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La Palma

Teil 2
Und auf diesen letzten 4Km kam ich dann aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich hatte ein einsames Observatorium erwartet, aber der Berg ist "voll" und es wird immer noch gebaut. Auf dem letzten Km wurde ich dann aus meinem Staunen gerissen. Die letzten Km musste ich nur darauf achten, auf der richtigen Strasse zum Gipfel zu bleiben. Der letzte Km hatte es dann aber noch einmal richtig in sich und ich erreichte den Gipfel in einer Höhe von 2426m. Hier oben gibt es einen kleinen Parkplatz und eine kleine Wetterstation. Aber das wichtigste, links neben der Wetterstation gibt es eine Möglichkeit, die Wasserflaschen wieder aufzufüllen. Denn die sind auf dem langen Weg zum Gipfel in der Regel leer geworden. Ich verweilte ca. eine halbe Stunde hier oben und genoss den wunderschönen Ausblick bei angenehmen 25°C. Bis hier oben war ich 92Km gefahren und hatte knapp 4000 Höhenmeter erklettert. Ich wusste, dass ich das schlimmste hinter mir hatte und freute mich auf die Abfahrt.
Es ging erst einmal wieder die Strasse hinab, die zum Abzweig führte und unten dann links. Da steht ein Schild das auf eine gefährliche Abfahrt hinweist mit einem Gefälle von bis zu 16%. Nun ging es auf einer gut asphaltierten, aber schmalen Strasse 12Km bergab. Das hieß Kette rechts und die Belohnung für die Mühsal der Kletterei abholen. Wer hakelige, schwierige  Abfahrten mag hat hier seinen Spaß. Alle anderen sollten sich vorsehen, diese Abfahrt hat es in sich. Die zwei, drei Autos die ich überholen musste machten bereitwillig platz. So kam ich nach 12Km mit einem breiten Grinsen unten an der Hauptstrasse an. Hier befand ich mich nun auf einer Höhe von ca. 1100m und bog links ab auf die LP-1, Richtung Puntagorda.
Ich hatte geglaubt, dass es auf den verbleibenden 55Km nur noch bergab geht. Auch hier hatte ich mich gründlich getäuscht. Es folgte ein ständiges auf und ab, auf zum Teil schlechter Strasse. Es ging vorbei an Puntagorda, durch Tijarafe in Richtung Mirador del Time. An diesem Aussichtspunkt, mit herrlichem Blick hinein in den Barranco de las Angustias, geht es steil hinab in den Barranco, auf einer Strasse die in die Steilwand gebaut wurde. Auf dieser gut ausgebauten, steilen Strasse kann man richtig Gas geben. Wieder Kette rechts und mit einer Geschwindigkeit jenseits von 70KM/h hinunter ins Tal. Unten im Tal, man ist fast wieder auf Meereshöhe, folgte ich weiter der LP-1( Wenn man es sich einfacher machen will folgt man der LP-120, Richtung Tazacorte) und bog kurz vor Los Llanos auf die LP-122  in Richtung Tazacorte. In Tazacorte dann links auf die LP-1244. Nach ca. 6Km stößt man auf die LP-124, hier links und dann nur noch bergab nach Puerto Naos. Mit ein paar kleinen verfahrern habe ich an diesem Tag 164 Km auf dem Rad verbracht und musste dabei knapp 4800m klettern. Das war definitiv die härteste Radtour der vergangenen Jahre und ich wusste, dass ich mir ein paar radfreie Tage mit Wandern verdient hatte.

Wandern heißt nicht, dass man sich ausruhen kann. Es kommt auf die Wanderungen an. Und ich stellte fest, umso schöner die Wanderungen, desto anstrengender sind sie auch. Ich hatte mir ein paar Wanderungen aus meinem Wanderführer herausgesucht und da über das Wandern auf La Palma schon genug veröffentlicht wurde hier nur ein paar Impressionen.
                
Die Südspitze von La Palma, mit Blick auf den Vulkan San Antonio. Der Vulkan gilt als das Wahrzeichen des Ortes Fuencaliente und brach das letzte mal im Jahr 1677 aus. Der Vulkan gilt geologisch als tot.
Blick vom Mirador de las Chozas hinein in die Caldera de Taburiente. Im Hintergrund die Umfassung der Caldera mit dem Roque de los Muchachos als größte Erhebung mit einer Höhe von 2426 m.
Blick von der Umrandung der Caldera hinein in die Caldera de Taburiente. Die Caldera ist einer der größten Erosionskrater der Welt und wurde 1954 zum Nationalpark erklärt. Der, von bis zu 1500 m hohen Felswänden eingefasste, Kraterkessel ist lediglich zu Fuß, durch den Barranco de las Angustias, zu erreichen.
Die Felswände der Caldera, vom Wanderweg der hineinführt in die Caldera de Taburiente. Der Weg führt zum Campingplatz Playa de Taburiente der aber nur zu Fuß erreicht werden kann.
Der Rio Taburiente kurz bevor er in Wasserleitungen gesammelt wird. Das Wasser dient zur Versorgung von Plantagen und Bewohnern der Insel.
Wer bei seiner Wanderung durch die Angustias Schlucht einen kleinen Abstecher macht, gelangt zur Cascada de Colores. Diese künstliche Staustufe erhält ihre ockerfarbene Tönung durch einen eisenhaltigen Bach.
Wieso die Observatorien auf La Palma gebaut wurden erkennt man sofort. Die Luft hier auf den Bergen ist unglaublich klar. Ohne große Probleme kann man die Nachbarinseln erkennen. Auf diesem Bild erkennt man, in der Bildmitte, den 3718 m hohen Vulkan Tide auf der Insel Teneriffa.
Aber La Palma hat noch anderes zu bieten. Nicht umsonst wird die Insel auch die grüne Insel genannt. Der Nord-Ost Passat bringt viele Wolken mit die an den Hängen der Ostseite der Insel abregnen. Diese Feuchtigkeit sorgte dafür das ein Lorbeerurwald entstehen konnte der von der UNESCO zum Biosphärenschutzgebiet erklärt wurde.
Auf gut markierten Wanderwegen hat der Wanderer die Möglichkeit sich die grüne "Hölle" La Palmas zu erlaufen. Auf gutes, festes Schuhwerk und immer ausreichend Wasser sollte man dabei achten.
Als letztes noch einen Tourenvorschlag bei dem man zumindest ein paar Kilometer flach fahren kann. Von Puerto Naos aus heißt das erst einmal wieder Klettern, bis zu einer Höhe von 650 m. Ich fuhr wieder einmal die LP-124 Richtung Todoque, dann auf die LP-126 in Richtung San Nicolas. Hier geht es dann rechts auf die LP-1 die in einer Höhe zwischen 600m und 800m um den Südteil der Insel führt. Nach ca. 15 Km wird Fuencaliente erreicht, ein kleiner Ort in dessen Umgebung Bananen und Wein angebaut wird. Ein Abstecher hinunter zur Südspitze der Insel lohnt sich nicht. Es geht, auf zum Teil sehr schlechter Strasse, hinab und unten fährt man über Kilometer durch Bananenplantagen. Ich selber fuhr nur mit dem Auto herunter, die Salinen dort unten wollte ich mir dann doch anschauen. 
So folgte ich weiter der LP-1 bis Puente Roto. Hier hat man die Möglichkeit weiter der LP-1 zu folgen oder abzubiegen auf die LP-132. Folgt man der LP-1, durchfährt man den Ort Villa de Mazo, nach weiteren ca. 3,5 km biegt die LP-123 in Richtung San Pedro ab. Wer hier weiter der LP-1 folgt, fährt in Richtung der Inselhauptstadt Santa Cruz und damit auf stark befahrenen Strassen. Ich folgte der LP-123 bis El Llamito und fuhr hier links ab, auf die LP-203 die nach El Pilar führt. Das bedeutete auf 13 Km wieder herauf von 330m auf 1430m. Die ersten 4 Km waren relativ flach, aber dann kam das was ich schon bei der ersten Abfahrt feststellte, es wurde sehr viel steiler. Die nächsten 8 Km bedeuteten Schwerarbeit. Die Strasse wurde bis zu 14% steil, flachte an drei Stellen ab auf unter 10% und das alles auf einem äußerst rauen Asphalt, der einfach nicht rollen wollte. In einer Höhe von ca. 1000 m sah ich dann einen Radfahrer vor mir. Der Radfahrer stellte sich als Mountainbikerin heraus und schob sich langsam mit einer Untersetzung den Berg herauf. Eine freundlich gemeinte Anmerkung beim Vorbeifahren, das es nur noch 400 Höhenmeter bis oben wären, kam irgendwie nicht so nett an wie ich es gemeint hatte. Ich sah also zu, dass ich weiterkam und der letzte Km oben war dann auch wieder eine wahre Freude. Auch bei dieser Auffahrt machten sich die Passatwolken wieder bemerkbar, es war feucht und kalt.
Nach einer kurzen Verschnaufpause kam dann das schönste an diesem Tag, eine 30 Km lange Abfahrt. Ich fuhr die LP-203 herunter bog am Ende der Strasse links auf die LP-2. In El Paso links auf die LP-117 bis San Nicholas. Dort auf die LP-126 und in Todoque auf die LP-124 bis zu meinem Ausgangspunkt Puerto Naos.
Diese Runde hat hat eine Länge von ca. 94 km und man muss ca. 2100 Höhenmeter klettern. Man kann sie auch anders herum fahren: da der Anstieg länger ist, ist diese Runde auch etwas leichter.
Ich hoffe mit meinem Text eine kleine Entscheidungshilfe geben zu können für Leute die sich überlegen ein Fahrrad mit auf die Insel La Palma zu nehmen. Wie gesagt, man sollte schon eine gute Form mitbringen. Sich auf La Palma eine gute Form anzutrainieren halte ich für   problematisch. Aber letztendlich muss das jeder selber wissen.
Zum Schluss noch ein wenig über das von mir verwendete Material. Als kleinste Übersetzung hatte ich ein 39 Kettenblatt vorne und ein 29 Ritzel hinten auf meinem Rad montiert. Damit kam ich gut zurecht. Ich fuhr 23 mm Reifen, das sollte schon sein, denn es gibt schon das eine oder andere Schlagloch das mit diesen Reifen besser zu überstehen ist. Auch an einen Ersatzmantel sollte man denken und mindestens zwei Ersatzschläuche mitnehmen.  Radgeschäfte sind auf der Insel spärlich vorhanden. Zwei Flaschenhalter am Rad sind ein muss und ausreichend Werkzeug sollte auch zum Fluggepäck gehören. Und dann sind da noch die Bremsen, sie sollten leichtgängig und gut funktionieren sonst gibt es bestimmt Probleme, wie gesagt die Abfahrten haben es in sich. Als Abschluss kann ich allen, die jetzt Lust auf Radfahren auf La Palma bekommen haben, nur noch viel Spaß wünschen.


Text und Fotos: Detlev Zimmerling
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