Angelika mitgebracht). Zunächst wurden die Hausaufgabentexte zu OlgaWolga vorgestellt. In Anbetracht dessen, dass das Thema ja von einigen mit wenig Begeisterung aufgenommen worden war, kam eine überraschend große und vor allem vielseitige Sammlung an Texten zu Stande. Alles begann mit Christoph (der das Thema eingebrockt hatte, um genau diesen Text schreiben zu können) und einer gestrengen polnischen Busfahrerin mit blonder Günstigfrisur und Familie. Ein humorvoller Text, der positiv aufgenommen wurde. Carlder brachte eine Frontliebe mit "Der Deutsche Der Winter Die Wolga und Olga" mit überzeugendem Spannungsaufbau und dichter Atmosphäre. An Jutta's Aufgabenlösung über die Begegnung einer Lesbe(?) mit einer in Deutschland gestrandeten Russin wurde der zu plötzliche Sinneswandel der Protagonistin bemängelt. Axel's Text als Beschwerdebrief an einen Ehevermittler sorgte für wohlwollendes Schmunzeln, und Angelika überraschte mit einer Reihe von Limericks "Olgas Vollgas", Auch Christian überraschte - allerdings mit einem ernsten Text, in dem der Klassenkamerad einer Selbstmörderin sich Vorwürfe macht...
Dann wurde das zweite Kapitel von Axels Romans "Dämmerung" vorgestellt, Carlder las sein Gedicht "Turmlauf", das allgemein überzeugte, Jutta stellte die Vampirgeschichte "Tschardasz und schwarzer Samt" vor und, bevor sie den Abschluß des Abends mit dem "Bundesbahnblues" einläutete, referierte Christian noch über den nicht ausgebrochenen Frühling und die Schwierigkeit, gelungene Enden für Geschichten zu schreiben. Nächste Hausaufgabe: "Unsichtbar"

Die Hütte war am 20.02. warm und trocken. Daran erfreuten sich Angelika, Jutta, Peter, Axel, Christoph und Carlder.
Vermisst wurden Maya und Christian. Nach kurzen Erörterungen über Be-,Über- und Unempfindlichkeiten von Autoren im Allgemeinen und Axel im Besonderen, gab Carlder den Denkanstoß Sem;kolon-Autoren (endlich!) auf Platte zu bannen. Interessiertes Gemurmel allerseits. Christoph setzte dazu den Schlusspunkt mit der Zusage, sich um einen Studiotermin beim Radiosender zu bemühen. Kurz angerissen wurde noch das Thema erste Lesung 2006, wann-wo? Einhellige Meinung dazu: Zuerst Sender- und Studioaufnahme abgehakt wissen. Stellvertretend für den leider wirklich unsichtbaren Christian, gab Carlder dessen Text "Rau Reif" zum Besten. Pietätvolle Anteilnahme von allen. Christoph stellte sich in seiner Lösung der Hausaufgabe erfolgreich der Problematik leichter Korrekturarbeiten, auszuführen von Reisenden im Zeitkontinuum. Danach folgte Jutta mit einem Beitrag über "unter die Haut gehende" Momentaufnahmen. Beide Arbeiten wurden als bemerkenswert eingestuft. Peter kam mit einem Engel, der immer zu schnell für andere war und nicht sehr anspruchsvoll, wenn es um den Genuß von Kaffee ging. Die Idee wurde für gut befunden, an der Umsetzung gab es kleine Mängel. Carlder ließ ein junges und ein altes Pärchen sichtbar und ein kleines Mädchen unsichtbar werden. Axel und Angelika entzogen sich der Hausaufgabe mit knappen Worten (wobei die von Angelika sympathisch amüsant waren...)
Zum guten Ende kamen Axels Bemühungen, eine dörfliche Gemeinschaft, via den modernen Segnungen der Eisenbahn, mit der Kreisstadt zu verbinden. Es gab da nur ein, klitzekleines, Problem mit dem Fahrkartenautomaten...Alles in allem: Daumen rauf!
Sprüche des Abends: Axel: "Zeig mal!" Carlder: "Geh mal dahin, ich brauch ein Zielobjekt." Angelika zu Carlder: "Der Salat steht zwischen uns." Hausaufgabe für das nächste Mal: Plätschern.

Am 17. 03. leitete ein sprudelnder Wasserfall (der einzelne Autoren etwas ins Schwimmen zu bringen schien) den Abend mit dem Thema "Plätschern" ein. Dabei: Marianne (das 1. Mal), Axel, Christian, Christoph, Carlder, Maya und als "Der potentielle Leser": Frank. Vermisst wurde Jutta (und der vierte Tisch).
Eingeleitet wurde der Treff mit Mariannes 1. Seite eines Romanes, der den Tisch spaltete: in einen Teil, der konstruktiv kritisierte und einen anderen, der jegliche Kritik versagte. Nach Besprechungen zur anstehenden ;-CD lies Carlder machtmachende Worte in loser Gedichtform plätschern. Danach bot Axel "Brot und Spiele", lies aber die Ursache seines Plätscherns im Dunkeln, was gelobt wurde. Christoph brachte ein altes Plätschern mit, legte jedoch mehr Wert auf die Beachtung der Historie dieses Textes, was daraufhin kontrovers diskutiert wurde. Christian bot eine neue mordsmäßige Badewannen-Story, der lobende Würdung zuteil wurde. In Mayas Geschichte fehlte das Plätschern völlig, dennoch wurde der Text als handwerklich sehr gelungen und das Thema als gut umgesetzt von allen gelobt.
Am späteren Abend stellte Christoph noch die von ihm vorgesehenen Texte für die CD zur Auswahl und -ebenso wie Axel- vor.
Neuling Frank wurde verpflichtet, das nächste Hausaufgabenthema vorzugeben, "Sommer" fand aber - weil zu 'unspezifisch' - eher nicht so den rechten Beifall der Autorenschaft.

Am 21.04. erstmalig anwesend: Katja (nein, nicht Steffens !) Weiter bevölkerten die Blechtrommel: Chrizzy, Christian, Angelika, Peter, Jutta, p.L. Frank, Maya und (später) Axel. Carlder wurde vermisst (insbesondere in seiner Eigenschaft als Juttas Sprechbremse) Zunächst wurden Neuigkeiten und Details zum Produktionsstand der CD erörtert; dann gab es die Lösungen zur Hausaufgabe "Sommer": Chrizzy verbrachte ihn im Kühlhaus, Maya im Stau auf der Autobahn, Christian lieferte zwei Gedichte zum Thema ab. Angelika's Story, in der die Protagonistin auf der Couch der Trostworte:"Nächsten Sommer..." gedachte, lieferte die Vorlage für Chrizzys Wortschöpfung "Männerfäule". Da Axel, Peter, Jutta und Katja keine Hausaufgaben zu bieten hatten, nutzte Christian noch die Gelegenheit zum Vortrag eines weiteren Kurz-Krimis, der bei allen Anwesenden großen Gefallen fand.
Alle Texte wurden konstruktiv kritisiert und gewürdigt. Während einer Diskussion zur Notwendigkeit des berühmt-berüchtigten Sem;kolon-Nebels ("Rauchen muss nicht sein, aber Kacken schon...") erntete folgender Spruch des Abends Gelächter von Rauchern und Nichtrauchern: "Passivkacken gefährdet aber auch die Gesundheit". Katja (erklärte "Quoten-Ossi/In" des Abends") erntete abschließend noch den allergrößten Jubel für das neue Thema der Hausaufgabe: "Tagebaurestloch". (Danke, Katja!)

Den 12.05. in der Blechtrommel genossen bei sommerlich warmen Rauchschwaden: Angelika, Peter, Axel, Frank, Maya, Carlder, Chrizzy und Katja. Zunächst wurde der Stand der CD-Produktion, sodann von Chrizzy und Carlder vorgelegte Entwürfe des Labels eingehend diskutiert und Verbreitungswege besprochen. Danach trug Stichwortgeberin Katja vier Lösungen der Hausaufgabe "Tagebaurestloch" vor, die eingehend reflektiert, diskutiert und kritisiert wurden. Axel nahm in seinem Tagebaurestloch die Geschäftspraktiken und Einstellungstests einer "Suspekta GmbH" satirisch unter die Lupe und Peter legte zum Thema eine Gedichtzusammenstellung vor, die sich mit der Phonetik der Worte Tage Bau Rest und Loch gekonnt auseinandersetzte. Angelika erntete für ihre vorgelegte - mit Bravour gleich mehrfach gelöste ! - Hausaufgabe einstimmige Bewunderung. Verbesserungsvorschläge gab es dafür dann erwartungsgemäß keine mehr, jedoch war den Autoren (Chrizzy, Carlder und Maya), die keine Lösung liefern konnten, damit klar, das deren Musen wohl einen einträglichen Nebenjob bei Angelika angenommen hatten...
Christoph beschrieb noch "Chrizzy's Kampf gegen die Welt" und Peter vergab als neues Stichwort das Thema "Entscheidung".
Spruch des Abends: "Das ist Frauenpsychologie, das versteh' ich auch nicht" - "Das kommt vielleicht dann im 2. Teil..."
Für ein paar Sem;koloner endete der Abend verschwitzt am Kickertisch - hier wurde dann mal verloren oder auch mal nicht gewonnen...

Ein lauer Sommerwind wehte am 16.06. in die Blechtrommel: C. Nachtigäller, Peter, Angelika, Frank, Maya, Axel, Carlder, C. Aschenbrenner und den Poetry-Slam-Gewinner Christian Feischen. Zunächst verteilte Carlder die CD-Bestseller an die Besteller, dann gings an die Hausaufgaben. Christian N. legte sein Tagebaurestloch vor und kommentierte die Thematik im direkten Anschluß mit einem gedichtlichen Wunsch. Es folgten Entscheidungen: Christian N. traf nach komplizierten schlicht eine einfache, Peters Disponent entschied sich zu gehen, während Angelikas Protagonist in seiner eigenen Welt bleiben wollte. Der neue Christian (F.) entschied sich für eine konjunkturelle Zuversicht, WÄHREND Axel sich entschlossen hatte, sich zwei Seiten lang der Thematik zu verweigern, was von einigen mit Unverständinis kommentiert und von Maya als "vertane Zeit" kritisiert wurde. Den Vogel schoß diesesmal C.A. mit "Die Neue" ab. Es wurde vorgeschlagen, diesen Text als Sem;kolon-Einstiegswebseite" zu publizieren. (Entscheidung des Autors darüber steht aus.)
Dann folgte die Kür mit Angelikas "Pocke" einem WM-Gedicht - frei nach Schillers Bimbam, Christian N.s Fjord-Mord (dessen klitzekleiner Fehler eines fehlenden Motivs bemängelt wurde) und der 2. Teil von C.A.s "Chrizzys einsamer Kampf gegen die Welt" der auch den Spruch und Lacher des Abends inspirierte: "Wirklich ein stark autistischer Text"...
Es steht zu vermuten, dass das nächste Hausaufgabenthema: "Eine erotische Geschichte" von mindestens einem Autoren bereits in der Nacht gründlich recherchiert wurde...

Am 14.Juli 2006 fanden sich in der Blechtrommel ein: Angelika, Peter W., Axel, Christian F., Christoph - die anderen: verloren im Nirwana. Dezente Erotik in den Hausaufgabentexten: Musik-lieb-haber" von Angelika, "Bimbam" von Peter, der einen sehr guten Text von allen gelobt ablieferte. Christians Text mit Kniff, Axel fehlte einen Tacken mehr Erotik, und er sagte zu dem
männlichen Part in Christophs Geschichte: "Der Typ ist ein Arschloch." Die lost Members bitte ihre Texte nachreichen! Ein freundlicher, friedlicher Abend. Nächstes Stichwort: "Hass" (schreibt man das so richtig nach der Rechtschreibreform?) Termin: 11. August 2006. Es wurden Ideen zur nächsten Lesung diskutiert. Die meisten waren der Meinung, daß ein Oberthema oder Motto mehr Publikum ziehen würde, und Angelka betonte, daß die Texte Qualität haben müssten, und nicht wie einmal beim Peperoni, wo sie und Peter Gast waren. Desweiteren bot sich Christian an, eine Location klar zu machen, wo er den Wirt kennt. Termin sollte gleich, wenn möglich im Oktober/November d. J. festgelegt werden. Auch könne er sich um die Werbung kümmern. Christoph fiel ein Stein vom Herzen - ein Stein? Ein Gebirge!

Samstag, 9. August 2006. Ortstermin für die Sem;kolonlesung. Es trafen sich Jutta, Christian F. und Christoph mit dem Wirt der Kneipe "Eckstein's". Das Lokal ist an der Ecke Wolbecker Straße / Sophienstraße. In der modernen und gediegenen Räumlichkeit werden wir ein Mikrofon brauchen. Und Christian Feischen wird in den Pausen Klavier spielen. Gregorios, der Wirt, möchte, dass der Eintritt frei ist. Den Leuten von Sem;kolon hat die Location gut gefallen, und Gregorios freut sich auf unseren Auftritt am 9. November.

Am 11. August 2006 versammelten sich Christoph, Peter, Angelika, Christian F. und Jutta. Da sich diverse organisatorische und zwischenmenschliche Probleme angesammelt hatten, wurde ein großer Teil des Abends für die Klärung dieser Dinge aufgebracht, bevor zur eigentlichen Textarbeit übergegangen wurde. Die Ergebnisse in Kürze: Die Webadministration geht als Aufgabe an Christoph über, um die Arbeitslast besser zu verteilen und jederzeit ein schnelles Reagieren auf dringliche Anliegen zu ermöglichen, wird es einen Co-Administrator geben, der oder die im Notfall einspringen kann. Als nächstes steht die Planung für die Lesung im November an und es wurde beschlossen, dass alle zum nächsten Treffen Texte mitbringen sollen, die sie auf der Lesung gerne präsentieren würden, damit eine gemeinsame Linie gefunden werden kann. Den Anfang mit den Hausaufgabentexten zum Thema machte Christian mit einem Text über eine frustrierte Lehrerin, der im Laufe eines Telefonats klar wird, wen sie eigentlich für ihre Misere verantwortlich macht und gegen wen sie ihren Hass richtet. Der Text wurde von allen als sehr nachvollziehbar und einfühlsam empfunden, jedoch wurde vorgeschlagen, ihn noch um ein paar Kleinigkeiten zu erweitern, die die Rolle des Direktors besser hervorheben. Christoph amüsierte mit einem Text über die Schattenexistenz eines Sommerhassers, was eine Diskussion auslöste, ob man in einem solchen Fall überhaupt von Hass sprechen kann, oder ob es sich eher um ein abgemildertes "mag I net" Gefühl handelt.
Peter hatte sich in seinem Text mit der Wut eines Fussballers über einen unfairen Mitspieler und ungerechte Schiedsrichterentscheidungen auseinandergesetzt. Angelika verarbeitete das Hassthema in einem Raptext, der durch Rhythmus und knackige Reime zu überzeugen wusste. Jutta hatte sich geweigert, textmäßig zu hassen, stellte aber dafür einen weiteren Text über Fussball vor. Auch Frauen gucken Fussball. Nur anders. Als nächster Termin wurde der 29.9. vereinbart, Hausaufgabenthema ist "Narrenzeit"

29.09.2006. Anwesende: Angelika, Peter W., Christian F., Christian N., Axel, Carlder, Christoph. Erst organisitorische Angelegenheiten zur Lesung. Durch ein überzeugendes Statement von Christian F. wurden die Bedenken an die Location ausgeräumt. Absprachen über neuen Ortstermin, Beschallung, Bestuhlung, Plakatierungen, Motto und Texteauswahl wurden getroffen. Christoph gab durch Schilderung von seiner Lesungsteilnahme im Stadtweinhaus Impulse für künftige Sem;kolonlesungen. Bei der Textarbeit wurden 10 Texte und Gedichte und ein Cartoon vorgestellt. Peter Wobbes "Golf-Strom" kam gut erzählt und mit Slapstickeinlage daher, stellte aber nicht ganz zufrieden. Christian F.s "Die Entdeckung des Buchs Hugo" wurde als sinnfrei und daher gut bezeichnet, ebenfalls wurde "Und jetzt alle" gelobt, es bliebe einem das Lachen im Halse stecken, wenn auch noch weiter daran zu arbeiten ist, wie ein paar Stimmen meinten. Angelikas "Zum Affen machen" erwies sich als rundum gelungen, perspektivisch nuanciert erzählt.
Carlders Gedichte "Narrenzeit" und "Gärtners Traum" bestachen durch Vollendung von Form und Inhalt, was bei dem einen der feinsinnige Humor, war bei dem anderen die schlichte Schönheit, die beeindruckte. Christophs Text "Die Lehrerin" rief ob des Titels
Neugier hervor, verwirrte ob der Durchführung, konnte aber wie auch sein "Stadtweinhaus" durch originelle Wendungen und Formulierungen Freunde gewinnen. Christian N. glänzte mit der Ballade "Schützenfest", einer neuen Szene aus dem "Wildhüter"
und einem Cartoon über das Bein, das nicht ganz allein dasteht... Eine muntere Runde, die den Raum vollquarzte, was aber nicht so zur Wirkung kam, denn das Fenster war oft lange auf... Neuer Termin: 27. Oktober 2006. Neues Stichwort der Hausaufgabe: Rauchfrei. Wo war übrigens Katja? Jutta war in Urlaub. Und Maya verhindert.

Mittwoch, 11. Oktober 2006. Zweiter Ortstermin für die Sem;kolonlesung. Zusammen kamen Angelika, Axel, Christian F., Christoph und von Ecksteins Gregorius und Peter. Wichtigste Information: Die Lesung findet jetzt am Freitag, den 10. 11. statt!
Desweiteren wurden Entwürfe für Flyer und Plakate besprochen, Standort des Lesepults und Klaviers bestimmt (Angelika und Christian F. spielen live zwischen den Lesenden), und noch all die anderen wichigen, unverzichtbaren Kleinigkeiten überlegt.
'"Das wird schön", sagte Gregorius, der Wirt.

27.10.2006. Anwesend: Angelika, Jutta, Peter W., Christian F.,Axel, Carlder und Christoph. Wegen Krankheitabwesend: Christian N.Sem;kolon bereitete sich auf die Lesung im Ecksteinsvor.Werbematerial wurde verteilt. Anzeigen und Pressemitteilungen von einzelnen übernommen.Die Atmospähre war produktiv und harmonisch.Daher wurde eine zufriedenstellendes Programmfür die Lesung aufgestellt.Als einziger löste Christian F. die Hausaufgabe"rauchfrei" mit einem Text, der auch auf derLesung zu hören sein wird. Ebenso stellte Peter W.einen neuen Text vor, der auf die Lesung kommt.An beiden Texten wurden Verbesserungsvorschläge eingebracht. Axel und Angelika lasenauch Lesungstexte, die noch nicht jeder kannte.Dabei wurde unter realen Bedingungen geübt,denn bei Angelika rauschte das Personal derBlechtrommel in den Raum und die Autorin mußtemit den Irritationen fertig werden...Carlders Teilnahme an der Lesung ist noch offen,da sein Kommen von geschäftlichen Verpflichtungenabhängt.Christoph hatte eine Rezension zu einem Buchstatt einer Hausaufgabe geschrieben.Neuer Termin: 24.11.2006. Stichwort für die Hausaufgabe: "Besenschrank" (Stammt vom Thekenwirt...) Zum Abschluß haben vier Sem;koloner noch den Kickertisch gequält.

10.11.2006. Die Kneipenlesung von Sem;kolon im Ecksteins war rundum gelungen.Es lasen: Christian F., Peter W., Jutta, Axel, Christoph, Angelika und Christian N. (Als running gag wurde Carlder mehrfach angekündigt, wenn er noch kommen würde - leider erschien er nicht.) Musikeinlagen: Angelika und Christian F. spielten Klavier, einmal sang Christian F. noch und Jutta ließ es sich nicht nehmen, zum Abschluß des Abends ihren "Bundesbahnblues" zu intonieren. Gut 25 Gäste waren speziell für uns gekommen, es gab aber auch noch einige, die nicht wegen uns gekommen waren. Das machte eben das spezifische an einer Kneipenlesung aus, man hatte lediglich selektiv die Aufmerksamkeit der Anwesenden, aber damit sind alle Autoren professionell umgegangen! Axel machte gern und gut Begrüßung und Ansagen. Alexander Müller, ehemaliger Mitarbeiter des Bennohauses, zeichnete das ganze Event digital
auf. Christoph sprach vor seinen Texten noch ein paar Worte zum 15jahrigen Bestehen der Gruppe und was in diesem Jubiläumsjahr alles von uns geleistet wurde. Highlight auf dieser Lesung waren Christian N.s Gedichte und wurden mit dem meisten Applaus bedacht. Alle haben ihr bestes gegeben und waren mit dem Ergebnis gut zufrieden. Da konnte man auch die Pannen mit den Ankündigungen in der Presse verschmerzen oder alberne Ablehnung des traditonellen Sem;kolonpultes. Tatsächlich hat die Gruppe in dieser personellen Konstellation noch nie zusammen gelesen, hat das aber mehr als gut hingekriegt. Zur Aftershow blieben die Autoren noch lange da sitzen, wo sie waren - im Eckstein's.

23.11.2006. Es trafen sich Christian F. und Peter. W. Die anderen hatte entweder die Grippewelle dahingerafft, oder sie hatten anderweitig zu tun. Neu: Vera und Meike. Texte: Christian F.s "Besenkammer" und Meikes "Stille" als Kurzprosatexte. Vera stellte das erste Kapitel ihres Kinder-/Jugendromans vor. Alles wurde ausführlich besprochen. Es wurde ordnungsgemäß geraucht und den neuen Trefftermin auf den 15. Dezember gelegt. Neues Stichwort: "Kinder"

15.12.2006. Zum Ende des "Geschäftsjahres" versammelten sich folgende "Aufsichtsräte": Maike, Vera, Axel, Christian F., Christian N., Carlder und Christoph. Neu: Andreas.
Den Anfang machte Carlder mit einem BesenkammerRAP. Mutig tonierte er Styles mit den entsprechenden 4-Letter-Words.
Vera trug eine Kinder-Weihnachtsgeschichte vor, die von Maria, Josef, Erzengel Gabriel und dem Jesuskind handelte. Der Text wurde entsprechend gewürdigt und besprochen. Allerdings meinte Carlder: "Hier sitzen nur Atheisten", und Christoph sagte, es hätte ihn gelangweilt.
Maikes Text zum Hausaufgabenthema behandelte eine sensible Angelegenheit: Eine Frau hatte ihr Kind in der Schwangerschaft verloren. Der Text wurde nach Sem;kolonmanier sprachlich zerpflückt.
Desweiteren lösten die Hausaufgabe: Axel, Carlder, Christan F. und Christian N. Christian N. legte mit "Geschichten von Fritz" gewohnt humorige Reime vor. Carlder (ver-)dichtete die Situation einer verlassenen Schwangeren. In Christian F. s Text überlebte knapp ein Vater mit seinem kleinen Sohn den Besuch bei einem schwedischem Möbelhaus. Hier wurden einige Verbesserungsvorschläge laut. Axel schilderte eindrucksvoll die Spielsucht eines Jungen, der seine Spielekonsole im Besenschrank vor seiner Mutter versteckt, wobei gleich die Hausaufgabe vom letzten Mal mit gelöst war.
Christophs Text um eine gestörte Frau, die als Kind missbraucht wurde, bekam Respekt, alle anderen wünschten sich nur, Christoph würde noch an Fehlern und Sprache feilen, was er mit den Sprüchen kommentierte: "Da schreibe ich lieber 'nen neuen Text" oder "Das ist Aufgabe des Lektors!" Worauf mal wieder alle die Augen verdrehten. Vera wusste von ihrer Erfahrung mit Lektorinnen zu berichten, und dass diese sehr streng seien. Andreas warf ein, dass es wohl schwierig sei, einen heruntergeschriebenen Text noch mal zu überarbeiten, worauf Axel meinte: "Das mache ich 100 mal."
Notiz am Rande: Christoph zu Carlder: "Halts Maul!" Axel verstummt. Christoph zu Axel: "Dich meinte ich nicht." Axel zu Christoph: "Das wäre mir auch egal."
Axel präsentierte eine spannende Geschichte, in der es um eine Flucht in die Wüste ging, wobei nicht ganz klar war, wovor der Flüchtende flüchtete, was neugierig auf mehr machte. Der Text bekam gute Kritiken und es stellte sich heraus, dass es der neue Anfang eines Romans von Axel war, den die meisten schon kannten und nicht viel mit anfangen konnten.
Andreas brillierte mit kaberettistischen Texten, gekonnt vorgetragen, die halt Performance-Literatur seien und daher "nicht aufs Papier passten".
Christian F. brachte noch einen am Nachmittag in einem Tonstudio produzierten Song mit, den er komponiert und gesungen hatte. Und Christian N. machte das Schlußwort mit dem Gedicht über die Einkaufsqual am 23. Dezember.
Neuer Termin (im neuen "Geschäftsjahr"): 19. Januar 2007
Stichwort: Gegenüber


Autorengruppe Sem;kolon in Münster


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