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Ergebnis meiner Umfrage zum Thema “Stottern und Gesellschaft“ von Berthold Wauligmann, Havixbeck Es hat lange gedauert, aber jetzt kann ich es endlich präsentieren und kommentieren, das Ergebnis meiner Umfrage zum Thema “Stottern und Gesellschaft“. In den Jahren 2000 und 2001 befragte ich insgesamt 131 Personen, die in der Stotterer-Selbsthilfe aktiv sind (hauptsächlich TeilnehmerInnen von Hausdörfer- und Naturmethode-Seminaren und Mitglieder der Stotterer-Selbsthilfegruppen in Berlin, Coesfeld, Essen, Gerolstein, Hamburg, Lörrach, Münster und Osnabrück). Mein Dank gilt allen, die den Fragebogen ausgefüllt haben, besonders jedoch Hans Hörmann (Augsburg) und Ludwig Werle (Daun), die mich auch darüber hinaus unterstützt haben. Von den 131 Befragten waren 103 männlich (78,6 Prozent) und 28 weiblich (21,4 Prozent). Das oft genannte Verhältnis “männlich : weiblich = 4 : 1“ wird also auch hier bestätigt. Es erfolgte eine Aufteilung in drei Altersgruppen: 16
– 30-Jährige = 33 Personen (19 Männer und 14 Frauen) Frage 1: Konnten deine Eltern von sich aus offen mit dir über dein Stottern reden? Ja: 32,8 % Nein: 64,9 % Enthaltungen: 2,3 % Ein trauriges Ergebnis, selbst im Elternhaus ist das Thema “Stottern“ tabu! Über alles Mögliche wird zu Hause geredet, nur nicht über das für viele Betroffene größte Problem. Wie kann das Schweigen durchbrochen werden? Vielleicht indem Eltern und Kinder gemeinsam das Buch “Manchmal stotter ich eben“ von Eelco de Geus lesen und dann darüber sprechen. Auch TherapeutInnen können helfen: nicht nur Eltern beraten und Kinder therapieren, sondern sich auch gemeinsam an einen Tisch setzen und reden. Ich konnte bis zu meinem 21. Lebensjahr (!) mit niemandem über mein Stottern reden. Mit 16 Jahren schrieb ich einen 40-seitigen Brief an die Schlagersängerin Juliane Werding, natürlich anonym, weil mir alles so peinlich war. Sie sollte ein positives Lied über einen Stotterer singen ...
Ja: 20,6 % Nein: 27,5 % Weiß ich nicht: 51,9 % Von denen, die diese Frage mit “Ja“ oder “Nein“ beantworten konnten, fühlten sich 42,9 Prozent der Eltern mitschuldig am Stottern ihres Kindes. Dabei nehmen die Schuldgefühle stark zu: In der obersten Altersgruppe (über 45 Jahre) hatten “nur“ 21,4 Prozent der Eltern Schuldgefühle, in der mittleren Altersgruppe waren es 38,7 Prozent, von den Eltern der jungen Befragten fühlten sich sogar 66,7 Prozent mitschuldig am Stottern. Warum fühlen sich immer mehr Eltern mitschuldig am Stottern ihrer Kinder? Vielleicht liegt es daran, dass viele Eltern nur noch ein oder zwei Kinder haben, die sie möglichst perfekt erziehen möchten. Es gibt aber so viele Ratschläge, dass man diese gar nicht alle ständig beachten kann!
Ja: 61,1 % Nein: 38,9 % Vorlesen müssen war für mich das Schlimmste! Ich konnte nicht ausweichen, mich nicht dumm stellen und keine anderen Wörter wählen. Die Mitschüler warteten, beobachteten mich und fingen schließlich an zu lachen. Und der Lehrer? Der stand hilflos dabei! So erging es nicht nur mir so manches Mal, sondern auch vielen der Befragten. Ich hatte auf meinem ersten Zeugnis gleich ein “mangelhaft“ im Lesen. Der Lehrer hatte mein Problem wohl nicht erkannt. Auch danach hagelte es immer wieder schlechte Noten, weil ich Angst davor hatte, mich am Unterricht mündlich zu beteiligen. Es ist toll, dass die Bundesvereinigung immer wieder Aktionen zum Thema “Stottern und Schule“ durchführt. Das ist ganz wichtig. Nur schade, dass der Info-Bus nicht jede Schule besuchen kann!
Ja: 44,3 % Nein: 54,9 % Enthaltungen: 0,8 % Ein Armutszeugnis für die Lehrer! Für ein “Ja“ hätte es ja schon genügt, wenn nur ein einziger Lehrer während der gesamten Schullaufbahn sich mal getraut hätte, mit einem darüber zu reden. Viele von uns Stotternden wurden mit ihrem Problem allein gelassen. Ich auch. Als ich mal etwas vorlesen sollte, lief ich in Panik aus dem Klassenraum. Ich weinte auf der Toilette. Keiner sprach mit mir darüber. Und dann war da noch die peinliche Situation im Bio-Unterricht. Ich kam dran und wusste alles. Auch mein Nachbar sagte mir alles laut vor. Aus Angst davor, ausgelacht zu werden, sagte ich aber nichts. Ich bekam eine “5“! Die Lehrerin ließ mich allein mit meiner Hilflosigkeit. Später auf der Fachhochschule versuchte ein Dozent mich zu therapieren, indem er mich zu Beginn jeder Stunde dran nahm – ohne dies mit mir zu besprechen! Was muss sich ändern? Lehrerinnen und Lehrer benötigen Informationen darüber, wie sie stotternden Schülern am besten helfen können. Einige Therapeutinnen gehen mittlerweile mit jugendlichen Klienten in den Unterricht, um Mitschülern und Lehrern “Nachhilfe in Sachen Stottern“ zu erteilen. Das wirkt für die Stotternden oft wie ein Befreiungsschlag. Die Atmosphäre entspannt sich, das Sprechen fällt leichter. Es ist zu wünschen, dass auch Lehrer selbst demnächst geeignete Informationen über das Stottern in die Klassen hereintragen. Entsprechendes Unterrichtsmaterial wird zur Zeit vom Demosthenes-Forum entwickelt. Bleibt zu hoffen, dass es auch oft genutzt wird! Übrigens: Unsere beiden Söhne stotterten ebenfalls, als sie eingeschult wurden. Noch in der ersten Woche führten meine Frau und ich ein Gespräch mit den jeweiligen Klassenlehrerinnen, wofür diese sehr dankbar waren. Unsere Söhne stottern inzwischen nicht mehr. Ihnen ist vieles erspart geblieben.
Ja: 36,6 % Nein: 62,6 % Enthaltungen: 0,8 % Von den über 45-jährigen Befragten fühlten sich “nur“ 13,3 Prozent schlecht behandelt. Von den 16 – 30-Jährigen waren es hingegen 48,5 Prozent. Klar, die jungen Leute können sich noch besser an ihre Schulzeit erinnern, aber ob es nur daran liegt ...?
Positive: 11,5 % Negative: 22,9 % Keine: 65,6 % Zwei Berufsberater können einem Stotternden völlig verschiedene Empfehlungen geben. Man sollte seine Entscheidungen nicht dem Zufall überlassen, an welchen “Typ Berufsberater“ man gerade gerät. Bessere Entscheidungshelfer sind sicherlich kompetente Mitglieder der Stotterer-Selbsthilfe und erfahrene Stottertherapeuten.
Ja: 36,6 % Nein: 35,9 % Teilweise: 27,5 % Ich wollte gerne Sportjournalist oder Sportlehrer werden. Das traute ich mir aber nicht zu. Zum Grafik-Designer fehlte mir leider das Talent. Schließlich landete ich in einem Büro am Schreibtisch. Schreiben konnte ich ja!
Ja: 27,5 % Nein: 49,6 % Wahrscheinlich: 21,4 % Enthaltungen: 1,5 % Nach der Schulzeit hatte ich mich an mehreren Behörden für die gehobene Beamtenlaufbahn beworben. Ich habe alle schriftlichen Tests bestanden, kam immer in die engere Wahl. Bei den mündlichen Tests bin ich dann immer aussortiert worden. Eine Behörde wollte mich ein Jahr später einstellen, wenn ich mein “Sprachproblem“ bis dahin behoben hätte. Heute weiß ich, dass man auch mit Stottern gute Chancen hat, wenn man selbstbewusst damit auftritt. Ist man noch sehr gehemmt, kann es helfen, bereits vor dem mündlichen Test vorzusprechen, um die Entscheidungsträger für das Problem zu sensibilisieren. Ein Attest über eine laufende Therapie mit positiver Entwicklung kann die Chancen weiter erhöhen.
Ja: 54,4 % Nein: 44,6 % Enthaltungen: 1,0 Prozent Auffällig: Von den 31 – 45-jährigen Befragten brauchten 69,6 Prozent keinen Wehrdienst zu leisten. Mir blieb der Wehrdienst auch erspart. Endlich mal ein Vorteil durch das Stottern!
Ja: 41,2 % Nein: 55,0 % Enthaltungen: 3,8 % Interessant ist das Ergebnis bei den 16 – 30-Jährigen: Von den jungen Männern fühlten sich 57,9 Prozent weniger respektiert, von den jungen Frauen hingegen nur 14,3 Prozent. Natürlich spielt es bei dieser Frage auch eine wichtige Rolle, wie man mit seinem Stottern auftritt: Mutige Stotterer werden von vielen nicht nur respektiert, sondern manchmal auch bewundert.
Ja: 53,5 % Nein: 16,0 % Manchmal: 30,5 % In der Stotterer-Selbsthilfe kann man es lernen, über das Stottern zu lachen. Werden zum Beispiel bei Bundeskongressen lustige Sketche aufgeführt, in denen Stotterer extra stottern, lacht fast das gesamte Publikum. Stottern kann wirklich manchmal komisch sein. Werden wir Betroffenen allerdings in der Öffentlichkeit so dargestellt, dass der Betrachter den Eindruck bekommt, wir seien Dummköpfe, finde ich das gar nicht lustig.
Ja: 38,2 % Nein: 61,1 % Enthaltungen: 0,7 % Junge Stotternde ärgern sich weniger über Stotterer-Witze. Bei den über 45-Jährigen war das Ergebnis genau ausgeglichen (50,0 Prozent : 50,0 Prozent). Ich habe sogar schon selbst einen Stotterer-Witz erfunden. Der geht so: „Warum gibt es kaum stotternde Detektive?“ – „Weil Stotterer länger brauchen, um etwas ’rauszukriegen!“
1. Mitschüler (53,4 %)
Ja:
74,8 % Nein: 25,2 %
Ja: 9,2 % Nein: 61,8 % Möglicherweise: 26,0 % Enthaltungen: 3,0 % Interessant auch hier wieder die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen: 85,7 Prozent der befragten Frauen waren sich sicher, dass bestehende Beziehungen nicht am Stottern gescheitert sind, bei den Männern waren es nur 55,3 Prozent. Mit “Möglicherweise“ antworteten hingegen 32,0 Prozent der Männer, aber nur 3,6 Prozent der Frauen. Stotternde Frauen scheinen demnach genauer zu wissen, ob ihre Beziehungen am Stottern gescheitert sind, als ihre “männlichen Kollegen“.
Des männlichen: 58,0 % Des weiblichen: 12,2 % Enthaltungen: 29,8 % Viele der Befragten haben sich bei dieser Frage enthalten. Vielleicht konnten sie keinen Unterschied ausmachen. Lässt man die Enthaltungen unberücksichtigt, kommt man zu folgendem Ergebnis: Des männlichen: 82,6 Prozent; des weiblichen: 17,4 Prozent. Frauen benehmen sich also im Durchschnitt bei Begegnungen mit Stotternden wesentlich taktvoller als Männer. Es scheint ja gut zu passen, dass die meisten Therapierenden weiblich sind.
Ja: 77,1 % Nein: 18,3 % Enthaltungen: 4,6 % Ich finde, das ist ein gutes Ergebnis für die Arbeit, die in der Stotterer-Selbsthilfe geleistet wird, und vermutlich auch für einen Großteil der Therapien, an denen viele der Befragten teilgenommen haben. Jedenfalls deuten diese Zahlen darauf hin, dass zahlreiche Stotternde heute selbstbewusster auftreten können als früher. Schön, dass das Stottern eine Behinderung ist, die man in vielen Fällen positiv verändern kann! Bleibt zu hoffen, dass auch diejenigen, die mit “Nein“ geantwortet haben, den für sie richtigen Weg noch finden werden.
Ja: 65,6 % Nein: 26,0 % Ich habe keine “starken Blocks“: 8,4 % Berücksichtigt man nur die Stotternden, die auch “starke Blocks“ haben, kommt man zu folgendem Ergebnis: Ja: 71,7 Prozent, Nein: 28,3 Prozent. Natürlich möchten wir Stotternden möglichst normal behandelt werden, was uns sicherlich langfristig gesehen auch am meisten weiterhilft. Man kommt sich schon sehr blöde vor, wenn der Gegenüber immer wieder für einen weiterredet. Das nervt total! Wir sind doch keine Schauspieler, die ihren Text vergessen haben! Trotzdem macht diese Umfrage deutlich, dass es nicht wenige sind, die ganz froh sind, wenn sie gelegentlich Hilfe erhalten. Früher, als ich noch ganz stark stotterte, ging es mir genauso. Heute sind meine Blocks meistens erheblich kürzer. Dann stört es mich schon, wenn mein Gesprächspartner nicht die Geduld hat mir zuzuhören. Besonders ärgerlich ist es, wenn mein Satz dann auch noch falsch vollendet wird! Peinlicherweise muss ich aber auch zugeben, dass ich selbst meiner stotternden Ehefrau manchmal das Wort aus dem Mund nehme. Das stört sie und ich will es auch gar nicht, aber das ist dann so eine “Art Reflex“, den ich manchmal einfach nicht unterbinden kann.
Ja: 70,2 % Nein: 29,0 % Enthaltungen: 0,8 % Bei mir war es früher oft so, dass ich weiterreden konnte, wenn ich einen “starken Block“ hatte und der Gegenüber dann wegschaute. Bekannte, denen auffiel, dass sie so meine “Sprechbremse“ lösen konnten, gewöhnten es sich an, mir auf diese Weise zu helfen. Diese Erfahrung haben viele andere auch gemacht. Die vorhergehende Frage und diese zeigen jedoch, dass die Mehrheit der Stotternden diese wohlgemeinten Hilfen ablehnt. Sie möchte normal angesehen werden und in Ruhe ausreden können. Einige Anmerkungen von Befragten: „Ich habe manchmal selber Schwierigkeiten mit dem Blickkontakt!“ meinte ein verständnisvoller älterer Herr. Ein anderer Mann schrieb: „Ich schaue, wenn ich stottere, selber weg, um mich wieder auf mein Sprechen zu konzentrieren.“ Einer Frau der mittleren Altersgruppe sind “die Weggucker“ sehr sympathisch. Sie fügte ihrem Nein hinzu: „Ist sogar erwünscht!“
Ja: 67,2 % Nein: 31,3 % Enthaltungen: 1,5 % Natürlich sind wir Stotterer nicht dümmer als Normalsprechende! Das ist längst bewiesen worden. Leider haben es noch nicht alle mitbekommen! Ich persönlich muss zugeben, dass ich mich manches Mal “dumm gestellt habe“, um längerem Sprechen aus dem Wege zu gehen. Das fing schon in der Schule an, wo ich oft weniger sagte als ich wusste. Auch Leute, die mich nach dem Weg fragten, waren bei mir an der falschen Adresse, egal wohin sie wollten. Oft zog ich es auch vor, “Ja“ zu sagen, wenn ich ein “Nein“ hätte begründen müssen. Einen “schlauen Eindruck“ habe ich natürlich in diesen Situationen nicht hinterlassen ...
1.
Bei Zeitdruck (74,8 %) Zeitdruck
ist für die mit Abstand meisten der Befragten die Ursache für verstärktes
Stottern. Stress und Hektik sind “Gift“ für unser Sprechen. Das beste
“Gegenmittel“ sind geduldige GesprächspartnerInnen, die Ruhe ausstrahlen
und aufmerksam zuhören. Die hohe Stotterhäufigkeit bei (mündlichen)
Prüfungen zeigt, dass das Bemühen der Bundesvereinigung, die Möglichkeit
sprachlicher Erleichterungen zu fördern und Betroffene darüber zu informieren,
sehr sinnvoll ist. Auch die Trennung nach Geschlechtern führte bei der
Auswertung dieser Frage zu einigen interessanten Auffälligkeiten. Demnach
tun sich beim Telefonieren Frauen (64,3 Prozent) erheblich schwerer
als Männer (38,8 Prozent). Auch bei Vorgesetzten stottern Frauen im
Durchschnitt mehr als Männer (67,9 : 49,5 Prozent). Bei Streitigkeiten
fällt den Männern das Sprechen schwerer als den Frauen (41,7 : 28,6
Prozent). Auch beim Flirten haben Männer mehr sprachliche Probleme als
Frauen (15,5 : 3,6 Prozent). Die zusätzliche Trennung nach Altersgruppen
ist mit Vorsicht zu bewerten, da von mir nur 131 Personen befragt wurden.
Es fiel jedoch Folgendes auf: Junge Männer (16 – 30 Jahre) stottern
bei Vorgesetzten weniger als die über 30-Jährigen (31,6 : 53,6 Prozent).
Vielleicht ist es ja so, dass die Jüngeren kurz und brav ihr Anliegen
vortragen, während die Älteren mehr stottern, weil sie länger mit ihren
Vorgesetzten reden, anfangen zu diskutieren oder sogar Forderungen stellen.
Am Telefon tun sich die 16 – 30-jährigen Männer hingegen schwerer als
die älteren (63,2 : 33,3 Prozent). Dies kann darauf zurückzuführen sein,
dass es die Älteren in der Stotterer-Selbsthilfe und bei evt. durchgeführten
Therapien gelernt haben, Strategien zu entwickeln, um leichter telefonieren
zu können. Ein weiteres Ergebnis: von den älteren Männern (über 45 Jahre)
stottern nur 3,6 Prozent mehr als üblich bei lauter Musik (bei den 16
– 45-jährigen Männern: 22,7 Prozent). Kein Wunder, schließlich treiben
sich die älteren Herren nicht mehr so oft in Discotheken herum! Ein
ähnliches Ergebnis ist beim Punkt “Müdigkeit“ zu vermuten. Hier wird
das Stottern (bei Männern und Frauen) mit zunehmendem Alter weniger,
was allerdings auch auf den Lebenswandel der Befragten zurückzuführen
sein dürfte. Auf dem Sofa daheim fällt den Älteren sicherlich oft das
Sprechen leichter als den jungen Leuten, die noch das aufregende Leben
in der City bevorzugen. Bei Streitigkeiten stottern beide Geschlechter
mit zunehmendem Alter mehr als üblich. Kann dies daran liegen, dass
jüngere Menschen weniger streiten als ältere? Ich kann mir vorstellen,
dass sich jüngere Menschen zunächst am Arbeitsplatz unterordnen und
Streit eher vermeiden. Auch in vielen Partnerschaften ist es wohl so,
dass die Streitereien im Laufe der Jahre eher zunehmen. Frage 22: Stotterst du mehr oder weniger unter Alkoholeinfluss? Mehr:
22,9 % Weniger: 34,3 % Unverändert: 26,0 % Ich trinke keinen Alkohol:
14,5 % Enthaltungen: 2,3 %
Frage 23: Menschen welchen Geschlechtes haben es deiner Meinung nach im Leben schwerer, weil sie stottern? Männer:
51,9 % Frauen: 26,7 % Enthaltungen: 21,4 %
Ja: 38,9 % Nein: 60,3 % Enthaltungen: 0,8 % Von den befragten Personen machten die Männer beim Telefonieren die schlechteren Erfahrungen. Während von ihnen 43,7 Prozent diese Frage mit “Ja“ beantworteten, waren es bei den Frauen “nur“ 21,4 Prozent. Ich habe leider auch schlechte Erfahrungen mit dem Telefonieren gemacht. Als ich im Büro von einem Versicherten angerufen wurde und relativ stark stotterte, verlangte dieser meine Kollegin, der er dann sagte, dass es doch eine Zumutung für ihn sei, mit mir sprechen zu müssen. Danach brauchte ich für längere Zeit keine Telefonate mehr entgegenzunehmen, worüber ich damals auch ganz froh war. Als ich mal in meinem Elternhaus ans Telefon ging, legte ich selbst den Hörer wieder auf, weil es mir nach etwa einer Minute trotz aller Anstrengungen (wahrscheinlich gerade deswegen) nicht gelungen war, meinen Nachnamen herauszubekommen.
Ja: 22,9 % Nein: 71,0 % Enthaltungen: 6,1 % Besonders erleichtert über diese willkommene Alternative zum Telefonieren sind die jungen Leute. 42,4 Prozent der 16 – 30-jährigen Befragten beantworteten diese Frage mit “Ja“. Ich telefoniere mittlerweile ganz gerne. Wer das nicht glaubt, kann mich ja mal anrufen. Meine Telefonnummer: 02507 / 2851.
Ja: 58,0 % Nein: 38,9 % Enthaltungen: 3,1 % 71,4 Prozent der Frauen haben diese Frage mit “Ja“ beantwortet, hingegen nur 54,4 Prozent der Männer. Ich meine auch “Ja“. Wer stark stottert, braucht doch am Telefon viel länger, um den gleichen Inhalt herüberzubringen. Wenn niemand mehr wegen seiner Behinderung benachteiligt werden soll, dann muss meines Erachtens auch das Telefonieren für starke Stotterer billiger werden!
Ja: 43,5 % Nein: 55,7 % Enthaltungen: 0,8 % 60,7 Prozent der befragten Frauen können sich einen mittelstark stotternden Bundeskanzler vorstellen, hingegen nur 38,8 Prozent der Männer. Ich fände es toll, wenn eines Tages “einer von uns“ in der großen Politik mehr als nur “ein Wörtchen mitreden“ würde. Wer schon jetzt einen “stotternden Bundeskanzler“ erleben möchte, der sollte sich “Jede Stimme zählt“ ansehen, einen Videofilm der Stotterer-Selbsthilfegruppe Münster. |