GRUSSWORT

Nicht nur für das kulturelle Leben Münsters ist die "Schanze" als freie Künstlergemeinschaft ein führender Begriff; in den Jahrzehnten ihres Bestehens hat sie sich trotz Krieg und Notzeiten Ruf und Ansehen der ganzen westfälischen Landschaft erworben. In Erweiterung ihrer ursprünglichen Aufgabe, jungen Talenten zum Durchbruch zu verhelfen und die Kunstwerke heimischer Künstler in der Öffentlichkeit bekanntzumachen, hat sie sich inzwischen zum Anwalt aller Gegenwartskunst gemacht und die Verbindung mit allen Sparten der Kunst aufgenommen. So stehen auf ihrem Programm neben dem Zimmertheater auch Dichterlesungen und musikalische Matineen. Die "moderne" Schanze dient nicht allein dem schöpferischen Menschen, sondern allen, die Kontakt mit der Kunst gewinnen und pflegen möchten. Die Vermittlung des Rüstzeugs für eine sinnvolle Freizeitgestaltung betrachtet sie als Verpflichtung jeder kulturellen Institution.

In unserer genormten Zeit, die auch Menschen schabionisiert, hat die "Schanze" damit eine unschätzbare Mission übernommen. Denn nichts kann uns besser vor dem Sog der Vermassung bewahren als die schöpferische Betätigung und die beglückende Empfindung, etwas, sei es noch so "einfältig", aus eigener Kraft geschaffen zu haben. Außerdem gehören zur fruchtbaren Entfaltung eines geistigen und künstlerischen Lebens nicht nur Künstler, sondern auch Freunde und Dilettanten, die Künstler für Kunst begeistert haben.

Im Namen der Landschaft Westfalen-Lippe spreche ich der "Schanze", der freien Künstlergemeinschaft e. V., zum Jubiläum ihres 40jährigen Wirkens herzliche Glückwünsche aus. Möge sie auch in Zukunft bleiben, was sie uns seit Anbeginn gewesen ist: ein Impulsgeber für unser gesamtes westfälisches Kunstschaffen.

Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

1958