Reit- und Fahrverein Handorf-Sudmühle e. V.
 

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde...
... So denken auf jedem Fall die 320 reitbegeisterten Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Handorf-Sudmühle unter der Führung des 1. Vorsitzenden Hermann Micklinghoff. Gemäß ihrem Motto üben die überwiegend weiblichen Freizeit- und Turnierreiter aller Alters- und Leistungsklassen ihren Sport auf vielfältige Art aus. Neben dem traditionellen Dressur- und Springreiten nutzen etliche die Möglichkeit zum sportlich anspruchsvollen Vielseitigkeitsreiten mit Geländeprüfungen oder zum Vierkampf, bei dem außer der Dressur und dem Springen noch geschwommen und gelaufen wird .

Die Zahl der Anhänger des Westernreitens als Variante zum klassischen Reitsport wächst ständig. Wer lieber in einer Kutsche als im Sattel sitzt findet zahlreiche Gleichgesinnte. Neben dem Wettkampfsport nimmt der Freizeit- und Breitensport einen großen Rahmen ein. Außer dem täglichen Reiten auf den Plätzen und in den Hallen verschiedener Höfe schwärmen viele von Geländeausritten in Handorfs reizvoller Umgebung. Die Hausfrauen- oder auch Kochlöffelabteilung genannt hat mit ihren Schaunummern auf
Vereinsturnieren bereits für viel Spaß gesorgt. Der RuF besitzt keine eigene Reitanlage. Bemühungen in dieser Richtung sind aus Kostengründen und Standortproblemen bisher gescheitert.

Der Vereinssport wird derzeit im westfälischen Pferdezentrum Handorf-Sudmühle angeboten und auf den Privatanlagen Hartmann, Holtkötter, Hugerlandshof, Klostermann-Schräder, Meckmann und Tapphorn . Zu den regelmäßigen Vereinsveranstaltungen gehören das jährlich stattfindende Vereinsturnier und die traditionelle Fuchsjagd im Oktober. Häufig findet auch in der Adventszeit ein vereinsinternes kleineres Turnier statt. Der Verein hat besonders im Jugendbereich eine große sportliche Entwicklung durchlaufen, die in zahlreichen Erfolgen gipfelte. Claudia und Heinrich Meckmann-Dorsel können auf Westfälische Meisterehren in ihrer Jugendzeit vor einigen Jahren in der Vielseitigkeit, Claudia gar auf eine Deutsche Vizemeisterschaft zurückblicken. Vanessa Bölting gelang mit der Europameisterschaft in der Vielseitigkeit der Junioren 1998 ein kaum noch zu überbietender Erfolg. Philipp Hartmann macht seit einigen Jahren im Vierkampf und im Springreiten mit vordersten Plazierungen auf Westfalen- und Bundesebene auf sich aufmerksam. Seine Schwester Christa Hartmann hat gute Plazierungen in der Vielseitigkeit auf Westfalenebene erreicht. Ursula Hartmann und Ute Klostermann-Schräder beweisen ihr Können immer wieder durch vordere Plätze in M-Dressuren. Antje Holtappel hat das Westernreiten im Griff und überzeugte 1998 mit der Deutschen Meisterschaft im Western-Riding und in der Western-Combination. Diese Vielfalt von heute war nicht immer möglich. Annika Fiege hatte auf ihrem Pony Konrad bis 2002 größte Erfolge: Westfälische Meisterin, Deutsche Meisterin und sogar Goldmedailliengewinnerin mit der Pony Dressur Mannschaft sowie Bronze in der Einzelwertung.

Wie es vor über 50 Jahren begann ...
... 1948 trafen sich Reitsportbegeisterte zur Gründung des damaligen Reit-und Fahrvereins St. Mauritz mit Theodor Hovestadt als 1. Vorsitzenden. Reitplätze gab es für die 100 Mitglieder auf dem Hugerlandshof von Ernst Heitmann, am Heidbusch und am Präsidentenbusch von Josef Konermann. "Papa" Stecken gab Unterricht auf dem Hof Heitmann. Für das Fahren, Longieren und Vorführen sowie den theoretischen Untericht war Dr. Siebeneick als Ausbilder verantwortlich. Geschichte schrieb erste interne Turnier des Reitvereins St. Mauritz am 30. Mai 1948 in Sudmühle. Zum 2. Turnier im Mai 1949 mit Vielseitigkeitsprüfung, Geländeritt, Spring- und Dressurprüfung der Kl. A u. L und Prüfungen für Ein- und Zweispänner wurden bereits die Gastvereine Kinderhaus-Sprakel und St. Hubertus Wolbeck eingeladen. Die Wildpferde des Herzogs von Croy boten damals eine eindrucksvolle Schaunummer. 1949 startete das erste Mal eine Mannschaft beim Hallenturnier in Münster. Sie setzte sich aus Gisela Siebeneck, Hubert Holtmann, Josef Meckmann-Dorsel und Alfons Brüning zusammen.

Der junge Verein war bereits "in voller Blüte." In den folgenden Jahren ging in Folge der Mechanisierung der Pferdebestand beträchtlich zurück. Die Aktivitäten beschränkten sich daher auf gemeinsame Ausritte, Fuchsjagden und Kutschfahrten. Am 6. Oktober 1965 wurde der Verein nach 18-jähriger Tätigkeit aufgelöst. Am 4.12.1978 lebte der ehemalige RV St. Mauritz unter dem neuen Namen "Reit-und Fahrverein Handorf-Sudmühle" wieder auf mit Josef Meckmann-Dorsel als 1. Vorsitzenden , der den Verein 20 Jahre lang bis 1998 führte. Reitlehrer Alfred Bockmann begann mit dem Unterricht. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Bereits im Januar 1982 konnte die Mannschaft beim Standarten Wettkampf in der Halle Münsterland einen beachtlichen 4. Platz erringen. Höhepunkt des 20-jährigen oder wenn man so will 50-jährigen Jubiläums des Vereins bildete im Mai 1998 der Festumzug der Handorfer Vereine zum Westfälischen Pferdezentrum, dem vier Handorfer Wirte, Hermann Micklinghoff, Otto Löfken, Heinz Eggert und Hermann Theves als Friedensreiter eine besondere Note verliehen. Pünktlich zum Maiturnier 1999 tauchte die längst verloren alte Standarte des alten RV St. Mauritz wieder auf und konnte von dem Finder Herrn Biermann an den RuFV Handorf-Sudmühle zurückgegeben werden.

Reit- und Fahrverein Handorf-Sudmühle e. V.
Hermann Micklinghoff