Arbeitskreise

Therapieansätze

AK1: Die IMS-Stottertherapie - Von sprechmotorischen Staustufen und Verblockungen zum unbehinderten Fließen -

Referent: Hartmut Zückner
Langjährige Therapeuten- und Lehrtätigkeit (Fachschule, Univ.) im Bereich Stottern, Supervisor (DGSv.)


In diesem Workshop möchte ich das Therapiekonzept der Intensiv-Modifikation Stottern (IMS) vorstellen. Die IMS-Therapie orientiert sich an dem Therapiekonzept von Van Riper mit seinen 4 Therapiephasen. Sowohl in der Desensibilisierungs- als auch in der Modifikationsphase hat die IMS-Therapie Inhalte der Behandlung ergänzt und verändert, um eine höhere Effektivität zu erreichen. Diese Veränderungen beziehen sich zum einen auf den sprechmotorischen Teil. Hier wird durch eine neue Abfolge und durch ein strukturiertes Übungsprogramm eine Optimierung der Blocklöse- und Blockverhinderungstechniken mit dem Ziel möglichst flüssigen Sprechens angestrebt. Das Ziel, motorische Kontrolle über auftretende Blockierungen zu erreichen, wird bereits in der Desensibilisierungsphase aktiv verfolgt. Eine weitere Veränderung betrifft [neben dem sprechmotorischen Behandlungsteil] die Bearbeitung der psychischen Anteile am Stottern. Während Van Riper seine Desensibilisierung überwiegend als "Konfrontations- bzw. Expositionstherapie" angelegt hat, werden in der IMS schwerpunktmäßig auch Methoden aus anderen psychotherapeutischen Verfahren [vorwiegend Methoden der kognitiven Umstrukturierung und der systemischen Therapie] eingesetzt. Der Workshop vermittelt auch ausgewählte physiologischen Ergebnisse, die man - bezogen auf auftretende Blockierungen - in der Stotterforschung ermittelt hat. Diese Ergebnisse können aufzeigen, was im Moment der Blockierung geschieht und in welcher Form die vermittelten Blocklöse- bzw. Blockverhinderungstechniken (Prolongation und Pull-Out) überhaupt wirkungsvoll funktionieren.

AK 2: Mit Ton, Sprechruhe und Sprechfreude wieder "IN FLUSS KOMMEN"

Referentin: Anke Schoppmann
Verw.-Angestellte und Logopädin, seit 1985 Mitglied der Bundesvereinigung und seitdem als Selbst-Betroffene sowie später auch als Logopädin gute Erfahrungen mit dem Ansatz nach Hausdörfer


Basierend auf der Lehre Oskar Hausdörfers werden wir im Rahmen dieses Workshops erfahren, dass es der Gedanke und die Überzeugung, sprechen zu können sowie das damit verbundene spezifische Gefühl der Sprechruhe sind, die es uns ermöglichen, spontan und natürlich zu sprechen. Zur Erlangung dieses "Ich KANN - Gefühls" und der Sprechruhe machen wir uns den bewussten Umgang mit unserer Stimme bzw. die bewusste Steuerung unseres Tones zunutze. Wir werden erfahren, dass der Gedanke, einen Ton bilden zu müssen - anders als der Gedanke an "schwierige" Buchstaben und Wörter - nicht zu einer ängstlichen Erregung und infolgedessen auch nicht zum Stottern führt, sondern uns "im Fluss bleiben" lässt. Sprechkreislauf: "Ich kann sprechen." → Sprechruhe → spontanes natürliches Sprechen → "Ich kann sprechen."... Stotterkreislauf: "Ich kann nicht sprechen." → ängstliche Erregung → Stottern → "Ich kann nicht sprechen."...

AK 3: Welche Gedankenmuster stören meinen Sprachfluß?

Referentin: Maria Waas
Logopädin, seit 20 Jahren in eigener Praxis, individualpsychologische Beraterin im Schoenaker-Institut, Familientherapeutin


Jeder Mensch hat ein Bild von sich, von den Anderen und vom Leben allgemein. Diese Gedanken bestimmen unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Anhand eines projektiven Testes werden die Teilnehmer für sich selbst erarbeiten, welche unbewussten Gedanken in das Kommunikationsverhalten hineinwirken. Diese Erkenntnis kann dazu genutzt werden, neue erfolgreichere Wege zu finden, um die persönlichen Bedürfnisse im Kontakt mit den anderen Menschen zu erfüllen. Die eingebauten Ermutigungsübungen verhelfen den Teilnehmern zu mehr Selbstbewusstsein.

AK 4: Einführung in die Stottertherapie nach Van Riper

Referentin: Julia Schwarze
Logopädin und Dipl. Sozialpädagogin, Langjährige Tätigkeit in einer logopädischen Praxis mit dem Schwerpunkt Stottertherapie. Heute: Logopädin in einer neurologischen Abteilung des Herz-Jesu-Krankenhauses in Münster und zusätzlich Dozentin für den Bereich Stottern und Poltern an der REHA-Med. (Schule für Logopädie) in Rheine


Grundelemente der Van-Riper-Therapie, sowie ein grober Umriss der einzelnen Therapiephasen. Kontinuierliche Arbeit und permanentes Reflektieren des eigenen Stotterverhaltnes sind hierbei der Schwerpunkt der Therapie. Es werden einige Techniken und praktische Übungen vorgestellt. Die Van-Riper-Therapie wird im Anschluss des Seminars zur Diskussion gestellt. Offene Fragen, Vor- und Nachteile der Therapie und/oder anderen Therapieangeboten werden hierbei im offenen Gespräch thematisiert.

AK 5: Am Aasee in Fluss kommen - Durch Hypnose Störungen im Redefluss positiv beeinflussen

Referentin: Ulrike Speckmann
geboren 1961, leitet seit 1995 ein Dienstleistungs-Unternehmen und ist spezialisiert auf Personalführung, Motivation und allgemeine Leistungsförderung. Als Hypnosetherapeutin im Hypnosehaus Witten hilft Ulrike Speckmann Menschen, unerwünschte Verhaltensmuster abzulegen und die Leistung zu steigern.


Ziel des Seminars: Die Teilnehmer werden von den Möglichkeiten der Hypnose erfahren und die Selbsthypnose erlernen. Den Teilnehmern wird nach diesem Seminar ein Werkzeug an die Hand gegeben, das ihnen erlaubt, auch nach dem Seminar erfolgreich an ihrem Sprechverhalten zu arbeiten.

Inhalte: Neben einem theoretischen Teil rund um das Thema Hypnose (geschichtliches, Anwendungsbereiche, Grenzen, etc.), erarbeitet der Teilnehmer in verschiedenen Schritten ein Therapieskript. Spezielle Techniken werden in Hypnose erlernt. In der Hypnose ist das Unterbewusstsein angesprochen. Der bewusst ablaufende Sprachvorgang wird ins Unterbewusstsein exportiert. Gezielte Suggestionen zur Steigerung des Selbstbewusstseins gehören zum Trainingsprogramm. Es entsteht keine zusätzliche Belastung für das Gehirn, da keine bewusste Energie zur Problembehebung benötigt wird. Alltagsbezogene Übungen werden durchgeführt indem einzelne Situationen in Hypnose nachgestellt werden. Möglichkeiten weiterführender Therapie unter Hypnose werden vorgestellt und besprochen.

AK 6: Ganzheitliche Therapie für erwachsene Stotterer: Selbstwahrnehmung - Spannungsbalance - Symptomreduzierung

Referentin: Doris Takenberg
Sprachtherapeutin, arbeitet seit 26 Jahren mit stotternden Jugendlichen und Erwachsenen.


Das Behandlungsangebot der Rehabilitationsklinik Werscherberg orientiert sich an einem ganzheitlichen Behandlungsansatz. Die im Zentrum stehende intensive tägliche Einzel- und Gruppensprachtherapie wird durch ein umfangreiches körper- und bewegungstherapeutisches Angebot sowie eine psychotherapeutische Begleitung ergänzt. Die sprachliche, psychische und physische Selbstwahrnehmung steht zu Beginn im Mittelpunkt der Therapie. Veränderungsmöglichkeiten, die dazu führen, eine individuelle positive Spannungsbalance zu erleben, werden in der Therapie erarbeitet. Ziel der Behandlungsmaßnahme ist eine Erhöhung der Handlungskompetenzen, um eine Symptomreduzierung zu ermöglichen. Im Arbeitskreis wird die stationäre Therapie der Rehabilitationsklinik Werscherberg vorgestellt und durch praktische Übungen aus der Sprachtherapie ergänzt.

Kreativität und Ausdruck

AK 7: Trommel-Seminar

Referent: Lars Rohlfs
Dipl.-Musikpädagoge und Percussionist. Studium Popularmusik (Hauptfach Percussion) bei Nippy Noya am Conservatorium Enschede/NL. Unterrichtstätigkeit seit 1994.


"Rhythmen aus Afrika und Lateinamerika zeichnen sich durch ihr fließendes, groovendes Gefühl aus. Um am Aasee so richtig in Fluß zu kommen, werden wir mit Handtrommeln wie Djembé und Conga, und mit weiteren Instrumenten versuchen, uns in diesen (uralten) Fluß hinein zu begeben. Lieder, einfache Tanzschritte und "body-percussion" runden das Erlebnis ab und bleiben in uns aktiv, auch wenn die Trommeln und der Dozent schon wieder "über alle Berge" sind!

AK 8: Improvisationstheater

Referentin: Julia Kainzbauer
Logopädin seit 1999 und Theaterpädagogin seit 2006


Beim Improvisieren entstehen Szenen und Geschichten aus dem Nichts, entwickeln sich neue Assoziationen und es erschließen sich ganz neue kleine Welten. Hier gibt es keine Bewertung, kein Falsch oder Richtig, kein langes Nachgrübeln. Hier entsteht alles im Moment, ohne Planen und Vergleich. Denn je weniger wir uns vornehmen und bewerten, desto leichter lässt es sich spielen. In diesem Arbeitskreis wollen wir Ideen und Geschichten wecken, die in jedem von uns schlummern und mit diesen Impulsen in neue Rollen schlüpfen und kleine Szenen im Zusammenspiel mit den anderen entwickeln. Improvisation bietet die Chance, Blockaden und negative Bewertungen über sich selbst abzubauen und den eigenen Impulsen zu vertrauen. Improtheater ist spontan, kreativ, verspielt und oft sehr komisch! Nach Einstiegsübungen geht es schon los mit dem Abenteuer, denn jede Szene ist einmalig, neu und unwiederbringlich! Also: 5 - 4 - 3 - 2 - 1 - los!!!

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!

AK 9: Theater: "Wir machen Theater!"

Referenten: Stefan Meyer und Wolfgang Ratuschni
Stefan Meyer: 36 Jahre, aus Bielefeld, seit 1993 in der Stotterer-Selbsthilfe und auf der BuKo-Theaterbühne aktiv, dieses Jahr zum ersten Mal als Referent.
Wolfgang Ratuschni: 43 Jahre, aus Hamburg, technischer Angestellter; in der Stotterer-Selbsthilfe seit 1989 aktiv und spielt seit 1991 Theater.


In jedem von uns steckt ein "Schauspieler"! Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, auf einer Bühne zu stehen, selbst einmal der Mittelpunkt zu sein und sich anderen präsentieren zu können. Das Wundersame an der Schauspielerei ist, dass wir uns in eine Rolle begeben und somit die Person, die wir sind, zur Seite legen können. Dies gibt die Möglichkeit: Phantasie, Gefühle und Wünsche auszudrücken oder sogar zu finden. Dazu kommt immer wieder die Erscheinung, dass unser Stottern den Platz verliert, den es sonst in unserem Leben besitzt. In uns steckt viel mehr, als wir glauben . Es gibt Facetten von uns , die wir nur zum Leben erwecken müssen. Für den Arbeitskreis sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Teilnehmer sollten aber den Mut haben, etwas Neues zu wagen. Wir werden uns zusammen ein Stück erarbeiten (Ideen dazu sind vorhanden, können aber auch von jedem selbst mit eingebracht werden). Jeder Teilnehmer wird seine "Rolle" finden. Es wird geprobt, verändert und verbessert . Und am Abend (zum krönenden Abschluss), führen wir "unser Stück" auf. Mit Sicherheit werden wir einen sehr arbeitsreichen, aber auch aufregenden und unvergesslichen Tag miteinander verbringen. Jeder, der sich angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, die Bühne des BuKo 2006 zu erobern. Wichtig! Denkt bitte an viele kleine, aber wirkungsvolle Utensilien zum Verkleiden (Hüte, Mützen, Tücher, Hemden usw.).

Kommunikation

AK 11: Rhetorische Übungen für Stotterer: Möglichkeiten der verbalen und nonverbalen Kommunikation

Referent: Adolf Hillebrand
Dipl. Betriebswirt, 54 Jahre, Verbandsgeschäftsführer, seit über 30 Jahren in der Stotterer-Selbsthilfe aktiv, u.a. als Gruppenleiter und Referent


"Man kann nicht nicht kommunizieren!" Diese Feststellung machte Paul Watzlawick, einer der bekanntesten Kommunikationswissenschaftler unserer Zeit. Kommunikation geschieht auf mehreren Ebenen und mit vielen Ausdrucksmitteln, wie Sprache, Mimik, Gestik, Körperhaltung. Bei stotternden Menschen steht dabei oft die Sprache, insbesondere das Sprechvermögen im Mittelpunkt der eigenen Wahrnehmung. Die übrigen Ausdrucksformen finden kaum Beachtung. Der Workshop stellt die Möglichkeiten der verbalen und nonverbalen Kommunikation dar und gibt den Teilnehmern Gelegenheit, anhand konkreter Übungen neue Verhaltensmuster kennen zu lernen und anzuwenden. Wir werden daran arbeiten, die genannten Ausdrucksformen bewusst zu machen und in Gesprächssituationen einzusetzen. Dabei steht das Sprechen und Kommunizieren vor und in Gruppen im Vordergrund. Die Übungen sind so aufgebaut, dass sie sich ohne großen Aufwand auch auf die Arbeit in Selbsthilfegruppen übertragen lassen. Nach Möglichkeit werden wir auch Videotechnik als Feed-Back-Mittel einsetzen. Auch deshalb ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

AK 12: Englische Konversation: Let your English flow!

Referentin: Rachel Everard
Rachel Everard who stammers herself will facilitate the workshop. She is a British speech and language therapist specialising in stammering therapy and working in London.


Do you sometimes have difficulty knowing what to say to English-speaking colleagues, customers or friends in business/social situations? The art of "small talk" is an important skill and one you can develop with practice and experience. This interactive workshop is for people who have some knowledge of English and would like to improve their everyday conversational skills. You'll learn vocabulary for different topics of conversation (and not just for the weather!), you'll find out how to make small talk and how not to according to the type of situation, and there"ll be the opportunity for you to participate in role-plays. We"ll also be discussing the challenges of stammering in a different language: for some people who stammer they may stammer more when speaking in another language, for others they may stammer less. We"ll be exploring the reasons for these differences and what you can do to help keep the conversational ball rolling

AK 13: Lachen: ein Seminar über das günstigste Heilmittel der Welt.

Referentin: Margarete Rickard
43 Jahre alt, Mutter zweier Kinder, gelernte Arzthelferin.


Lachen macht Spaß und man fühlt sich gut dabei, aber warum nutzt man diese positive Ressource nicht mehr? Ich denke, jeder weiß, es ist angenehmer sich gut zu fühlen. Mit Hilfe von täglichen Lachübungen kann jeder sein Wohlbefinden beeinflussen und stärken. Lachen ist ein Heilmittel, das jedem Menschen zur Verfügung steht. Durch Lachen wird ein chemischer Cocktail im Körper freigesetzt; dieses wurde wissenschaftlich bewiesen. Beispielsweise werden beim Lachen Endorphine ausgeschüttet, ein körpereigenes Glücks- oder Schmerzhormon. Jeder hat die Möglichkeit, in Eigenbeobachtung zu testen, wie Veränderung geschehen kann. Ebenfalls wird durch Lachen eine positive Lebenseinstellung "in Fluss" gebracht. Denn fröhliche Menschen haben eine besondere Wirkung für sich selbst und auf andere Menschen. In meinem Workshop biete ich einen praktischen und einen theoretische Teil an. In dem praktischen Teil werden die Übungen durchgeführt. Somit hat jeder die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zum Lachen zu machen, im theoretischen Teil hebe ich die positiven Wirkungen des Lachens hervor.

AK 14: "Strudel im Wildfluss" erfahren

Referent: Stefan Siewing
Stotter-/Gestalttherapeut, Lehrlogopädie (dbl) für Stottern, Coach/ Supervisor (DGSv) und Trainer.


Sichtbare und unsichtbare Hindernisse zu erkennen und zu bewältigen, um "in Fluss zu sein" ? dies gilt für den Kanuten auf dem "Wildfluss Aa" ebenso wie für Menschen in der alltäglichen Kommunikation. "Sichtbare Hindernisse" können für stotternde Menschen "Stauwehre" sein, an denen es zu Wartezeiten kommen kann. Sie werden (physische) Blockaden genannt. Im Fokus des Workshops stehen die "unsichtbaren Hindernisse" der Kommunikation: die "Strudel" im Wildfluss oder die psychischen Blockaden, die den Redefluss beeinträchtigen können, z.B.: Mit ihrem dialogischen Ansatz bietet sich die Gestalttherapie als Ergänzung zur "Van-Riper-Stottertherapie" an. Sie konzentriert sich auf das bewusste Wahrnehmen und Erfahren der eigenen innere Haltung und der Gestaltung zwischenmenschlicher Kontakte. Der Workshop bietet InteressentInnen einen Einblick in den Gestalt-Ansatz und die Möglichkeit, durch praktische Übungen die eigenen "Strudel im Wildfluss" der Kommunikation zu erfahren.

AK 15: Infostand

Referent: Volkmar Seibert
36 Jahre jung, unverheiratet, Betriebsschlosser, seit 1992 Mitglied der Bundesvereinigung


Möchtest Du die Bevölkerung über das Stottern aufklären? Wenn ja, dann bist Du in diesem Workshop genau richtig! Getreu dem diesjährigen BUKO-Motto "Am Aasee in Fluss kommen" wollen "Wir gemeinsam mit der Münsteraner Bevölkerung in Fluss kommen", d.h. ins Gespräch kommen. Gemeinsam werden wir in der Münsteraner Innenstadt einen Informationsstand veranstalten, wo jeder sich nach eigenem Ermessen einbringt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du schon Erfahrungen mit Informationsständen gesammelt hast oder nicht. Ideal wäre sicherlich, wenn sich eine Mischung aus beiden Gruppierungen bildet. Persönliche Gespräche mit der Bevölkerung und die Weitergabe von Informationsmaterialien werden dazu dienen, unseren Mitmenschen (sogenannte Nichtstotterer) die Unwissenheit und Unsicherheit vor dem Stottern/ Stotterer zu nehmen. Außerdem werden wir den BUKO in Münster der Bevölkerung näher bringen. Vielleicht gelingt es uns auch an diesem Tag, den einen oder anderen Betroffenen/ Interessierten den Weg in die Stotterer-Selbsthilfegruppe Münster zu zeigen. Du wirst sicherlich viele neue Erfahrungen bei diesem Workshop sammeln, die Dir dabei helfen werden, sich offensiv mit dem eigenen Stottern gegenüber seinen Mitmenschen auseinander zu setzen, d.h. nicht schweigen, sondern miteinander reden. Wir werden somit das Verständnis unserer Mitmenschen erlangen und unser Stottern wird in der Öffentlichkeit geachtet und respektiert. Trau Dich, sei mutig, der Workshop erwartet Dich!

AK 16: Ist ein Umdenken möglich ? - Die positiven Aspekte des Stotterns

Referent: Michael Winkler
Promotionsstudent Kartographie, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des LV Sachsen, Verfasser diverser Artikel über das Stottern im "Kieselstein".


Die Eigenarten des Stotterns haben es so an sich, dass man insbesondere als Betroffener mit dem Begriff des Stotterns prinzipiell erst einmal negative Erfahrungen (öffentliche Blamage, Verlust der Selbstbestimmung beim Sprechen, fehlendes Selbstbewusstsein etc.) verbindet. Doch warum denken wir fast nie über die Kehrseite der Medaille, die positiven "Nebenwirkungen" also, nach? In vielen anderen Bereichen des Lebens fällt es uns doch umgekehrt auch nicht schwer, die negativen Aspekte mehr oder minder zu ignorieren bzw. ihnen keine allzu große Beachtung zu schenken (Medikamente, Nikotin, Alkohol, Geld etc.). Warum gelingt uns dies beim Stottern nicht? Wir mögen uns ab und an fragen, warum ausgerechnet wir stottern. Vielleicht denken wir auch mitunter darüber nach, was uns von "Normalsprechenden" unterscheidet. Doch wohin führt unser Nachdenken? Welche Wege gehen wir in unserer möglichen Introvertiertheit? Welche Konsequenzen hat es, dass wir in der Öffentlichkeit meist mehr dazu neigen zuzuhören als selbst zu sprechen? Wie haben es Persönlichkeiten wie Napoleon, Churchill oder die Monroe geschafft, trotz ihrer "Schwäche" eine gesellschaftlich herausragende Position einzunehmen? Taten sie es trotz oder gerade wegen ihres Stotterns? Der Arbeitskreis wird mit einem kurzen Impulsreferat (10-15 Minuten) eingeleitet und soll hauptsächlich vom Austausch der eigenen Erfahrungen unter den Anwesenden geprägt sein. Aus den Gesprächen könnten sich neue "Strategien" - sowohl für den Einzelnen als auch für die Arbeit in der Selbsthilfegruppe - ergeben, wie man das Thema "Stottern" in der Öffentlichkeit "kundenwirksamer", sprich effektiver, lockerer, ansprechender etc., rüberbringen könnte, da dies sowohl für den Stotternden als auch die Öffentlichkeit mehr Motivation und Freude bringt. Es kann dabei nur von Vorteil sein, wenn sich viele neue Fragen, welche auch durchaus unbeantwortet bleiben können, ergeben, als bereits fertige Konzepte anzubieten.

AK 23; Die Ropana-Methode - sich vorstellen und Reden halten leicht gemacht

Referent: Roland Pauli
54 Jahre, verheiratet, einen Sohn, bekennender Christ, leitet seit 1982 seine Tennisschule in Erlangen, hält seit 1999 regelmäßig Ropana-Seminare im deutschsprachigen Raum und gibt seine Methode auch an Logopäden weiter.


Wir werden uns durch Wahrnehmungsübungen im Bereich Atmung, Sprechmotorik und mentale Verfassung in einen Zustand bringen, in dem wir auch in anspruchsvollen Situationen gut sprechen können. Es wird vermittelt, dass man schwierigen Sprechsituationen nicht mehr aus dem Weg zu gehen braucht, sondern sie mit guter Vorbereitung und innerer Gelassenheit erfolgreich bewältigen kann. Wir werden üben, mit Zuversicht in die sonst so gefürchteten Vorstellungsrunden zu gehen und Vorträge vor der Gruppe zu halten. Dabei fangen wir mit ganz leichten Vorübungen an, die jeder schaffen kann, um uns danach behutsam zu steigern. Alle Rhetorik-Übungen sind freiwillig und wer sich besonders viel zutraut, kann das am Sonntag im Team oder sogar alleine beim "offenen Mikrofon" umsetzen.

Auseinandersetzung mit sich selbst

AK 17: Aus der Quelle schöpfen - Wer zur Quelle gehen kann, gehe nicht zum Wassertopf (Leonardo da Vinci)

Referent: Leo Leismann-Gerhards
44 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, tätig in: Psychoonkologischer Begleitung, Körperarbeit (besonders Eutonie) und Meditation/Kontemplation (mit dem Schwerpunkt christlicher Spiritualität /Herzensgebet), integrativer Traumarbeit (ITA). Mitglied der BV und der Stottererselbsthilfegruppe Bonn.


"In Fluss kommen", so lautet das Motto des Bundeskongresses 2006 und drückt damit die Sehnsucht nicht nur von stotternden Menschen nach erfülltem Leben aus. Da liegt es nahe, sich auch zurückzubesinnen und sich dem Fluss des Lebens von den Wurzeln her zu nähern: In diesem Arbeitskreis möchten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Quelle machen und mittels Brunnen, Seil und Eimer aus der Quelle schöpfen: Als Brunnen wollen wir respektvoll den Weisheits- und Erfahrungsschatz der Religionen nutzen, Geschichten hören und uns in Meditations- , Körper- und Stilleübungen der Quelle des Lebens zuwenden. Das Seil ist unsere Zeit und unsere Bereitschaft, die wir einbringen. Der Eimer, das sind wir selbst, indem wir uns auf die Quelle in der Tiefe einlassen und im Loslassen und Empfangen erfüllt werden. Eingeladen hierzu sind alle unabhängig von ihrer Weltanschauung, die für sich einen spirituellen Zugang zum Leben suchen, vertiefen oder pflegen wollen, die sich ein Leben in Fülle wünschen und für sich und andere Kraft, Vertrauen und Hoffnung für den Alltag schöpfen möchten.

AK 10: "Ich stottere! Na und?" Meine Identität als Stotternde/r.

Referentin: Marion Stelter
Kunsttherapeutin, Stotternde


Was bedeutet es zu sagen: Ich bin ein Stotterer? Und was bedeutet es speziell für mich? Wie fühlt es sich an? Kann ich es überhaupt sagen? Fühlen? Gibt es ein "typisches Rollenverhalten" von Stotternden allgemein - für mich persönlich? Identifiziere ich mich damit? Wie nehme ich mich selbst wahr? Wie sehen mich andere? Wie möchte ich wirken? Was macht das Stottern mit meinem Identitätsgefühl? Kann ich es als Teil von mir akzeptieren? Was wäre, wenn ich nicht mehr stottern würde? Wäre ich eine Andere? Was, wenn mich mein Stottern dieses ganze Leben lang begleitet? Welche Erfahrungen haben mein Selbstbild als Stotternde geprägt? Was bedeutet dies heute für meine Selbstwahrnehmung? Welche Bewertungskriterien habe ich für Stotterereignisse? Jede/r hat eine eigene Geschichte aus Erfahrungen. Es lohnt sich genau zu schauen: wie ist meine Haltung und Einstellung entstanden. Stimmt das noch mit meiner heutigen Ansicht überein? Gründen meine heutigen Gefühle in alten überholten Erfahrungen? Und wie kann ich es, wenn ich dies erkenne, verändern? Kann ich von meinem Gegenüber erwarten, mein Stottern zu akzeptieren, wenn ich es selbst nicht tue? Und wenn nicht, wie kann ich meine Haltung ändern? Eine geänderte Haltung ermöglicht neue Erfahrungen im Kontakt mit anderen. Dies stärkt das Selbstwertgefühl. Ein gutes Selbstwertgefühl wirkt sich auf unser Kommunikationsverhalten aus und ist auch eine Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Sprechtechniken im Alltag. In entspannter Atmosphäre und mit Hilfe kreativer Methoden wollen wir uns mit diesen Fragen befassen und uns Antworten nähern.

AK 18: Co-Counseling - was ist denn das?

Referent: Clemens Hagemeyer
Logopäde in eigener Praxis, seit 1990 aktiver Co-Counseler und seit 2000 Co-Counseling-Lehrer des internationalen Netzwerks CCI (Co-Counseling-International).


Das Co-Counseling ist ein Selbsthilfeverfahren zur Erhaltung und Stärkung des seelischen und körperlichen Gleichgewichts. Es entstand in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in den USA als eine Bewegung von Menschen, die eigenständig Wege suchten, emotional und geistig zu "gesunden" und die eigene Persönlichkeit zu stärken. Im Co-Counseling treffen sich 2-3 Gleichgesinnte, um selbstverantwortlich und im geschützten Rahmen Für stotternde Menschen kann die Methode ein Weg sein, die mit dem Sprechen verbundenen negativen Gefühle und Gedanken auszudrücken, körperliche und emotionale (Fehl-) Spannungen abzubauen, die "Bremsen zu lockern" und neues Verhalten zu wagen, kurz, die eigenen Energien wieder "in Fluss zu bringen". Auf dem workshop möchte ich wichtige Grundlagen des Co-Counselings in Selbsterfahrungseinheiten vermitteln und sie als unterstützende Methode in der Stotterer-Selbsthilfe diskutieren.

AK 19: Stottern und Schreiben

Referent: Gerd Riese
Jahrgang 1950, Stotterer, von Beruf Sonderschullehrer für sog. geistig behinderte Kinder. Seit vielen Jahren in Schreibwerkstätten aktiv, schrieb Gedichte, Erzählungen, einen Roman.


"Beim Schreiben sah ihm keiner über die Schulter, kein Gott, kein Vater, kein Großvater, auch nicht die Mutter. Schreibend fühlte er sich autonom, allein in einem Geheimbund mit den Wörtern oder in einem freundschaftlichen Zweikampf, und er war sicher, am Ende gegen sie nicht verlieren zu können. Jedes Wort, das nicht aus Fragmenten bösartiger Verschlusslaute, jeder Satz, der nicht aus Stotterruinen bestand, jede gelungene Formulierung waren ein Triumph über die tausend Niederlagen des Stotterers seit der frühsten Kindheit ... Endlich war er auf der Siegerstraße der schwarzen Zeichen und feierte und schmeichelte sich selbst, indem er schrieb und schrieb.", schreibt F. C. Delius in einem stark autobiographisch gefärbten Roman. Viele von uns Stotterern sind tatsächlich sehr sprachgewandt. Ein Paradoxon? Seit jeher sind wir gewohnt, blitzschnell Synonyme zu finden, in Sekunden kreativ ganze Sätze umzustellen, phantasievoll mit Sprache umzugehen. Diese hohe Kunst des " verwerflichen" ? Vermeidens ist uns allen vertraut. Sie bildet unser künstlerisches Potenzial. Mit den bewährten Methoden des creative writing wollen wir unsere schriftliche (und mündliche...!) Sprache weiter in Fluss bringen. Nur Mut. Wir entdecken unsere Fähigkeiten.

AK 20: Entscheidungsfindung mit dem Inneren Team

Referenten: Anna Stern und Michael Schneider
Anna Stern: Logopädin, Journalistin, Künstlerin
Michael Schneider: Lehrlogopäde und Supervisor DGSv


Aufstehen oder Liegenbleiben? Festanstellung oder freiberuflicher Drahtseilakt? Auf die Pauke hauen oder den Ärger unter den Teppich kehren? Wer kennt das nicht: kaum steht ein große oder kleine Entscheidung an, melden sie sich alle zu Wort: der Angsthase, die Draufgängerin, der Besserwisser, die Vernünftige, das Herdentier, der Cowboy...... Und manchmal scheint der einzige Ausweg aus dem widersprüchlichen Stimmengewirr in Kopf und Bauch zu sein, sich gar nicht zu entscheiden. Stagnation? Um wieder in Fluss zu kommen, eröffnet die Methode des Inneren Teams (nach Schulz von Thun) die Möglichkeit, kreativ und wertschätzend mit diesen inneren Stimmen umzugehen. Ziel ist, zu Entscheidungen zu kommen, die für alle Mitglieder des Inneren Teams annehmbar sind. Unser Workshop bietet einen praktischen Einstieg in diese Form des effektiven Selbst-Coachings.

Elternseminar

AK 21: Elternrunde

Referentin: Julia Pape-Neumann
(Dipl. Logopädin), 1998 Studium der Lehr- und Forschungslogopädie in Aachen, Abschluss 2003 mit einer Diplomarbeit zur Stotterdiagnostik. Arbeitet als diplomierte Lehrlogopädin in Koblenz.


Wenn das Sprechen eines Kindes plötzlich ins Stocken gerät - wenn eben nicht mehr alles fließt - dann ist die Sorge oder auch das Entsetzen der Eltern meist groß. Viele Eltern fühlen sich hilflos und alleingelassen mit der Sprechstörung ihres Kindes. Vorurteile oder gut gemeinte Ratschläge aus dem sozialen Umfeld verunsichern eher als dass sie helfen und führen nicht selten zu Schuldgefühlen. Quälende Fragen wie "Hab ich etwas falsch gemacht"? oder "Was ist anders mit meinem Kind"? bestimmen plötzlich den Umgang mit dem eigenen Kind. Manchmal stellen sich Zukunftsängste ein: wie wird sich das Stottern auf Freundschaften, auf die Schullaufbahn, auf den beruflichen Werdegang auswirken?

Im Elternseminar soll es darum gehen, Informationen rund um das kindliche Stottern zu erhalten und sich endlich einmal mit anderen betroffenen Eltern offen auszutauschen. Kurze Einführungen zu können zum Austausch der Eltern untereinander führen mit dem Ziel, von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Solidarische Eltern, die sich selbst zu Fachleuten für Stottern machen, können sich gemeinsam für ihr Kind stark machen und aus der eigenen Hilflosigkeit ausbrechen. Entsprechend dem Motto des Bukos "Am Aasee in Fluss kommen" können sie durch ihre Unterstützung und durch die Enttabuisierung des Stotterns viel dazu tun, dass das Leben ihres stotternden Kindes gar nicht erst ins Stocken gerät oder wieder flüssiger wird.

AK 22: Intensive Stottertherapie für Kinder und Jugendliche

Referenten: Norbert Heermann und Susann Weirich
Norbert Heermann: seit 1997 als Logopäde und Stationsleiter der Kinder- und Jugendstation in der Rehabilitationsklinik Werscherberg tätig.
Susann Weirich: seit Oktober 2002 als Logopädin in der Rehabilitationsklinik Werscherberg tätig.


In der Rehabilitationsklinik Werscherberg wird eine vierwöchige stationäre Intensivmaßnahme für Kinder und Jugendliche (7 bis 17 Jahre) angeboten. Inhalte aus unterschiedlichen Therapiebausteinen - Sprachtherapie/Einzel und Gruppe (täglich), körperorientierte Verfahren, Psychotherapie, Heilpädagogik - sind in eine pädagogische Betreuung eingebettet. In der festen Therapiegruppe können die Kinder und Jugendlichen Erfahrungen mit dem flüssigen Sprechen sammeln und für den Alltag erproben. Das Behandlungskonzept der Rehabilitationsklinik wird vorgestellt und durch praktische Übungen veranschaulicht.