Stiftung Siverdes - was ist das denn?
Es ist eine der größten Sozialstiftungen in
Münster. Sie verfügt über ein beachtliches Vermögen
und die Erträge aus dem Vermögen werden für soziale Zwecke
eingesetzt. Die Bewirtschaftung der Stiftung und die Förderungen
im Sinne des Stiftungszwecks werden von der Stiftungsverwaltung der
Stadt Münster wahrgenommen.
Woher kommt die denn - die Stiftung?
Und wer war Siverdes?
Durch ein Testament aus dem Jahre 1768 vermachte der fürstbischöfliche
Regierungs- und Hofkammerrat Dr. Friedrich Christian Siverdes sein gesamtes
Vermögen zum Teil als Familienstiftung und für die Armen in
Münster.
Aus den jährlichen Erträgen wurden zunächst
in einer Familienstiftung Beiträge für Messen, Kollekten und
Zuschüsse an Verwandte gefördert. Ein großer Teil der
Erträge stand jedoch auch für Arme in Münster zur Verfügung.
Die Förderungen wurden von der Armenverwaltung unter dem jeweiligen
Stadtrichter und von verschiedenen Kirchspielen, die Vorläufer
der heutigen Pfarrgemeinden waren, vorgenommen.
Und was machen die heute?
Die Förderleistungen der Stiftung haben sich von
traditionellen Aufgaben der Armenfürsorge zu zukunftsweisenden
Förderaktivitäten für benachteiligte Personengruppen
entwickelt. "Gefördert werden Aktivitäten, die darauf
ausgerichtet sind, Personen zu unterstützen, die aufgrund ihres
körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands und ihrer wirtschaftlichen
oder sozialen Situation auf die Hilfe anderer angewiesen sind",
so heißt es im Stiftungszweck.
Beispielsweise fördert die Stiftung die als Hörkassette
herausgegebenen Informationen des Westfälischen Blindenvereins.
Kinderreiche Familien mit vier oder mehr Kindern erhalten auf Antrag
einen jährlichen Energiekostenzuschuss, der unter Berücksichtigung
von Einkommensgrenzen gezahlt wird. Die Stiftung finanziert ein Programm
zur finanziellen Förderung behindertengerechter Eigenheime und
Eigentumswohnungen für schwerbehinderte Personen.
Seit Mitte der 80er Jahre fördert die Stiftung die
"bürgerschaftliche Selbst- und Mithilfe im sozialen Bereich".
Seitdem werden hierfür jährlich 250.000 DM zur Verfügung
gestellt. Von den gegenwärtig über 300 Selbsthilfegruppen
in Münster werden mehr als zwei Drittel aufgrund ihrer sozialen
Ziele kontinuierlich finanziell unterstützt. In Trägerschaft
der Stiftung unterstützt die Freiwilligenagentur Münster
seit Mitte 1999 bürgerschaftliches Engagement in Münster
Das 1996 begonnene Projekt "Integration junger Menschen
über Qualifikation durch Arbeit", kurz Jugendwerkstatt
genannt, hat das Ziel, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss,
die keine Berufsausbildung und keine Arbeit finden, durch sozialpädagogisch
begleitetes Arbeiten und Lernen den Übergang in berufsvorbereitende
Maßnahmen des Amtsamtes oder in Berufsausbildungs- oder in Arbeitsverhältnisse
zu ermöglichen. Das Projekt wird vom Jugendausbildungszentrum (JAZ
gGmbH) getragen und durch die Stiftungen Siverdes und Generalarmenfonds
mit insgesamt 440.000 DM finanziert.
ZORA, ein Projekt
zur "Lebensplanung und Berufsorientierung für Mädchen
und junge Frauen in sozial benachteiligten Lebenslagen" hat zum
Ziel, Mädchen und junge Frauen ab 16 Jahren, die keine Berufsausbildung
haben, in ihren Lebensplanungen, Berufsorientierungen und beruflichen
Qualifikationen zu fördern. Die Teilnehmerinnen sollen in Ausbildungs-
oder Beschäftigungsverhältnisse integriert werden. Das Projekt
wird von der Stiftung Siverdes mit 300.000 DM finanziert.
Zum Vermögen der Stiftung Siverdes gehören unter
anderem zahlreiche Altenwohnungen und Sozialwohnungen. Zudem hat die
Stiftung ein Haus in der Hermannstraße (Mädchen-Sleep-In
/ MASY) und ein Haus in der Hafenstraße (Kriseninterventionsstelle
für Jungen / ZOFF) Jugendhilfezwecken gewidmet.
In einem neueren Vorhaben hat die Stiftung Siverdes unter
Inanspruchnahme öffentlicher Wohnbauförderungsmittel ein Wohnbau-
Modellprojekt ("Gemeinsam Wohnen für Jung und Alt") im
Stadtteil Mecklenbeck errichtet. Seit etwa zwei Jahren ist das Gesundheitshaus
in Münster fertig. An diesem Projekt war die Stiftung Siverdes
auch beteiligt.
Die kommunalen und kommunal verwalteten Stiftungen investieren
im Jahr durchschnittlich etwa 1 Mio. Euro im Sinne des Stiftungszwecks
für soziale Projekte. Wenn Sie mehr über die soziale Arbeit
der Stiftung wissen möchten, informiert Sie die Stiftungsverwaltung
der Stadt Münster.
Ansprechpartner:
Stadt Münster
Stiftungsverwaltung
Ludgeriplatz 4
48127 Münster
Paul Claahsen
Projektleiter Stiftungswesen
Tel.: 0251 / 492-5903
Fax: 0251 / 492-7906
e-mail: claahsen@stadt-muenster.de