Die Entwicklung der Regenbogenschule

Die Regenbogenschule hat, wie sie sich heute darstellt, eine jahrzehntelange Entwicklung genommen und in über 30 Jahren einen eigenständigen Veränderungsprozess mitgemacht und mitgestaltet.

Die Anfänge liegen am Ende der 60er Jahre: Ursprünglich startete die schulische Förderung von Kindern mit – v.a. spastischen – Behinderungen im Heinrich-Piepmeyer-Haus am ehemaligen Hüfferstift, damals noch Orthopädische Universitätsklinik. Eltern hatten sich maßgeblich dafür stark gemacht, dass ihre Kinder hier regelmäßig unterrichtet werden konnten, obwohl viele dieser Kinder nach den damaligen rechtlichen Vorgaben als ‚nicht bildbar’ galten und deshalb nicht der Schulpflicht unterlagen.

Erster Sonderschullehrer im Heinrich-Piepmeyer-Haus und späterer Gründungs-Schulleiter der Westfälischen Schule für Körperbehinderte (ab 1972) war Reinhard Reddemann.

Im Jahr 1969 wurde das Schulverwaltungsgesetz in NRW novelliert. Erstmalig gab es eine generelle Schulpflicht auch für Kinder mit schweren und schwersten Behinderungen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde gesetzlich verpflichteter Schulträger.

1972 erfolgte der Umzug aus dem Heinrich-Piepmeyer-Haus in das zunächst nur teilweise fertig gestellte neue Schulgebäude am Bröderichweg, dessen Baumaßnahmen erst 1975/76 komplett abgeschlossen wurden.

In den Folgejahren stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler kontinuierlich an und hatte schließlich den Höchststand mit mehr als 230 Schülerinnen und Schülern erreicht. Diese zahlenmäßige Entwicklung war u.a. ausschlaggebend dafür, dass in Mettingen, im nördlichen Kreis Steinfurt, eine weitere Schule für Körperbehinderte eingerichtet wurde und die frühere Depandance unserer Schule in Sendenhorst zu einer eigenständigen Schule für Körperbehinderte in Oelde wurde.

Seit 1986 lag die Schulleitung in den Händen von Mechthild Oexle (Rektorin) und Hartmut Mautz (Konrektor).

Die Schule für Körperbehinderte erhielt den Namen ‚Regenbogenschule’. Es wurden mit und im Kollegium verschiedene Projekte zur weiteren Qualifizierung und Ausdifferenzierung von Unterricht, Therapie- und Förderangeboten durchgeführt. Deren Ergebnisse wurden in die konkrete tägliche Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern übertragen.

Im Zuge der allgemeinen politischen Diskussionen um die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in allgemeinen Schulen nahm die Schülerzahl an der Regenbogenschule ab Anfang der 90er Jahre etwas ab.

In dieser Phase richtete sich die Schulentwicklung schwerpunktmäßig auf die inneren Strukturen, auf die Organisationsentwicklung und auf Kooperationsprojekte mit anderen Schulen (z.B. Netzwerk ‚Innovative Schule’) und anderen Partnern (u.a. GÖS-Projekte, ZWAR-Gruppe, ...).

In den folgenden Jahren und auch aktuell ist die Schulentwicklung gekennzeichnet von einer erneut anwachsenden Zahl von Schülerinnen und Schülern, die in der Konsequenz neue Herausforderungen bedeuten: wachsender Raumbedarf und wachsende Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Eine weitere Herausforderung stellt die Bewältigung der veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen (Land NRW, Schulträger Landschaftsverband, Gesundheitswesen) dar, mit denen Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Schulleitung (Rektor seit 2003: Helmut Hamsen, Konrektor weiterhin: Hartmut Mautz) konfrontiert sind.

Wie in den drei vorangegangenen Jahrzehnten bleibt es auch künftig dabei: Die Schule verändert sich und gestaltet mit allen Beteiligten den Veränderungsprozess im Interesse der Schülerinnen und Schüler, die ihr anvertraut sind.

Eine große Herausforderung ergibt sich durch eine Entwicklung, die etwa seit dem Jahr 2002 begonnen hat. Die Schülerzahlen steigen in immer stärker werdenden Maße. So waren im Schuljahr 2004/05 drei Eingangsklassen und im Schuljahr 2005/06 sogar vier neue E-Klassen zu bilden. Diese Entwicklung führt zu einem so enorm gesteigerten Raumbedarf, dass ein entsprechendes Angebot nur unter großen Anstrengungen aller Beteiligten immer wieder möglich werden kann. So hat der Schulträger zunächst einen komplett neuen Flachdachbau für drei Klassen zur Verfügung gestellt. Weiterer Bedarf wurde aus Räumen in verschiedenen bestehenden Gebäuden auf dem Schulgelände rekrutiert, die mit erheblichem Aufwand im Hinblick auf unsere Schülerschaft umgebaut wurden, jedoch in dieser Form nicht für beliebige Klassen nutzbar ist. Für die Zukunft werden weitere Anstrengungen - verbunden auch mit erheblichem Kostenaufwand - notwendig sein, um dieser Entwicklung gerecht zu werden.

Mit Inkraft-Treten des Schulgesetzes 2005 ergab sich u.a. eine Namensänderung. Die Schule heißt nun Regenbogenschule, LWL-Förderschule,  Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung Münster.