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Leo, Leezen und Leidenschaften
Radsportfreunde Münster: Rentnertreff strampelt jeden Dienstag rund 80 km ab

von Maria Meik
Sie sind ein richtiger Hingucker, die flotten Herrschaften in ihrem peppigen Dress, mit coolen Sonnenbrillen auf der Nase und Bodys, die vor Fitness nur so strotzen. Jeden Dienstag um 11 Uhr machen sie die Biege, schwingen sich auf dem Parkplatz Annette-Allee in ihren gut gepolsterten Radlerhosen auf ihre Rennräder und düsen mit Schmackes davon, um in der Gruppe radelnd ihren Ruhestand zu genießen.
"Das sind meine Schäfchen", strahlt Leo Bröker von den Radsportfreunden Münster mit der Sonne um die Wette und deutet auf die farbenfrohe Schar, der es in den Waden juckt, die von Bröker ausbaldowerte Strecke zu meistern. Rund 15 Leezenfreaks - einige Frauen sind auch dabei - zählen zum "Team Leo", das einmal in der Woche rund 80 km bei der "Tour de Münsterland" abstrampelt. Und das mit wenigen Ausnahmen das ganze Jahr über.
Was die Gruppe auszeichnet? Alle Mann sind über 60 - und fit wie ein Turnschuh. Genug Puste haben sie nicht nur in ihren Reifen, sondern auch in ihren Lungen. Kreislaufkollaps oder Herzklabaster? Gibt's nicht bei der eingeschworenen Radsportgruppe.
Mit 66 Jahren ist Peter Viering mit von der radelnden Partie. Er kommt aus Senden angedüst und ist seit zweieinhalb Jahren dabei. "Ich schätze die Kameradschaft. Es macht Spaß, mit Gleichgesinnten Sport zu treiben. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Gesundheit", weiß Peter Viering, der auch von Arthrose geplagt wurde. "Sie ist weg, ich bin durch das Radfahren fit geworden." 74 Jahre alt ist Heinrich Frenke. Er ist der Älteste in der Runde und freut sich über die sportliche Herausforderung, die gepaart ist mit freundschaftlichen Kontakten.
Margret Greshake ist mit ihren 60 Jahren das Nesthäkchen in der Gruppe. Seit drei Jahren betreibt sie intensiv Radsport - und fühlt sich hervorragend. Sie hatte Krebs und hat ihn besiegt. Dies führt sie auch aufs Fahrradfahren zurück. "Nach der Enduntersuchung hat mir mein Arzt geraten, aufs Rennrad zu steigen", erzählt die 60-jährige, die sich ihre jugendliche Frische bewahrt hat und immer mit dem Rad unterwegs ist. Und zwar von Kindsbeinen an. Ihr Auto ist, wie sie findet, in der Garage bestens aufgehoben.
"Die sind alle ganz schön fit", sagt Chef-Radler Leo Bröker. Der 66-Jährige ist der Ziehvater des rollenden Rentnertreffs, den er 1998 auf Touren. "So behält man Kontakte, bringt Bewegung ins Leben und hegt die Freundschaft." Weihnachtsmarkt, Ausstellungen, Wandertag - auch über das Radfahren hinaus werden gemeinsame Unternehmungen gestartet. Wer mitradeln möchte, dem wird zur Bedingung gemacht, Mitglied bei den Radsportfreunden Münster zu werden, ein Verein, der seit 1983 besteht und über 100 Mitglieder zählt.
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(Westfälische Nachrichten, 5.8.2004)
Foto: Maria Meik