Sensorische Integration

Spuren von Buchstaben im Sand

 Mit allen Sinnen lernen – Lernen mit allen Sinnen

Im Rahmen einer ganzheitlichen Entwicklungsförderung nimmt die sensorische Integration eine bedeutende Rolle ein.

Ein Großteil der bei unserer Schülerschaft auftretenden Lernstörungen sind zurückzuführen auf eine Einschränkung der Wahrnehmungsverarbeitung.

Eine adäquate sensorische Integration bedeutet, dass alle sinnlichen Eindrücke (sensorischer Input) sortiert, geordnet und zu einer vollständigen und umfassenden Hirnfunktion vereint werden. (J. Ayres)

Die Wahrnehmungssysteme gliedern sich in die Nahsinne: Tiefensensibilität, Gleichgewicht und Oberflächensensibilität und in die Fernsinne: Sehen, Hören, Schmecken, Riechen. Sie werden in der Schaltstelle Gehirn geordnet, miteinander verknüpft und strukturiert. Dieser Prozess ist die Voraussetzung dafür, dass das Gehirn eine brauchbare Körperreaktion, sinnvolle Wahrnehmung, Gefühlsreaktionen und Gedanken (sensorischer Output) erzeugen kann.

Dabei bedingen sich Wahrnehmung und Bewegung wechselseitig.

Das auf der Grundlage neurophysiologischer Untersuchungen basierende therapeutische Konzept von J. Ayres misst den Nahsinnen der Wahrnehmung, also dem vestibulären, propriozeptiven und taktilen System, eine besondere Bedeutung bei, um Einzelwahrnehmungen zu einem Gesamtbild zusammen zu fügen und so eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der Umwelt möglich zu machen.

Folglich erfordert der ausgeprägte Förderbedarf unserer SchülerInnen neben den therapeutischen Fördermaßnahmen zur sensorischen Integration eine Verzahnung sensorischer Integrationsförderung und kognitiver Lerninhalte auch im Unterricht.

Durch eine sinnvolle Vorstrukturierung der Lernsituation wird eine handlungsorientierte und möglichst selbstständige Lernweise mit allen Sinnen für jede(n) einzelne(n) SchülerIn gewährleistet.

Dieses multi-senso-motorische Lernen schafft die Basis für kognitive, soziale, sensorische und motorische Entwicklungsprozesse.

Zur konkreten Umsetzung bieten sich Lernstationen zur Anregung der sensorischen Integration bei gleichzeitiger Übung und Vertiefung eingeführter Lerninhalte in den Bereichen Erstlesen und Erstrechnen an. Dabei stehen pädagogisch-didaktische Zielsetzungen im Vordergrund.