Am 10. Juli gab es die (vorläufig)
letzte Sendung der

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Seit dem 21.12.1991 sendeten wir jeden Samstag im Bürgerfunk bei Radio AM auf 95,4 MHz (Antenne) bzw. 91,2 MHz (Kabel) bzw. 91,2 MHz (Kabel) genau 24 Minuten „schwules” Radio.

Wie sich diese Sendungen anhörten, könnt Ihr hier herausfinden. Zur Erinnerung haben wir eine kleine Auswahl von drei Beiträgen ("Schwanzlängen", "Jimmy Sommerville" und "Georgette Dee") aus 1997 als Real-Audio-Datei ins Netz gestellt. Einfach hier klicken. (Den Real-Audio Player gibt es hier.)

Nun sind fast alle Macher in die Ferne gezogen. Ein wöchentliches Programm läßt sich nicht von zwei Redakteuren machen. Alle Aufrufe haben nicht geholfen und wir mußten die Sendung einstellen. Trotzdem hoffen wir, daß sich ein neues Team evtl. auch mit einem neuen Konzept findet.

Unser Programmkonzept basierte auf einer Magazinsendung mit aktueller Musik aus den Charts. Als Service zum Ende der Sendung boten wir jeweils einen Block mit den aktuellen Veranstaltungshinweisen für die kommende Woche. Unser Programmschwerpunkt lag bei der lokalen Berichterstattung, Gesprächen mit Studiogästen und den Hintergründen der schwulen Politik. Selbstverständlich haben wir auch jede Menge Kultur angeboten. Dazu kammen in loser Folge Themensendungen zum schwulen Leben, Coming-Out, Beratungsangebote, Gesundheit und Aids.

Unsere Hörer erinnern sich gerne an Beiträge wie die Glosse über H&M-Werbung (Jürgen Ruoff, 7.12.96), einen Bericht über 50 Jahre Tupperware (Frank, 5.10.96), Schwanzlängen (Eversmann/Sandman, 01.03.97) oder die jährliche Berichterstattung vom Kölner CSD

Rechtliche Grundlage für den Bürgerfunk ist das Landesrundfunkgesetz welches den lokalen Programmanbietern in NRW vorschreibt, bis zu 15% ihrer lokalen Sendezeit für Sendungen von Gruppen „...insbesondere mit kultureller Zielsetzung...” zur Verfügung zu stellen.

Zur Produktion dieser Bürgerfunkbeiträge stehen in Münster professionelle Rundfunkstudios bei den anerkannten Radiowerkstätten der

zur Verfügung.

Im März 1996 wurde auf Initiative der Rosa Welle der schwule Medienverbund ins Leben gerufen.
Zwölf schwule Radioredaktionen aus dem ganzen Bundesgebiet treffen sich seither mindestens zweimal im Jahr, um Informationen auszutauschen, Pläne zu schmieden und ihre journalistischen Fähigkeiten zu verbessern. Kernstück des Projektes ist die Vernetzung der Redaktionen über das Internet: In einer Datenbank können die wichtigsten Rahmendaten von Beiträge der Partnerredaktionen abgerufen werden. Per EMail besteht dann die Möglichkeit, diese Beiträge bei den jeweiligen Autoren anzufordern.

© Rosa Welle; letzte Änderung am 31.07.99

Nachruf und Aufruf:

Es ist schade, daß eine Einrichtung wie die Rosa Welle nicht mehr weitergeführt wird weil es nicht genug aktive Macher gibt. Ist es wirklich so, daß diese (auch die schwule) Gesellschaft immer mehr auf Konsum ausgerichtet ist, und vielen die Ruhe und die Zeit für ehrenamtliche Arbeit fehlt, oder ist diese Arbeit einfach nur lästig?

Mir hat die Rosa Welle gerade während meines Comming Out und in der Zeit danach sehr geholfen. Da ich außerdem meine, daß Münster auch in Zukunft unabhängige schwule Medien braucht, bin ich gerne bereit, eine neue Gruppe zusammenzubringen. Schickt mir einfach eine e-mail mit Euren Ideen und Vorstellungen und ich werde sie an andere Interessierte weiterleiten. Ihr könnt es natürlich auch über die Regenbogen-Liste versuchen.