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10 Tage Touren im Fichtelgebirge
Bei den Kolling - Radsportwochen auf Mallorca 2003 lernten die Radsportfreunde Münster den Bürgermeister der Stadt Waldershof, Hubert Kellner kennen. Das Waldershofer Stadtoberhaupt schwärmte damals im Gespräch mit Leo Bröker von der herrlichen Landschaft des Fichtelgebirges, der Steinwaldregion, den vielen Sehenswürdigkeiten und der Möglichkeit, dort mit dem Rad auf fast leeren Straßen viele schöne Touren mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen machen zu können.
 Am Fronleichnamstag um 8.00 Uhr geht es endlich los. Nach vielen Monaten der Vorfreude und Planung geht die Reise für 25 Mitglieder der Radsportfreunde Münster e.V. mit einem modernen Reisebus und natürlich mit den Rennrädern in Richtung Fichtelgebirge, speziell in den Landkreis Tirschenreuth nach Erbendorf.
Nach guter und sicherer Fahrt über die Autobahn vorbei an Kassel, Schweinfurt und Bayreuth treffen wir gegen 16.00 Uhr in Erbendorf ein. Bis zu unserem Hotel in Pfaben sind es noch 6 km. Es geht nur bergauf und jeder sieht schon, was täglich auf ihn zukommt, 220 Höhenmeter sind zu überwinden.
Beim gemeinsamen Abendessen werden wir vom Hotelier Götschl und vom Bürgermeister Kellner begrüßt und auf die kommenden Radsporttage eingestimmt.
Der erste Tag führte uns schon bei Temperaturen um 28 Grad in eine wunderbare Landschaft, die Tirschenreuther Teichpfanne. Auf sehr guten und völlig ruhigen Nebenstraßen um Wiesau, Mitterteich, Tirschenreuth, dem Hauptort des Stiftlandes nach  Falkenberg, dem Eingangstor zum wildromantischen Waldnaabtal.Nach einer Burgbesichtigung und Brotzeit im über 500 Jahre alten Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ setzen wir unsere Fahrt fort nach Windischeschenbach, wo wir die Kontinentale Tiefbohrstelle besuchten mit dem tiefsten Bohrloch der Welt über 9100 m. Der Bohrturm ist mit 83 m der höchste Landbohrturm der Erde und zu dessen Füßen befindet sich das weltweite KTB-Geo Zentrum, das jährlich viele tausend Besucher anzieht. Mit einer 75 km Berg- und Talfahrt und dem 6 km langen Schlussanstieg nach Pfaben hat dann der erste Tag zum Einstieg auch gereicht. Am zweiten Tag standen uns dann mit dem Bürgermeister Hubert Kellner und dem Gastfahrer Reinhard Greger vom RSC Pullenreuth zwei erfahrene Tourenleiter aus der Region zur Verfügung, die eine Super-Tour vorbereitet hatten. Bei hochsommerlichen Temperaturen über 30 Grad führte die Tour über Kemnath, Warmensteinach die Panoramastraße hinauf zum Ochsenkopf 1024 m, der zweithöchsten Erhebung im Fichtelgebirge, weiter über Fichtelberg, Mehlmeisl nach Ebnath, wo das Mittagessen auf uns wartete. Über Waldershof, den Geisberg mit 728 m und Friedenfels erreichten wir dann am späten Nachmittag wieder unser Hotel. Da ist es selbstverständlich, dass herrliche Rundblicke von den Höhen des Fichtelgebirges oder des Steinwaldes über das Naturparkland genossen wurden.Nach exakt 100 km Fahrstrecke und 1400 Höhenmeter waren alle Teilnehmer von der wunderschönen Streckenführung und den guten, verkehrsarmen Straßen hellauf begeistert.Der dritte Tag stand wieder ganz im Zeichen sommerlicher Hitze. Bei Temperaturen über 30 Grad war die Streckenführung auf 75 km ausgelegt. Über den Porzellanort Krummennaab und Windischeschenbach erreichten wir Wurz, wo wir im Ort spontan vom hiesigen Sportverein zu einem Erfrischungsgetränk auf der Festwiese eingeladen wurden. Frisch gestärkt setzen wir unsere Fahrt fort über Wildenau nach Plößberg, der Heimat der Krippenschnitzer.Die große Hitze hatte sich bei uns mittlerweile bei den vielen Berg- und Talfahrten auch bemerkbar gemacht und so beschliessen wir, hier auch unsere „Brotzeit“ einzulegen.
Auf der Nachmittagsroute durch das Stiftland vorbei an unzähligen Teichen über Schönficht, Falkenberg, Wiesau geht es nach Friedenfels, wo der letzte Anstieg nach Pfaben wieder auf uns wartet. Montag, 30.Mai, wieder ein Radsporttag mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen über 28 Grad. Es ist ein besonderer Tag für die Radsportfreunde aus Münster. Um 9.30 Uhr starten wir gemeinsam im Vereinstrikot ins 28 km entfernte Städtchen Waldershof zum offiziellen Empfang um 11.00 Uhr im Rathaus durch den Bürgermeister Hubert Kellner. Der Bürgermeister gab einige geschichtliche Informationen über die Stadt und den Landkreis sowie über die wirtschaftliche Situation. Nach der Begrüßungsansprache und einem ausgezeichneten Büffet wurden dann zwischen dem Bürgermeister und Leo Bröker von den Radsportfreunden die Gastgeschenke überreicht.Leo Bröker bedankte sich im Namen der Radsportfreunde für den herzlichen Empfang, das Entgegenkommen und die perfekte Hilfe bei der Reiseorganisation. Im Anschluss stand dann ein gemeinsamer Besuch mit dem Bürgermeister beim Radhersteller CUBE in Waldershof auf dem Programm. Nach der über 1 Stunde dauernden Führung durch die Montagehallen waren alle Radsportfreunde begeistert.Mit vielen guten Eindrücken machen wir uns dann über Fuchsmühl, Wiesau und Friedenfels wieder auf den Heimweg, wo wir nach 60 km das Ziel erreichen.
Nach einem Temperatursturz über Nacht war das Thermometer am Dienstagmorgen soweit zurückgegangen, sodass wir uns beim Frühstück auf einen Wandertag festlegten. Also blieben die Räder heute in der Garage. Es war eine Wanderung zum höchsten Punkt des Steinwaldes, der Steinplatte mit 946 m angesagt. Nach einer Gipfelrast am Oberpfalzturm mit einer herrlichen Rundumsicht auf die umliegenden Orte und Wälder geht es weiter vorbei an der restaurierten Ruine Weißenstein aus dem 11. Jahrhundert, um anschließend immer bergab in Richtung Tagesziel zu kommen.
Nach über 6 Stunden Wanderung in herrlicher Umgebung endete dieser für Radsportler ungewöhnliche aber sehr schöne Ausflug mit Kaffee und Kuchen im Hotel.Am Mittwoch dann wieder gewohnt weiß-blauer Himmel und Sonnenschein mit etwas kühlem Wind und Temperaturen um 20-22 Grad. Nach einem guten Radlerfrühstück starteten wir gegen 10.00 Uhr in Richtung Nördlicher Oberpfälzer Wald und Kemnather Land. Gleich hinter Krummennaab stand schon nach 15 km der erste Anstieg mit 16% im Weg. Vorbei am größten Bohrturm der Welt über Wildenrath, Pressath und Trabitz bis nach Neustadt an der Kulm waren weitere Berge zu überwinden, bevor es die verdiente Mittagspause gab. Frisch gestärkt wurde die Fahrt fortgesetzt über Immenreuth nach Kemnath, wo wir den sehr schönen, historischen Marktplatz besichtigt haben. Kurz hinter Waldeck gab es dann wieder eine knackige Bergwertung mit rasanter Abfahrt nach Trevesen, weiter entlang der Fichtelnaab nach Erbendorf, und dann wieder der tägliche Anstieg zum HotelAm Donnerstag war eine gemeinsame Busreise ins Böhmische Bäderdreieck nach Tschechien in Begleitung des Bürgermeisters Hubert Kellner angesetzt, der uns auch wichtige Informationen über Orte, die wir durchfuhren und ihre Sehenswürdigkeiten geben konnte. Zunächst ging die Fahrt nach Waldsassen, wo wir die Basilika, eine der großartigsten Barockkirchen Bayerns mit größter deutscher Kirchengruft besichtigten. Vorbei an Konnersreuth und der bekannten Dreifaltigkeitskirche bei Kappel ging die Fahrt über den Grenzübergang Hundsbach nach Eger, eine der ältesten Städte Böhmens. An der Grenze stieg eine tschechische Reiseleiterin dazu, die uns die Sehenswürdigkeiten des Tages in Tschechien erklärte. Nach einstündiger Führung über den sehr schönen und sehenswerten Marktplatz ging die Reise weiter nach Königswart zur Besichtigung des Schlosses Kynzvart, welches zu den bedeutendsten Bauten im Empirestil in Böhmen gehört und das durch Fürst Clemens Metternich bekannt geworden ist. Am Nachmittag besuchten wir dann die Stadt Marienbad, eine Stadt im Meer von Grün und unzähligen Prachtbauten und Hotels. Die Anlage des Ortes inmitten eines weiten Landschaftsparks ist einmalig und zog schon früh prominente Gäste aus allen europäischen Ländern an.Zum Abschluss des Tages fuhren wir nach Chodovar-Plana zu einer Brauereibesichtigung im ältesten Familienbrauhaus der westböhmischen Region. Über einen 40 m langen, im 14.Jahrhundert in den Granitfelsen gehauenen Gang, gelangten wir in den Brauhauskeller, wo die gedeckten Tische schon auf uns warteten. Nach einem gemütlichen Essen ging nach etwa zwei Stunden dieser schöne Aufenthalt leider zu Ende. Die Heimfahrt zum Hotel nach Erbendorf führte schließlich problemlos über den Grenzübergang Mähring.Für Freitag hatte der Wetterbericht wieder blauen Himmel viel Sonne und Temperaturen von 27-29 Grad vorhergesagt, und so stand eine Tour über 100 km durch den Oberpfälzer Wald nach Bärnau an die tschechische Grenze an. In Bärnau folgten wir der Ausschilderung zur Landesgrenze. Über einen 2 km langen und steilen Anstieg wurden wir an der Grenzstation von freundlichen Beamten auf beiden Seiten begrüßt. Bei einer netten Unterhaltung war es selbstverständlich, dass sie uns beim Fototermin behilflich waren. In rasender Abfahrt ging es dann anschließend auf den Marktplatz von Bärnau, wo die „Brotzeit“ auf uns wartete.Über die Tirschenreuther Teichpfanne und Falkenberg gelangten wir in Reuth auf eine wunderschöne, stillgelegte Bahnlinie, die uns wieder nach Erbendorf führte mit anschließendem Anstieg von 6 km nach Pfaben. Noch hatte es in all den Tagen nicht geregnet und wir konnten unser Glück kaum fassen. Für den letzten Tag waren Schauer angesagt, aber beim Start um 10.00 Uhr sah der Himmel noch recht gut aus, sodass einige Radsportfreunde die Räder aus der Garage holten und andere die Wanderschuhe anzogen. Es ist fast gut gegangen, die Radler hat auf ihrer 50 km Abschlussrunde über Trevesen, Pullenreuth, dem Kalvarienberg und Friedenfels auf den letzten 2 km ein kurzer Hagelschauer doch noch erwischt, die Wanderer konnten sich noch kurz in einer Schutzhütte unterstellen.Beim Abschlussessen am Samstag, zu dem auch der Bürgermeister mit seiner Gattin von den Radsportfreunden eingeladen war, haben alle Teilnehmer die Radsportwoche Revue passieren lassen. Übereinstimmend waren sie alle begeistert von der wunderschönen Landschaft und den anspruchsvollen Rennradtouren, sowie der guten Organisation im Vorfeld und im Ablauf der Reise durch den Radsportfreund Bürgermeister Hubert Kellner.Der Bürgermeister verabschiedete seine Radsportfreunde aus Münster mit der Bitte, sich zu Hause als Botschafter des Fremdenverkehrs für die Steinwaldregion zu sehen.Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück hieß es dann Abschied nehmen von einer wunderschönen Zeit im Kreise der Radsportfreunde, sowie einer Region, die uns allen gefallen hat mit ihrer Ruhe, den Naturschönheiten und tollen Straßen. Es gab in den 10 Tagen keine Pannen und Stürze und somit kehrten alle gesund und munter wieder heim.

Bericht und Fotos: Leo Bröker