Psychomotorik

eine Gruppe im Psychomotorikraum

Psyche (seelische Vorgänge) und Motorik (körperliche Vorgänge) beeinflussen sich sehr stark und stehen in einem engen Wechselverhältnis. Der Begriff Psychomotorik weist auf diese enge Verbindung und Zusammengehörigkeit von psychischem und motorischem Erleben hin.

Besonders im Kindesalter besteht eine enge Verknüpfung von Motorik und dem kognitiven Bereich, also Wahrnehmung, Vorstellung, Denken, Erkenntnis, ... Viele Handlungen, Bewegungen, motorische Aktionen schließen viel mehr ein als „nur“ ein Entwickeln und Üben von motorischen Fertigkeiten. Die verschiedensten Erkenntnisse über Vorgänge und Zusammenhänge in der Umwelt werden auf diese Weise vom Kind erfahren.

Natürlich wird dabei auch das motorische Können, die Bewegungsfertigkeit geübt und Spaß am Sich-Bewegen entwickelt. Außerdem macht das Kind eine Vielzahl kognitiver Erfahrungen beim Spielen und Experimentieren mit den verschiedenen Möglichkeiten der Bewegung, der unterschiedlichen Materialien und Situationen.

Auch zwischen dem motorischen Verhalten und dem Sozialverhalten besteht eine enge Verbindung: denn gerade Kinder knüpfen soziale Kontakte vorwiegend über die verschiedensten Spiel- und Bewegungsaktivitäten. Die soziale Anerkennung unter Kindern hängt eng mit motorischen Fähigkeiten zusammen. Die Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit (Gefühlsleben, kognitive Entwicklung, Sozialverhalten, Kommunikation) vollzieht sich somit vorwiegend über Bewegungs- und Wahrnehmungsprozesse. Viele Kinder haben jedoch nicht ausreichende Möglichkeiten, um diese wichtigen Erfahrungen in größerem Umfang zu machen.

In der Psychomotorik steht das sich bewegende, handelnde Kind im Mittelpunkt mit seinen individuellen Möglichkeiten, seiner Kreativität, seinem Ausdrucksvermögen und seiner speziellen Erlebniswelt. Vom Bewegungsverhalten des einzelnen Kindes ausgehend, in dem sich meist seine individuellen Bedürfnisse, Probleme und Nöte widerspiegeln, wird über Bewegungs- und Gemeinschaftserlebnisse, über kleine und kleinste Erfolge im motorischen Bereich in positiver Weise Einfluss genommen auf die psychische Befindlichkeit.

Das Ziel ist dabei, die Eigenaktivität des Kindes zu fördern, es zum selbstständigen Handeln anzuregen, durch Erfahrungen in der Gruppe zu einer Erweiterung seiner Handlungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit beizutragen.

Nicht nur in dem eigens dafür eingerichteten Raum in unserer Schule finden die SchülerInnen vielfältige Möglichkeiten, Anregungen, Materialien und Unterstützung, um neue Bewegungsmuster selbstbestimmt zu entwickeln. Dieser für die Entwicklung wichtige Bereich - die Psychomotorik - fließt in den täglichen Unterricht mit ein; sei es z.B. in spielerischen Bewegungsaufgaben in den Fächern Mathematik oder Sprache, im musischen und künstlerischen Bereich, im täglichen Umgang miteinander oder in Abenteuer- und Bewegungsaufgaben in der Sport- und Schwimmhalle oder auch auf dem Schulhof.