SeHT-NRW

09. 11. 2006

Neu: Das Gehirn reagiert auf Beziehungserfahrun- gen

Abgelegt unter: Teilleistungsschwächen — SeHT @ 01:46

Lassen sich Entwicklungen aus negativen Beziehungserfahrungen korrigieren?

In einem Beitrag in der FAZ vom 6.11.2006 S.10 „Zappelig, gewaltbereit und ängstlich“, „Die möglichen Ursachen und Vorbeugungsmaßnahmen gegen Hyperaktivität bei Kindern“ geht die Journalistin Heike Schmoll anlässlich einer Internationalen Tagung am ersten Novemberwochenende 2006 in Frankfurt/M auf neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse zu den Ursachen von ADHS ein.

Mit modernen bildgebenden Messverfahren an unterschiedlichen psychiatrischen Störungen habe man festgestellt, dass im Gehirn auch Beziehungserfahrungen zu Umstrukturierungen in den neuronalen Netzen und Schaltungen der Synapsen führen; und zwar bei Kindern und Erwachsenen.

Sollten sich durch therapeutische Beziehungserfahrungen, durch die das Hirn neue Strukturen aufbaut, frühere Fehlentwicklungen korrigieren lassen?

Es ist klar geworden, welche Bedeutung die Beziehungen zu den Eltern für die Entwicklung der Hirnstruktur des Kindes haben.
Therapeutische Projekte müssen deshalb die Eltern mit einbeziehen. Sie sollen zu sicherem Bindungsverhalten in berechenbarem Umgang in angenehmer Umgebung angeleitet und unterstützt werden.
Ziel ist: die Kinder sollen Vertrauen in ihre Selbststeuerung, Affektkontrolle und soziale Beziehungsfähigkeit entwickeln.

Erzieherinnen, die auch ihre Hilfe anbieten, sollen dafür eine entsprechende Weiterbildung erhalten. Das Ganze unter psychotherapeutisch fundierter Supervision.

Kinderpsychiater bezweifeln, dass die Hyperaktivität vor allem auf Störungen des Hirnstoffwechsels zurückzuführen sei. Sie halten aus ihrer Praxiserfahrung bei 75% der Kinder mit Verdacht auf ADHS eine Therapie, vor allem eine mit Medikamenten, für nicht angezeigt.

Es fehle bisher an schulenübergreifenden Vergleichsstudien zwischen psychopharmakologischen, verhaltenstherapeutischen und psychodynamischen Behandlungen von Kindern und Jugendlichen.

Am Frankfurter Sigmund-Freud-Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie wurde unter der Leitung der Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber zusammen mit dem Städtischen Schulamt Frankfurt seit 2003 mit 500 Kindern in 14 Kindertagesstätten eine Präventionsstudie durchgeführt, die schon jetzt vorläufig davon ausgeht, dass es keine einheitliche Diagnose für ADHS geben könne. Hyperaktivität solle nicht primär in den als defizitär empfundenen Symptomen gesehen und behandelt , sondern in einem psychosozialen Ursachenzusammenhang wahrgenommen werden.
Die Hyperaktivität könne nämlich Ausdruck unbewältigter Traumata, besonderer Begabung, Reaktion auf eine depressive Mutter, kultureller Verschiedenheit, wie auch früherer Verwahrlosung u.s.w.sein.

Von dem Projekt erwartet man Aufschluss darüber, ob nach zweijähriger
psychoanalytischer Prävention die Anzahl der Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert werden muss, deutlich verringert ist.

Zu dem Präventionsprojekt wird auf die Publikation „ADHS-Frühprävention statt Medikalisierung“ hrg. von M.Leuzinger-Bohleber hingewiesen.

ADHS – Frühprävention statt Medikalisierung
Theorie, Forschung, Kontroversen
Hrsg. v. Marianne Leuzinger-Bohleber, Yvonne Brandl u. Gerald Hüther
Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 2 Bd.4
2006. 306 S.
Verlag: VANDENHOECK & RUPRECHT
ISBN: 3525451784
Preis:
Deutschland 34,90 EUR | Österreich 35,90 EUR

10. 07. 2006

Mitgliederversammlung Samstag, 18.11.2006 – Fachvortrag zum Asperger – Syndrom

Abgelegt unter: Archiv — SeHT @ 13:27

Einladung zur Mitgliederversammlung
Zeit: Samstag, 18. November 2006
Ort: Haus Mariengrund
Nünningweg 133
48161 Münster
Zeit: 10 bis 14.30 Uhr

Tagesordnung:
9.50 Uhr Stehkaffee
10.00 Uhr Begrüßung durch den Landesvorsitzenden
10.00 – 12.00 Fachvortrag: Dr.med Ingo Spitczok von Brisinski
Asperger – Syndrom AD(H)S /Teilleistungsschwächen / Hochbegabung
Diagnostik – typische Merkmale – Therapien

12.00 – 13.00 Mitgliederversammlung der Landesvereinigung SeHT NW
Interessierte Nichtmitglieder sind hierzu herzlich eingeladen

13.00 – 14.00 Imbiss im Haus Mariengrund

14.00 – 14.30 Traumtheater zeigt Ausschnitte aus dem neuen Stück “Promenadenmischung”

ab 14.30 Uhr Ausklang

09. 07. 2006

Teilleistungsschwächen – was sind Teilleistungsschwächen?

Abgelegt unter: Teilleistungsschwächen — SeHT @ 20:53

Fachleute sprechen von Teilleistungsschwächen oder umschriebenen Entwicklungsstörungen bzw. von Wahrnehmungsschwächen.
Sie werden zum Beispiel sichtbar an:
Lern- und Kontaktschwierigkeiten,
motorischen Problemen oder Konzentrationsschwächen,
Sprach- bzw. Sprechstörungen,
emotionalen Störungen.
Gleichzeitig können sich Menschen mit Teilleistungsschwächen durch Zuverlässigkeit, Beständigkeit und Hilfsbereitschaft auszeichnen und über qualifizierte Schulabschlüsse verfügen.
Leider werden wegen mangelnder Kenntnisse der Gesellschaft die Eltern aufgrund der kindlichen Verhaltensauffälligkeiten häufig unberechtigt als “Erziehungsversager” angesehen.

Betroffene Jugendliche umschreiben die Situation wie folgt: “Wir haben Schwierigkeiten, uns in der Öffentlichkeit, im Berufs- und Privatleben selbständig zurechtzufinden.”

Probleme können sein:
• Eigene Wünsche zu entwickeln und zu verwirklichen,

• Legitime persönliche Interessen durchzusetzen,

• Freunde zu gewinnen und die Freizeit zu gestalten,

• Schulische Anforderungen angemessen zu erfüllen,

• Mit Geld zurechtzukommen, seine Zeit einzuteilen,

• Einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden und zu halten,

• Selbständig und verantwortlich einen Haushalt zu führen,

• Einen Partner bzw. eine Partnerin zu finden,

Was versteht SeHT unter Teilleistungsschwächen (TLS)?

Es gibt keine eindeutige Diagnose für dieses Erscheinungsbild: Bei technischen Untersuchungen wie EEG oder Röntgenbild des Gehirns werden meist keine Abweichungen von der Norm festgestellt. Dennoch fällt das teilleistungsschwache Kind in seinem Verhalten auf. Insbesondere sind Auffälligkeiten in Bereichen der Wahrnehmung (optische, visuelle Wahrnehmung) festzustellen. TLS betreffen die komplexeren Leistungen des Gehirns in den Bereichen Motorik, Sprache, Denken, Schreiben, Lesen und können sich zeigen als:

Schwächen im Umgang mit Schrift und Sprache,
allgemeine Verlangsamung,
Isolierte Rechen- oder Schreibschwäche,
verzögerte Wahrnehmung,
Wahrnehmungsstörungen,
Schwächen im Bereich der Koordination, Fein- und Grobmotorik,
Verlängerung von Handlung, Entscheidung, Versuch und Irrtum,
motorische und psychische Unruhe,
mangelnde Fehler-Erkennung
Schwankende Aufmerksamkeit, Störungen der Konzentration,
erhöhte Ablenkbarkeit,
Verringerte Unterscheidungsfähigkeit,
verringerte Lernleistung,
Ungenügende Ökonomie bei komplexen Bewegungen ,
Probleme beim Umsetzen von verbalen Anweisungen und allgemeinem Nachmachen,
starke Schwankungen und Labilität der Leistungen.

TLS können als minimale Schwäche auftreten, die kaum wahrgenommen werden bis hin zu starken Störungen, mit dem Wert einer Behinderung. TLS können auch mehrfach auftreten, wobei mehrere leichte TLS sich zu einer schweren Behinderung potenzieren können.

Lit. Dr. med. Jörn-Uwe Droemann, in: Teilleistungsschwächen – ADS, Therapie und Pädagogik, ISBN 3-935545-03-7, März 2001, Schriftenreihe der SeHT, Bundesvereinigung

Landesvereinigung SeHT

SelbständigkeitsHilfe bei
Teilleistungsschwächen
Nordrhein-Westfalen e.V.

Fachtagung 2006

Abgelegt unter: Archiv — SeHT @ 19:22

Wir laden Eltern, Pädagogen, betroffene Kinder und Jugendliche herzlich ein!
Zeit: 21. /22. 10. 2006
Ort: KSI, Bad Honnef

Kosten: (Tagungskosten, Unterkunft, Verpflegung)
- Erwachsene: 125,00 €
- Jugendliche bis 17 Jahre u. Arbeitslose: 70,00 €

für SeHT – Mitglieder:
- Erwachsene: 70,00 €
- Jugendliche bis 17 Jahre u. Arbeitslose: 30,00 €

Kinder bis 3 Jahre und jedes 3. und weitere Kind einer Familie sind frei.

Tagessatz ohne Übernachtung: 50,00 €, SeHT – Mitglieder: 35,00 €

Programm:
Samstag, den 21. 10. 2006
09.45 Uhr Eröffnung
Treffen Teilnehmer AK 5 mit Dr. Katrin Brandl, (s. eigenes Programm).

Treffen Schüler- und Kinderbetreuung mit Hannah Klöfer und Kristin Bauerfeind im
Vortragssaal

10.00 Uhr Begrüßung, Grußworte: Waltraud Polenz, Schirmherrin SeHT e.V. u.a.

10.30 Uhr Darbietung: zur Situation der Betroffenen auf dem Weg in den Beruf

11.00 Uhr Vortrag: Auf dem Weg in den Beruf. Chancen für Menschen mit
Teilleistungsschwächen – ADHS
Referentin: Jurga Thies, Rehaberaterin Agentur für Arbeit in Köln

12.15 Uhr Vorstellung der Arbeitskreise

12.30 Uhr Mittagessen

14.30 Uhr Arbeitskreise

AK 1 Auf dem Weg in den Beruf. Chancen für Menschen mit
Teilleistungsschwächen – ADHS“
Jurga Thies, Rehaberaterin

AK 2 Schlüsselqualifikationen für den Berufseinstieg: Was wird erwartet?
Karl Gajewski, Dipl.-Psychologe, Realschullehrer

AK 3 Hilfen beim Start in Ausbildung oder Arbeit
Annette Klinkenbusch, Dipl.-Sozialpädagogin, Integrationsfachdienst Münster

AK 4 Wie finde ich als Jugendlicher heraus, wofür ich mich eigne?
(vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene)
Ingeburg Bellmann, Gymnasiallehrerin und Monika Pelz-Brambrink, Dipl.-Sozialpädagogin

AK 5 Workshop Musik
Dr. Katrin Brandl, Musik-Heilpädagogin, Troisdorf

Schülertreff und Kinderbetreuung ( Beginn bereits 9.45 Uhr)
Leitung: Hannah Klöfer mit Kristin Bauerfeind, Troisdorf

16.00 Uhr Kaffee, Fortsetzung der Arbeitskreise bis 17.00 Uhr

17.15 Uhr Markt der Möglichkeiten: Frag was! Sag was!
Gesprächsangebote zu individuellen Fragen mit Experten (Teil 1)

18.30 Uhr Abendessen

20.00 Uhr Markt der Möglichkeiten (Teil 2)

21.00 Uhr gemütlicher Ausklang

Sonntag, den 22. Oktober 2006

08.00 Uhr Gottesdienst (offenes Angebot)

08.30 Uhr Frühstück

09.30 Uhr Vortrag: Welchen Beitrag kann die Schule leisten bei Kindern mit TLS – ADHS
zur Vorbereitung auf Ausbildung/Beruf?
Referent: Hans-Adolf Hammermann, leitender Regierungsschuldirektor a.D., Remscheid

10.45 Uhr Erfrischungen

11.00 Uhr Vorstellung der Ergebnisse des Workshops Musik und des Schülertreffs

11.45 Uhr Fishbowl: Berichte aus den Arbeitskreisen
Moderation: Dr. Roman Nitsch, Dipl.-Psych., Leiter der Abteilung Kind, Jugend, Familie und der Psychologischen Beratungsstelle des Caritasverbandes Mannheim e.V.

12.45 Uhr Schlussworte zur Tagung

13.00 Uhr: Mittagessen, Ende der Veranstaltung

14.00 Uhr Offene Mitgliederversammlung Bundesvereinigung SeHT e.V.
Gäste sind herzlich eingeladen.
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Hinweise:
Die Tagung kann als berufsbezogene Fortbildungsveranstaltung durch die jeweilige Schulleitung genehmigt werden.

Informationen:
im Internet: http://www.seht.de, http://www.ksi.de

Fachliche Auskunft:
Dr. Walter Herrmann
Niedererdstr. 105, 67071 Ludwigshafen
Tel.: 0621/6 85 88 42
e-mail: tagung@seht.de

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Wir danken für die Förderung dieser Tagung durch die Selbsthilfe – Fördergemeinschaft der Ersatzkassen:
Techniker Krankenkasse, Kaufmännische Krankenkasse – KKH, Hamburg Münchener Krankenkasse, HEK – Hanseatische Krankenkasse, HZK – Krankenkasse für Bau- und Holzberufe, KEH Ersatzkasse, Gmünder Ersatzkasse

31. 12. 2005

Veranstaltungen 2005

Abgelegt unter: Archiv — SeHT @ 23:59

Im Juni 2005 feierten wir unser 10jähriges Bestehen.

Die große Radtour der Jugendlichen und Jungen Erwachsenen startete in Münster am 1. September 2005.

Bericht der WN:
SeHT-WN-2-sep-2005-begeistert-von stadt-voller-radfahrer

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