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19.01.2007
Das
erste Treffen im neuen Jahr bracht folgende Teilnehmer mit: Vera, Christian F.,
Axel, Peter, Christian N. und Christoph. Neu: Sabine.
Begonnen wurden mit
organisatorischen Dingen. Wie schon angedacht in den Rundmails der Gruppe wird
2007 das Projekt "Sem;kolon Buch 5" in Angriff genommen. Die meisten
Autorinnen und Autoren sagten ihre Teilnahme zu. Anders als in den vorherigen
Sem;kolon-Anthologien wird diesmal ein Verlag zur Finanzierung des Druckes gesucht.
Christian N. spricht mit dem Oktober-Verlag und Christoph trifft sich zunächst
mit dem Chef des Agenda-Verlages. Das neue Buch soll einen Querschnitt der aktuellen
Arbeit und Zusammensetzung von Sem;kolon bieten.
Desweiteren will Sebastian
Laukötter eine Lesereihe in Münster aufziehen, für die er Teilnehmer sucht. Dazu
erklärten sich einige Sem;koloner bereit. Das ganze startet im März oder April.
Dann konnte es mit den Texten los gehen. Vera legte zum Hausaufgabenthema "gegenüber"
eine längere Geschichte vor, die über Teenagerliebeswirrungen ging und gut aufgenommen
wurde. Bei der Diskussion kam auch die Frage auf, soll man vorher alles planen,
bevor man schreibt? Christoph beschrieb, wie er grundsätzlich aus dem Bauch heraus
schreibt.
Christian N. las drei "Kapriolen" aus dem Zyklus über
den kleine Fritz, der ganz unbedarft seinen Opa, den Hund der Tante, zwei ältere
Tanten nebst drei Cousinen aus dem Leben scheiden lässt. Zum einen wurden die
gereimten Streiche begeistert aufgenommen, es gab aber auch Stimmen, die meinten,
da wäre die Luft raus, oder es wäre da und dort etwas zu ändern.
Christoph
legte mit "Spaß am Einkaufen", einen aus dem Leben gegriffenen und nach
vollziehbaren Text vor, der natürlich wieder ausgiebig grammatikalisch nachgebessert
werden musste.
Mit "Forsythien" brachte Christian F. zum Thema "gegenüber"
nach Auffassung einiger den Text des Abends. Sprachlich, inhaltlich sehr gekonnt
ausgearbeitet und dargestellt. Außerdem las er noch von der Anästhesistin Annemarie,
die sich verliebte und ihr Date mit selbstgekochtem bewirten will, bei dem Versuch,
die Forellen zu betäuben, daran leider aber stirbt. Christoph fand die Wendung
in dem Text, "zwei Finger in die Scheide stecken" wunderbar, Sabine
fand's ekelhaft.
Den Rausschmeißer machte Christian N. mit dem Gedicht Sprachverfall,
was noch eine Diskussion über Jugendsprache und Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne
von jungen Leuten mit sich brachte. Mann, sind wir alt! ;-)
Von Sabine kam
das Stichwort für die nächste Hausaufgabe: "Schaff endlich Struktur in dein
Leben!" Termin im Februar am Freitag, den 9.
9.02.2007
Ins
"Protokoll" soll vermerkt werden, dass Christian F. und Christoph überaus
pünktlich da waren und dumm rum saßen... Des weiteren sind erschienen: Angelika
und Peter, Sabine. Und nach langer Abstinenz von der Gruppe: Wolfgang. Den älteren
besser bekannt als Wosch.
Zur Textarbeit: Den Anfang machte Christian F.,
der als einziger die Hausaufgabe löste. Seine Protagonisten David und Falko versuchten
mit Hilfe von Merkzetteln "Raus aus dem Chaos!" zu kommen. David und
Falko tauchten später am Abend noch mal auf.
Sabine legte zwei Gedichte vor,
die schon älter und leider nicht kopiert waren. Christoph ließ kein gutes Haar
an dem ersten Sprachwerk, das er sonst nur von 15jährigen zu kennen meinte. Sabine
kümmerte die Kritik nicht.
Angelikas Text beruhte auf eine wahre Begebenheit
und beschäftigte sich mit dem Loslassen wollen/können/müssen eines Mannes von
seiner verstorbenen Frau. Hier haute Wolfgang heftig aufs Holz. Er kritisierte
fehlende Originalität. (Anmerkung des Verfassers: Es war wie in alten Zeiten!)
Bei Christoph tauchten die Protagonisten aus Christian F.s Text wieder auf. Zu
David und Falko gesellte sich in fünf Episoden ein Ich-Erzähler, und alle drei
soffen und prügelten sich durch die Weltgeschichte.
Wolfgang las Gedichte
und kam damit gut an.
Dann ging es noch um Poetry-Slams, die Authentizität
von Kneipen in Texten und Christian F.s neue Frisur. Peter: "Du siehst 10
Jahre jünger aus, aber damit musst du leben."
Während Angelika las, wurde
Christoph, der ganz im Text versunken war, von Wosch gefragt: "Schläfst Du?
Du schnarchst!"
Es wurde noch mal darüber gesprochen, eine Broschüre
für Lesungen aus aktuellen Texten zu machen. Christian F. wird außerdem bei der
lokalen Zeitung anfragen, ob man nicht was zu Sem;kolon bringen wolle.
Das
Stichwort kam von Angelika. Es ist zugleich das Motto eines Schreibwettbewerbes,
bei dem es den Abdruck in einer Anthologie zu gewinnen gibt: "Wein."
Nächster Trefftermin: 9. März.
9.3.2007
Am
Freitag, 9. März 2007, trafen sich in der "Blechtrommel" Axel (superpünktlich),
Angelika und Peter (pünktlich) mit den verspäteten Vera, Christoph, Christian
N. und Christian F. zum Thema "Wein".
Einzig Angelika hatte mit
"Ein ganz besonderer Tropfen" einen Text geschrieben, der das Thema
absolut erfüllte. Mit einer überraschenden Pointe am Schluss geht es um eine Weinprobe;
es gibt einen guten Dialog, doch sollte der Text am Anfang einwenig gekürzt werden.
Christian N. las drei Gedichte aus seinem Archiv zum Thema Wein, wobei das zweite
besonders amüsant war. Christian F. hatte den bereits bekannten Text "In
vita veritas" so umgeschrieben, dass die beiden Protagonisten Falko und David
Wein trinken. Christoph trug zwei Texte, ebenfalls mit den Figuren Falko und David,
vor: "Hausbesuch" und "Streit?". "Streit?" wurde
als die bessere Kurzgeschichte angesehen und lebt besonders durch den Einfall,
das sogenannte Heinz-Rühmann-Spiel einfließen zu lassen, bei dem keine Wörter
auszusprechen sind, die es nach den Zeiten der "Feuerzangenbowle" gibt...
- Eine herausragende Besonderheit: Christoph notierte sich tatsächlich einen Verbesserungsvorschlag
von Axel in seinen Unterlagen!
Axel selbst las die Fortsetzung seiner "Flucht
aus der Wüste", ein gut geschriebener science-fiction-mäßiger Text. Kleine
Änderungen wurden vorgeschlagen, damit der Text atmosphärischer und emotionaler
wird. Vera trug die umgeschriebene Fassung aus ihrem Jugendbuch vor, der Anfang
ist nun erheblich besser. Es gibt noch gewisse Längen, aber insgesamt ist der
Text jugendgemäß und gut.
Als Zugaben las Christian F. noch eine etwas traurige
Geschichte über eine alleinerziehende Frau ("Er sieht ihre Tränen nicht")
und abschließend trug Christian N. zur Stimmungsaufhellung noch sein amüsantes
Gedicht "Gute Nacht" vor.
Das nächste Treffen findet statt am Freitag,
den 13. April 2007 um 20.00 Uhr im Hinterzimmer der Blechtrommel.
Thema: "Alleinerziehend".
Neue Texte zum Thema, die für alle Teilnehmer kopiert sind, werden erwartet.
13.4.2007
Anwesende:
Maike, Vera, Axel, Christian F., Christoph und Wolfgang. Die Sitzung dauerte von
20 bis 23 Uhr.
Christian erzählte vom Erlebnis Leipziger Buchmesse inklusive
Essen im Auerbachs Keller, dem Originalschauplatz aus Goethes Faust. Dann legte
er einen Text vor, der entfernt mit dem Thema "Alleinerziehend" zu tun
hatte. Gelobt wurde die Makellosigkeit und der Rhythmus des Textes. Über eine
Zugfahrt von Ost nach West stellte sich bei Vera eine Gänsehaut ein. Der Text
geht auf eine Kindheitserinnerung Christians an eine Liedzeile im Radio zurück,
die er nach vielen Jahren im Internet recherchieren konnte.
Vera trug eine
knappe, peppige, originell formulierte, von allen für gut befundene Geschichte
vor, die einen Kater schildert, der seine Menschen endlich mal erziehen musste.
Am Ende des Abends fiel ihr Bilderbuchtext "Wächst Gemüse an Bäumen?"
eher durch und entfachte eine große Diskussion über a) schreibt man Kinderbücher
für die Kinder oder für die Erwachsenen, die sie vorlesen und b) ist es besser
eine Form auszufüllen oder los schreiben und c) braucht ein Text eine Message?
Vera brachte außerdem noch Axel ihre Kritikpunkte zu seinem Romankapitel mit.
Christophs Alternativtext war ein realer Brief an das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe,
in dem er sich deutlich bis unverschämt über die Vermeidung von Werbung für Bildungsbürgertum-Veranstaltungen
äußerte. Die anderen fanden es lustig und in der Rechtschreibung - wie immer -
fehlerhaft. Dann klagte Christoph noch, dass er nun mit dem Fahrrad zurück die
Berge (in Münster!) hoch fahren müsste und sicher auch noch Gegenwind haben würde,
wobei festzustellen sei, dass die anderen wohl alle Athleten sind...
Nächster
Termin: 11. Mai 2007
Hausaufgabe: Erzähltext in der Vergangenheitsform nur
eine Seite.
11.5.2007
Erschienen:
Vera, Christian F., Christoph und Wolfgang.
Los ging es mit einem Prosatext
von Wolfgang, von Hause aus eigentlich Lyriker. Sprachlich gut erzählte Banalsituation
mit Sprüngen ins Plusquamperfekt. Ham gut gelacht.
Als nächstes zwei David
& Falko Stories von Christoph. Die eine war vergessenswert. Die andere hatte
Witz und Idee.
Mit einer Parabel legte Christian F. die Lösung der Hausaufgabe
vor. Es gab einiges rein zu interpretieren und war in salbungsvoller Sprache,
was dem Text angemessen erschien.
Veras Text war originell und gut geschrieben.
Es wurden die Namensfindungen der Personen bewundert und der leichte Stil.
Chrizzy teilte den anderen mit, dass Christian Nachtigäller in Kontakt mit einer
Buchhändlerin ist, die Sem;kolon zu einer Lesung einladen würde.
Wosch legte
noch zwei Gedichte vor. Das erste war von den Bemühungen ein Gedicht zu schreiben
mit neuen, originären Worten. Bestnote in Wortwahl und Wortneuschöpfung. Das zweite
Gedichte enthielt Wörter mit der Vorsilbe "un-", was den Titel "Verantwortung"
in Korrespondenz stehen ließ.
Christoph schloß den Abend mit einem weiteren
Falko & David Text ab, der den einen zu deutlich, den anderen berechtigt und
wiederum den letzten überflüssig erschien.
Nächster Termin: 15. Juni 2007
Hausaufgabe: Ein Sonett schreiben oder über ein Sonett schreiben
15.6.2007
Um
den Sem;kolon-Tisch saßen diesmal: Vera, Axel, Christian F., Christoph und Wolfgang.
Aus vergangenen Sitzungen wieder aufgetaucht: Norbert. Und neu: Caro, die aus
Oberhausen angereist kam, und Helmut.
Startschuß machte Christoph mit zwei
neuen "Falko & David" Geschichten. Gelobt wurde der lakonische Stil,
die Bukowski Nähe. Schwierigkeiten gab es mit dem Wechsel von Auktorialem und
Ich-Erzähler, wobei sich Christoph nicht auf Vorschläge einließ. Vera fand es
gut geschrieben, mag die Typen in den Kurzgeschichten immer noch nicht, und Wolfgang
verglich es mit einer TV-Serie, die man mag oder nicht. Ihm ist es zu flau.
Christian legte ein Text um ein Sonett vor. Eine Mann trifft Frau Geschichte,
wo das kitschig ausgefallene Sonett als Liebesbeweis gelten sollte. Man lobte
den Telegramstil im Prosatext, (den Aschenbrenner-Stil).
Wolfgangs konkretes
Sonett war ein Missgriff. Es hatte Jandl Nähe, aber wurde von der Qualität nicht
erreicht. Auch die Form eines Sonett sei nicht erfüllt.
Veras legte drei Sonette
vor, die alle sehr gelobt wurden. Norbert redete davon, dass es seinen Begriff
der 2. Moderne für Sonette erfüllte. Geschickt waren von ihr Wortwahl und Wortneuschöpfungen.
Und es hatte ihr auch total Spaß gemacht, obwohl sie noch nie Gedichte geschrieben
hatte.
Spätestens an dieser Stelle entbrannte eine fürchterliche Debatte über
den Kunstbegriff, wobei sich besonders Wolfgang und Norbert in die Haare bekamen.
Norbert legte dann ein englisches Sonett vor, das etwas reserviert aufgenommen
wurde, da fraglich war, ob es von einem altersgeilen Bock handelte. Anschließend
las er eine kleine, eigene Literaturtheorie über die 2. Moderne vor.
Axel
schlug das Sonett tot, in dem er in einem Sonett die Aufgabenstellung verdammte.
Dann las er aus einem Nachruf, das die Aufgabenstellung für einem Wettbewerb war.
Es ging um eine Kindesmisshandlung.
Vera hatte zum gleichen Wettbewerb auch
einen Nachruf geschrieben und ihre Katzengeschichte verwendet. Christoph, den
wohl der Amnesiestrahl getroffen hatte, ließ sich von Vera Punkt für Punkt erklären
und verstand es immer noch nicht...
Den Abschluß machte Helmut mit heiteren
Gedichten, die auf diversen Poetry-Slams bestanden hatten.
Neuer Termin: 27.
Juli 2007
Von Caro, die es sich erst mal ansah, kam das Stichwort: Soziopath.
27.7.2007
Das
Sem;kolon-Schiff stach mit 5 Mann Besatzung in die weite See der Literatur. Mit
an Bord: Axel, Christian F., Christoph, Norbert und Wolfgang.
Christoph verteilte
zunächst die Ausschreibung zu einem Hörspiel- und Kurzgeschichten Wettbewerb der
Universität Münster mit dem Thema "Miete". Auch über einen Drehbuchwettbewerb
vom Filmservice Münsterland wurde gesprochen.
Christian F. las den dritten
Teil seiner Falko und David Geschichten vor. In der Arbeit fehlt es in der ersten
Hälfte an Tempo. Der Text hatte Erfolg auf einem Poetry-Slam in der Frauenstraße
24 (Kneipe), und es wurde darüber diskutiert, ob es etwas anderes ist für Zielpublikum
zu schreiben oder für die Literatur. Zu dem nahm Christian F. in dem Text konkrete
Publikumswünsche (Schokoladenfondue) auf.
Christoph (um die 40) verkündete,
er habe seinen Zyklus fertig, worauf Wolfgang (Arzt) meinte: "Das interessiert
uns nicht." Gemeint war aber, dass Christoph seine letzte Falko & David
Story vortrug, die ziemlich ein Flop bei den anderen war. Dennoch betonte Christian
F. immer wieder, dass in Christophs Texten seine Biographie mit einem echten Falko
in den 90ern niedergeschrieben wäre. Insgesamt bekamen Christian F. und Christoph
viel Schelte für das ganze Falko und David Projekt. Sie hätten sich in etwas verrannt.
Wolfgang trug ein neues Gedicht zum Thema Soziopath vor, der Titel, "F40.1",
ist der ärztliche Diagnoseschlüssel für soziale Phobie. Das Gedicht kam gut an,
es spielte anvantgardistisch mit Sprache.
Dann las Axel ein redigiertes Kapitel
aus seinem Roman und hörte sich Vorschläge betreff eines gewünschten zügigeren
Tempos an.
Am Schluß zitierte Norbert sein Gedicht "Persönlichkeit garantiert"
aus einer so eben erschienen Anthologie, es wurde gut aufgenommen.
War noch
was? Ja, über den Harry Potter Hype wurde gesprochen, der neue Termin für den
24. August festgelegt, und das Stichwort "Miete" wurde deshalb genommen,
um für den Wettbewerb für die Uni etwas zu tun. Und so wurde der reine Männerabend
aufgelöst.
24.08.2007
An
diesem warmen, lauschigen Sommerabend trafen sich: Maike, Vera, Axel, Christian
F., Christoph, Norbert und neu: Lisa aus Bünde.
Nobert begann mit der Lösung
zur Hausaufgabe Miete mit einer Satire über eine Studenten-WG in der in der Badewanne
offensichtlich der Teufel seinen Fußabdruck hinterlassen hatte. Es wurde diskutiert,
ob der Text nicht besser in Rückblenden erzählt werden sollte, wobei einige meinten,
Norberts "salbungsvolle" Sprache passe besser zu einem chronologischen
Ablauf.
Maikes Miettext war sehr gelungen. Sprachlich gut, gute Idee, wenn
auch manchmal Längen.
Christian F.s Miete-Story ging um ein verpatztes Candle-Light
Dinner auf Elfeinhalb Quatratmetern. Einigen fehlte etwas in der Geschichte. Es
war unentschieden, ob sie traurig oder lustig ist.
Veras "Dreisternehotel"
ging auch um die Lösung der Hausaufgabe, und handelten von zwei Stadtstreichern,
"Nase" und "Schnarcher", auf der Suche nach einer Bleibe.
Gelobt wurden poetische Wendungen, dass die Perspektive der beiden gut getroffen
war und das gute Ende für die Obdachlosen.
Christoph überraschte mit seinem
"Alternativtext" Parfüm: es sei ein sinnlicher, poetischer, impressionistischer
Text über eine Busfahrt mit Dufterlebnis.
Über Axels Romanauszug wurde am
längsten diskutiert. Einige fanden ihn sehr gelungen, weder kitschig noch unromantisch.
Im Laufe der Diskussion wurde dann die Erzählweise immer mehr in Frage gestellt.
Schließlich verriet Axel den Schluss seines Romans.
Einige große Themen des
Abends waren auch Drehbücher, Christian F.s neues Hemd und Maikes Baby.
Als
neuer Termin wurde der 14. September gefunden und das neue Stichwort heißt: Eigentum
(im Gegensatz zu Miete).
14.09.2007
Wie
üblich zu dieser Jahreszeit im Dunkeln und bei leichtem Sturm trafen sich in der
Blechtrommel: Axel, Carlder (nach längerer Pause), Christian F., Christoph und
Vera. Als besonderen Überraschungsgast und nach einigen Jahren wieder vorbeigeschaut:
Iris!
Mit der Lösung der Hausaufgabe "Eigentum" begann Christian.
Erst eine Traumsequenz mit einer skurrilen Untersuchung beim Amtsarzt, die hätte
plastischer sein können und dann mit einem Song, den er vorrappte. Vera legte
ein Gedicht vor, das nach Meinung der anderen auch für einen Poetry-Slam geeignet
wäre. Mit dem Neologismus "Kein daysing" löste Christoph die Hausaufgabe
schlüssig und lustig. (Bemerkung: Hausaufgaben hatte Christoph schon lange nicht
mehr gemacht.) Außerdem hatten er und Axel noch einen Beitrag zum Stichwort "Miete".
Axels Geschichte spielte in einer WG, deren Bewohner skizziert wurden. Ein Konflikt
zeichnete sich schon ab, daher rieten die anderen, nicht noch einen vierten Bewohner
einzuführen, wie Axel es vor hatte. Dann beriet man über alternative Anfänge.
Christophs Miettext war außerordentlich originell und sprachlich gut geschrieben.
Das poetische Ende polarisierte die Anwesenden.
Carlder trug ein Gedicht vor,
das er extra für diesen Abend geschrieben hatte: "Tritt ein..."
Spontan vertonte und sang Christian F. den Text am Klavier, das immer im Gruppenraum
steht. Es war sagenhaft. An einer Stelle sangen Christian und Carl Duett. Des
weiteren gelang es Christian auch, Veras Gedicht vokal zu rappen.
Es wurde
das Stichwort "Fähre" für die nächste Hausaufgabe gefunden. Kam von
Carlder, der bei seiner Herfahrt beinahe in den Rhein gewassert wäre. Nächster
Termin: 26.10.07
26.10.2007
Es
war ein reiner Herrenabend mit Axel, Carl, Christian F., Christoph und Wolfgang.
Carl fing mit einem total verkitschtem Gedicht an, das aber durchaus Berechtigung
hat zu existieren, weil man damit Frauen unter Bäume kriegt. Des weiteren löste
er die Hausaufgabe "Fähre" und brachte eine Diskussion ohne Ende über
die Auflösung in Gang, die der Autor nicht geben wollte.
Christian F. glänzte
mit seiner Psychohose, die durch allen Ulk auch das ernste Thema der Stigmation
von psychisch kranken Menschen ansprach. Uneinig war man sich, ob statt Psychose
eher Autismus die Diagnose bei dem Protagonisten gewesen wäre. Anschließend wurde
Christians Gedicht "Nachtfähre" ziemlich kritisiert. Es wurde von großen
Worten gesprochen, die überflüssig seien.
Wolfgang las zwei Gedichte, die
zu Fähre passten. Das erste war für die anderen völlig unverständlich. Beim zweiten
entdeckte Christoph die Motive, die anderen meckerten weiter.
Axel brachte
seinen Wettbewerbstext zur Ausschreibung der Uni unter dem Thema "Miete"
mit. An dieser Stelle sei Sem;kolonautorin Maike gratuliert, die dort den 3. Platz
geschafft hat. Die Runde fand Axels Text nur mäßig spannend mit vielen hoffnungsvollen
Momenten.
Christoph las erstaunlicher Weise erst zu so später Stunde seinen
Text "Kälte". Obwohl eigentlich von den anderen gut bewertet wurde,
krankte das Werk doch an seinen Zeitsprüngen und überhaupt am Weltschmerzgejammer.
Noch ein kurzer Text Christophs über die Provinz, wo man herkommt, animierte Christian
F. (leider) wieder zu einer spontanen Vertonung am Klavier.
Der Musiker las
noch "Frau am Telefon", ein Stück, das auf Poetry-Slams Erfolg hatte.
Bei uns wurde das Ende noch korrigiert. Und Wolfgang schilderte anhand seiner
Notizen die Idee für den Uni-Wettbewerb, zu deren Ausführung er nicht mehr kam.
Es wurde spät. Einige kickerten noch, während sich die anderen an der Theke festhielten.
Neuer Termin: 16.11.2007 Und neues Stichwort: Telegramm
16.11.2007
Axel,
Christian F., Christoph, Norbert und neu Lia trafen sich zu gewohnter Stunde.
Nach dem sich alle ausgiebig vorgestellt hatten, las Christian zwei Versuche zu
Telegramm. Der erste wurde als Glosse identifiziert und der zweite als Text mit
Pointe. An beiden Werken wurde gemäkelt aber auch gelobt.
Christophs Text
über einen, der sich vornimmt höflich zu sein, aber dann ein Menschenfeind wird,
schien vom Alltag eines manisch-depressiven zu handeln, die Motivationen waren
aber unklar, der Umbruch nicht nachvollziehbar. Über ein Telegramm hat Christoph
noch einen Satz geschrieben, der intelligent und unterhaltend war. Nach längerer
Diskussion meinte Christoph: "Mehr brauchen wir dazu nicht sagen." Axel:
"Kommt in die Ablage."
Axel las drei Seiten aus seinem Roman vor.
Dort stellt die Protagonistin schnell die Gretchenfrage. Es bahnt sich der Konflikt
Religion - Wissenschaft an. Am Schreibstil wurde lange kritisiert, der den Leser
ermüdet.
Norbert versuchte sich an abstrakter Poesie, mit der er das Denken
brechen und zur Meditation anregen wollte. Bei der Diskussion fielen Begriffe
wie: 12 Ton Technik, konkrete Poesie, Krebsumkehrung, Quickie, Assoziation, Palindrom,
Atmosphäre, Mandala und Splitting-Screen. Die meisten fanden, dass das, was Norbert
sich vorstellte, einfach nicht funktionierte.
Guter Dinge und guter Laune
wurde der Abend beendet. Neuer Termin: 14.12.2007. Neues Stichwort für die Hausaufgabe
von Lia: Getränkewunsch.
14.12.2007
Bei
der Jahresendsitzung von Sem;kolon waren dabei 9 Männer oder 3 neue, 2 Brüder,
3 aus Krefeld, 2 Sem;kolon-Veteranen und die halbe Poetry-Slam-Szene Münsters
oder: Arno, Axel, Carlder, Christian F., Christoph, Eduard, Jörg, Mark-Stefan
und Wolfang.
Es gab eine bombige Stimmung und viel unterschiedliche Literatur.
Besonders erwähnt sei das Erscheinen von Mark-Stefan Tietze, der nach sieben Jahren
wieder bei uns reinschaute: Inzwischen schreibt er in Frankfurt für das Satiremagazin
Titanic.
Mark-Stefan wusste auch von Corinna Stegemann zu berichten, die in
Berlin lebt und schreibt. Da wir bei den Veteranen waren, spielte Carl von seinem
i-Phone einen Song von Peter Stallknecht ab.
Christian F. erklärte den Poetry-Slam
in der Frauenstraße 24 am nächsten Sonntag und will mit Sem;kolon-Ex-Mitglied
Klaus Woestmann die Organisation im nächsten Jahr übernehmen.
Literarisch
machte Christoph den Anfang mit der Hausaufgabe Getränkewunsch, einem Meta-Text
über das Schreiben oder einem Insider-Text über uns. Es endete mit einer Bildpointe,
d. h. ein Foto von Carl wurde als Schluss des Textes eingefügt, es kam gut an,
obwohl Mark-Stefan es ein bisschen billig fand, auch, wenn er den Text sonst lobte.
Carls Getränkewunsch spielte in einem surrealen Gasthaus. Christian F. meinte,
der Text wirke von Carl gesprochen mehr, als selbst gelesen. Daraufhin sagte Mark-Stefan:
Man müsse das Gesprochene textuell einbinden. Das Wort textuell notierte sich
Wolfang…
Mark-Stefan glänzte mit einer Satire wie in alten Tagen. Der Text
wurde von uns handwerklich gut und sicher gemacht, zynisch und witzig beurteilt.
Ein echter Tietze eben!
Christian F. brachte an dem Abend wohl die versauteste
Geschichte mit Tittenfick und auf den Bauch kacken. Dabei ging es nur um die Lösung
der Hausaufgabe mit dem Titel: Gorilla oder die einzig wahre Geschichte über Falko.
Axel: "FALKO?!" Über diesen Text konnte er aber lachen. Auf uns wirkte
der Text etwas protokollarisch, aber vom Timing gut. Es war ein echter Poetry-Slammer-Text,
was somit die Diskussion über Literatur versus Poetry-Slam auslöste. Auf der einen
Seite küsst die Muse und auf der andern wird auf Zielpublikum geschrieben. Zum
letzteren meinte Eduard: literarische Huren…
Arno las aus seinen Hauptstadtgeschichten.
Höhepunkt der Geschichte, war die Erinnerung einer Frau an einen Mann in der U-Bahn,
der voller Kotze war und ständig fragte, wo man sich hier vernünftig umbringen
könnte. Ihr Besuch holt die Schnapsflasche raus und sagt: Das war ich in der Zukunft.
Von uns wurden der Stil und die Idee gelobt, wir regten zu mehr Wiederholungen
an, um es surrealer wirken zu lassen. Zu einer Stelle äußerte Mark-Stefan: Das
war jetzt nicht ganz stringent, was die Erzählperspektive angeht. Die Lacher wollte
er nicht verstehen…
Eduard und Arno versuchten noch einen kurzen Text von
Arno über den Papst vorzulesen, den dann Carl vorlas, weil die beiden jeweils
zu sehr kichern mussten. Carl schob ein Drachengedicht von ihm hinterher, an dem
Pathos bemängelt wurde. In einer Denkpause, wo alle still waren, warf Christian
F. ein: Es reimt sich. Was aber widerlegt wurde. Carl bezeichnet solche Gedichte
als Sekundgeburten, denn sie würden in kürzester Zeit entstehen.
Wolfgangs
Gedicht Abendlied kam sehr gut bei uns an. Es war romantisch nicht kitschig, mit
starken Metaphern. Die erste Hälfte wirkte konstruierter, währen die zweite wärmer
daher kam, wie es Carl formulierte. Klar, sagte Christoph, da hat er auch den
Kamin angemacht. (Ein Kaminfeuer wurde im zweiten Teil des Gedichts erwähnt.)
Mark-Stefan ließ sich die Funktion und Sinn von Zeilenumbrüchen von Wolfgang erklären.
Den literarischen Abschluss machte Jörg mit der Geschichte Die Liebesnüchterne
und einem Liebesgedicht, wobei seine Gedichte demnächst veröffentlichen werden
sollen.
Jörg startete gut mit fast lyrischen Detailbeschreibungen einer alkoholkranken
Frau, verlor sich dann in konstruierten Milieu-Kenntnissen und schleppte den Hörer
hinter sich her. Inmitten der Stille unseres Zuhörens warf Carl ein: Darf ich
masturbieren?
Es gab viele konstruktive Tipps zur Rettung des Textes, die
Jörg auch dankbar annahm, denn er kenne wenig Leute, die auch etwas Literarisches
zu seinen Texten sagen können.
Der Abend ging noch etwas heiter weiter. Als
neues Stichwort wurde Denkendes Plasma und als neuer Termin der 18. Januar 2008
festgelegt.
2008:
18.1.2008
Zur
ersten Runde im neuen Jahr trafen sich Vera, Christian F., Christoph, Jörg, Norbert
und Wolfgang.
Christian F. eröffnete den Abend mit einem Text über Phantomschmerzen,
der sehr anschaulich aber umzustellen war. Desweiteren von ihm ein Gedicht, das
einfach gut die Wut über die Hausaufgabe Denkendes Plasma zeigt.
Christoph
legte einen Krimi mit Science Fiction Elementen vor, um die Hausaufgabe zu lösen.
Bei dem Text hatten die anderen aber Schwierigkeiten zu folgen, zum Schluss verdichtet
sich der Text ins Unverständliche. Lediglich die Tatsache, dass der Erzähler in
seine eigene Geschichte eingreifen und beeinflussen will, wurde gelobt. Man riet
ihm, die Anspielungen auf Star Wars rauszunehmen, da dies so gar nicht in einen
Krimi passe, aber Christoph verweigerte sich wieder.
Veras Text ging um eine
verängstigte Mutter, die eine Winterbergwanderung macht, und neuen Mut nach einer
Totgeburt findet. Sprachlich ausgezeichnet mit vielen frischen, unverbrauchten
Bildern, allerdings auch so weit getrieben, dass es Verständnisschwierigkeiten
gab. Niemand der anderen wusste z. B. dass Hühner schneeblind werden.
Norbert
lud mit einem Weihnachtsgedicht zu seiner Lesung ein. Das Gedicht wurde ziemlich
zerpflückt. "Pseudokritische Lyrik für Blöde", kam von Wolfgang. Aufgrund
des hoffnungslosen Grundtenors des Textes fragte Christoph, ob es so etwas wie
einen Alterspessimismus gibt. Dann wartete Norbert mit einem weiteren Gedicht
auf. Es ging in altertümlicher Sprache um einen Hofnarr, der eine Frau liebt,
die er nie bekommen würde. Christoph: "Perfektes Gedicht. Nur im falschen
Jahrhundert." Bilder und Metaphorik wurden gelobt, die Metrik nicht. Es gab
noch einen Prosatext von Norbert, in dem romantische Naturbetrachtung auf die
modernen Probleme unserer Zeit treffen. Mit dem Text setzten wir uns lange auseinander.
Einige hielten die desperaten Teile für unvereinbar, andere lobten gerade das
als Idee, aber es funktioniere nicht. Allgemein hielt man es mehr für eine Predigt
oder etwas aus einer Esoterikzeitung. Und Wolfgang: "Das Bedürfnis, etwas
zu schreiben, macht noch keinen guten Text."
Christina F. las für Wolfgang
noch mal sein Gedicht vor, der es fast ganz als medizinisch korrekt absegnete.
Und Wolfgang rappte ein Gedicht über den Notarzt. Cool!
Beendet wurde der Abend
mit einer fruchtlosen Debatte über politische Weltanschauungen, die so gar nichts
literarisches mehr an sich hatte.
Gefunden wurden der 22. Februar als neuer
Termin und "Stadt" als neues Stichwort.
22.2.2008
In
regnerisch dunkler Nacht trafen sich gerade mal vier Sem;kolonisten: Axel, Carlder,
Christian F. und Christoph.
Alle hatten die Hausaufgabe "Stadt"
dabei. Christoph machte den Anfang mit der "Psycho-Stadt". Ein Text,
der nicht Betroffenheit wecken sondern eine Abrechnung sein soll. An dem Werk
wurden die Langeweile, die Allgemeinheit und der Aufbau kritisiert. Für Axel war
es wenigstens noch ein ‚Schmunzeltext'.
Axel glänzte mit "Ute ist doof".
Die Geschichte von einem Referenten, der eine große Lösung bei der Neubebauung
eines Stadtviertels verhindern will, dabei Reminiszenzen an alte Protestzeiten
und Ute, die ihn verschmähte, erlebt. Carl lobte Axel für "Druselviertel"
als Gott der Namensfindung. Das gute Tempo des Textes wurde auch gelobt.
Carl
machte weiter mit seiner Reihe ‚Neues von Paul'. Kurz ließ er im "Stadtgespräch"
Paul einen Menschen suchen. Die Anderen irritierte eine Formulierung, fanden den
Text aber ansonsten gut. Und im Blick des Freundes von Paul konnte alles liegen,
es wurde von Carl offen gehalten. Christian F. erinnerte das an die Herr Keuner-Geschichten
von Berthold Brecht.
Christians F. Stadt-Geschichte war ein Traum mit dem Titel
"Stadtleben". Es war gut erzählt, sprachlich makellos, doch Christoph
kritisierte die Pointe, die ihm zu flach war. Man fragte sich, was der Träumer
im realen Leben sei. Im Text kommt der Begriff ‚aristokratische Nase' vor, und
Carl fragte sich, wie so etwas aussieht. Der Text war - wie immer - Poetry-Slam
tauglich.
Carlder gab noch zwei Reime zum Besten. Beim ersten lachte Christoph
auf, warum auch immer. Die beiden anderen jedoch konnten eher nichts damit anfangen.
Der zweite Reim war raffiniert durch die optisch/graphische Gestaltung auf dem
Papier, und man konnte es von unten nach oben lesen.
Christoph hatte die Idee
zu dem neuen Stichwort: Berg und Tal. Ein anderer meinte, dann könne er endlich
über Frauen mit großen Titten schreiben. Neuer Termin: 14.3.
14.3.2008
Von
uns trafen sich Axel, Christian F., Christoph und Wolfgang in der Blechtrommel.
Da
unsere Runde unter Schwund leidet, überlegten wir, wie und welche passende Autorin
oder Autoren wir einladen könnten, um bei uns mitzumachen.
Mit der Textarbeit
fing es bei Christian F. an, da er die Hausaufgabe "Berg und Tal" löste.
Er las "Todessturz", bei dem eine Tochter sich gegen den Vergewaltigungsversuch
durch den Vater wehrt, ihn erwürgt und ins Tal stößt. Unterbrochen wurde der Text
jeweils von Passagen aus dem Gebet des Vater unsers. Als erstes stelle Axel die
Plausibilitätsfrage, ihm kam das Werk nicht schlüssig vor. Christoph lobte die
monotone Unterbrechung durch das Gebet im Spiegel der Tat, würde aber komplett
auf den Samenerguss des Vaters verzichten und fand, dass das Thema niemanden mehr
hinterm Ofen hervorlockt. Alle, inklusive Autor, fanden, dass einige Hintergründe
plastischer herausgearbeitet sollten.
Christoph legte einen surrealen Text
vor. In "Zeit biegen" gibt es eine Assoziation halluzinatorischer Ereignisse.
Christian F. fand schnell heraus, dass das Werk sinnfrei ist. Es würde ihn an
das Bild von Salvador Dali mit den weichen Uhren erinnern. Axel und Christian
F. bescheinigtem dem Autor in Stil, Sprache und Atmosphäre ein Kleinod geschaffen
zu haben. Axel: "Ein Schmunzler". Wolfang fand die Sätze verschieden
gut. Als Lyriker hätte er mehr auf Unverbrauchtheit der Bilder geachtet.
Axel
las aus seinem Roman "Dämmerung" das vierte Kapitel in Paris. Wir spürten,
dass der Stil leichter, lustiger und atmosphärisch geworden ist. Das Timing von
heiteren und ernsten Passagen schien perfekt. Christian F. lobte die Stellen,
die den ganzen Roman voranbringen. Christoph fragte ein paar sprachliche Stellen
nach. Am Ende des Kapitels gehen die beiden Protagonisten miteinander ins Bett.
Hier gab es zwischen Christian F. und Christoph gegensätzliche Meinungen. Beide
saßen sich auch am Tisch wie immer diagonal gegenüber. Christian fand das Ende
kitschig und versuchte es an der Sprache zu belegen und schlug indirekte Rede
vor. Christoph verneinte das, und meinte, es sei realistisch beschrieben und gut,
wie es ist. Wolfgang und Axel fanden, so etwas sei immer sehr schwer zu schreiben.
Christian
F. brachte einen Pausenfüller: Gesichter. Die genaue Beobachtung einer archetypischen
Konferenz, wie Christoph meinte. Bewusst hatte Christian ausgespart, um welche
Art von Konferenz es sich handelt.
Zum Ende brauchte Wolfgang vier Gedichte
zur Lösung der Hausaufgaben "Stadt" und "Berg und Tal". 'Schöne
Aussicht' und 'Topgraphie' fanden Gefallen, es waren Axels "Schmunzler",
und er meinte, Topographie könne man nur mit medizinischen Kenntnissen schreiben.
In beiden Gedichten geht es um Körpererkundungen mit Bildern aus Naturlandschaften.
Münster II und Münster VI kritisierten wir. Münster VI sei nicht, wie Wolfgang
angab, neutral, sondern kritisch und negativ. Der Autor gab zu, damit sei er noch
fertig. Wie in VI wurde auch in Münster II ein Platz in Münster beschrieben -
der Domplatz nach dem Markt. Axel fragte, ob der Müll, den die Kehrmaschinen wegmachten,
denn liegen bleiben sollte? Und Christoph sprach von der Dramatik der Narzisse,
die der Müllabfuhr entkommen konnte. Worauf Axel von der Pißnelke sprach. Wolfgang
konstantierte die heftige Wirkung seiner Gedichte.
Neues Stichwort für das
nächste Mal kam von Axel: Unwichtig. Neuer Termin: 18. April 2008.
18.4.2008
Zuerst
wurde das Vorwort eines neuen Buches vorgelesen, das auf Wahrheitsgehalt geprüft
und als lustig abgehakt wurde.
Die Runde bestand diesmal aus: Axel, Carlder,
Christian F. und dem Überraschungsgast - Gaby. Carlder, Christoph und Gaby kennen
sich aus einem Blog im Internet und es war schön, sich mal ganz in echt zu erleben.
Carlder hatte sie per Auto abgeholt.
Da Christian F. wieder mit dem Essen als
erster fertig war, las er einen Text mit dem Arbeitstitel Carina. Es geht um das
Ende einer Beziehung und das herbeigeführte Ableben einer Fliege. Die Hausausgabe
Unwichtig war gelöst. Christoph störte, dass er mehr von der Frau in dem Text
erfahre als über den Protagonisten. Für Carlder passte alles. Gaby fand den Text
nicht spannend und bedauerte die tote Fliege.
Im Text von Christoph ging es
um einen jungen Kerl, der unter Schlaflosigkeit leidet. Axel lernte etwas dazu:
Er wusste nicht, was ein Schweißtisch ist, ein fester Arbeitsplatz zum verschweißen
von Metall in einer Fabrik. Gaby meinte, der Typ im Text ist ein Außenseiter.
Lange wurde um die richtige Schreibweise eines Satzes gerungen, der dann doch
richtig war, nur halt in der Form nicht von allen verstanden. Carlder meinte:
Ein Spätkiller, und bezog sich auf eine Kurzgeschichtenreihe von Christoph mit
dem Protagonisten Killer, der nun im neuen Text seine Lehre als Schweißer machen
könnte. Gelobt wurde die knappe kurze Sprache. Das Wort Unwichtig kam vor, also
Hausaufgabe gelöst.
Später am Abend trug Christoph noch "45 Minuten"
vor, aber Gaby störten die Zeitsprünge und Christian F. würde den Text weiter
ausbauen.
Carlder kündigte an, nun Müll in den Schmutz zu werfen und zog die
Hausaufgabe raus. On Blog liest sich unverständlich, wortverschraubend und ist
daher Unwichtig - Hausaufgabe gelöst. Ein Schmunzler. Ein zweiter Text über die
Emanzipation wurde vom Stil und Vortrag mit der Art von Loriot verglichen. Christian
F. und Axel fanden On Blog aber besser.
Aus Axels "Großbaustelle",
dem Roman Dämmerung, gab es ein weiteres Kapitel. Christian F. fand es erst ab
einem Déjà-vu des Protagonisten spannend. Ein Zimmerwechsel erschien ihm zu lang
und einige Ausführungen zur Beziehung des Protagonisten mit seiner Silke einfach
zu kitschig. Christoph fand eine Problemstelle beim Hintereinander von indirekter
und direkter Rede. Für ihn war der Einfall vom Stücken Marmelade am Mundwinkel
des verliebten Mannes, dass zu spontanen Sex führte, sehr originell und witzig.
Carlder lobte auch den Satz: "In der Nacht war mein Bett unberührt geblieben,
jetzt sieht es ganz anders aus. Viel schöner, denn Silke liegt ja noch drin."
Für Gaby wäre es kein geeigneter Roman, den sie zu Ende lesen würde, denn es kämen
ihr zu viele Dialoge vor. Das ist halt Geschmacksfrage. Trotzdem meinte Christian
F.: Der Roman gilt jetzt schon als nicht mehr verfilmbar.
Christian zog noch
einen Text raus, der über klassische Lesungen und Poetry-Slams geht, den er Christoph
gewidmet hatte, der dann sagte, dass er diesen Text literarischer als "Carina"
fand.
Ein neuer Termin war schnell gefunden: Der 16. Mai d. J. Und das neue
Hausaufgabenstichwort kam von Gaby: E-Gitarre.
16.5.2008
Nach
und nach trafen zum Treffen ein: Axel, Christian F., Christoph, Jörg und Wolfgang.
Es gab insgesamt vier Lösungen zum Thema der Hausaufgabe "E-Gitarre".
Bei
Christoph war der Text viel zu autobiographisch, die Atmosphäre nicht dicht genug
und eher was für ein Tagebuch. Christoph verteilte noch einen Sachtext zum Stichwort.
Christian
F. wurde für seine Idee gelobt, die Strukturaufteilung jedoch sei obsolet und
der Schlußsatz siffte schon (Christoph).
Jörg legte ein Gedicht vor, in dem
bloß das Wort "Gitarren" vorkam. Kritisiert wurde Form in Bezug auf
Bedeutung, gelobt originäre Metapher, die jedoch in Allgemeinbildern untergingen.
In
Wolfgangs Gedicht wurde eine Band beschrieben und das Erleben der Musik.
Axel
legte an dem Abend den Höhepunkt mit seinem Text "Schmeckerling" vor.
Es geht um einen Protagonisten, dessen Leidenschaft der Cunnilingus ist. Sprachlich
unverdorben und feinsinnig war das Werk ein Genuss.
Christoph legte mit "Ein-
und Ausweg" einen Anal-behafteten Text vor, den die Sem;kolonisten spaltete.
Die einen fanden Witz und Lebendigkeit darin, andere sahen darin ein plumpes,
einfallsloses Werk.
Ein weiterer Text von Christoph, "8 Minuten",
wurde lediglich von Axel in seiner Stimmigkeit gelobt, die andern exerzierten
den Totalverriss.
Jörg trug noch einige seiner Gedichte vor, die unterschiedlich
angenommen wurden. Die Tendenz der Kritik ging aber gegen Daumen runter, nicht
zuletzt wegen des genuschelten Vortrages.
Als letztes gab Wolfgang noch das
Gedicht "Drei", das guten Anklang fand.
Christoph fand das Stichwort
für die nächste Hausaufgabe: Blinddarm. Der neue Termin ist der 27. Juni 2008,
wobei auf die Fuballfans Rücksicht genommen wurde, weil an dem Tag keine Begegnung
statt findet.
27.06.2008
Es
treffen sich an diesem Sommerabend Axel, Christoph und Christian F. im Hinterzimmer
der "Blechtrommel".
Christian hat zwei Texte mitgebracht, der erste
zur Hausaufgabe "Blinddarm". Die Kurzgeschichte ist eine Fortsetzung
der "Annemarie"-Geschichte. Es geht um Manfred, der wegen einer Blinddarmentzündung
nicht zu Annemaries Beerdigung kann. Axel meint, der Text erzeuge in ihm nix.
Christoph findet den Text lustig und nicht literarisch genug. Mit den Sternchen,
die im Text zur Kenntlichmachung der Abschnitte gesetzt hat, wird Christoph irritiert,
aber möglicherweise eine neue Lesegruppe erschlossen. Die Hausaufgabe ist jedenfalls
erfüllt, mehr aber auch nicht.
Der zweite Text trägt den Titel "Der Klavierspieler"
und hat autobiographische Züge. Es ist der Blick auf das Leben eines Pianisten,
meist Prosa, aber es wird dreimal ein Gedicht wiederholt. Christoph finden den
Text "psychologisch interessant", Axel schlägt vor, das Gedicht nur
am Anfang und am Ende des Textes zu bringen und die Frau näher zu beschreiben,
für die der Klavierspieler am Ende noch ein einziges Mal spielen will. Zumindest
ist es der Rohstoff für etwas Längeres mit mehr Detailbeschreibungen, z.B. wie
ein Zehnjähriger die Anlieferung eines Klaviers erlebt. Insgesamt ist der Text
"zu selbstverliebt" (Christoph).
Gegen die Kritik wendet Christian
ein, er hätte wenigstens Texte mit. Daraufhin fällt der Satz des Abends von Axel:
"Ist man gezwungen, Sachen zu loben, die man nicht loben will - nur weil
man nichts dabei hat?" - Nein, ist man nicht.
Das nächste Treffen ist
am Freitag, 15. August, um 20 Uhr in der "Blechtrommel".
Das Thema
ist offen, aber Texte sollen mitgebracht werden.
15.08.2008
Nach
der Sommerpause traf sich spät am Abend: Christian, Christoph und nach gut einem
Jahr wieder dabei Lisa.
Erst wurden Tipps zum Brechen von Schreibblockaden
ausgetauscht, dann las Christoph seinen Text "Der Lauf". Es handelt
sich um eine Momentaufnahme mit Kindheitserinnerungen. Die anderen sagten dazu,
dass es sich bei dem Protagonisten um einen Loser handelt, es würde an die Kurzgeschichten
von Clemens Meier erinnern, und dann ging die Kritik in die Tiefe, ob Christoph
nicht mehr aus der Wut der Hauptfigur machen sollte, damit der Spannungsbogen
nicht abfällt.
Christian beschreibt in "Sonntag" einen 'Jammerlappen',
der aus Frust über das Junggesellenleben geheiratet hat, nun die Verliebtheit
und den Sex vermisst, denn Sonntag kommen ritualisiert immer die Schwiegereltern.
Die Intension ist klar und wurde auch erfüllt. Es gab einige Überlegungen, was
man hätte anders machen können. Z. B. in der dritten Person Singular schreiben
oder eine Passage der Wiederholung zu streichen, wozu zum letzten Christian meinte,
das sei ein Stilmittel.
Am Ende recherchierte Lisa für ihr neues Drehbuch,
indem sie den Mann bei den andern ansprach.
Nächster Treff wieder ohne Thema
am 19. September 2008.
19.09.2008
In
der gleichen Besetzung wie letztes Mal trafen sich an dem Abend: Lisa, Christian
F. und Christoph.
Drei Autoren, die drei Texte mitbrachten, die sehr unterschiedlich
waren, Christian stellte aber fest, in jedem kommt Sex vor…
Wir stellten erst
unsere Texte vor, machten im Thekenraum eine Raucherpause und gingen dann zurück
in den Gruppenraum zur Kritik, denn - man erinnert sich - der Gruppenraum hat
Rauchverbot!
Christian F. stellte einen Text vor, der noch keinen Titel hatte,
den er schon bei einem Poetry Slam erprobt hatte. Es ging um ein Paar, das nach
Frankreich fuhr. Sie hielten irgendwo an und hatten Sex im Auto, wobei sie von
einem Spanner gesehen wurde, worauf der Protagonist den Mann zusammenschlug. Lisa
fand das Ende krass. Der Text ist formal und inhaltlich sehr gut. Christoph hatte
Schwierigkeiten mit den Rückblenden, und er sah einen literarischen Fehler, der
lange diskutiert wurde.
Lisas Text hieß "Viel zu jung", in dem es
um eine Frau geht, die sich harten Sex "abholt". Christian mäkelte daran
rum, dass das Wort "Schwanz" nicht so oft verwendet werden dürfe, während
Christoph durchaus die Intention der Wiederholung verstand. Im Ganzen wirke der
Text atmosphärisch dicht und dürfe nicht "entmystifiziert" werden.
Christophs
"Die Maurer" war ein kurzer Text, der die Atmosphäre der 70er in einer
Momentaufnahme einfing, der von den anderen für gut befunden wurde.
Nächster
Treff: 10. Oktober 2008
10.10.2008
In
der Standardbesetzung, Lisa, Christan F. und Christoph, traf sich Sem;kolon zu
einer etwas skurrilen Sitzung.
Zwei Texte wurden gebührend besprochen. Christophs
"Vis-a-vis" wurde für gut befunden und erhielt stilistische Verbesserungen,
die angebracht waren. Eine kurze Diskussion entstand über Körperbehaarung an Intimzonen,
doch auch das konnte geklärt werden.
Christian F.s Prolog für eine Erzählung
kam gut an. Die Besprechung verlor sich jedoch, denn Christians erstes Buch wird
veröffentlicht, ein Kurzgeschichtenband, und wir nutzten den Moment, um gröhlend
am Klavier Lieder zu singen… Als erster floh Christoph aus der Runde, er musste
seinen Bus kriegen. Lisa und Christian saßen noch lange zusammen und erzählten
sich was.
Nächster Termin der 21. November 2008.
21.11.2008
Christian
F. war da. Christoph war da. Eduard mit Freundin war da. Lisa war mit dem Auto
unterwegs, wurde vom Schneesturm erwischt, drehte um und kam sicher wieder Zuhause
an.
Texte wurden keine gelesen. Es wurden zweimal Kopien herumgereicht. Ein
Poetry-Slam Text von Christian F. und eine Weihnachtsgeschichte von Christoph.
Eduard
hat vor, ein Buch zu veröffentlichen.
Vor Jahresende wollen sich die meisten
nicht mehr treffen. Daher soll der nächste literarische Treff von Sem;kolon am
23. Januar 2009 sein, sofern der Termin von dem Lokal "Blechtrommel"
bestätigt wird.
2009:
13.11.2009
Anwesend: Carlder, Christian F., Christoph und neu Stefan. Carlder und Chrizzy lasen im "Duett" aus ihren spaßigen Mailwechseln vor. Christophs Part war bla bla, Carlder erreichte eine höhere literarische Leistung, meinte Christian. Christian wartete mit einem "Kowalski-Text" auf. In "Beschleunigte Zeit" ging es um zeitnah und Zeitnähe, letzteres versuchte Carlder als "Unwort" wegzudiskutieren. Stefan las einen Ausschnitt aus einer wie Fantasy angehauchten Geschichte, die die anderen als lebendig und bildhaft lobten. Carlder ging voll Elan an die Feinkorrektur. Unter dem Motto: Wenn man Bilder zeigt, muss der Pinsel an der richtigen Stelle ansetzen - kritisierte er von Satz zu Satz. Als letztes legte Christoph noch seine Zusammenstellung "Blog-Literatur" vor. Drei Texte mit Fotos. Von Carlder kam, lass die Bilder weg. Jeder der anderen hatte eine Vorliebe für einen anderen Text. Es ging um einen Tagebucheintrag, eine Stimmungsbeschreibung und wie Carlder sagte: Realismus trifft Romantik oder Philosophie den 3-Groschenroman. Carlder meinte noch, es lässt einen nicht kalt. Und Christian F. schlug vor, es als Anfang eines Besinnungskalenders zu sehen. Insgesamt eine heitere, fruchtbare Runde. Sem;kolon macht Weihnachtspause und trifft sich am Freitag, 15.01.2010 wieder.
23.10.2009
Sem;kolon:
Null Punkte. Einzig Christoph saß in der Blechtrommel und wartete auf niemanden,
wie sich nach einer halben Stunde rausstellte. 1.800 Sekunden an einer Cola nippen.
Nächster
Termin: 13. November
18.09.2009
Nach
der Sommerpause der Autorengruppe trafen sich in der Blechtrommel Christian F.
und Christoph. "Ihr seid überbesetzt", meinte ironisch der Zapfer an
der Theke.
Christian F. begann mit dem Text: "Grenzerfahrung. Berlin 1988"
Die beklemmende Atmosphäre im Grenzübergang Friedrichstraße wurde deutlich geschildert.
Das Werk ist als gelungen zu betrachten, während Christoph einige Grundpunkte
der Erzählstruktur in Frage stellte. Aber zu zweit macht es keinen Spaß, dieses
auszudiskutieren.
Christoph las einen älteren Text, der schon im Sem;kolon
Buch 4 veröffentlicht wurde: "Ein Duft von Himbeer" Christian gefielen
daran die Kontraste. Das Werk lebt davon, die Exzesse eines Jugendlichen zu schildern
und dagegen eine Fantasiewelt zu setzen. Es gab einen Stilfehler, den F. bemerkte,
den man auch schön hätte ausdiskutieren können.
Neuer Termin: 23. Oktober.
10.07.2009
C
+ C + C = Sem;kolon. Carlder, Christian F. und Christoph waren anwesend.
Carlder
startete mit dem Text "Werbepause", den er vom i-Pod vorlas. Das ergab
sich spontan, schöner wäre es gewesen, die anderen hätten Kopien vom Text vor
sich liegen gehabt. In einer Werbepause erinnert sich jemand an seine verstorbenen
Eltern und erkennt eine erstaunliche Verdrängung um den Tod der Mutter. Es geht
um das, was Eltern einem verbauen können. Christian meinte dazu: Thema langweilig,
aber Carlder kann schreiben.
Christian F. legte mit "Ausgebrannt"
einen stimmigen, komischen Text vor, an denen die anderen noch Verbesserungswünsche
äußerten, die er gerne annahm. Carlder meinte mehrmals: Die Idee ist gut!
Christoph
kam mit seinem "Der Ausbruch" auch gut weg. Er wurde für seine Fähigkeit,
originelle und starke Formulierungen zu finden, gelobt.
Alles in allem eine
runde Runde. Sem;kolon macht Sommerpause bis zum 18.09.2009.
26.06.2009
Am
Freitag, 26.6.2009, war Christian F. in der "Blechtrommel" zwischen
20 und 21 Uhr anwesend.
Es gab Gespräche mit dem Zapfer, u.a. wurde der nächste
Termin festgelegt:
10. Juli, 20 Uhr.
Das war's.
29.05.2009
Gekommen
sind Christian F. und Christoph. Erst las Christian eine Poetry-Slam Text über
die Möglichkeit Vegetarier und Fleischliebhaber an einen Tisch zu bekommen: Man
narkotisiert das Reh, amputiert die Keulen und setzt das Reh auf Holzrollen. "Du
hast es raus", meint Christoph zur Routine, die es Christian ermöglicht,
laufend gekonnte, lustige Slam-Texte zu schreiben.
Ein weiterer Text von Herrn
F. gestaltete sich literarisch. Wiederholt wurde das Wort "nachdem"
an den Anfang eines Absatzes gestellt um zum Finale zu führen, dem Selbstmord
eines Vereinsamten. Christoph schlug vor, den Wasserturm wo (gut!) der Suzident
"den letzten Schritt vollzieht", zum Ende des Textes auftauchen zu lassen,
nicht vorher.
Quo vadis Sem;kolon? Christoph schlug vor, eine Sommerpause bis
September zu machen. Christian war eher für einen Juni-Termin. Man einigte sich,
dass Christian F. zum Juni-Termin pünktlich da sein wird, das Protokoll schreibt
und den Abend leitet. Dazu wird er eine Anzeige in der Szene-Zeitung "Ultimo"
schalten, eine Rundmail aus seinem "Wortwurf"-Verteiler senden und noch
Leute persönlich einladen. Christoph möchte sich erst mal zurückziehen.
Christoph
traf mit seinem Text "Pink Panther" die Atmosphäre eines Quentin Tarantino
Films, fand gute Wortwendungen und konnte den Clou bis zum Schluss geheim halten.
Der
nächste Termin ist am Freitag, 26. Juni 2009, 20 Uhr in der Blechtrommel. Es gibt
ein Hausaufgabenthema: Grenzerfahrungen.
24.04.2009
Es
war keiner da. Nur Christoph saß eine Stunde nutzlos herum. Eine Kerze wurde für
Sem;kolon angzündet
Nächster Termin: 29. Mai 2009
13.03.2009
Ein
lustiger Abend mit Carlder und Christoph.
Carlder las mit sehr gutem Vortrag
eins seiner Prosastücke vom i-Phone vor. Christoph brauchte länger, um hinter
den Verlauf des Textes zu kommen, doch dann erwies er sich als Juwel.
In gewohnter
Form als Kopie zum Mitlesen legte Carlder noch ein Gedicht nach, das die Tragik
des Menschseins zum Inhalt hatte. Sülzig, meinte Christoph. Es war mal wieder
die Frage nach Originalität und wie-viel-Gefühl-verträgt-ein-Gedicht.
Christoph
trug einfach noch mal seinen Text von letzten Mal vor, da 100 % der Anwesenden
ihn noch nicht gehört hatten. Erstaunlicher Weise wurde wieder an einer Stelle
ein optischer Abstand gefordert, der Titel sei wieder scheiße, aber ansonsten
sei er handwerklich sauber gemacht. Carlder meinte, man erkenne Christoph sofort
an den Kurzsätzen. Der Schlussabsatz setze Akzente. Dann machten wir uns noch
lustig über einzelne Formulierungen, indem wir sie anders interpretierten, weil
sie, wie Carlder meinte, nicht richtig seien.
Überlegt wurde, dass man wieder
das Stichwort für die Hausaufgabe einführt, um zum Schreiben zu motivieren.
Zwei
Sem;kolongedenkkerzen wurden angezündet. Neuer Termin am 24. April 2009.
27.02.2009
Es
trafen sich Christian F. und Christoph.
Erst las Christian seine Glosse und
Poetry-Slam Text "Münster ist nur ein Gerücht". Amüsant wurde bewiesen,
dass es Münster gar nicht gibt, es sei nur ein Fake. Der Text würde auch ohne
aktuelle Zeitungskenntnisse funktionieren, meinte Christoph.
Christoph wartete
mit einer anderthalb Seiten langen Story auf, in der er Jugenderinnerung mit heute
verband und eine gute Idee umsetzte. Christian lobte den Erzählstil, vermisste
am Ende jedoch noch einen Knaller.
Nur eine Kerze zum Gedenken an Sem;kolon
wurde angezündet.
Nächster Termin: 13. März 2009
23.01.2009
Im
neuen Jahr zum ersten Sem;kolontreffen anwesend: Carlder, Christian F. und Christoph.
Christian
starte mit dem Text "Der zweitbeste Roman der Welt", bei dem Carlder
nichts zu meckern hatte, es sei eine nette Idee, man würde es gerne lesen, es
sei gut geschrieben, es sei ein Seitenhieb auf Roman- und Filmmacher. Einzig ein
"schwuler Chinese" wäre fehl am Platz. Christoph wollte sich nicht äußern,
was Christian F. in der ganzen Zeit von Sem;kolon noch nicht erlebt hatte.
Christoph
las einen selbst verfassten Artikel über Urheberrecht in der Antike. Christian
fand ihn satirisch, war begeistert. Carlder fand ihn hochintellektuell und meinte,
der Autor hätte recherchiert und dabei geschwitzt. Die Frage blieb offen, ob der
Text ernst gemeint war oder nicht. Christoph braucht ihn für ein Seminar an der
Universität.
Carlder fand in seinen Unterlagen ein Gedicht von Sem;kolon-Gründer
Dieter Rehnen: Dichter. Der Vortrag erinnerte Christoph an eine Publikumslesung
bei einer Buchveröffentlichung, wo Dieter Erster wurde.
Desweiteren kam von
Carlder das Gedicht über "Katz und Maus". Es gab nicht viel zu sagen,
außer, dass Christian F. darin die Rollenbeziehung Frau/Mann sah.
Der Prosatext
von Carlder "Beim Leben zuhören" war cool gelesen, eine Premiere, wie
Carlder angab, denn es ist schwer Stimmengewirr zu lesen - aber auch zu schreiben,
was gut gelungen war. Die Technik, die Carlder benutzte, war neu.
Christoph
hatte Teelichter mit gebracht. Ein Zettel forderte auf: "Zünde eine Kerze
für Sem;kolon an!" So erhellten drei Kerzen das Gedenken an Sem;kolon…

2003:
Am 28. März mit Iris, Dieter, Heiner, Wolfgang, Peter, Christian, Carlder und Christoph; gab es Texte und Gedichte, Peter spielte zwei eigene Songs auf der Gitarre - Lagerfeueratmosphäre...
Am 26. April: Mit Iris, Wolfgang, Carlder, Peter, Dieter, Christian und Christoph waren wieder Meilensteine frischer Literatur zu erleben: Kurzprosa, Gedicht, Romanauszug, Songtext. Eine Runde zum wohlfühlen.
Am 30. Mai waren dabei: Iris, Melanie, Ruth, Heiner, Wolfgang, Peter, Carlder, Dieter, Christian, Christoph. Außerdem: Reporter des Bürgerfunks und des Bürgerfernsehens ! Vorgetragen wurden Perlen sem;kolonischer Dichtkunst, wobei ein Text nichts, aber auch gar nichts aussagen wollte und deshalb wohl den größten Beifall erhielt...
Am 04. Juli fand die erste Lesung der Autorengruppe zur Eröffnung der Peperoni-Gemüsebühne statt.
Am 18. Juli mit Peter, Nicole, Dieter, Christian, Christoph, Carlder, Iris, Wolfgang und Gast Melanie gab es Wortspiele mit Computerbegriffen, Opus über einen Opernbesuch, Killer die zehnte, Momente der Andacht, den Romanauszug "Raya", einen Beitrag zum Uniwettbewerb "Schönheit" und Live an der Gitarre vorgetragene Songtexte. Ein lauschiger Abend mit viel Literatur vom Feinsten.
Am 29. August wurde von Nicole, Ruth, Diana, Christian, Wolfgang, Carlder, Christoph und Michael sinnliches, nachdenkliches, provokantes, cooles, gedichtetes, realsatirisches, pointiertes, makelloses und diskussionswürdiges für Kopf und Herz vorgetragen. Ein hochgradig munterer Abend mit viel Literatur. Zitate des Abends: "Hast du dir wirklich was dabei gedacht?" und "Ich hab jetzt gerade nicht zugehört."
Am 17. Oktober mit Nicole, Diana, Wolfgang, Christian, Carlder, Christoph, Peter, Sonja, Robert, Klaus und als Special Guest: Udo. Präsentiert wurde u.a. konkrete Poesie und ein Protestsong (von jenseits der Mauer, als sie noch stand...). Zitat des Abends: "Das ist ja mal wieder ein typischer Carlder..."
Am
28. November waren dabei: Maya, Nicole, Sonja, Wolfgang, Dieter, Christan,
Klaus, Carlder und Christoph mit kitschfreien Gedichten zum Advent, in Tiere-oder-Dinge-hinein-versetz-Geschichten,
und dem "Blues", der sich verpissen sollte.
Der gute Vorsatz für
das kommende Jahr wurde gefasst: Das Projekt: "Sem; kolon goes CD"...
in Angriff zu nehmen. Short-short-Story des Abends: Christian zu Christoph: "Ich
weiß genau, was du jetzt denkst." Christoph: "Na dann bestell doch!"
2004:
Am
16.01. waren dabei: Nicole, Maya, Christian, Christoph, Wolfgang, Carlder,
Dieter, und Klaus, der einen ausgab (Danke, Klaus!). Es wurde von Gedichten über
Kurzgeschichten, Gesellschaftssatire bis hin zu psychologischen Monologen alles
geboten. Die Frage "Frau und Kleiderschrank" konnte allerdings nicht
ausreichend geklärt werden. Stell Dir vor: Ein Raum ist vollgequalmt und niemand
macht das Fenster auf! Das ist Sem;kolon, wie wir es lieben: Immer frisch *gähn*,
on the top (Zitat aus einem Gedicht "Hängetitten") und aktiv:
"Kann
ich jetzt eine Bratkartoffel essen?" "Du darfst sogar zwei essen!"
(Das war der Spruch des Abends...)
Der 13.02. war ein großartiger Abend mit
folgenden Teilnehmern: Maya, Carlder, Christian, Christoph, Dieter, Klaus, Wolfgang,
Peter und als Gast: Lucia. Neben vielfältigen Texten, von Gedichten über Kurzprosa
mit den Themen "Dichten über das Dichten" oder "Aussteiger"
und "Pilz - die Tannen zapfen", kam auch der Gedanke zu neuen Lesungen
von Sem;kolon auf den Tisch - laßt Euch überraschen! Die anwesenden Männer zickten
anfangs ziemlich rum! Doch dann haben wir uns alle auf das besonnen, was wir wirklich
können: Literatur machen und sie kritisieren! Bravo Sem;kolon!
Spruch des
Abends: Carlder: "Ich glaub' ich bin im falschen Film!" - Klaus: "Nur,
dass es deiner ist!"
Beim letzten vorösterlichen Treff am 19.03. waren folgende Hähne und Hennen anwesend: Maya, Wolfgang, Dieter, Peter und Christoph. Von fast allen wurde die "Hühneraufgabe" gelöst; es gab das legefaule Huhn Ludmilla, einen Text 'Wie schreibe ich einen Hühnertext' und den Gockel Ferdinand, dem die emanzipierten Hühner übel mitspielten. Gedichte aus einer Schreibwerkstatt kamen ebenso gut an wie ein Text über eine Kindesentführung, der als authentisch und angemessen empfunden wurde. Lediglich ein Weihnachtssong/-Text versagte vor den Kritikern. (Möglicherweise in Ermangelung jedes auch nur entfernt vermuteten Huhnes...)
Anwesend am 16.04. (einmal von rechts nach links um den Tisch): Dieter, Nicole, Peter, Wolfgang, Klaus, Maya, Carlder, Christoph, Christian. Hauptthema diesesmal natürlich: Die Sem;kolonlesung am 8. Mai im Peperoni. Dazu gab es das ultimative Fotoshooting, die Festlegung der Reihenfolge und konkretes Timemanagement der Autoren. Die Hühneraufgaben von Klaus, Carlder und Christian wurden besprochen und Gedichte von Wolfgang, Christians Wildhüter Teil III und Mayas Auftragskiller ebenso gewürdigt. Das Stichwort der neuen Aufgabe lautet: "Brille".
Am 08.05. fand die erste Lesung des Jahres im Peperoni-Gemüseladen in Münster statt.
Unwettern
und anderen Feierlichkeiten trotzend, waren am 11.06. in der Blechtrommel
versammelt: Wolfgang, Christoph, Carlder, Maya, Klaus, Nicole und zum ersten Mal:
Joachim.
Dieser stellte zuerst sich und einige seiner Werke vor. Dann wurden
die Lösungen der Brillenaufgabe vorgetragen; auch von Joachim, der ein passendes
Gedicht in seinem Fundus aufgestöbert hatte. Wosch's Brille strandete in Gedichtform,
Christophs Brille lag in der Psychiatrie, in Mayas Text trug sie ein Blinder.
Klaus nutzte die Sehhilfe lediglich als Einstieg zu einem neuem Weltentwurf mit
einem kubusförmigen Globus, Nicole versuchte sich mit einem gereimten Gedicht
über die rosarote Brille. Carlder's Idee zur Lösung der Aufgabe wuchs/wächst sich
zu einem Derrick-ähnlichen Taktrat aus, das in Fortsetzungen vorgestellt werden
soll. (Carlder bat bereits bei den ersten Seiten mehrfach um Unterbrechung, welche
aber einhellig von den übrigen Sem;kolonern nicht gewährt werden konnte... !)
Nach Würdigung der Aufgaben trug Maya noch eine vergeschichtlichte Nachrichtenmeldung
und den Tod einer Taxifahrerin vor. Als neues Thema zum nächsten Treff wurde "Vanilleeis"
festgelegt. Der Abend war gesellig, lauschig und heiter.
Am schönen Sommerabend des 23.07. setzte sich die Runde zusammen aus Maya, Christoph, Christian, und zum ersten Mal: Claudia. Die "Sem;kolon-Live-CD" mit dem Mitschnitt der ersten Lesung 2004 wurde verteilt und über eine weitere Lesung gesprochen, die beim nächsten Treffen vorbereitet werden soll. Christian trug seine "Hausaufgaben" über Brille und Vanilleeis vor und glänzte mit der Fortsetzung des "Wildhüter" Teil IV. Christophs Hausaufgabe über Vanilleeis erwies sich als ego-sexuell, Maya sülzte mit ihrem Vanilleeis rum, meuchelte einen ungewollten Liebenden und fand schließlich Gefallen mit einer "Lausbubengeschichte". Claudia lies sich bei "Nomaden" das Wasser reichen, für den Aufbau des "Hinkende"n Textes gab es Kritik. Wir freuen uns, sie beim nächsten Mal wieder in unserer Runde zu haben, (die dann hoffentlich wieder etwas größer ausfallen wird... !!) Das neue Stichwort lautet: "Achselhaare" ...
Am
27.08. ging es ab, aber wie ! Dabei: Maya, Nicole, Claudia, Carlder, Wolfgang,
Klaus, Christian, Christoph und Joachim. Die Reihenfolge der Autoren für die Hairline
2007-Lesung wurde festgelegt. Christoph erntete "härteste" Kritik für
sein vorgelegtes Werbeplakat. Noch ausstehende Hausaufgaben zu Vanilleeis und
Achselhaar wurden vorgetragen. Carlder bestach durch einen phantasieanregenden
Text zum Genuss von Vanilleeis. Kritisiert wurde allein ein Abschnitt, der so
technisiert klang, dass er als Nachbauanleitung genutzt werden könnte. Hervorgehoben
seien auch Claudias "Achseltierchen", aus einer heiteren SF-Sequenz
und Christians "Wildhüter" Teil V, der für ungebrochen königlichen Spaß
sorgte. Erwähnt sei noch Klaus, der es schaffte, beide Hausaufgaben in einem einzigen
Vierzeiler unterzubringen; aber dafür keine positive Kritik zu hören bekam. Ebenso
stießen Joachims Werke nicht auf Gegenliebe.
Den Spruch des Abends lieferten
diesmal Wolfgang und Christian, die Störer von der Hinterbank: "Wir werden
hier gleich noch auseinander gesetzt." Hausaufgabe diesmal: Lesungsvorbereitung
und Plakate verteilen.
Am
24.09. waren beisammen: Claudia, Wosch Dieter, Christian, Christoph, Carlder,
Maya und Klaus. Details der bevorstehenden Lesung wurden besprochen und die PR-Arbeit
von Christoph und Maya gewürdigt. Es wurden Reiseerlebnisse geschildert und der
Job eines Briefzustellers unter die Lupe genommen. Christians Wildhüter-Fortsetzung
spaltete diesesmal den Tisch, Klaus präsentierte einen langen maritimen Blick
in den Osten und Maya's Text wurde konstruktiv verrissen. Einzig Wosch's Werke
ernteten einhelligen Beifall.
Weitere Premiere am Rande: Wosch und Carlder
waren einer Meinung!
Hausaufgabe: Keine. Spruch des Abends: Christoph zu Christian:
"Weißt Du, was ich letztens gelesen hab ? N' Hörbuch !"
Am 02.10. las die Autorengruppe im "Friseursalon "Hairline 2007" in Münster
Am
12.11. gab es gleich zwei neue weibliche Gesichter: Gabriele und Bärbel.
Weiter waren dabei, in der Reihenfolge des Auftretens: Christoph, Maya, Ruth,
Carlder, Wosch, Klaus und Nicole.
Christoph informierte zunächst über den
Radiobericht zur letzten Lesung und verlegte textlich und atmosphärisch dann Liverpool
in den Ruhrpott. Er lässt uns mit Spannung auf den nächsten Teil seiner Story
warten. Dank Wosch's Gedicht konnten die Anwesenden dem Münsterwetter entfliehen
und einen Minuten-Urlaub am warmen Meeresstrand verbringen. Gabriele lies kleine
Italienträume im alltäglichen Büro-grau-in-grau aufblitzen. Klaus erntete für
seine Darstellung des Alterns im Krankenhaus vollstes Lob, ebenso wie Nicole,
die der Frau im Spiegel einen Liebesbrief schreiben wollte. Auch Maya bekam mit
einem "Selbstfindungstext" Lob - allerdings nur für den letzten Absatz;
konnte aber mit ein paar "vorweihnachtlichen" Zeilen die Kritiker wieder
besänftigen. Ruth bot mit ihrem Text gedanklich/gefühlten - männlich/weiblichen
Diskussionsstoff. Bärbel stellte in einem Fantasytext den Charakter einer "Lehrlingshexe"
und deren erste Prüfung(en) vor. Schlußendlich lies Carlder uns an seinen "Kleinen
Weisheiten" und "Solchen Tagen" teilhaben und sorgte dann mit einer
"Freikopf"-Kurzfassung für den Spruch des Abends: "Abgestürzt und
Flügelbruch - von Dir hab ich jetzt echt genug..." Hausaufgaben-Thema: Hafen.
Beim letzten Treffen des Jahres am 10.12. waren in der gemütlichen Blechtrommel anwesend: Maya, Nicole und Bärbel (für die Frauenfraktion), Carlder, Christoph, Christian, Klaus und Wosch. (Männer, die keiner Vorstellung bedürfen...) Der Abend verlief lang, lustig, laut und wild! Selten wurden so viele Texte vorgetragen und besprochen. Zuerst wurde die Hausaufgabe "Hafen" vorgestellt. Bärbels "Es", kroch aus dem Wasser, um die "Menschin" wiederzusehen, Maya fand Zuflucht im Hafen vor mächtigem Sturm, Klaus beobachtete die Ankunft des holländischen Weihnachtsmannes in Rotterdam, Nicole sinnierte über Form und Wirkung von Häfen, Carlder ließ den Hafenmeister seines Amtes walten, Christophs Werk über Hafen und "Hafen der Ehe" wurde als zu lang kritisiert, in Christians Hafen wurde Herr Schulz eine Last los und Wosch lieferte in seinem Gedicht Impressionen zum Hafen in Münster. Desweiteren veranlasste ein Gedicht die Gruppe zu einer spontanen Schreibaktion. Christian knallte uns den "Kategorischen Instinktiv" vor die Füße, außerdem wurde der Wildhüter köstlich fortgesetzt und ein Weihnachtsmarkt wortwörtlich gesprengt! Christoph erreicht langsam Kultstatus mit seiner Städtegeschichte, von der er weitere zwei Kapitel vorstellte. Maya trug noch Kurztexte/-gedichte(?) vor, einer inhaltlich ein Hilfeschrei, der andere in ihrer beliebten Tradition - beide lobend gewürdigt. Carlder wollte einen Liebesbrief schreiben und schien "Zu wissen, dass..." Außerdem lieferte er den Spruch des Abends: "Mein Problem ist keins... und ich habe es nicht gemerkt - das ist mein Problem." Nächstes Thema: Nebel.
2005:
Der 21.01. war für die Männer (Wosch, Chrizzy, Carlder und Klaus) ein Albtraum. Außer ihnen nämlich dabei: Bärbel, Nicole, Maya und neu: Gipsy und Schlappy. Hausaufgabengerecht wurde die Blechtrommel selbstverständlich so vernebelt, dass die Kellnerin - nach Luft ringend - schließlich das Fenster öffnete. Vorher tastete Bärbel sich aber bei der "Fahrt" durch den Nebel hindurch, schuf Carlder damit Wände, und legte WoSch Sonett, Haiku und eine "Gestalt" zum Thema vor. Mayas "Nebel-Leben" bot viel Suppe und Realität, Christoph hielt sich nah an eine Blechtrommel-Hinterzimmer-Zustandsbeschreibung. Sogar Schlappy hatte einen Anflug von Nebel in ihrer Duschgeschichte (an der sich nicht alle erwärmen konnten ;-) eine Nebelblindheit wurde von Gipsy hervorragend rübergebracht - nur von Nicole und Klaus steht die Hausaufgabe noch aus. Bei dann geöffnetem Fenster lies WoSch eiskalt den Winter vordringen, trug Gipsy einen sehr gelungenen Sem;kolon-Einstiegstext vor, brachte Carlder ein Gemüsegedicht auf den Tisch und brach Nicoles "Traumfischerin" auf. Weiter ging es mit zwei Teilen von Chrizzys Städtegeschichte, die allenthalben lobend (und ob der unerwarteten Perspektiven, auch überrascht) gewürdigt wurde. Weit nach Mitternacht gab Maya noch einen Tip, wie man Nachbarinnen von der eigenen Türklingel fernhält. Der Abend war prall gefüllt mit Kurzweil (der Blick auf die Uhr überraschte alle Anwesenden), und die Blechtrommel wird wohl weitere zwei Tage mit der Entsorgung der "Hausaufgabe" beschäftigt sein... NeueHausaufgabe: Ein Spiel aus Selbst- und Fremdwahrnehmung. Spruch des Abends: "Alles ja schön, aber... der Inhalt erschließt sich mir gar nicht."
TeilnehmerInnen
am 11.03.:Maya, Nicole, Bärbel, Klaus, Carlder, Christian, Wolfgang und
Christoph (mit der "Popperfrisur"). Gipsy und Schlappy wurden offensichtlich
vermisst. Texte über Texte füllten den Abend, bis die AutorInnen müde nach Hause
"krochen". Mit seinem Text von der Schilderung einer Prüfungssituation
löste Carlder excellent die Hausaufgabe. Christians Lösung war ein Gedicht, das
im Zoo spielte. Er und Nicole reichten auch ihre "Nebel-Hausaufgaben"
nach. Letztere überzeugte durch ihren "Kürzesttext" "Expo 2000".
Klaus ließ in "Schattenwurf" einen (münsterischen) Radfahrer verenden.
An die aktuelle Hausaufgabe machte sich Maya mit einer stimmungsvollen Zugfahrt
und, in einem zweiten Text, beim sensuellen Sonnenbaden mit viel Einbildungskraft.
Bärbel vermurkste eindeutig die Aufgabenstellung. In einem zweiten Text glänzte
sie aber bei der Schilderung einer Warteszene in einem Flugzeug. Die Gruppe machte
hier noch einige Verbesserungsvorschläge. "Popper" Christoph verfehlte
die Aufgabe, lieferte dennoch einen guten Text, der nur etwas Startschwierigkeiten
hatte, Mißverständliches beinhaltete und deshalb vom Autor noch mal remixed &
remastered wird. Christian erheiterte mit Wildhüter Teil 8. Das Werk des "Meisters"
umfasst schon knapp 100 Seiten! Wir frohlockten! Neue Hausaufgabe: "Frühling"
(Möge er endlich kommen!!!)
Spruch des Abends: Christian: "Möchte einer
ein Pullmoll?" Christoph: " Du mit Deinem Pullmoll! Die kannst du dir
in den A**** [zensiert] schieben!" Christian: "Was glaubst du, wo die
her kommen?"
Anwesend
am 22.04.: Maya, Christoph, Carlder, Christian, Klaus und (Überraschung!)
Gipsy und Schlappy. Sieben Autor'n, Männern und Frau'n, Nicht- oder Raucher, Fleisch-
oder Käseesser (wer weiß das schon?) katholisch, evangelisch oder ausgetreten/weggetreten,
legten Hausaufgabenthema und nächstenTrefftermin fest, besprachen und kritisierten
Texte.
Klaus muss seine Hausaufgabe "Frühling" nachreichen, las
aber immerhin einen SommerSonneStrandundMeer-Text vor. Christoph glänzte mit einem
Anti-Frühlingstext, Maya entfernte blumig einen beim Frühjahrsputz störenden Herrn,
Carlder lies einen Romantiker für das erste Lächeln des Frühlings danken, Christian
plädierte für den weiblichen Artikel vor "Frühling", Gipsy erarbeitete
eine gelungene Frühlingsimpression, Schlappy brachte nach verregnetem Frühlingsanfang
die herbstliche Wendung (kritisiert wurde die Ausführung, nicht die Idee!). In
Christians Wildhüter (Teil 9) wurde dann offenbar, dass Mann (Steffen) einen "sportlichen
Fahrstil" besitzt und Frau (Katja) unter "Verbal-Diarrhö" leidet.
Und schlußendlich legte Christian noch zwei seiner Cartoons vor. Dann wurde die
Lesung im "Olymp" besprochen und das Ende des Treffs mit der neuen Hausaufgabe
eingeläutet: Thema "Papst" (Och neee... ) (DOCH!)
Spruch des Abends
von Klaus: "Äh... ich bleib' jetzt nur hier sitzen."
Christoph saß
dann am 20.05. unfreiwillig eine beängstigende halbe Stunde ALLEIN unter Frauen:
Maya, Nicole, Bärbel, Schlappy und Gipsy, dann kamen erst die Männer Carlder und
Christian.
Für die Lesung im Olymp wurde die Reihenfolge der Lesenden, Bühnenaufbau,
Moderation und Aftershow besprochen sowie Werbemittel begutachtet. Die neunte
Hausaufgabe "Papst" wurde sehr unterschiedlich gelöst: Zwei Gedichte
(von Christian und Carlder) thematisierten die Moneten, die ein Mann ohne Taschen
an der Kleidung so anhäufen kann. Ein Gedicht von Nicole monierte die Hausaufgabe
selbst. In Mayas Text wurde er zum Kosename für’s männliche Genital. Ungelöst
blieb die Aufgabe von Bärbel, die eher ihre Vergangenheit in Bolivien aufarbeitete.
Schlappy entdeckte die Piper mit Automatischem Propeller Solar Turboantrieb -Genial!
Gipsys Gedichtversuch über den Inhaber des Hlg. Stuhls blieb in Reim- und Formfehlern
stecken. Christoph verfasste eine Erzählung, in der Papst und Antichrist paktieren.
Weitere Texte: die nachgereichte Frühlings-Aufgabe von Nicole über eine Frau,
die bewusst den Herbst „golden“ erleben will; Maya vermittelte in vier kleinen
Sätzen absolute Heimatlosigkeit, Gipsy lieferte einen satirischen Bericht über
eine „WALDI“ Einkaufsjagd, die aber noch überarbeitet werden sollte. Christian
- mit älterem Papstgedicht, 30-Dichter-Gedicht, Gedicht über ein Ekel und "Was
„Frauen wollen, aber Männer wünschen" und dem Anfang des letzten Kapitels
„Wildhüter“: lieferte so auch den Spruch des Abends: "... ich glaube, ich
litt unter Verbal-Diarrhöe..."
Neue Hausaufgabe: „Bier“
Am 11.06. fand statt der Lesung "Ausnahmen-Zustaende" (das "Olymp" konnte wegen eigener finanzieller Schwierigkeiten kurzfristig die vorgesehenden Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung stellen) ein außerordentliches Treffen - nicht in der Blechtrommel - statt. Dabei: Gründervater Dieter und Frau Dani, Klaus, Christian, Christoph, Carlder, Maya, Gipsy und Schlappy und Nicole. Es gab einen Rückblick auf die vergangenen Sem;kolon-Jahre, aktuelles wurde besprochen und an Gründungsziele und -wertvorstellungen der Gruppe wurde erinnert. Klarzustellen war aus aktuellem Anlass, dass bei Sem;kolon ein "Literaturanspruch" nicht definiert worden ist und auch zukünftig jeder selbst Schreibende - wie "qualitativ hoch- oder minderwertig" seine Werke auch dem einzelnen Autor erscheinen mögen, jederzeit freien Zutritt zur Gruppe hat. Der Abend endete spät und es wurden Konsequenzen gezogen.
Am
15.07. um Punkt acht in der Blechtrommel erschienen: Maya. Ein halbes Stündchen
verspätet kamen Gipsy und Schlappy. Maya legte ihre Lösung der Hausaufgabe "Bier"
vor, die von den Anwesenden als -detailgetreu beobachtet- gelobt wurde. Für ihren
längeren Text über einen einmaligen Montagmorgen erhielt sie einige wertvolle
und umsetzbare Korrekturvorschläge. Gipsy`s Gedicht "Zeit" wurde als
akustisch wie auch visuell gelungen und treffend umgesetzt, bewertet. Der Abend
in kleiner Runde war lust- und lauschig. Neue Hausaufgabe: "Leere".
Spruch des Abends: "Sem;kolon überlebt. Alles !"
Am 19.08. in der
Blechtrommel war die holde Weiblichkeit mal wieder in der Überzahl (was bekanntlich
nicht am Erscheinen der Frauen, sondern am Wegbleiben der Männer liegt!) Anwesend
in der Blechtrommel: Maya, Carlder... und neu: Angelika !
Nur Maya hatte die
Hausaufgabe dabei, die konstruktiv verrissen wurde - dennoch aber verbesserungswürdig
erschien. Angelika präsentierte "3-2-1-meins" mit der prickelnden Lösung
einer Gewissensfrage. Für das Ende ihres Textes wurden dann noch einige interessante
Variationsmöglichkeiten diskutiert. Carlder las Iris' "Mila II" - leider
aber (aufgrund der schon fortgeschrittenen Zeit) nur drei Seiten - was von den
Anwesenden mehr als bedauert wurde: Fortsetzung ist unbedingt erwünscht !!! Der
Abend war mehr als spannend und abwechslungsreich. Spruch des Abends "Sem;kolon
soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen..."
Neue Hausaufgabe:
"Kopfschmerzen".
Im
Hinterzimmer der Blechtrommel fanden sich am 16.09. ein: Jutta (zum ersten
Mal), Axel (zum ersten Mal) und Christoph (mal wieder). Nach dem Kennenlernen
trug zunächst Jutta engagiert den ersten Text vor. Es ging um einen Wicht, der
Herrn Fridolin besucht. Weiter ging es mit dem "Schmuddelhaus" von Axel.
Darauf trug Christoph seinen Text "Festival" zum Sem;kolonstichwort
"Leere" vor. Es wurde über das Schreiben diskutiert. Axel ist jemand,
der auch noch nach zwei Jahren an einem Text arbeitet, Jutta schreibt viel und
nimmt gerne an Internetschreibforen teil. Christoph schreibt's einfach runter.
In der zweiten Runde trug Jutta ihre "Drabbels" (Kurztexte mit der Beschränkung
auf 100 Wort-inklusive Überschrift) vor, Axel bot "Mit dem Taxi in Lima",
Christoph las zur Hausaufgabe "Bier" sein "Das erste Komplettbesäufnis".
Jutta fehlte an dieser Geschichte etwas - Christoph jedoch ging es bei der Umsetzung
um Abbildung von Realität.
Die Diskussionen, Kritiken und Anregungen hielten
ein freundliches, entspanntes und brauchbares Niveau. Den Rausschmeißer machte
Jutta mit "Die Geschichte eines Missionars", die einen schönen Abschluß
des Abends ermöglichte. Neue Hausaufgabe: "Fernbedienung"
Der
Abend des 14.10.: Anwesend - Maya, Angelika, Jutta, Axel, Christian, Carl
und Christoph. Die drei neueren bringen Sem;kolon zum Eigentlichen zurück:Texte,
Texte, Texte (kein Anspruch auf Vollständigkeit, es waren verdammt viele): Axel
konstruierte mit "Strategie" zum Thema Fernbedienung einen verwickelten
Plot. Außerdem trug er einen Text über schöne Füße im Treppenhaus vor. Angelikas
"Mother's Finest" war handwerklich gut gemacht und handelte von einem
Telefonat zwischen Mutter und Tochter. Carlder brachte eine Leseprobe, bei der
es uns kalt den Rücken runter lief. Jutta löste die Aufgabe mit einer Sequenz
über eine Unsichtbare, zudem verfasste sie ein englisches Gedicht, aus Spam-Mail-Betreff-Zeilen.
Christoph reichte seinen Kopfschmerztext nach, der verschiedentlich diskutiert
wurde - die Meinungen gingen in Richtung Hardcoresingle-Bekenntnis. Maya und Christian
lösten die Fernbedienungsaufgabe thematisch gleich: Als ferne Kellnerin. Er in
Gedichtform - Maya als Shortstory. Ihr zweiter Text "Maßnahme" war Lösung
der Kopfschmerz-Hausaufgabe. Auch die Hausaufgaben Leere und Bier wurden von Christian
gelöst. Doch wie immer verdiente "Der Wildhüter" die meiste Aufmerksamkeit
und wurde als Bonbon zum Schluß präsentiert. Kapitel 10 bis 12 schließen die "Heldentaten"
von Katja und Steffen ab. Christian bekundete, nun etwas Ernstes schreiben zu
wollen - was ihm so richtig keiner abkaufte. Jutta stahl mit ihrer niederrheinischen
Frohnatur Carlder diesmal die Schau. Es war eine homogene Runde, in der alle auf
ihre Kosten kamen. Was wieder blieb, war ein vollgequalmter Raum, den der Katastrophenschutz
versiegelte...
Spruch des Abends: "An dem Tag hatte ich Schwierigkeiten
mit dem Komma." Neue Hausaufgabe: Ahhh (als Ausruf mit variabler Anzahl von
a's und h's)
Als Quadrilogy am 11.11. erschienen: Angelika, Axel, Christoph und Carlder. Christian wurde vermisst und Jutta fehlte als niederrheinisches Pendant und Sprechbremse für Carlder... Die sem;kolonische Quadrilogy heizte mit Texten ein und qualmte den Raum voll, dass es eine wahre Freude war. Angelikas Lösung der Hausaufgabe "Ahhh" war das Ende eines "Notfalls"; Carlders "Ahhh" - ein "Aarrghh" - lies alle Deutungen offen und riet dem Leser: Denk selber! Christophs "Ahhh" tauchte innerhalb einer verschmitzten Jugenderinnerung in der Musik von PinkFloyd auf. Das "Ahh" von Axel, ein "Argh", schilderte die Erfahrungen eines DJs, die, wie Axel bemerkte, zum Teil sehr autobiographisch sind. Die Quadrilogy brachte durchweg sprachliches auf hohem Niveau, kritische Verbesserungsvorschläge wurden ausgetauscht. Nur Christoph wollte zwei Passagen in einem seiner Texte nicht umstellen, so sehr sich auch die anderen den Mund fusselig redeten. Nach der Pflicht die Kür von Axel und Christoph: Axel präsentierte eine wunderbare Satire über Politik und Hilfe für Krisengebiete mit dem Protagonisten "Herbert Schüsselbein". Die von den anderen nicht erkannte Provokation in "Innere Werte" und "Lebensbilder", die entstünden, wenn die Welt nur noch drei Jahre existierte. Auch Christoph brachte mit "Tag Null" Endzeitliches mit sehr dichter Atmosphäre, das nachdenklich stimmte und gelobt wurde. Er erzählte mit "Einen Weihnachtsbaum für Oma Elsbeth" noch eine ältere Geschiche, die er demnächst vor Publikum vortragen wird und die hier als gelungen eingestuft wurde. Um Mitternacht löste sich die Quadrilogy auf. Zurück blieb ein vollgequarzter Raum mit einer Halbwertzeit von mindestens drei Jahren. Neue Hausaufgabe (von Axel): "Lichtblick".
Letztmalig
in 2005 am 09.12. anwesend: Angelika, Axel, Christian und Christoph, der
den Abend voll abwechslungsreicher, unterschiedlicher und interessanter Texte
mit dem "Lichtblick" eines Büromenschen eröffnete: Nach ärgerreichen
Arbeitstagen erwarten diesen die Krautwickler daheim. Der Schöpfer des Stichworts
- nämlich Axel - hatte bemerkenswerterweise keine Lösung zustande gebracht. Dafür
brillierte Angelika mit einem pummeligen Mädchen, das der Bulemie verfällt, einen
Selbstmordversuch knapp überlebt und das Licht am Ende des Tunnels sieht. Die
Gruppe kritisierte eine Stelle als nicht glaubwürdig. Christian hatte Weihnachtsgedichte
- auch das schon bekannte, herzerwärmende Weihnachtsmarktgedicht - dabei, beteuerte
aber, er habe kein Problem mit Weihnachten. Sein "Lichtblick" bot sich
dennoch in der Überlegung eines Mannes, sich beim Holzhacken von Gliedmaßen zu
trennen, um zur ersehnten Weihnachtsruhe zu kommen, die die Verwandtschaft sonst
vereiteln würde. Der "Wildhüter" zeigte sich um das Kapitel "Muttiert"
erweitert, in dem Steffen seine Mutter besuchen muß. Ein Text voll witziger Einfälle
und Beobachtungen, die reinste Wahrheit sind, und nichts als die Wahrheit... Angelika
brachte einen Text über Lichtblicke aus einer ihrer AnthologieVeröffentlichungen.
Zwar ein gut geschriebener Text über eine Alltagsbegegnung an einem grauen Novembertag
und mit "Elvis" in einer roten Ente, jedoch für Christoph viel zu brav,
so dass eine Diskussion - über angepasstes und extremes Leben auf der einen, und
kleine, nette Dinge, die auch ihre Berechtigung hätten, auf der anderen Seite
- entbrannte. Schließlich beendete Axel mit dem ersten Kapitel seines gut gemachten
und zum weiterlesen einladenden Romans die Runde. Bemängelt wurde nur, dass bestimmte
Grübeleien des Protagonisten an so früher Stelle nicht passten. Kapitel 2 gibts
beim nächsten Treffen.
Das Hinterzimmer der geschätzten Blechtrommel bot gerade
mal zwei Tische, an denen die Autoren sitzen konnten. Vielleicht sind die anderen
zur Nikotinentgiftung... Neue Hausaufgabe: "OlgaWolga" oder "WolgaOlga"
...






2006 (15 Jahre Sem;kolon):
Am
20.01. versammelten sich Angelika, Carlder, Christoph, Christian, Jutta,
Axel und erstmalig Peter (von Angelika mitgebracht). Zunächst wurden die Hausaufgabentexte
zu OlgaWolga vorgestellt. In Anbetracht dessen, dass das Thema ja von einigen
mit wenig Begeisterung aufgenommen worden war, kam eine überraschend große und
vor allem vielseitige Sammlung an Texten zu Stande. Alles begann mit Christoph
(der das Thema eingebrockt hatte, um genau diesen Text schreiben zu können) und
einer gestrengen polnischen Busfahrerin mit blonder Günstigfrisur und Familie.
Ein humorvoller Text, der positiv aufgenommen wurde. Carlder brachte eine Frontliebe
mit "Der Deutsche Der Winter Die Wolga und Olga" mit überzeugendem Spannungsaufbau
und dichter Atmosphäre. An Jutta's Aufgabenlösung über die Begegnung einer Lesbe(?)
mit einer in Deutschland gestrandeten Russin wurde der zu plötzliche Sinneswandel
der Protagonistin bemängelt. Axel's Text als Beschwerdebrief an einen Ehevermittler
sorgte für wohlwollendes Schmunzeln, und Angelika überraschte mit einer Reihe
von Limericks "Olgas Vollgas", Auch Christian überraschte - allerdings
mit einem ernsten Text, in dem der Klassenkamerad einer Selbstmörderin sich Vorwürfe
macht...
Dann wurde das zweite Kapitel von Axels Romans "Dämmerung"
vorgestellt, Carlder las sein Gedicht "Turmlauf", das allgemein überzeugte,
Jutta stellte die Vampirgeschichte "Tschardasz und schwarzer Samt" vor
und, bevor sie den Abschluß des Abends mit dem "Bundesbahnblues" einläutete,
referierte Christian noch über den nicht ausgebrochenen Frühling und die Schwierigkeit,
gelungene Enden für Geschichten zu schreiben. Nächste Hausaufgabe: "Unsichtbar"
Die
Hütte war am 20.02. warm und trocken. Daran erfreuten sich Angelika, Jutta,
Peter, Axel, Christoph und Carlder.
Vermisst wurden Maya und Christian. Nach
kurzen Erörterungen über Be-,Über- und Unempfindlichkeiten von Autoren im Allgemeinen
und Axel im Besonderen, gab Carlder den Denkanstoß Sem;kolon-Autoren (endlich!)
auf Platte zu bannen. Interessiertes Gemurmel allerseits. Christoph setzte dazu
den Schlusspunkt mit der Zusage, sich um einen Studiotermin beim Radiosender zu
bemühen. Kurz angerissen wurde noch das Thema erste Lesung 2006, wann-wo? Einhellige
Meinung dazu: Zuerst Sender- und Studioaufnahme abgehakt wissen. Stellvertretend
für den leider wirklich unsichtbaren Christian, gab Carlder dessen Text "Rau
Reif" zum Besten. Pietätvolle Anteilnahme von allen. Christoph stellte sich
in seiner Lösung der Hausaufgabe erfolgreich der Problematik leichter Korrekturarbeiten,
auszuführen von Reisenden im Zeitkontinuum. Danach folgte Jutta mit einem Beitrag
über "unter die Haut gehende" Momentaufnahmen. Beide Arbeiten wurden
als bemerkenswert eingestuft. Peter kam mit einem Engel, der immer zu schnell
für andere war und nicht sehr anspruchsvoll, wenn es um den Genuß von Kaffee ging.
Die Idee wurde für gut befunden, an der Umsetzung gab es kleine Mängel. Carlder
ließ ein junges und ein altes Pärchen sichtbar und ein kleines Mädchen unsichtbar
werden. Axel und Angelika entzogen sich der Hausaufgabe mit knappen Worten (wobei
die von Angelika sympathisch amüsant waren...)
Zum guten Ende kamen Axels
Bemühungen, eine dörfliche Gemeinschaft, via den modernen Segnungen der Eisenbahn,
mit der Kreisstadt zu verbinden. Es gab da nur ein, klitzekleines, Problem mit
dem Fahrkartenautomaten...Alles in allem: Daumen rauf!
Sprüche des Abends:
Axel: "Zeig mal!" Carlder: "Geh mal dahin, ich brauch ein Zielobjekt."
Angelika zu Carlder: "Der Salat steht zwischen uns." Hausaufgabe für
das nächste Mal: Plätschern.
Am
17. 03. leitete ein sprudelnder Wasserfall (der einzelne Autoren etwas
ins Schwimmen zu bringen schien) den Abend mit dem Thema "Plätschern"
ein. Dabei: Marianne (das 1. Mal), Axel, Christian, Christoph, Carlder, Maya und
als "Der potentielle Leser": Frank. Vermisst wurde Jutta (und der vierte
Tisch).
Eingeleitet wurde der Treff mit Mariannes 1. Seite eines Romanes,
der den Tisch spaltete: in einen Teil, der konstruktiv kritisierte und einen anderen,
der jegliche Kritik versagte. Nach Besprechungen zur anstehenden ;-CD lies Carlder
machtmachende Worte in loser Gedichtform plätschern. Danach bot Axel "Brot
und Spiele", lies aber die Ursache seines Plätscherns im Dunkeln, was gelobt
wurde. Christoph brachte ein altes Plätschern mit, legte jedoch mehr Wert auf
die Beachtung der Historie dieses Textes, was daraufhin kontrovers diskutiert
wurde. Christian bot eine neue mordsmäßige Badewannen-Story, der lobende Würdung
zuteil wurde. In Mayas Geschichte fehlte das Plätschern völlig, dennoch wurde
der Text als handwerklich sehr gelungen und das Thema als gut umgesetzt von allen
gelobt.
Am späteren Abend stellte Christoph noch die von ihm vorgesehenen
Texte für die CD zur Auswahl und -ebenso wie Axel- vor.
Neuling Frank wurde
verpflichtet, das nächste Hausaufgabenthema vorzugeben, "Sommer" fand
aber - weil zu 'unspezifisch' - eher nicht so den rechten Beifall der Autorenschaft.
Am
21.04. erstmalig anwesend: Katja (nein, nicht Steffens !) Weiter bevölkerten
die Blechtrommel: Chrizzy, Christian, Angelika, Peter, Jutta, p.L. Frank, Maya
und (später) Axel. Carlder wurde vermisst (insbesondere in seiner Eigenschaft
als Juttas Sprechbremse) Zunächst wurden Neuigkeiten und Details zum Produktionsstand
der CD erörtert; dann gab es die Lösungen zur Hausaufgabe "Sommer":
Chrizzy verbrachte ihn im Kühlhaus, Maya im Stau auf der Autobahn, Christian lieferte
zwei Gedichte zum Thema ab. Angelika's Story, in der die Protagonistin auf der
Couch der Trostworte:"Nächsten Sommer..." gedachte, lieferte die Vorlage
für Chrizzys Wortschöpfung "Männerfäule". Da Axel, Peter, Jutta und
Katja keine Hausaufgaben zu bieten hatten, nutzte Christian noch die Gelegenheit
zum Vortrag eines weiteren Kurz-Krimis, der bei allen Anwesenden großen Gefallen
fand.
Alle Texte wurden konstruktiv kritisiert und gewürdigt. Während einer
Diskussion zur Notwendigkeit des berühmt-berüchtigten Sem;kolon-Nebels ("Rauchen
muss nicht sein, aber Kacken schon...") erntete folgender Spruch des Abends
Gelächter von Rauchern und Nichtrauchern: "Passivkacken gefährdet aber auch
die Gesundheit". Katja (erklärte "Quoten-Ossi/In" des Abends")
erntete abschließend noch den allergrößten Jubel für das neue Thema der Hausaufgabe:
"Tagebaurestloch". (Danke, Katja!)
Den
12.05.
in der Blechtrommel genossen bei sommerlich warmen Rauchschwaden: Angelika, Peter,
Axel, Frank, Maya, Carlder, Chrizzy und Katja. Zunächst wurde der Stand der CD-Produktion,
sodann von Chrizzy und Carlder vorgelegte Entwürfe des Labels eingehend diskutiert
und Verbreitungswege besprochen. Danach trug Stichwortgeberin Katja vier Lösungen
der Hausaufgabe "Tagebaurestloch" vor, die eingehend reflektiert, diskutiert
und kritisiert wurden. Axel nahm in seinem Tagebaurestloch die Geschäftspraktiken
und Einstellungstests einer "Suspekta GmbH" satirisch unter die Lupe
und Peter legte zum Thema eine Gedichtzusammenstellung vor, die sich mit der Phonetik
der Worte Tage Bau Rest und Loch gekonnt auseinandersetzte. Angelika erntete für
ihre vorgelegte - mit Bravour gleich mehrfach gelöste ! - Hausaufgabe einstimmige
Bewunderung. Verbesserungsvorschläge gab es dafür dann erwartungsgemäß keine mehr,
jedoch war den Autoren (Chrizzy, Carlder und Maya), die keine Lösung liefern konnten,
damit klar, das deren Musen wohl einen einträglichen Nebenjob bei Angelika angenommen
hatten...
Christoph beschrieb noch "Chrizzy's Kampf gegen die Welt"
und Peter vergab als neues Stichwort das Thema "Entscheidung".
Spruch des Abends: "Das ist Frauenpsychologie, das versteh' ich auch nicht"
- "Das kommt vielleicht dann im 2. Teil..."
Für ein paar Sem;koloner
endete der Abend verschwitzt am Kickertisch - hier wurde dann mal verloren oder
auch mal nicht gewonnen...
Ein
lauer Sommerwind wehte am 16.06. in die Blechtrommel: C. Nachtigäller,
Peter, Angelika, Frank, Maya, Axel, Carlder, C. Aschenbrenner und den Poetry-Slam-Gewinner
Christian Feischen. Zunächst verteilte Carlder die CD-Bestseller an die Besteller,
dann gings an die Hausaufgaben. Christian N. legte sein Tagebaurestloch vor und
kommentierte die Thematik im direkten Anschluß mit einem gedichtlichen Wunsch.
Es folgten Entscheidungen: Christian N. traf nach komplizierten schlicht eine
einfache, Peters Disponent entschied sich zu gehen, während Angelikas Protagonist
in seiner eigenen Welt bleiben wollte. Der neue Christian (F.) entschied sich
für eine konjunkturelle Zuversicht, WÄHREND Axel sich entschlossen hatte, sich
zwei Seiten lang der Thematik zu verweigern, was von einigen mit Unverständinis
kommentiert und von Maya als "vertane Zeit" kritisiert wurde. Den Vogel
schoß diesesmal C.A. mit "Die Neue" ab. Es wurde vorgeschlagen, diesen
Text als Sem;kolon-Einstiegswebseite" zu publizieren. (Entscheidung des Autors
darüber steht aus.)
Dann folgte die Kür mit Angelikas "Pocke" einem
WM-Gedicht - frei nach Schillers Bimbam, Christian N.s Fjord-Mord (dessen klitzekleiner
Fehler eines fehlenden Motivs bemängelt wurde) und der 2. Teil von C.A.s "Chrizzys
einsamer Kampf gegen die Welt" der auch den Spruch und Lacher des Abends
inspirierte: "Wirklich ein stark autistischer Text"...
Es steht
zu vermuten, dass das nächste Hausaufgabenthema: "Eine erotische Geschichte"
von mindestens einem Autoren bereits in der Nacht gründlich recherchiert wurde...
Am
14.Juli 2006 fanden sich in der Blechtrommel ein: Angelika, Peter W., Axel,
Christian F., Christoph - die anderen: verloren im Nirwana. Dezente Erotik in
den Hausaufgabentexten: Musik-lieb-haber" von Angelika, "Bimbam"
von Peter, der einen sehr guten Text von allen gelobt ablieferte. Christians Text
mit Kniff, Axel fehlte einen Tacken mehr Erotik, und er sagte zu dem
männlichen
Part in Christophs Geschichte: "Der Typ ist ein Arschloch." Die lost
Members bitte ihre Texte nachreichen! Ein freundlicher, friedlicher Abend. Nächstes
Stichwort: "Hass" (schreibt man das so richtig nach der Rechtschreibreform?)
Termin: 11. August 2006. Es wurden Ideen zur nächsten Lesung diskutiert. Die meisten
waren der Meinung, daß ein Oberthema oder Motto mehr Publikum ziehen würde, und
Angelka betonte, daß die Texte Qualität haben müssten, und nicht wie einmal beim
Peperoni, wo sie und Peter Gast waren. Desweiteren bot sich Christian an, eine
Location klar zu machen, wo er den Wirt kennt. Termin sollte gleich, wenn möglich
im Oktober/November d. J. festgelegt werden. Auch könne er sich um die Werbung
kümmern. Christoph fiel ein Stein vom Herzen - ein Stein? Ein Gebirge!
Samstag,
9. August 2006.
Ortstermin für die Sem;kolonlesung. Es trafen sich Jutta, Christian F. und Christoph
mit dem Wirt der Kneipe "Eckstein's". Das Lokal ist an der Ecke Wolbecker
Straße / Sophienstraße. In der modernen und gediegenen Räumlichkeit werden wir
ein Mikrofon brauchen. Und Christian Feischen wird in den Pausen Klavier spielen.
Gregorios, der Wirt, möchte, dass der Eintritt frei ist. Den Leuten von Sem;kolon
hat die Location gut gefallen, und Gregorios freut sich auf unseren Auftritt am
9. November.
Am
11. August 2006 versammelten sich Christoph, Peter, Angelika, Christian
F. und Jutta. Da sich diverse organisatorische und zwischenmenschliche Probleme
angesammelt hatten, wurde ein großer Teil des Abends für die Klärung dieser Dinge
aufgebracht, bevor zur eigentlichen Textarbeit übergegangen wurde. Die Ergebnisse
in Kürze: Die Webadministration geht als Aufgabe an Christoph über, um die Arbeitslast
besser zu verteilen und jederzeit ein schnelles Reagieren auf dringliche Anliegen
zu ermöglichen, wird es einen Co-Administrator geben, der oder die im Notfall
einspringen kann. Als nächstes steht die Planung für die Lesung im November an
und es wurde beschlossen, dass alle zum nächsten Treffen Texte mitbringen sollen,
die sie auf der Lesung gerne präsentieren würden, damit eine gemeinsame Linie
gefunden werden kann. Den Anfang mit den Hausaufgabentexten zum Thema machte Christian
mit einem Text über eine frustrierte Lehrerin, der im Laufe eines Telefonats klar
wird, wen sie eigentlich für ihre Misere verantwortlich macht und gegen wen sie
ihren Hass richtet. Der Text wurde von allen als sehr nachvollziehbar und einfühlsam
empfunden, jedoch wurde vorgeschlagen, ihn noch um ein paar Kleinigkeiten zu erweitern,
die die Rolle des Direktors besser hervorheben. Christoph amüsierte mit einem
Text über die Schattenexistenz eines Sommerhassers, was eine Diskussion auslöste,
ob man in einem solchen Fall überhaupt von Hass sprechen kann, oder ob es sich
eher um ein abgemildertes "mag I net" Gefühl handelt.
Peter hatte
sich in seinem Text mit der Wut eines Fussballers über einen unfairen Mitspieler
und ungerechte Schiedsrichterentscheidungen auseinandergesetzt. Angelika verarbeitete
das Hassthema in einem Raptext, der durch Rhythmus und knackige Reime zu überzeugen
wusste. Jutta hatte sich geweigert, textmäßig zu hassen, stellte aber dafür einen
weiteren Text über Fussball vor. Auch Frauen gucken Fussball. Nur anders. Als
nächster Termin wurde der 29.9. vereinbart, Hausaufgabenthema ist "Narrenzeit"
29.09.2006.
Anwesende: Angelika, Peter W., Christian F., Christian N., Axel, Carlder,
Christoph. Erst organisitorische Angelegenheiten zur Lesung. Durch ein überzeugendes
Statement von Christian F. wurden die Bedenken an die Location ausgeräumt. Absprachen
über neuen Ortstermin, Beschallung, Bestuhlung, Plakatierungen, Motto und Texteauswahl
wurden getroffen. Christoph gab durch Schilderung von seiner Lesungsteilnahme
im Stadtweinhaus Impulse für künftige Sem;kolonlesungen. Bei der Textarbeit wurden
10 Texte und Gedichte und ein Cartoon vorgestellt. Peter Wobbes "Golf-Strom"
kam gut erzählt und mit Slapstickeinlage daher, stellte aber nicht ganz zufrieden.
Christian F.s "Die Entdeckung des Buchs Hugo" wurde als sinnfrei und
daher gut bezeichnet, ebenfalls wurde "Und jetzt alle" gelobt, es bliebe
einem das Lachen im Halse stecken, wenn auch noch weiter daran zu arbeiten ist,
wie ein paar Stimmen meinten. Angelikas "Zum Affen machen" erwies sich
als rundum gelungen, perspektivisch nuanciert erzählt.
Carlders Gedichte
"Narrenzeit" und "Gärtners Traum" bestachen durch Vollendung
von Form und Inhalt, was bei dem einen der feinsinnige Humor, war bei dem anderen
die schlichte Schönheit, die beeindruckte. Christophs Text "Die Lehrerin"
rief ob des Titels
Neugier hervor, verwirrte ob der Durchführung, konnte aber
wie auch sein "Stadtweinhaus" durch originelle Wendungen und Formulierungen
Freunde gewinnen. Christian N. glänzte mit der Ballade "Schützenfest",
einer neuen Szene aus dem "Wildhüter"
und einem Cartoon über das
Bein, das nicht ganz allein dasteht... Eine muntere Runde, die den Raum vollquarzte,
was aber nicht so zur Wirkung kam, denn das Fenster war oft lange auf... Neuer
Termin: 27. Oktober 2006. Neues Stichwort der Hausaufgabe: Rauchfrei. Wo war übrigens
Katja? Jutta war in Urlaub. Und Maya verhindert.
Mittwoch,
11. Oktober 2006.
Zweiter Ortstermin für die Sem;kolonlesung. Zusammen kamen Angelika, Axel, Christian
F., Christoph und von Ecksteins Gregorius und Peter. Wichtigste Information: Die
Lesung findet jetzt am Freitag, den 10. 11. statt!
Desweiteren wurden Entwürfe
für Flyer und Plakate besprochen, Standort des Lesepults und Klaviers bestimmt
(Angelika und Christian F. spielen live zwischen den Lesenden), und noch all die
anderen wichigen, unverzichtbaren Kleinigkeiten überlegt.
'"Das wird
schön", sagte Gregorius, der Wirt.
27.10.2006. Anwesend: Angelika, Jutta, Peter W., Christian F.,Axel, Carlder und Christoph. Wegen Krankheitabwesend: Christian N.Sem;kolon bereitete sich auf die Lesung im Ecksteinsvor.Werbematerial wurde verteilt. Anzeigen und Pressemitteilungen von einzelnen übernommen.Die Atmospähre war produktiv und harmonisch.Daher wurde eine zufriedenstellendes Programmfür die Lesung aufgestellt.Als einziger löste Christian F. die Hausaufgabe"rauchfrei" mit einem Text, der auch auf derLesung zu hören sein wird. Ebenso stellte Peter W.einen neuen Text vor, der auf die Lesung kommt.An beiden Texten wurden Verbesserungsvorschläge eingebracht. Axel und Angelika lasenauch Lesungstexte, die noch nicht jeder kannte.Dabei wurde unter realen Bedingungen geübt,denn bei Angelika rauschte das Personal derBlechtrommel in den Raum und die Autorin mußtemit den Irritationen fertig werden...Carlders Teilnahme an der Lesung ist noch offen,da sein Kommen von geschäftlichen Verpflichtungenabhängt.Christoph hatte eine Rezension zu einem Buchstatt einer Hausaufgabe geschrieben.Neuer Termin: 24.11.2006. Stichwort für die Hausaufgabe: "Besenschrank" (Stammt vom Thekenwirt...) Zum Abschluß haben vier Sem;koloner noch den Kickertisch gequält.
10.11.2006.
Die Kneipenlesung von Sem;kolon im Ecksteins war rundum gelungen.Es lasen: Christian
F., Peter W., Jutta, Axel, Christoph, Angelika und Christian N. (Als running gag
wurde Carlder mehrfach angekündigt, wenn er noch kommen würde - leider erschien
er nicht.) Musikeinlagen: Angelika und Christian F. spielten Klavier, einmal sang
Christian F. noch und Jutta ließ es sich nicht nehmen, zum Abschluß des Abends
ihren "Bundesbahnblues" zu intonieren. Gut 25 Gäste waren speziell für
uns gekommen, es gab aber auch noch einige, die nicht wegen uns gekommen waren.
Das machte eben das spezifische an einer Kneipenlesung aus, man hatte lediglich
selektiv die Aufmerksamkeit der Anwesenden, aber damit sind alle Autoren professionell
umgegangen! Axel machte gern und gut Begrüßung und Ansagen. Alexander Müller,
ehemaliger Mitarbeiter des Bennohauses, zeichnete das ganze Event digital
auf. Christoph sprach vor seinen Texten noch ein paar Worte zum 15jahrigen Bestehen
der Gruppe und was in diesem Jubiläumsjahr alles von uns geleistet wurde. Highlight
auf dieser Lesung waren Christian N.s Gedichte und wurden mit dem meisten Applaus
bedacht. Alle haben ihr bestes gegeben und waren mit dem Ergebnis gut zufrieden.
Da konnte man auch die Pannen mit den Ankündigungen in der Presse verschmerzen
oder alberne Ablehnung des traditonellen Sem;kolonpultes. Tatsächlich hat die
Gruppe in dieser personellen Konstellation noch nie zusammen gelesen, hat das
aber mehr als gut hingekriegt. Zur Aftershow blieben die Autoren noch lange da
sitzen, wo sie waren - im Eckstein's.
23.11.2006. Es trafen sich Christian F. und Peter. W. Die anderen hatte entweder die Grippewelle dahingerafft, oder sie hatten anderweitig zu tun. Neu: Vera und Meike. Texte: Christian F.s "Besenkammer" und Meikes "Stille" als Kurzprosatexte. Vera stellte das erste Kapitel ihres Kinder-/Jugendromans vor. Alles wurde ausführlich besprochen. Es wurde ordnungsgemäß geraucht und den neuen Trefftermin auf den 15. Dezember gelegt. Neues Stichwort: "Kinder"
15.12.2006.
Zum Ende des "Geschäftsjahres" versammelten sich folgende "Aufsichtsräte":
Maike, Vera, Axel, Christian F., Christian N., Carlder und Christoph. Neu: Andreas.
Den Anfang machte Carlder mit einem BesenkammerRAP. Mutig tonierte er Styles mit
den entsprechenden 4-Letter-Words.
Vera trug eine Kinder-Weihnachtsgeschichte
vor, die von Maria, Josef, Erzengel Gabriel und dem Jesuskind handelte. Der Text
wurde entsprechend gewürdigt und besprochen. Allerdings meinte Carlder: "Hier
sitzen nur Atheisten", und Christoph sagte, es hätte ihn gelangweilt.
Maikes Text zum Hausaufgabenthema behandelte eine sensible Angelegenheit: Eine
Frau hatte ihr Kind in der Schwangerschaft verloren. Der Text wurde nach Sem;kolonmanier
sprachlich zerpflückt.
Desweiteren lösten die Hausaufgabe: Axel, Carlder,
Christan F. und Christian N. Christian N. legte mit "Geschichten von Fritz"
gewohnt humorige Reime vor. Carlder (ver-)dichtete die Situation einer verlassenen
Schwangeren. In Christian F. s Text überlebte knapp ein Vater mit seinem kleinen
Sohn den Besuch bei einem schwedischem Möbelhaus. Hier wurden einige Verbesserungsvorschläge
laut. Axel schilderte eindrucksvoll die Spielsucht eines Jungen, der seine Spielekonsole
im Besenschrank vor seiner Mutter versteckt, wobei gleich die Hausaufgabe vom
letzten Mal mit gelöst war.
Christophs Text um eine gestörte Frau, die als
Kind missbraucht wurde, bekam Respekt, alle anderen wünschten sich nur, Christoph
würde noch an Fehlern und Sprache feilen, was er mit den Sprüchen kommentierte:
"Da schreibe ich lieber 'nen neuen Text" oder "Das ist Aufgabe
des Lektors!" Worauf mal wieder alle die Augen verdrehten. Vera wusste von
ihrer Erfahrung mit Lektorinnen zu berichten, und dass diese sehr streng seien.
Andreas warf ein, dass es wohl schwierig sei, einen heruntergeschriebenen Text
noch mal zu überarbeiten, worauf Axel meinte: "Das mache ich 100 mal."
Notiz am Rande: Christoph zu Carlder: "Halts Maul!" Axel verstummt.
Christoph zu Axel: "Dich meinte ich nicht." Axel zu Christoph: "Das
wäre mir auch egal."
Axel präsentierte eine spannende Geschichte, in
der es um eine Flucht in die Wüste ging, wobei nicht ganz klar war, wovor der
Flüchtende flüchtete, was neugierig auf mehr machte. Der Text bekam gute Kritiken
und es stellte sich heraus, dass es der neue Anfang eines Romans von Axel war,
den die meisten schon kannten und nicht viel mit anfangen konnten.
Andreas
brillierte mit kaberettistischen Texten, gekonnt vorgetragen, die halt Performance-Literatur
seien und daher "nicht aufs Papier passten".
Christian F. brachte
noch einen am Nachmittag in einem Tonstudio produzierten Song mit, den er komponiert
und gesungen hatte. Und Christian N. machte das Schlußwort mit dem Gedicht über
die Einkaufsqual am 23. Dezember.
Neuer Termin (im neuen "Geschäftsjahr"):
19. Januar 2007
Stichwort: Gegenüber
Autorengruppe
Sem;kolon in Münster
Treffen,
Lesungen, Veröffentlichungen, Website
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